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14.09.2019, 18:22 Uhr | Melli2
.....
Zuletzt editiert am: 18.09.2019, 15:58 Uhr, von: Melli2
05.12.2019, 21:55 Uhr | bke-Fiona
Hallo melli2,

wenn man so tapfer wie du es getan hast etwas angeht und sich öffnet ist es ganz natürlich, dass das viel aufwirbelt - man beschäftigt sich mit Gedanken, die lange verborgen waren, man beschäftigt sich sehr intensiv mit sich, und das ist ganz natürlich sehr aufregend und so, als würde man sich neu kennen lernen.

Du musst auch nicht alles auf einmal angehen - lass dir Zeit , mach es, wei es für dich passt, und denk nicht, dass du dabei etwas falsch machsen kannst : )

Was bke-hannah wahrscheinlich gemeint hat, dass du der Beraterin erzählen kannst, wie es dir geht - mit dem Durcheinander der Gefühle, deinen Fragen, deiner Unsicherheit.
Eine Möglichkeit wäre, dass du das was du hier geschrieben hast zur Beratung mitnimmst, wenn du die Befürchtung hast, dass du etwas nicht ansprechen kannst oder etwas vergisst ; )

Es klingt sehr gut, dass du Vertrauen hast zu deiner Beraterin!

liebe Grüße, bke-fiona
05.12.2019, 20:21 Uhr | Melli2
Vielen lieben Dank euch beiden für die lieben Worte!!!

Ich werde zuerst auf das eingehen, was Liasanya geschrieben hat.

Nun ja, ich musste extra unterschreiben, dass die E-Mail-Kommunikation unverschlüsselt ist, also eben nicht besonders geschützt und deshalb möglichst nur zu Terminvereinbarungen und so weiter genutzt werden soll.

Ich habe es tatsächlich in einem runtergeschrieben. Einmal eine ganze Seite und bei dem anderen Thema eine Halbe. Aber ich könnte da theoretisch noch mehr dazu schreiben. Vielleicht schreib ich es auch nochmal auf, wenn ich was ändern will.
Aber ich hab überhaupt keine Ahnung, ob ich mich traue, ihr das zu geben...

Ist es auch normal, dass der Termin so viel aufgewirbelt hat, ohne dass wir die ganz harten Sachen angeschaut haben?
Ist es normal, dass ich ständig darüber nachdenken muss?
Dass ich nicht weiß, ob es ein gutes oder schlechtes Gefühl ist, dass ich mich sicher gefühlt habe? Weil es irgendwie so weh tut, was besprochen wurde und besprochen wird. Es war so aufregend.

Ich weiß nicht, diese eine Sache, bei der ich ganz kurz dachte, dass ich sie besprechen könnte, ist ja noch schlimmer oder mindestens gleich schlimm für mich, als die Themen, die ohnehin kommen werden. Ich sollte mich vielleicht nicht so arg übernehmen. Aber es könnte sein, dass es irgendwie sowieso aus mir rausplatzt, weil alles indirekt zusammenhängt.

Ich dachte, ich würde mich nie wieder irgendwo sicher fühlen. Es ist irgendwie schön, aber sich beängstigend, dass das mir jetzt wieder ein bisschen möglich erscheint.

Nein, ich habe es bis jetzt noch nicht angesprochen. Sie hat etwas gefragt und dadurch etwas erfahren. Sie hat gemerkt, dass es ein schwieriges Thema ist, glaub ich zumindest. Es macht mir Angst, dass ich mich so fallen lassen muss und soll. Es ist schlimm.

Ich danke dir sehr für deine Antwort, bke-Hana! Es bedeutet mir viel, dass du das geschrieben hast, was du geschrieben hast!

Ich werde versuchen es anzusprechen, wie es nach diesen Terminen weitergehen wird, aber ich weiß nicht, ob ich es schaffe, ob ich die Gelegenheit bekomme, es zu fragen oder ob ich womöglich zu aufgelöst sein werde, um daran zu denken.
Ich frage mich nur, wie ich die Zeit bis dahin schaffen soll. Ich muss so viel dran denken, was kommen wird und ob es richtig war, dorthinzugehen. Ob ich am Ende wieder alleine mit allem sein muss.

Welche Gedanken und Gefühle meinst du genau? Welche könnte ich mit meiner Beraterin besprechen?

Oh, ich bin so durcheinander. Aber gleichzeitig geht es mir besser als davor, weil ich durch das Gespräch neue Kraft bekommen habe. Auch wenn es so viel aufgewirbelt hat.
Zuletzt editiert am: 05.12.2019, 20:48 Uhr, von: Melli2
05.12.2019, 16:21 Uhr | bke-Hana
Liebe Melli,

wie gut, dass du deinem Impuls, deine Zeilen von heute Vormittag zu editieren, widerstanden hast. So habe ich jetzt Gelegenheit dir zu antworten.

Ich kann gut verstehen, dass dich grade sehr unterschiedliche Gefühle in Schach halten. Einerseits merkst du deutlich, dass du lange verschwiegene Themen endlich ansprechen willst um sie mit der Unterstützung einer vertrauensvollen Person zu verarbeiten. Andererseits ist das ziemlich aufwühlend und du hast Angst, schließlich alleine mit deinen offen gelegten Wunden zu bleiben. Zusätzlich beschäftigt dich der Gedanke, dich einer Person anzuvertrauen, die du noch nicht so richtig einschätzen kannst.

Ich finde, das hast du sehr nachvollziehbar und klar beschrieben.

Beim Lesen hat mich sehr gefreut, dass du bei all diesen Bedenken sehr deutlich spürst, dass der Schritt zu der Beratungsstelle wichtig und richtig war. Ich finde, diesem Gefühlt darfst und solltest du vertrauen. Aber auch deine Vorsicht und deine Vorbehalte halte ich für ernst zu nehmende Aspekte. Es ist ja überhaupt nicht ohne, sich Erinnerungen und Verletzungen zu stellen und sich damit jemandem gegenüber zu öffnen. Meist braucht es Zeit, Vertrauen zu gewinnen und es benötigt eine Art von Sicherheitsnetz, schon um die Angst vorm tiefen Absturz zu reduzieren.

Ich könnte mir vorstellen, dass auch du so ein Sicherheitsnetz gut gebrauchen könntest. Vielleicht magst du dieses Thema mal mit deiner neuen Beraterin besprechen. Beispielsweise könntest du mit ihr überlegen, wie eine längere Begleitung bei ihr oder einer anderen Stelle gewährleistet werden kann. Wie viele Stunden dürftest du denn nach den ersten kostenfreien bei ihr machen? Könnte sie dich anschließend an eine andere Stelle vermitteln in der du weiter beraten würdest?

Ich finde deinen Entschluss, deine Gefühle zuzulassen sehr mutig, auch das möchte ich dich noch wissen lassen. Unsere Gefühle sind nun mal oft ambivalent und sie verwirren uns. Aber zum Glück gibt es Berater und Beraterinnen, Therapeuten und Therapeutinnen, die immer wieder helfen können, diese Verwirrung zu ordnen. Vielleicht wäre es ja zunächst ein guter Schritt, der Beraterin deine hier mitgeteilten Gedanken und Gefühle zu benennen und sie mit ihrer Hilfe zu sortieren.

Dir, liebe Melli viele Grüße und danke für deine Offenheit,
bke-Hana
05.12.2019, 15:39 Uhr | Liasanya
Hey Melli,

ich glaube, dass es immer Wege gibt, man muss sie nur finden. Meiner alten Beraterin habe ich immer Mails über das Sekretariat geschickt. Am Anfang hatte ich immer nen schlechtes Gefühl, weil es ja nicht direkt zu ihr kommt und es theoretisch auch andere lesen könnten. Also habe ich nur das geschrieben, was im schlimmsten Fall, auch jemand anderes schreiben konnte. Mit der Zeit wurde ich sicherer, habe mich mehr getraut. Ich hab im Betreff immer "An Frau XX" geschrieben, die haben es dann direkt weitergeleitet und gar nicht gelesen. Ich glaub auch nicht, dass die im Sekretariat Lust haben, ständig alles zu lesen. Die wissen ja auch, dass man das nicht macht *wink* .. also nur als Idee.

Natürlich ist es eine gute Idee, alles einmal aufzuschreiben und ihr im nächsten Termin zu geben, wenn du dich nicht traust, es direkt anzusprechen. Es ist sicherlich eine Hilfe und kann dich weiterbringen. Bis zum nächsten Termin hast du noch ein Paar Tage Zeit, somit kannst du nach und nach schreiben, du musst es nicht auf einmal verfassen. Lass dir Zeit und schau, was du schreiben kannst und ab wann es zu viel wird. Dann machst du eine Pause und schreibst später oder am nächsten Tag weiter.

Das dich die Termine danach noch beschäftigen ist denke ich normal. Wäre es nicht so, hättest du sicherlich auch nicht so viel mitgenommen und es hätte dich kaum bewegt. Gerade wenn es uns beschäftigt, hat es die richtigen Punkte getroffen und du kannst weiter daran arbeiten. Ich glaube es ist alles richtig gelaufen!

Es ist schade, dass die Beratungsstelle nur begrenzte Möglichkeiten hat. Das hat natürlich jede, aber auf 4 Termine, dass ist schon sehr kurz. Dann vermitteln sie sicherlich eher und schauen, wo du das findest was du brauchst. Aber auch da ist es wichtig, dass sie so viel wie möglich weiß, damit sie dich richtig unterstützen kann und dir das Beste empfehlen kann. Und du kannst es als Übung sehen: Es wird immer wieder Menschen geben, denen du vertrauen darfst! Die dir helfen möchten!

Das du Angst hast jetzt etwas zu beginnen, was dort nicht zu Ende geführt wird, kann ich total gut nachvollziehen. Ich hab auch immer Angst, dass ich dort nicht bleiben darf und frage ständig. Wobei man mir gesagt hat, dass man 20 Termine haben kann. Auch absehbar, aber natürlich noch mal ne ganz andere Größe. Aber ihr werdet einen Weg finden, gerade wenn sie nur so kurze Beratung anbieten, arbeiten die mit anderen Stellen zusammen und sie wird etwas gutes für dich finden.

Ich bin seit Jahren in Beratung und Therapie, seit dem Sommer bin ich in einer neuen Beratungsstelle und ich habe dort zum ersten Mal etwas angesprochen, was ich vorher noch nie in einer Stelle angesprochen hatte. Es hat sich einfach richtig angefühlt, als wäre genau dort der richtige Zeitpunkt. Was ich sagen möchte: Wenn du das Gefühl hast, dass du darüber sprechen möchtest, tu es! Deinem Gefühl solltest du vertrauen *smiling*

Ich habe gemerkt, dass es mir heute viel leichter fällt über manches zu sprechen, als vor Monaten noch. Wobei es glaube ich aber auch darauf ankommt, wie gut und sicher man sich bei der Person fühlt. Dann hat man von sich aus das Gefühl, dass es gehen könnte und fühlt sich freier. Also wenn es früher schwer war, dann kann es heute anders sein. Und du hattest es bereits angesprochen, beim nächsten Mal ist es oft leichter, als beim ersten mal.

Es war sicherlich gut, dass du dorthin bist und angefangen hast zu vertrauen! Es ist ein neuer Anfang!

lg Lia
05.12.2019, 12:42 Uhr | Liasanya
Ich habe deinen Beitrag von heute morgen schon gelesen und werde dir nachher auch noch antworten, aber dafür brauch ich mehr Zeit, als das ich sie gerade habe. Also von mir kommt nachher was *smiling*
05.12.2019, 12:34 Uhr | Melli2
Am liebsten würd ich es ja editieren, was ich heute Morgen geschrieben habe... Aber da ich mir sehr eine Antwort wünsche, lasse ich es stehen.

Bis jetzt habe ich heute noch fast nichts für die Uni geschafft. Ich bin viel zu sehr mit dem Termin beschäftigt.
Aber ich treffe mich gleich mit einer Freundin und muss noch einiges erledigen. Heute Abend habe ich noch eine Übung von der Uni aus. Es könnte sein, dass ich eine Aufgabe vorstellen muss, ahh.

Und ich bin so aufgewühlt von gestern. Meine Konzentration wird so bestimmt nicht besser, eher schlimmer...
Zuletzt editiert am: 05.12.2019, 12:34 Uhr, von: Melli2
05.12.2019, 08:47 Uhr | Melli2
Vielen Dank für deine Antwort!
Mailen ist keine gute Idee. Ich hab nur die offizielle Mail von der Beratungsstelle und darüber läuft nur die Terminvergabe usw.
Vielleicht sollte ich es aufschreiben und nächste Woche mitnehmen? Dann kann ich es rausholen und sie lesen lassen, wenn reden nicht gehen sollte. Ich bin mir unsicher, weil aufschreiben vermutlich auch nicht angenehm wird. Es wird bestimmt schlimm und ich weiß nicht, wie ich dann mit diesen Gefühlen umgehen würde...

Der gestrige Termin beschäftigt mich immer noch sehr. Ich habe das Gefühl, dass ich das Gespräch erstmal verarbeiten muss.
Es hat so viel ausgelöst und eigentlich bin ich auch froh, dass ich den Schritt gemacht habe. Aber jetzt bin ich sehr aufgewühlt.

Das Blöde an der Sache ist, dass diese Beratungsstelle nicht für eine dauerhafte Beratung ausgelegt ist. Man kann 4mal gratis hingehen und danach muss man 8 Euro pro Sitzung zahlen, aber diese weiteren Termine sind begrenzt.

Mir ist es unbehaglich, dass ich beginne jemandem zu vertrauen, den ich gar nicht kenne und zu dem ich sowieso nicht mehr oft hingehen kann. Wo ich gerade dieses Gefühl der Sicherheit aufbaue, welche ich so dringend brauche.

Andererseits habe ich so Angst vor den nächsten Themen und Schritten, davor, dass ich weggeschickt werde und dann damit leben muss, dass alles angerissen ist und deshalb die Themen noch präsenter sind, noch mehr weh tun, als es schon der Fall ist. Es wird ja erst die zweite Sitzung sein und ich glaube auch nicht, dass wir ganz tief reingehen werden, aber schon alleine, dass da jemand ist, der im selben Raum ist, während ich fühle, was ich fühlen werde, macht mir so Angst. Weil sie ein Profi ist und mir vielleicht Dinge anmerken wird, ohne, dass ich es sage und vielleicht will ich diese Dinge ja gar nicht sagen.

Denn ich brauche Unterstützung und ich habe Angst, dass ich nach diesen Terminen wieder alleine bin, denn eine Therapie findet man ja auch nicht von heute auf morgen. Ich werde Monate warten müssen, wenn ich mich denn dafür entscheide.

Es ist so komisch sich zu zeigen und zu öffnen und diese Gefühle danach sind teilweise sehr verwirrend und widersprüchlich.

Einerseits tut es so gut, mal darüber zu sprechen und sich endlich sicher genug zu fühlen. Aber irgendwie ist es auch komisch, dass ich mich in einer Beratungsstelle, in einem kleinen Raum mit einer fremden Person fast sicherer fühle als Zuhause. Dass eine Fremde so viel von mir sehen kann, dass sie mich ansehen kann und weiß, wer ich bin und was ich erlebt habe, also zumindest vieles davon.

Ich denke auch immer wieder darüber nach, was ich mir vorstellen kann zu sagen und was eher nicht. Ich werde bestimmt nicht alles erzählen. Aber gestern Abend dachte ich tatsächlich einmal ganz kurz, dass ich ihr etwas sagen könnte, was ich noch nie ausgesprochen habe. Nur geschrieben, aber auch das nur sehr wenigen Personen. Ich dachte tatsächlich, ich könnte dort vielleicht üben, es wenigstens einmal auszusprechen. Und ihre Reaktion dabei zu sehen. Gleichzeitig macht mir der Gedanke so eine Panik, weil mein Gefühl mir sagt, dass ich mich damit vollkommen ausliefere, dass ich einer fremden Person etwas sagen würde, was nicht einmal meine Freunde wissen (bis auf eine Freundin, aber auch die weiß nicht alles).

Diese Themen, die sie ansprechen will, sind eng mit meinem Thema, von dem ich gerade erzählt habe, verknüpft. Über diese Themen, die sie kennt, habe ich schon sehr lange nicht gesprochen und wenn ich es früher getan habe, war es meistens ziemlich schlimm für mich. Davon weiß gar niemand von meinen Freunden, also zumindest von dem einen Thema
Ich hab Angst, sehr sogar. Es ist so unheimlich, dieser Prozess und diese Enge und der Schmerz, den ich immer wieder spüre.

Die Beraterin erinnert mich auch noch ein kleines bisschen an eine Person, der ich auch sehr schnell vertraut habe und die mich damals so verletzt hat. Das wirkt bis heute in mir nach. Aber ich sage mir immer wieder, dass sie nicht diese Person ist und, dass sie anders ist usw.

Es ist gerade so so schwer diese Gefühle auszuhalten und trotzdem glaube ich immer noch, dass es richtig war, dort hinzugehen.

Vermutlich ergibt das überhaupt gar keinen Sinn, aber ich habe mir vorgenommen meine Gefühle zuzulassen, soweit es geht.
Verdrängen und wegschieben mach ich leider oft genug.
Es tut mir leid, wenn es sehr verwirrend geschrieben war
Zuletzt editiert am: 05.12.2019, 08:48 Uhr, von: Melli2
04.12.2019, 20:19 Uhr | Liasanya
Hey Melli,

ich war heute auch bei meiner Beraterin und bin danach auch immer durch den Wind. Da passiert so viel im Kopf, es gibt noch so viel zum nachdenken und weiterverarbeiten. Aber ich glaube das ist auch gut, weil ich das Gefühl habe, dass dieses "nachbearbeiten" mich gerade weiterbringt und mir hilft.

Es ist schön zu lesen, dass du dich ein bisschen sicher gefühlt hast und dich so auch etwas öffnen konntest. Es ist ein tolles Zeichen! Sie scheint ein gutes Gefühl dafür zu haben, was du brauchst und wie sie sich dir gegenüber verhalten muss, damit du dich sicher und frei fühlst.

Ich bin auch bei den schweren Themen angekommen und kann total verstehen, wie es ist, wenn man weiß was im nächsten Termin auf einen zukommt. Die Angst ist natürlich groß und irgendwie denkt man auch ständig daran. Aber es kann sich nur verändern und besser werden, wenn ihr darüber sprecht. Es wird natürlich Momente geben, in denen du nicht antworten kannst und sie wird es merken, sie wird dir helfen und das ist ja gerade das schöne: Sie sieht dich und unterstützt dich! Sie wird auch sicher keinen Druck machen, wenn nicht alles direkt funktioniert. Da darfst du dir auf keinen Fall Druck machen. Und wenn du dich noch nicht bereit fühlst, dann darfst du ihr das auch sagen. Dann sprecht ihr erstmal über ein anderes Thema, bis du dich sicher fühlst und das Gefühl hast, dass du es ansprechen möchtest.

Was mir noch geholfen hat, ihr das ein oder andere mitzuteilen, was ich mich nicht direkt im Termin traue: E-Mails. Ich hab sie vorher gefragt, ob ich ihr eine Mail schicken kann, mit dem was ich mich heute nicht getraut habe. Mittlerweile schicke ich ihr nach jeden Termin eine Mail, sie antwortet nur mit einen kurzen "Ich hab deine Mail erhalten" darauf, sodass ich weiß, es ist angekommen. Sie sagt es hilft ihr total, mich besser zu verstehen und mich noch besser zu unterstützen. Vielleicht gibt es für dich auch so eine Möglichkeit? Gerade weil schreiben ja oft viel leichter als sprechen fällt.

Lg Liasanya
04.12.2019, 19:34 Uhr | Melli2
Heute war ein aufregender Tag.

Ich war in der Beratungsstelle. Es war eigentlich ganz gut, auch wenn ich davor so schrecklich aufgeregt war und mich gar nicht mehr auf irgendetwas konzentrieren konnte. Aber das kenne ich ja schon. Es war vor und nach dem Termin allerdings noch stärker als sonst, weil mein Kopf und mein Herz sehr mit der Vor-/Nachbereitung beschäftigt waren und es immer noch sind.

Auch wenn ich ganz arg nervös war, habe ich mich sogar ein bisschen sicher gefühlt. Das ist zienlich außergewöhnlich und ich hätte es nicht erwartet, dass es so kommen wird. Die Zeit ist eigentlich recht schnell vergangen und ich habe kein einziges Mal gedacht, dass ich ausgeliefert bin oder nur gehen will.
Ich glaub, sie hat es ernstgenommen, was ich ihr gesagt habe, auch wenn sie eher locker und witzig drauf war. Ich hatte trotzdem das Gefühl, dass es ankommt, was ich sage und sie hat die Situation an sich auch gut auflockern können.

Es war auch besser, weil die Beraterin auch viel gesprochen hat und ich mich dann nicht wie im Verhör gefühlt habe. Nächste Woche am Donnerstag habe ich wieder einen Termin bei ihr.

Ich habe bloß Angst, weil sie schon ein bisschen gesagt hat, was sie da besprechen will und, weil das so schwere Themen sind. Und weil sie das ja nicht weiß, wie schwer ich darüber sprechen kann. Wobei ich ja die Vermutung habe, dass sie es schon ein bisschen gemerkt habe, weil es eben eine einzige Frage gab, wo ich mich unbehaglich gefühlt habe und innerlich blockiert habe. Nicht wegen der Beraterin, sondern wegen dem Thema. Und, weil sie dann ein ja-nein-Frage draus gemacht hat. Das ging dann mit dem Antworten bzw. Kopfschütteln bzw. einer Mischung aus beidem.
Sie hat es dann auf sich beruhen lassen, aber das es jetzt nächstes Mal dran sein soll, behagt mir nicht so.
Es fühlt sich schon jetzt so komisch an, so viel erzählt zu haben, so schmerzhaft in der Herzgegend, so verletzlich. Mein Gefühl sagt mir die ganze Zeit, ich muss verrückt geworden sein, ihr so viel gesagt zu haben. Dabei waren noch nicht mal die harten Sachen dabei. Ich mach mich so verletzlich. Ich hab sehr Angst. Und ich schäme mich auch, dass es immer noch so schlimm für mich ist.

Und wegen meine Alpträumen will sie auch fragen. Das hängt aber mit dem anderen Thema zusammen. Das offenbart so viel von mir. Ich weiß nicht, ob ich dafür schon bereit bin. Aber ich befürchte, dass ich es auch nicht schaffen, eine Grenze zu ziehen. Oder ich werde komische Andeutungen machen bzw. nur die Hälfte erzählen, sodass es dann noch verwirrender für sie wird.
Es sollte ja auch mal raus, dass es immer noch da ist, dass ich davon träume, aber ich habe so Angst. Weil es dadurch vielleicht noch präsenter wird, weil ich absolut gar nicht einschätzen kann, wie sie damit umgehen wird, sowie was sie über mich denkt und dann denken wird.

Es war solange unausprechlich. Wie soll es denn jetzt gehen? Wo es fast niemand über mich weiß. Und noch weniger Menschen ahnen, dass es mich nich belastet.

Ich habe übrigens heute auch endlich eine Antwort von meiner Mailberaterin bekommen :)
Zuletzt editiert am: 05.12.2019, 11:54 Uhr, von: Melli2
02.12.2019, 18:29 Uhr | Liasanya
Hey Melli,

wir gewöhnen uns leider manchmal Dinge an, die nicht gut für uns sind. Wir gehen über Grenzen und schaden uns damit selbst. Leider viel zu oft... Nun sagt dein Körper dir ganz klar, dass du aufhören musst und erstmal eine Pause machen musst. Ich hoffe sehr, dass du das zumindest aktuell tun kannst.

Ich denke, dass ein Attest etwas nutzen muss. Du bist krank, wenn du ein Attest hast, bist du auch offiziell krank geschrieben und entschuldigt. Es ist keine Klausur, keine Hausarbeit. Wieso sollte es nicht möglich sein, dass die Unterlagen eine Woche später eingereicht werden, wenn du aktuell krank bist?

Nun warte erstmal ab, wie es bis Mittwoch ist! Vielleicht fühlst du dich ja schon etwas besser und du kannst den Termin dennoch wahrnehmen. Ansonsten hoffe ich natürlich, dass du relativ zeitnah einen neuen Termin bekommst. *smiling*

lg Lia
02.12.2019, 17:57 Uhr | Melli2
Hey Lia,

leider bin ich über die Jahre ziemlich gut darin geworden meine Gesundheit und meinen Körper zu vernachlässigen bzw. weit über meine Grenzen hinauszugehen. Ich bin es so gewohnt. Denn ich bin auch schon so sehr oft krank. Also versuche ich jedes Mal wenigstens doch noch ein bisschen durchzuhalten, in der Hoffnung, dass ich vielleicht doch wieder fit werde.
Klappt nicht gut, diese Strategie.

Ich weiß gar nicht, ob ein Attest etwas nützen würde. Ich glaube eher nicht, also zumindest nicht, was die Blätter und Punkte angeht.

Naja, ich weiß ja gar nicht, ob ich nächste Woche einen Termin in der Beratungsstelle bekommen kann. Dieses Mal musste ich ja zwei Wochen warten... Ich hatte so viele Hoffnungen, was den Termin angeht. Dass ich mal mit jemandem sprechen kann usw. Und jetzt kann ich vielleicht nicht hin. Das ist so so blöd. Ich hab doch sonst keine professionelle Hilfe... Und mir geht es so mies.
Jetzt ist ja auch die Mailberatung gerade irgendwie weg. Ich weiß einfach nicht wieso sie nicht antwortet. Das stresst mich.
02.12.2019, 17:04 Uhr | Liasanya
Hey Melli,

manch einer würde sagen: dein Körper streikt jetzt schon, bevor der große Stress diese Woche losgeht. Du kommst momentan an deine Grenzen und das merkst du immer wieder. Im Grunde sagt er dir gerade ganz klar: Mach eine Pause! Ruh dich aus! Ich brauche eine Pause!

Nun heißt es erstmal sich ausruhen, warm einpacken, Tee trinken und viel schlafen. Dann schaust du wie es dir am Mittwoch geht und ob du den Termin in der Beratungsstelle aufsuchen kannst. Ansonsten musst du anrufen oder eine Mail schicken, mitteilen das du aktuell krank bist und den nächst möglichen Termin in der kommenden Woche nehmen würdest. Es ist natürlich schade, dass du den Termin nicht wahrnehmen kannst, aber aktuell geht deine Gesundheit vor!

Da du aktuell krank bist, wirst du dich auch im Studium entschuldigen können. Brauchst du ein ärztliches Attest? Wenn ja, solltest du deinen Arzt anrufen und einen Termin machen. Mit ärztlichen Attest wirst du sicherlich keine Probleme im Studium bekommen, denn wer krank ist, der ist einfach krank. Dann gibst du dein Blatt verspätet ab, dafür hast du dann ja die Krankschreibung als Beleg.

Und nochmal: du kannst auch ein Semester aussetzen oder nur Teilleistungen erbringen.

Aber zuerst heißt es nun: auf deinen Körper achten und gesund werden!

lg Liasanya
02.12.2019, 16:55 Uhr | Schindler
---------
Zuletzt editiert am: 02.12.2019, 18:06 Uhr, von: Schindler
Manchmal lache ich nur, um nicht weinen zu müssen...
02.12.2019, 16:46 Uhr | Melli2
Tja, jetzt ist es passiert. Ich bin krank. In der stressigsten Woche, in der ich so viel vor hatte und tun müsste. So ein Mist aber auch.
Ich habe ja nicht mal eine Ahnung, ob ich am Mittwoch zu dem Termin in der Beratungsstelle gehen kann.

Mein Studium ist so gut wie hinüber. Ich müsste übermorgen ein Blatt abgeben, wie jede Woche. Ich hab es nicht hinbekommen und kann es vermutlich nicht abgeben. Man braucht aber durchschnittliche eine bestimmte Anzahl von Punkten. Die hole ich nicht mehr auf. So gut bin ich nämlich nicht, im Gegenteil. Ich wurde von Blatt zu Blatt schlechter.
Heute musste ich eine Vorlesung ausfallen lassen.

Ich muss Leuten absagen. Ich habe Angst, dass sie sauer auf mich sind oder, dass sie mir nicht glauben, dass ich krank bin.
Und ich warte immer noch auf meine Antwort in der Mailberatung.

Es ist alles so doof. Ich werde mich jetzt ausruhen und hoffen, dass ich bald wieder fit bin, aber ich fürchte, dass das Ende meines Studiums sein wird. Naja, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende...

Was mach ich jetzt bloß? Alles tut weh, körperlich und psychisch.
Und mein Selbstbild ist wirklich im Keller.
01.12.2019, 22:10 Uhr | Schindler
Liebe Melli2

Achso das kann ich nachvollziehen, dass man sich da nicht gut ausruhen kann. Es tut mir leid, dass es am Wochenende immer so stressig ist.
Es klingt gar nicht gut, dass dein Akku leer ist. Ich wünsche dir wirklich, dass du nicht krank wirst, aber wenn du es wirst, dass du schnell wieder gesund wirst. Weisst du ja es ist mies krank zu werden, aber deine Gesundheit geht vor! Egal, was du verpasst!

Es ist gut, dass du ihr eine PM geschickt hast und ich hoffe sie antwortet dir sehr bald und das Warten hat für dich ein Ende!

Alles Liebe und viel Kraft für die Woche
Schindler
Manchmal lache ich nur, um nicht weinen zu müssen...

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