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09.10.2019, 08:58 Uhr | MinaQ
Gestern war ein schwerer Tag für mich. Ich habe mich ganz viel abgelenkt und war viel unterwegs, aber nachts hat mich dann doch wieder alles eingeholt, was ich tagsüber so ein bisschen verdrängen konnte. Heute bin ich so erschöpft. Seelisch fühle ich mich so auseinanderfallend und körperlich ist mir einfach nur total schlecht und ich fühle mich gelähmt. Ich hoffe, dass diese Zeit bald vorbeigeht. Es war schon vorher so schwer auszuhalten, aber jetzt ist der Tag vorbei und hoffentlich fühle ich es auch bald. *exhausted*
09.12.2019, 17:55 Uhr | Liasanya
Hey Mina,

ich habe es geschafft, nicht mehr hinzugehen und auch mehr oder weniger damit umzugehen. Ich hab ganz viel mit meiner Betreuerin und mit meiner Beraterin gesprochen, die mich da bestärkt hatten. Ich war total unsicher, was ich wirklich tun sollte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil es doch meine Familie war. Aber ich wusste tief in mir, dass es mir nicht gut tun würde. Und genau darauf haben sie mich immer wieder hingewiesen und das hat mich bestärkt nicht hinzugehen. Ich weiß daher, dass der Druck echt groß ist. Ich hätte das glaube ich auch ohne Hilfe nicht geschafft und wäre schwach geworden. Daher weiß ich wie wichtig es ist, dass jemand sagt: Ist das Treffen gut für dich? Tief in dir weißt du, was gut für dich ist und auf dieses Gefühl solltest du hören!

Dein Vater scheint jetzt auf die: wegen dir... Schiene zu springen und das finde ich gar nicht in Ordnung. Bei mir wurde immer gesagt: es könnte das letzte Fest mit Opa sein! Oder andere Dinge, die auch in der Richtung gingen. Einfach dumm, weil es einfach nicht fair ist. Du kannst nichts dafür, wie es deinen Vater geht! Du kannst auch nichts dafür, dass die kleine weint.

Sprich darüber! So oft du kannst! Bleib damit nicht alleine, denn sonst werden die Schuldgefühle größer und du wirst schwächer. Und bleib bei deinem Gefühl!

lg Liasanya
09.12.2019, 16:58 Uhr | MinaQ
Hi Liasanya,

danke für deine Antwort. Wie ist es bei dir gewesen? Hast du es geschafft nicht hinzugehen? Und wie ist es mittlerweile? Schaffst du es immer noch nicht hinzugehen?
Ich habe leider total das schlechte Gewissen. Ich dachte eigentlich, es wären nur mein Vater und ich an Weihnachten, aber er hat eine Freundin und die hat einen kleinen Sohn. Die wären auch dabei. Ich kann seine Freundin aber auch nicht leiden, die ist genauso eiskalt wie mein Vater. Und mein Vater gibt mir jetzt die Schuld daran, dass der Kleine weint und es ihm jetzt richtig schlecht geht, weil ich nicht komme. Dem fällt immer wieder etwas Neues ein, womit er mir ein schlechtes Gewissen machen kann. Und leider klappt es auch. „Ich bringe kleine Kinder zum Weinen, ich bin eine Enttäuschung, ich kenne keine Werte, weiß nicht was sich gehört und Familie bedeutet mir nichts.“ Was bin ich nur für ein schlimmer Mensch geworden…

Ich weiß nur einfach nicht, wie ich dieses schlechte Gewissen und diese Schuldgefühle aushalten soll, die er mir macht. Ich kann einfach nicht hingehen, aber ich traue mich auch nicht nicht hinzugehen. Ich bin schon am überlegen, ob ich vielleicht wenigstens kurz vorbeischaue, aber ich weiß nicht, ob das nicht vielleicht sogar noch schlimmer wäre als ganz oder gar nicht. Egal was ich mache, es wird für ihn alles falsch sein. Und ich habe einfach total Angst.

Danke für deine mutmachenden Worte auf mein Gefühl zu hören und vielleicht hast du recht, dass es sich in den nächsten Tagen ein bisschen beruhigen kann in mir. Ich hoffe es jedenfalls.

Liebe Grüße
Mina
08.12.2019, 19:32 Uhr | Liasanya
Hey Mina,

als ich deinen Beitrag gelesen hatte, kam ich mir wie im falschen Film vor. Als ich in die Wohngruppe gekommen bin und das erste Weihnachten kam, wurde ich von der Betreuerin gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, zumindest am Tag heim zu gehen. Ob das eine Idee wäre? Ich konnte es mir nicht mal im Ansatz vorstellen, auch wenn sie mir gefehlt hatte. Und dann kam der Anruf von ihr und es ist genau das gleiche passiert! Es ist das Fest der Familie! An Weihnachten ist man als Familie zusammen! etc. und es gab nur Vorwürfe und kein Verständnis. Daher weiß ich, wie schlimm das für dich sein muss.

Ich glaube dein Gefühl sagt dir aktuell ganz eindeutig: Weihnachten ohne die Familie und ich glaube, dem solltest du auch nachgehen. Ich weiß es ist schwer das zu vermitteln, gerade wenn die Familie das anders sieht. Du musst kein schlechtes Gewissen haben! Denn du bist für dich da und nicht dafür, dass andere glücklich durch dich sind. Aber du solltest zuerst auf dich schauen und dann auf deine Familie. Die letzten Treffen haben dir nicht gut getan und dann solltest du deinem Gefühl vertrauen!

Es ist nicht leicht, bei dem zu bleiben, aber ich schicke dir eine riesen Portion Kraft!

Du hast nun erstmal nein gesagt, aktuell spielen die Gefühle verrückt und du bist total durcheinander. In ein oder zwei Tagen, wird sich manches schon gelegt haben. Und ich hoffe es wird leichter für dich, deine Entscheidung zu vertreten und das zu tun, was gut für dich ist! Dass du dabei bleiben kannst und Weihnachten so verbringst, wie es gut für dich ist.

Lg Liasanya
08.12.2019, 18:04 Uhr | MinaQ
Ich habe meinem Vater geschrieben, dass ich Weihnachten nicht mit ihm verbringen werde und erst hat er gar nicht reagiert, aber gestern hat er angerufen. Er ist total laut geworden und er ist sehr enttäuscht von mir. Er dachte, ich wüsste was Werte bedeuten und dass Weihnachten das Fest der Familie ist. Und wie ich nur auf den Gedanken komme, dass ich an Weihnachten andere Pläne habe. Er kann das nicht akzeptieren und es ist egal wie, aber ich muss es einrichten, dass ich wenigstens eine Stunde vorbeikomme. Fest der Familie… Er und ich… Wir haben uns dieses Jahr vielleicht 3 Mal gesehen. Das letzte Mal ging es mir danach total schlecht. Und auch jetzt bin ich total überflutet von den Gefühlen, die das Telefonat auslöst. Normalerweile hänge ich mittlerweile am Leben, aber sobald ich mit ihm spreche, will ich einfach nur weglaufen und habe sofort Gedanken daran mir etwas anzutun. Ich habe Angst vor meinem Vater und ich will nicht dorthin, aber ich bin nicht stark genug mich aufzulehnen und das zu machen, was ich wirklich will. Er tut mir nicht gut, aber ich schaffe es nicht mich abzugrenzen. Und jetzt habe ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich es gewagt habe abzusagen und ich habe auch Angst an Weihnachten hinzugehen, weil er bestimmt sauer ist. Egal was ich tue, ich fühle mich immer schlecht dabei. Ich gehe hin und es wird mir nicht gutgehen und er hat es dann auch mit Sicherheit nicht vergessen, dass ich nicht kommen wollte. Ich gehe nicht hin und es geht mir schlecht, weil mich mein Gewissen auffrisst, weil ich so ein schlechter Arschlochmensch bin und ihn an Weihnachten allein lasse. Ich kann das einfach nicht aushalten. Und ich habe wirklich Angst vor ihm. Und ich kann es auch nicht aushalten bis Weihnachten mich nicht zu entscheiden, aber entscheiden kann ich mich auch nicht.
07.12.2019, 17:06 Uhr | MinaQ
Hallo bke-Fiona und Liasanya,

vielen Dank für eure Antworten! So langsam bin ich wieder ein wenig mehr ich selbst.

@Liasanya: Ich habe schon öfter versucht die Bilder aufzuschreiben. Manchmal hilft es, aber manche Bilder kann ich nicht aufschreiben, weil ich manche Wörter nicht schreiben kann und manches einfach so schlimm ist, dass ich das Gefühl habe, dass es mich überflutet, wenn ich es aufschreibe. Manche Erinnerungen bespreche ich dann mit meiner Therapeutin, weil ich es alleine nicht ertragen oder aushalten kann. Ich kann mich dann manchmal nicht mehr halten und kippe einfach weg und bin dann froh, wenn ich nicht alleine bin. Mein Körper reagiert da manchmal so extrem und das finde ich unheimlich, wenn ich allein bin. Und bei manchen Dingen fragt mich meine Therapeutin und ich muss nur ja oder nein sagen, weil es anders einfach nicht aus mir rauskommt, aber es würde mich auffressen, wenn es gar nicht rauskommt. Aber ich finde auch, dass es besser ist, wenn es mal raus ist, auch, wenn es in dem Moment echt schlimm ist, aber dann kann man sich um das Kind kümmern, dem das passiert ist und es aus der Situation retten und das ist irgendwie gut. Aber allein schaffe ich das einfach nicht.

@Fiona: Es fesselt mich manchmal wirklich so schlimm und es fällt mir dann schwer mich daraus wieder zu befreien. Wenn ein bestimmter Punkt überschritten ist, dann schaffe ich das auch ohne Hilfe nicht mehr und bin manchmal sogar ein paar Tage einfach wie weg. Es gibt schon Momente, wo ich ein bisschen anwesender bin, aber ich schaffe es dann nicht mich wieder richtig in die Realität zu holen. Meistens ist es dann erst nach dem Schlafen wieder ok, aber manchmal nicht einmal dann. Ich versuche mir auch zu sagen, dass ich in Sicherheit bin und ich versuche auch ruhig zu atmen und mich darauf zu konzentrieren. Ich versuche so vieles, aber ich kann oft keinen Gedanken halten, kann kaum meine Augen aufmachen. Ich versuche zu überlegen, was ich sehe oder höre oder welche Farben ich sehe, aber sobald ich anfange zu überlegen, habe ich vergessen, was ich überlegen wollte. Ohne Hilfe ist es manchmal echt richtig schwer da wieder rauszukommen. Ich würde das gern allein schaffen, aber ich weiß nicht so genau wie.

Ich mache eine Traumatherapie, also ich gehe regelmäßig zu meiner Therapeutin und ich habe hier auch eine Mailberatung. Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin, aber meistens ist es abends oder nachts, wenn es mir so schlecht geht und da ist dann Hilfe leider nur schwer greifbar. Es fällt mir dann auch ehrlich gesagt schwer, mich in solchen Momenten anderen zuzumuten. Manchmal bin ich auch gar nicht mehr dazu in der Lage körperlich, weil ich so gefangen bin. Es ist irgendwie echt schwer mit diesen Zuständen umzugehen und ich fühle zwar, dass ich da Hilfe brauche und dann nicht allein sein will, aber ich will eigentlich keine Hilfe brauchen, weil ich in solchen Momenten oft einfach keine Hilfe erwarten kann (Uhrzeit) und auch nicht danach fragen kann. Und eigentlich weiß auch nur meine Therapeutin, wie sie dann mit mir umgehen muss, dass ich wieder zurückkomme, aber ich kann und will sie nicht so sehr in Anspruch nehmen, bevor ich ihr noch zu viel werde.

Danke für die gute Luft und die Wärme, die kamen zwischendurch mal ein bisschen durch.

Ganz liebe Grüße
Mina
06.12.2019, 11:41 Uhr | Liasanya
Hallo Mina,

ich weiß wie schlimm es ist, wenn etwas angetriggert wird und es einen dann noch über Stunden oder Tage begleitet. Seit Mittwoch gehen mir bestimmte Dinge auch nicht mehr aus den Kopf. Sie sind einfach da, egal was ich mache. Es tut so unendlich weh.

Mir hilft es in solchen Situationen immer, dass ich anfange die Bilder aufzuschreiben. Ich weiß es ist schwer, manches in Worte zu fassen, aber dann ist es mal raus. Sie sind sowieso im Kopf, sie sind sowieso da. Wenn ich sie aufschreibe, beschäftige ich mich einen Moment mit ihnen und dann geht es mir danach oft besser. Ich kann sie in meiner Truhe legen und abschließen. Es ist natürlich nicht ganz weg, aber es kann helfen.. es ist eine Möglichkeit.

Mir hat es auch geholfen, meiner Mailberaterin davon zu schreiben. Einfach nicht alleine sein, wenn es einen so schlecht geht. Ansonsten kann es natürlich auch helfen, wenn du aktiv etwas machst und dich ablenkst. Bke-Fiona hatte ja auch die ein oder andere Idee.

Ich hoffe aber, dass es dir heute Mittag auch schon etwas besser geht *smiling*

lg Lia
05.12.2019, 21:39 Uhr | bke-Fiona
Hallo minaq,

du schreibst, dass du durch etwas getriggert wurdest - und es klingt so, als würde dich das körperlich und seelisch fesseln.

Das kann passieren, wenn man an etwas erinnert wird, so dass man sich so fühlt wie in der Situation in der man das tatsächlich erlebt hat.

Dass du weißt, woher das kommt ist schon mal gut, und auch, dass du hier darüber schreiben kannst.

Du könntest versuchen, dir zu sagen, dass du in sicherheit bist, das das was schlimm war dich jtzt nicht mehr erreichen kann.
Und du könntest versuchen, tief und regelmäßig zu atmen und dich auf deine Umgebung konzentrieren,- was siehst du um dich herum, welche Farben, welche Materialien, was riechst du, was hörst du, was spürst du ?

du könntest versuchen, etwas mit den Händen zu machen wie z.B. Malen oder schreiben (ohne dir zu schaden).

Vielleicht gibt es auch jemand, der dir helfen könnte, den du anrufen könntest?

Und es könnte auch helfen, wenn du eine Beratung oder einen Arzt vor Ort hättest ,

wo du regelmäßit darüber sprechen könntest, wie es dir geht, auch eine Mailberatung hier könnte eine Möglichkeit sein.

Hier kommt ein wenig gute Luft und Wärme für dich mit,
bke-fiona
05.12.2019, 20:48 Uhr | MinaQ
Seit dem Wochenende geht es mir gar nicht gut. Es ist so schwer bestimmte Dinge in mir auf Abstand zu halten. Seit dem Wochenende ist vieles viel zu nah und erschüttert mich. Ich weiß auch, was das ausgelöst hat, aber deshalb geht es nicht weg. Und heute gab es wieder einen Trigger und alles ist wieder und noch mehr da, als es ohnehin schon war. Immer, wenn ich die Augen schließe ist er da. Wenn ich die Augen öffne, ist er auch noch da. Es lähmt mich und ich kann mich manchmal kaum mehr bewegen. Ich bin so starr und ich und alles um mich herum ist unwirklich und verzerrt. Manchmal kann ich nichts mehr hören, nichts mehr sehen und beobachte mich von oben aus. Manchmal kann ich nicht mehr sprechen oder tue Dinge, an die ich mich hinterher nicht mehr erinnern kann. Immer, wenn „er“ in meinem Kopf ist, fliege ich raus und mein Körper lebt ohne mich weiter.
22.11.2019, 20:37 Uhr | Liasanya
Hey Mina,

ich glaube auch, dass der erste Termin der Schwerste ist. Das Unbekannte ist oft das schwerste, danach wird es oft viel einfacher.

Weißt du was das gute an einer Selbsthilfegruppe ist? Alle sind wie du! Sie haben total ähnliche Ängste! Sie haben sehr ähnliche Erfahrungen gemacht! Sie haben teilweise ähnliche Geschichten! Jeder dort kam auch zum ersten Mal, hatte gleiche Ängste zu Beginn und ist nun doch glücklich dort, denn sonst wären sie nicht mehr dort *wink*
Du gehst ja nicht in irgendne Frauengruppe die sich auf nen Cafe trifft, da hätte ich die gleichen Ängste wie du! Da weiß man eben nie, wie die Mädels reagieren. Aber in solch einer Gruppe, alle mit ähnlichen Erfahrungen, da musst du diese Angst nicht haben.

Ich bin übrigens auch jemand, der knallrot wird und dann auch vor Aufregung total schnell redet. Aber so mehr und mehr man die Leute kennen lernt, so sicherer fühlt man sich und so selbstbewusster kann man sprechen. Mit der Zeit wird man weniger rot, spricht sicherer und wird nicht mehr so schnell rot.

Ich hoffe es geht deinen Opa heute etwas besser! Dann hast du auch noch die Info bekommen, dass du wieder operiert werden musst. Auch das ist sicher nicht ganz einfach zu ertragen. Viele neue Infos, die auch erstmal verdauert werden müssen.

Schick dir eine Portion Kraft für das Wochenende.

Lg Liasanya
22.11.2019, 19:28 Uhr | MinaQ
Hallo bke-Fiona,

danke für deine Antwort! Ich weiß nicht, ob der erste wirklich der Schwierigste ist. Also natürlich ist er total schwer, aber dann nochmal hingehen mit der Angst von allen gehasst zu werden ist noch viel größer als es war. Zumal wir dann auch das erste Mal richtig reden werden und uns nicht nur kennenlernen.

Wenn ich mich traue, werde ich aber schon ansprechen, dass ich mich nicht gut ausdrücken kann und dabei werde ich vermutlich eine knallrote Tomate sein. Das war ich ja schon, als ich nur meinen Namen gesagt habe.

Vielleicht muss ich einfach noch ein bisschen aushalten und da einfach durch und wenn es nicht besser wird, dann kann ich immer noch weglaufen. Ich versuche einfach nicht mehr so viel daran zu denken. Wenn ich das schaffen sollte.

Heute war ein sehr anstrengender Tag. Mein Opa ist im Krankenhaus und ich habe so Angst, dass er stirbt. Es steht wohl nicht so gut um ihn. Er sah heute auch sehr schlecht aus und er hatte starke Schmerzen.

Und mir geht es auch nicht gut. Ich bin so angeschlagen und habe gestern erfahren, dass ich vielleicht wieder operiert werden muss. Ich bin müde und ich kann einfach nicht mehr. Ich sitze bei jeder Gelegenheit heulend hier rum und kann einfach nicht mehr.

Liebe Grüße
Mina
21.11.2019, 21:04 Uhr | bke-Fiona
Hallo minaq,

es war ein großer Schritt für dich , dass du in die Selbsthilfegruppe gegangen bist - der erste ist oft der Schwierigste! Respekt, dass du das geschafft hast!

Deshalb wären die nächsten Schritte dorthin viel weniger schwierig ; ) , du hast die Menschen dort schon mal gesehen.

Wie viel du dort sagen willst kannst du von mal zu mal überlegen - und dir damit Zeit lassen.
Mit dem Reden ist es wie mit dem Rot- werden im Gesicht - wenn man es selber anspricht - dann ist es halb so schlimm, und man wird weniger rot ; ) - du könntest z.B. sagen, dass du manchmal denkst, dass du dich nicht gut ausdrückst und dass sie dir sagen sollen, wenn sie etwas seltsam finden.

Und, du musst nicht, du kannst : )

liebe Grüße, bke-fiona
21.11.2019, 20:13 Uhr | MinaQ
Liebe bke-Hana und Liasanya,

danke für eure Antworten!

@bke-Hana Ich weiß nicht, ob die anderen auch denken, dass ich blöde Dinge gesagt habe. Sie haben das nicht gesagt. Im Moment denke nur ich selbst, dass ich dumme Sachen tue oder sage. Ich kann auch nicht aufhören alles nochmal zu überdenken und dann verzerrt sich das manchmal so und meine Gedanken machen das, was ich gesagt habe noch viel schlimmer, als es vermutlich wirklich war.

Dableiben wäre wahrscheinlich gut, aber es ist so schwer. Wahrscheinlich lernt man Vertrauen auch nicht anders. Aber es tut sehr weh. Wobei Weglaufen auch wehtut.

@Liasanya: Es war schon ein echt schwerer Schritt und bis vor einem Jahr oder so hätte ich mir das auch niemals vorstellen können. Aber jetzt wollte ich irgendwie auch andere Leute kennenlernen, bei denen ich mich nicht erst erklären muss und die verstehen mich vielleicht besser, als es Freunde tun würden. Ich hoffe, ich halte das auch durch und laufe nicht gleich weg. Aber das mit dem Mund aufmachen geht mir genauso. Das war jetzt auch erst ein Kennenlerntermin ohne groß über Probleme zu reden und meinen Namen konnte ich gerade noch sagen. Dabei kann man ja eigentlich fast nichts falsch machen und trotzdem fühlt es sich so an. Aber das ist wohl einfach etwas, womit lernen muss umzugehen.


Ich weiß auch nicht, ich hoffe einfach, dass es bald wieder ruhiger in mir wird. Es ist total anstrengend, wenn man ständig und ununterbrochen Angst haben muss. Vielleicht habe ich mir damit auch zu viel zugemutet. Vielleicht bin ich noch nicht soweit.

Schönen Abend euch noch und liebe Grüße
Mina
20.11.2019, 22:00 Uhr | Liasanya
Hey Mina,

ich hatte z.B. deinen letzten Beitrag gar nicht gelesen, als ich online kam, war er leider schon wieder weg. Den Beitrag davor hatte ich gelesen, aber als ich antworten wollte, war er auch wieder weg und ich dachte dann, dass sich deine Anfrage doch wieder erledigt hatte. Von mir hättest du also eine Antwort erhalten und von anderen sicher auch *smiling* .. aber ich weiß, dass warten manchmal echt nicht einfach ist *whistle*

Ich finde es toll, dass du in die Selbsthilfegruppe gegangen bist! Ich hab mich so was nie getraut, ich fand schon die Morgenrunden und die Gruppentherapien in der Klinik immer schlimm. Daher weiß ich was für eine große Hürde es ist, sich erstmal in so eine Gruppe zu begeben und etwas von sich zu erzählen. Ich hab immer kaum meinen Mund aufbekommen und kaum etwas sagen können. Du hast es gleich geschafft etwas von dir zu erzählen! Ich glaube da kannst du gar nichts falsch machen!! Egal ob du viel oder wenig erzählt hast, solange du etwas erzählt hast, hast du einen guten Schritt gewagt. Ich glaube auch, dass man nichts falsches sagen kann. Die anderen kommen aus einer ähnlichen Situation, die kennen deine Ängste sicherlich auch (manche bestimmt verdammt gut *wink* ).

Also nochmal: Ich finde es total stark, dass du dort warst und etwas von dir erzählen konntest!!!!

lg Liasanya
20.11.2019, 21:44 Uhr | bke-Hana
Liebe Mina,

das ist doch super - du hast dich getraut und etwas Neues gewagt! Blöde Sachen? Wer bestimmt denn, was blöd ist? Das sieht doch jeder und jede anders, oder? Und du selbst kannst das für deine Äußerungen am besten beurteilen, finde ich.

Ich möchte dich herzlich dazu einladen, Fehler zu machen. Hier bei uns und überall anders. Ich bin fehlerfreundlich, wir hier sind es und ich hoffe, alle anderen sind es auch. Und wenn sie es nicht sind: Nun denn, dann sind wir freundlich mit ihnen.

Also, sei wild und gefährlich und wenn das jemandem nicht in den Kram passt darf er oder sie das, mit all seinen oder ihren eigenen Fehlern, kommentieren.

Nicht weglaufen lieb Mina, dableiben. Wie wäre das was?

Fragt bke-Hana
20.11.2019, 21:23 Uhr | MinaQ
Liebe bke-Hana,

danke für deine Antwort. Die letzten Beiträge habe ich gelöscht, weil es mir so vorkam, als wären sie überflüssig, weil keiner reagiert hat. Ich weiß, es muss niemand reagieren, aber es fiel mir schwer das aufzuschreiben und mitzuteilen und dann konnte ich es nicht ertragen, dass da Dinge stehen, die mich sehr berühren und beschäftigen und keinen interessiert das. Da habe ich es lieber gelöscht, weil ich das auch niemandem aufdrängen will und vielleicht hier nicht richtig war.

Es geht gerade darum, dass ich mich etwas Neues getraut habe und in eine Selbsthilfegruppe gegangen bin. Alle haben Ähnliches erlebt wie ich und eigentlich war es auch ganz gut, aber jetzt habe ich so Angst, dass ich dort alles falsch gemacht habe. Dass die mich vielleicht gar nicht wollen, weil ich blöde Sachen gesagt habe und ich habe Angst, dass sie mich hassen, dabei war alles ok bisher. Und bevor man mir sagt, dass ich gehen soll, gehe ich lieber selber. Mir geht das leider oft so, dass ich weglaufe oder weglaufen will. Auch in der Therapie, bei Freunden, bei Kommilitonen, überall. Ich kann das einfach nicht aushalten, wenn man vertraut. Je mehr man vertraut und sich einlässt, desto schlimmer ist es, wenn man verletzt wird.

Wahrscheinlich waren meine gelöschten Beiträge hier auch so etwas. Einfach weglaufen oder löschen, bevor andere sagen, dass man nicht erwünscht ist.

Tut mir leid, dass ich die Beiträge gelöscht habe und dass ich das jetzt hier schreibe, aber es ist gerade alles so blöd und schmerzhaft in mir und ich habe einfach Angst.

Liebe Grüße
Mina

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