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12.11.2021, 12:59 Uhr | actyourage
Ich brauche einfach einen Ort, an dem ich meine Gedanken sortieren kann. Wie ein Tagebucheintrag, den ich aber nicht für mich behalten will, weil ich lernen will darüber zu reden und ehrlich zu sein.
Ich bin total verwirrt und überfordert. Ich bekomme meinen Alltag nicht mehr hin und tue alles, um nicht in die Arbeit zu müssen, weshalb ich jetzt schon fast einen Monat krankgeschrieben bin. Ich will nicht mehr weitermachen, aber ich weiß auch nicht was ich stattdessen machen soll. Warum ist es so schwierig etwas zu finden, das ich durchziehen kann und das mich psychisch nicht total fertig macht? Alles was ich will ist es abzubrechen und in eine Klinik zu gehen. Aber abbrechen kann ich es nicht, wenn ich keinen Plan B habe und in einer Klinik bekomme ich keinen Platz, weil die Wartezeiten natürlich super lang sind. Ich habe einfach keine Kraft mehr und habe das Gefühl alles um mich rum verschwindet langsam. Ich weiß nicht mehr, was mir Spaß macht und kann auch für nichts mehr Kraft aufbringen. Alles in mir und um mich herum ist Chaos. Ich habe das Gefühl niemand versteht wie es mir wirklich geht und wie einsam und verloren ich mich wirklich fühle. Ich bin wieder in meinem schwarzen Loch und niemand kann mich da raus holen, außer ich selbst. Aber was, wenn ich es einfach nicht mehr schaffe? Ich habe Angst und es passiert so viel und gleichzeitig fühle ich mich einfach nur leer. Wann hört es endlich auf so schwierig zu sein? Ich bekomme keinen Tag hin ohne irgendwem zu schreiben, keinen Tag, den ich ohne Hilfe durchstehe. Ich hoffe es wird irgendwann einfacher. Ich hoffe ich kann irgendwann einfach nur leben ohne jeden Tag kämpfen zu müssen. Irgendwann.
21.04.2022, 19:55 Uhr | actyourage
Liebe Hana, danke für deine Nachricht! Ja, ich warte jetzt noch etwas ab, da ich nächste Woche einen Termin bei einer Klinik machen kann.
Was den Freund von mir angeht, wir haben jetzt deutlich weniger Kontakt und er hat sich in letzter Zeit wirklich gut an das gehalten, was wir ausgemacht hatten. Auch was seinen Alkoholkonsum angeht, hat er diese Woche bis heute nichts getrunken, was es deutlich angenehmer mit ihm gemacht hat. Wir haben uns jetzt immer nur auf ein paar Stunden getroffen und sind rausgegangen, haben Tischtennis gespielt, etc. Das hat echt gut getan ihn wieder nüchtern zu sehen, ihn anwesend zu sehen und wirklich was mit ihm machen zu können. Ich hoffe das bleibt auch so...Bzw. kommt wieder öfter vor.
18.04.2022, 16:06 Uhr | bke-Hana
Hallo actyourage,

ich komme mal zuerst auf deine Frage zur Vereinbarkeit von Krankengeldbezug und Nebenjob zu sprechen. Leider kann ich hier nur spekulieren. Ich gehe davon aus, dass du bei dem von dir beschriebenen Status keiner Tätigkeit nachgehen darfst, bei der du Geld verdienen würdest. Wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es dir aber auch eher darum, ehrenamtlich tätig zu sein. Du möchtest dadurch unter Leute kommen, etwas zu tun zu haben und dir sozusagen etwas Gutes tun. Das klingt, als könnte so eine Aktivität deine Genesung sogar unterstützen. Unter diesem Aspekt könnte man dir einen solchen Job ja gradezu anraten.

Um auf der sicheren Seite zu sein würde dir empfehen, mit deinem Arzt/deiner Ärztin darüber zu sprechen und eine Bescheinigung zu erfragen, die in eine solche Richtung geht. Wenn dann aus medizinischer Sicht etwas gegen ein Ehrenamt spricht, wirst du es sicherlich erfahren. Vielleicht kann dir ja bei einem Anruf oder Besuch in der Praxis sogar etwas zur rechtlichen Lage gesagt werden.

Nun auch noch ein paar Sätze zu deinem Thema mit dem Freund. Offen gestanden finde ich dessen Art und Weise mit dir umzugehen arg grenzüberschreitend. Dass du dich Anfangs auf vieles eingelassen hast heißt noch lange nicht, dass er sich jetzt alles erlauben und deine Signale missachten darf. Du hast ihm deutlich ein Stoppschild aufgezeigt und gehe davon aus, dass er ganz genau verstanden hat, was du nicht willst. Dass er dennoch so weiter agiert, halte ich für überaus respektlos.

Kein Wunder, dass dir jetzt die Motivation für ein Treffen fehlt. Hmh, aber anscheinend wirst du dich heute dennoch für einige Zeit mit ihm treffen. Gut, dass du zumindest die Übernachtung abgesagt hast. Auch das ist ja ein deutliches Signal.

Ich möchte dich ermutigen, weiterhin klar zu sagen und zu zeigen, was du willst und was NICHT. Und wenn er das weiterhin trotz aller Versprechungen nicht respektiert - hmh, vielleicht würde es dann notwendig, erst mal ganz den Kontakt abzubrechen, oder was meinst du?

Viele Grüße
bke-Hana
18.04.2022, 11:13 Uhr | actyourage
Hallo Claudia,
erstmal lieben Dank für deine Nachricht! Genau, ich warte auf die Rückmeldung von zwei weiteren Kliniken und ich denke, ich werde dafür noch ca. eine Woche warten, denn es ist ja gerade auch noch Ostern etc. Danach wollte ich mich umschauen. Das Problem ist nur, ich bin ja momentan arbeitslos, bin aber krankgeschrieben, wodurch ich keine Probleme bekomme was die Versicherung etc. angeht und ich bekomme Krankengeld. Mit der Klinik, in der ich davor war, habe ich es so ausgemacht gehabt, dass ich mich bis zum Aufenthalt in der nächsten Klinik einfach krankschreiben lasse, damit ich eben Krankengeld bekomme und keine Probleme mit der Versicherung bekomme. Heißt das ich kann dann nicht einmal eine Nebenbeschäftigung suchen? Ich bin sehr verwirrt und unsicher deswegen um ehrlich zu sein. Aber für´s erste warte ich eh erstmal die Rückmeldungen ab.
Und was das andere Thema betrifft: Ich habe mit ihm geredet und ihm gesagt, dass ich definitiv Abstand brauche und dass es sowas von nicht in Ordnung ist, wenn er mich zu irgendetwas drängt etc. Auch, dass ich es nicht packe, ihn ständig besoffen anzutreffen habe ich ihm erklärt. Er hat es ganz okay aufgenommen und hat sich auch tausendmal dafür entschuldigt, dass er mich zu irgendetwas gedrängt hat und dass er weiß, dass das nicht in Ordnung ist. Schön und gut, aber als wir das nächste Treffen ausgemacht haben (wir haben dafür telefoniert) war er schon wieder komplett dicht und hat mich direkt wieder gefragt, ob wir dann wieder kuscheln können. Hat wieder tausend mal nachgefragt und bitte bitte bitte??!! Also hat er es anscheinend doch nicht verstanden? Ich weiß es nicht. Ich habe auf alle Fälle Abstand eingenommen, aber am liebsten würde ich den Kontakt einfach ganz abbrechen. Andererseits verstehen wir uns ja so auf freundschaftlicher Ebene trotzdem ganz gut. Ich weiß nicht, ich gebe mir irgendwie immer noch selbst die Schuld daran, weil ich mich am Anfang auf ALLES eingelassen habe mit ihm und ihn total idealisiert habe und jetzt stehe ich da und bereue das alles. Jetzt rede ich ihn in meinem Kopf total schlecht, was auch einfach nicht fair ist. Ich bin einfach total überfordert, was die Situation angeht. Heute haben wir wieder was ausgemacht. Eigentlich wollte er wieder übernachten, aber das habe ich wieder abgesagt und ihm gesagt wir können uns auf ein paar Stunden treffen. Eigentlich ganz okay, aber ich habe echt null Motivation. Oh man. Wieso ist das immer so kompliziert bei mir? Oder mache ich mir das alles einfach immer zu kompliziert?? Ich weiß es nicht...
Ich wüsste um ehrlich zu sein nicht wo ich andere Menschen kennenlernen könnte. Ich habe zwar jetzt mit einem Sport angefangen, aber da weiß ich noch nicht, ob ich mit irgendwem verstehen könnte. Aber mal sehen.
12.04.2022, 11:35 Uhr | bke-Claudia
Hallo actyourage,
ich beginne mal mit meinen Ideen und wünsche dir weitere von anderen User*innen.
Irgendwie wartest du auf eine Antwort aus einer Klinik, wirst du dort aufgenommen?
Ok, wenn ja, dann verstehe ich, dass du vorsichtig bisst bei der Suche nach einer Beschäftigung. Allerdings vermute ich, dass es im Tierheim fast immer geht und momentan sicher auch bei der Betreuung von ukrainischen Kindern oder auch Familien. Das fiel mir jetzt so spontan ein.

Bei deinem anderen Thema kam bei mir die Frage auf, was macht denn Freundschaft aus, ein Geben und Nehmen, für einander da sein. So liest sich das nicht, sondern eher sehr einseitig. Du gibst, aber bekommst nichts und willst auch gar nichts mehr geben. Das liest sich mehr nach emotionaler Ausnutzung als nach Freundschaft????
Vielleicht wird es Zeit, sich umzuschauen, gibt es noch andere Menschen, die du kennenlernen könntest?

Ich wünsche dir noch unterstützende Beiträge der anderen.
bke-Claudia
12.04.2022, 11:19 Uhr | actyourage
Ich weiß nichts mehr mit mir anzufangen. Gar nichts. Ich würde gerne irgendwo ehrenamtlich aushelfen, vielleicht in einem Tierheim oder in einer Schule in der offenen Ganztagsbetreuung. Irgendwas, aber ich muss noch auf die Antwort von der Klinik warten. Warten ist die eine Sache. Die andere Sache ist mein "bester Freund". Ich pack unsere Freundschaft nicht mehr irgendwie. Ich weiß auch gar nicht ob man das Freundschaft nennen kann. Kann man das? Wir haben fast keine Themen über die wir reden können. Er ist immer am trinken und will immer nur kuscheln und mehr und fragt so oft nach bis ich super genervt bin und er dann genervt ist wenn ich sauer bin. Dann sagt er mir wieder wie lieb er mich hat und dass er so froh ist dass er mich kennengelernt hat und was für ein toller Mensch ich bin etc. Oder sowas wie "Wir sind doch noch beste Freunde oder?" oder "Hast du mich auch noch lieb?". Es ist ein ständiges hin und her. Aber andererseits gebe ich mir selbst auch die Schuld, weil ich es am Anfang alles zugelassen habe. Alles. Und jetzt hab ich den Salat. Und dadurch, dass er der einzige ist, den ich hier kenne, sage ich trotzdem immer wieder ja zu einem Treffen.
31.01.2022, 15:23 Uhr | bke-Gregor
Hallo Actyourage,

ein Gefühl für sich selbst zu haben, für seine Stärken und Schwächen ist nicht etwas was man einfach irgendwann "geschafft" hat, ich meine das ist ein lebenslänglicher Prozeß. Und in diesem Prozeß ist die Jugendzeit für die meisten die Zeit, in der sich viele in Frage stellen, zweifeln, an mangelndem Selbstwergefühl leiden.

Wie wir uns selbst sehen, bewerten und einordnen, bestimmt wie (wertvoll) wir uns fühlen. Eine gesunde Selbstwahrnehmung führt daher in der Regel automatisch zu einem gesunden Selbstwertgefühl (und umgekehrt), während eine negative Selbstwahrnehmung eine positive Einstellung zu uns selbst verhindert. Wenn du Dein Selbstwertgefühl stärken möchtest, ist es gut auf Deine Wahrnehmung zu achten.

Das heißt: Wer gibt Dir welche, direkte und indirekte Rückmeldungen (Familie, Verwandte, Freunde, Geschwister, Schule) nehme ich nur die negativen Rückmeldungen wahr oder auch die positiven? Dazu kommt: Wie denke ICH über MICH? Sehe ich nur was ich nicht oder noch nicht kann, sehe ich nur was schief geht, nörgel ich gedanklich ständig an mir herum? Wie freundlich gehe ich mit mir selber um? Aber auch: Wie gut kann ich meine Schwächen annehmen, mir Fehler verzeihen, über "Ticks" lachen?

Und vielleicht gehört auch dazu sich zu fragen, was ich von meinen Eltern über meinen Wert erfahren habe. Bin ich nur wertvoll wenn ich gehorche/gute Noten schreibe/artig bin/keine Probleme mache/niemand enttäusche usw.

So weit ein paar Anregungen zu einem weiten Feld.....

Liebe Grüße

bke-Gregor *bye*
31.01.2022, 13:22 Uhr | actyourage
Ich kann momentan wieder nicht so genau einschätzen wie es mir geht, aber es ging auf alle Fälle schon mal besser. Ich habe es aber gestern wieder geschafft, nach Hilfe zu fragen, als ich sie gebraucht habe. Es war auch nicht kurz vor knapp, sondern ich war ein kleines bisschen angespannt und hatte ein bisschen Schneidedruck. Es ist mir ein kleines bisschen leichter gefallen, als das letzte Mal bzw. die letzten Male und wir haben jetzt auch ausgemacht, dass ich mich jeden Tag um eine bestimmte Uhrzeit melde und ein kurzes Update gebe, wie es mir geht. Ist noch etwas seltsam, aber es wird langsam.
Ich schreibe zur Zeit echt viel und versuche vieles an mir zu reflektieren und ich komme immer wieder auf dasselbe Thema: Selbstwertgefühl. Ich habe das Gefühl ich habe kein Selbstwertgefühl und das Problem ist, dass das in meinen Augen die Grundlage für so ziemlich alles ist. Und ich frage mich zur Zeit einfach, was erstens einmal die Ursachen dafür sein könnten, dass ich so ein geringes Selbstwertgefühl habe und zweitens wie man daran arbeiten kann, wenn man, um daran zu arbeiten, ein positives Selbstwertgefühl braucht. Wie schafft man das? Wo fange ich an?
23.01.2022, 12:31 Uhr | actyourage
Hallo Stephan, lieben Dank, ich würde mich auch unglaublich freuen, wenn das anderen Mut machen würde :)
21.01.2022, 11:25 Uhr | bke-Stephan
Hallo actyourage,

das was Du schreibst, hört sich für mich richtig gut an. Du hast um Hilfe gebeten, hast sie bekommen und es hat sich gut angefühlt. Das macht sicher auch anderen hier Mut. Vielen Dank dafür.

Und ganz viele Grüße,

bke-Stephan
21.01.2022, 10:20 Uhr | actyourage
Hallo Ina, lieben Dank für deine Nachricht! Langsam habe ich mich hier etwas eingelebt, aber es braucht dennoch etwas Zeit. Ich hatte diese Woche keine einzige Therapie, weil alle noch voll waren. Mal sehen, wann ich dann irgendwo reinkomme. Ich hatte ein Gespräch mit einer Therapeutin, die mir jetzt zugewiesen wurde und ich kann jetzt schon sagen, dass das sehr schwierig wird mich gegenüber ihr zu öffnen. Ich glaube ich kann hier sehr gut stabilisiert werden, weil man im Prinzip machen kann, was man möchte und sie einen nur immer dazu anregen, hier einfach nur herauszufinden, was gut für einen selbst ist. Und langsam habe ich auch die Motivation dazu, Dinge auszuprobieren. Zumindest die mentale Motivation. Mein Körper sagt zwar noch was anderes, aber ich denke das wird noch und ich muss mich ja noch nicht überfordern. Gestern habe ich das erste Mal um Hilfe gebeten, als ich sie gebraucht habe. Das allererste Mal. Es hat mir unglaublich viel Überwindung gekostet und ich stand auch eine gefühlte Ewigkeit erstmal nur rum, weil ich mich nicht getraut habe, aber habe es dann doch geschafft. Es war neu für mich, aber es hat sich sehr gut angefühlt und vor allem habe ich im Nachhinein das Gefühl, dass das der erste Schritt ist, um mehr Kontrolle zu übernehmen. Der erste Schritt, um wieder mehr zu verstehen, dass es wirklich eine Krankheit ist und man dementsprechend handeln muss. Mir wird es dennoch schwer fallen, aber ich denke, wenn ich es öfter geschafft habe, wird es irgendwann leichter.
Ich denke es ist eine gute Vorbereitung hier, um in die andere Klinik zurückzugehen.
In der Visite wurde fast nichts besprochen, gerade weil ich da erst zwei Tage da war und einfach noch überhaupt nicht angekommen war. Da wusste ich nicht einmal direkt was ich fragen sollte und hätte wahrscheinlich auch die Fragen nicht einmal verstanden hahah.
18.01.2022, 10:07 Uhr | bke-Ina
Hallo actyourage,

du bist in eine andere Klinik verlegt worden. Seither ist noch nicht viel Zeit vergangen und es lag auch noch das Wochenende dazwischen. Da läuft in meiner Erfahrung sowieso alles etwas anders, als unter der Woche. Es ist also ganz normal, dass du noch nicht ganz durchblickst und dich noch nicht angekommen fühlst.
Magst du noch etwas Geduld haben und dir ein bisschen Zeit geben, bis du deinen Kopf (und vielleicht auch den Bauch, der gibt oft auch hilfreiche Rückmeldung) wieder gefunden und etwas sortiert hast?

Vielleicht lassen sich einige deiner Fragen ja auch in der Visite klären? Schreib doch 2-3 Punkte auf, die dir wichtig wären, zu besprechen? Dann entfallen sie dir nicht, wenn plötzlich etliche fremde Menschen bei dir im Zimmer stehen...

Ich wünsche dir ein gutes Ankommen!

Liebe Grüße,
bke-Ina
18.01.2022, 09:21 Uhr | actyourage
Ich bin jetzt seit Samstag in der Psychiatrie, weil ich aus der anderen Klinik wegen einem Vorfall dorthin überwiesen wurde. Ich war dann übergangsweise auf einer Akutstation und das war ziemlich heftig. Ich bin jetzt seit Sonntag auf einer anderen Station, aber ich brauche noch etwas, um mich hier zurechtzufinden. Ich hatte bis jetzt noch keine einzige Therapie und ich muss sagen, ich checke auch noch nicht so ganz, wie genau das mit den Therapien läuft, weil die Pfleger* auch nie sagen können, ob eine Therapie voll ist oder nicht. Ich weiß auch nicht wie man sich da anmelden kann/muss/soll oder oder. Ist also alles noch ein wenig undurchsichtig für mich. Aber mal sehen wie es sich hier noch entwickelt. Im Moment fühle ich mich auf alle Fälle noch ziemlich verloren, aber ich bin für den Anfang nicht ganz so überfordert, wie in der anderen Klinik. Ich weiß gerade einfach nicht wo mir der Kopf steht. Wir haben auf alle Fälle jetzt dann Visite, da bin ich auch gespannt wie das so abläuft. Und irgendwie bin ich mir auch noch nicht so sicher, ob ich mich hier wohlfühlen kann oder nicht. Ob ich hier länger bleiben will oder wieder so schnell wie möglich in die andere Klinik möchte. Ich weiß gerade irgendwie gar nichts mehr und ich möchte es irgendwie schaffen mich deshalb nicht so unter Druck zu setzen.
10.01.2022, 21:40 Uhr | actyourage
Ich bin heute in der Klinik angekommen und sagen wir so es war sehr durchwachsen. Die Aufnahme an sich lief ganz gut, mein Zimmer ist ziemlich schön (vor allem ist es ein sehr modernes Einzelzimmer mit eigenem Bad, das schätze ich sehr!), ich war aber heute ziemlich durch, von der Fahrt, der Aufregung allgemein etc. Dann hatte ich mein erstes Gespräch mit der Oberärztin, was sehr gut verlief und ich hatte das Gefühl sehr verstanden zu werden. Wieder eine kurze Pause und dann hatte ich das Aufnahmegespräch mit meinem Therapeuten, der gleichzeitig auch für den medizinischen Bereich zuständig ist. Und was soll ich sagen, das Gespräch lief ziemlich gut und ich hatte sofort das Gefühl mich öffnen zu können, und zwar so sehr dass ich ihm sogar das erzählt habe, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich mich das jemals trauen würde anzusprechen, aber in dem Moment ist das, was mir normal so unglaublich schwer gefallen ist, einfach so aus meinem Mund gepurzelt und ich weiß nicht wieso. Ich muss sagen ich bin einerseits sehr stolz auf mich, aber andererseits hat es mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Erste Tage sind sowieso nichts für mich, die sind schon anstrengend genug, weil sie einfach nur erste Tage sind und dann kommt noch dazu, dass das alles einfach so aus mir rausgepurzelt ist. Ich bereue es zwar nicht, aber es ist schon ein riesen Schritt für mich gewesen. Naja da wir so viel geredet haben, hat er überzogen und ich bin zu spät zum Essen gekommen, wobei ich schon allgemein Angst vor dem Essen hatte. Ich wusste nicht einmal wo der Raum ist, also bin ich total durcheinander von dem Gespräch zwar in das richtige Stockwerk gegangen, aber habe den Raum nicht gefunden. Und zack, eine Sekunde später hatte ich eine Panikattacke. Ich war komplett alleine und ich habe es nicht geschafft nach oben zu gehen. Also war ich so lange alleine, bis mich irgendwer gefunden hat, eine Schwester geholt hat, die mich dann mitgenommen hat und mich auf einen Stuhl neben das Schwesternzimmer gesetzt hat, während sie eine Therapeutin angerufen hat. Die Schwester war zwar recht nett, aber sie hatte gefühlt keine Ahnung, was sie machen soll und dann saß ich da halt so. Bis die Thera kam und mich in ihr Zimmer genommen hat. Naja und dann saß ich da halt so, aber was sollen sie auch andere in einer Klinik machen? Normal hatte ich immer Freunde um mich herum, die mich in den Arm nehmen konnten und das fehlt mir schon sehr. Naja, aber sie waren da und haben mir sofort ein Gespräch angeboten...Ganz schön viel für den ersten Tag. Ich fühle mich noch sehr verloren und ich habe echt verdammt wenig Lust darauf, besonders viel mit meinen Mitpatienten zu machen, aber mal sehen wie das so wird. Ich habe aber eine Lieblingsmitpatientin, die aber leider nicht in meiner Gruppe ist, aber ich sehe sie ab und zu :) Sie ist auch heute angekommen und so um die 55. Eine sehr liebe Dame. Ich hoffe ich schaffe es weiterhin so ehrlich zu bleiben, was zwar heißt, dass ich meine Gefühle aushalten bzw. fühlen muss, aber ich deshalb bin ich ja da und ich habe ja auch Hilfe, aber ich denke das dauert noch, bis das in meinem Kopf ankommt....Ich muss mir Zeit geben...Nicht stressen...Alles wird gut....
09.01.2022, 19:18 Uhr | actyourage
Weiß jemand wieso mir der Zugriff verweigert wird, wenn ich in den Gruppenchat will? Ich war heute noch nicht in irgendeinem andern Chatangebot und der Gruppenchat ist eigentlich offen und noch nicht voll...
09.01.2022, 17:34 Uhr | actyourage
Hallo Feuervogel und LiA, ganz ganz lieben Dank für eure Nachrichten!
Ja mir kann auf alle Fälle etwas per Post geschickt werden, das stimmt :) Danke für eure Tipps, sowohl Wärmflasche, als auch Sudoku, ein Malbuch und Bücher etc. sind auf alle Fälle eingepackt.
Ich habe tatsächlich noch nicht mit meinem Chef geredet, weil er nicht so positiv gegenüber psychischen Krankheiten eingestellt ist, habe ich mich noch nicht getraut. Aber da ich die Ausbildung wahrscheinlich eh nicht weitermachen möchte, werde ich in der Klinik mal einen Plan erstellen und schauen, wie ich das alles genau hinbekomme...

Treffer: 70

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