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23.10.2022, 16:31 Uhr | Wronggirl
Hallo zusammen,

Ich hab länger überlegt, ob ich etwas hier im Forum schreiben soll. Oft denke ich mir, dass man mir sowieso nicht helfen kann. Ich wüsste selbst ehrlich gesagt auch nicht, was ich mir antworten sollte, denn eine wirkliche Frage habe ich nicht. Aber vielleicht fallen jemandem doch ein paar Worte ein. Und vielleicht fühle ich mich allein durch das Schreiben hier nicht mehr so allein.
Eigentlich bin ich nicht allein... Und das weiß ich. Ich habe Freunde, ich hab meinen Verein.. Und trotzdem fühlt es sich an, als wäre ich alleine auf der Welt. Weil ich zu niemandem mehr gehöre. Keine Familie mehr hab. Und irgendwie fühlt es sich falsch an, mich so zu fühlen. Ich bin 18,ich bin "erwachsen". Aber ich fühl mich nicht erwachsen... Ich fühl mich nicht bereit jetzt schon keine Familie mehr zu haben auch wenn man sagen könnte dass man, wenn man volljährig ist, auch ohne klarkommen kann.
Ich find mich in diesem neuen Leben nicht zurecht. Irgendwie ist vieles gleich und doch so anders seit Mama auch noch weg ist. In der Schule sind die gleichen Menschen, die gleichen Räume, die gleichen Themen. Und trotzdem ist es wie eine andere Welt als vor den Sommerferien. Mein Verein ist auch gleich, die gleichen Teammitglieder, gleicher Trainer, gleiche Halle. Nur ich passe nicht mehr so dazu wie früher. Für mich ist die Welt so anders, dass ich die Welt der anderen nicht mehr verstehe.
Ich verkrieche mich stundenlang vor dieser Welt, versinke in meinem eigenen Nebel der Hoffnungslosigkeit und wenn die Welt zu nah an mich heran tritt, ist sie zu laut, zu bunt, zu grell.
An manchen Tagen ist atmen das einzige was ich schaffen kann, zu mehr reicht meine Kraft nicht aus. Und das ist für andere schwer zu akzeptieren. Alle wollen immer nur das Beste für einen... Und verstehen aber gar nichts.

Wronggirl
27.01.2023, 21:18 Uhr | bke-Hana
Hallo liebe girl,

wenn ich es richtig verstanden habe, warst du bei einem Psychotherapeuten, von dem du dich nicht verstanden fühltest, der dir nicht interessiert schien und bei dem du dich deshalb nicht wohl gefühlt hast. Oh ja, das ist echt frustrierend, jemanden für die Therapie gefunden zu haben (kostet ja meist auch Kraft und Zeit) und dann festzustellen: Der ist es nun mal gar nicht *sad*

Kann aber passieren und passiert auch öfter. Manchmal passt die "Chemie" einfach nicht und dann ist ein Wechsel ratsam und sehr ok wie ich finde. Und zum Glück möglich, wenn auch der Weg zu einer neuen Therapeut:in dann wieder Mühe kostet und etwas braucht.

Jetzt hast du anklingen lassen, dass es Stimmen in dir gibt die dir sagen, du müsstest das alleine machen, dürftest nicht reden, seist nichts wert ... Es könnte deshalb vielleicht sein, dass diese Stimmen einer nächsten oder übernächsten Therapeutin ebenfalls ein wenig skeptisch gegenüberstehen und sie erstmal nicht so gut finden. Weil es eben aus ihrer Sicht nicht sein darf, dich jemandem gegenüber zu öffnen.

Ich habe den Eindruck, dass du an dieser Stelle sehr reflektiert bist und sowohl die Stimmen und ihre Bedenken/deren Torpedieversuche entlarven kannst, als auch gleichzeitig im Blick hast, was ganz unabhängig davon für oder gegen die eine:n oder ander:en Psychotherapeut:in spricht. Was meinst du, was müsste ein:e Therapeut:in mit sich bringen und wie müsste sie sein, damit du dort bestmöglichst andocken könntest?

Super finde ich, dass du trotz allem so dran bleibst und gut, dass du dir nun die Praktikantin im Anerkennungsjahr an deine Seite geholt hast, um die Fühler nach Alternativen auszustrecken Daumen hoch

Viele Grüße dir
bke-Hana
Zuletzt editiert am: 27.01.2023, 21:20 Uhr, von: bke-Hana
27.01.2023, 18:48 Uhr | Wronggirl
Hallo Lorenz und danke dir noch für deine Sicht und deine Worte.

Der Termin letzten Freitag war, wie ich erwartet hatte, umsonst. Ich fühle mich bei ihm nicht wohl und, vielleicht übertreibe ich da auch, aber ich persönlich hab nicht den Eindruck, dass er groß interessiert ist an mir. Ich war dann letzte Woche doch ziemlich frustriert und hab mir hier alle Beiträge zu meiner Situation in der letzten Zeit nochmal durchgelesen und mir viele Gedanken gemacht, wie ich weitermachen kann.
Und hab dann vor ein paar Tagen die Praktikantin im Anerkennungsjahr, die hier arbeitet, gefragt, ob sie vielleicht etwas Zeit für mich hat. Ich rede hier in der WG eigentlich mit keinem der Betreuer wirklich viel, auch nicht mit meiner Bezugsbetreuerin. Und auch mit der Praktikantin nicht. Aber so von ihrer Art war sie mir trotzdem schon immer mit am sympathischsten hier. Ich hab jetzt dann auch nicht wahnsinnig viel mit ihr geredet, konnte ihr aber mitteilen, dass ich nicht zu dem Psychologen möchte und ob sie mir ein bisschen helfen könnte in meiner Nähe eine weibliche Therapeutin zu finden. Und sie meinte, dass sie das gerne macht.
Soweit alles gut.
Und ich wusste ja, dass es schwer wird, wenn ich anfange diesen Weg zu gehen. Dass die Stimmen in mir, die mir seit Jahren sagen, dass ich nicht reden soll, dass ich das allein machen muss, dass ich es nicht wert bin und es niemals schaffen werde nicht einfach aufhören werden... Aber wie laut sie sein würden, wenn ich versuche vorwärts zu kommen... Alles in mir wehrt sich und ich halte mich selbst kaum aus.

Liebe Grüße
Girl
21.01.2023, 19:13 Uhr | bke-Lorenz
Hallo Girl,

hm..., ich sehe es wie du, sich selber "auf den Weg zu machen" ist schon eine kleine Herausforderung. Anstrengend jedoch auch machbar, kannst du ja mal als Plan B im Auge behalten. Wenn ich deine Zeilen richtig interpretiert habe, hältst du es schon auch für überlegenswert, es erneut bei deiner Bezugsbetreuerin zu probieren.
Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie du dein Anliegen formulieren könntest und wann ein guter Zeitpunkt dafür wäre? Vielleicht wäre es eine guter Anfang, nach und nach zu versuchen, aus solchen Fragen bzw. deren Beantwortung *wink* , also kleinen Mosaiksteinchen, ein richtig schönes fertiges Mosaik "zu basteln". Was, liebe Girl, wäre das Schlimmste, was passieren könnten, wenn du es zunächst bei ihr versuchst? Was meinst du?

Viele Grüße
*bye* bke-Lorenz
Zuletzt editiert am: 21.01.2023, 19:15 Uhr, von: bke-Lorenz
21.01.2023, 17:51 Uhr | Wronggirl
Danke euch fürs schreiben liebe Silbermond und Lorenz!

Danke dir fürs verstehen Silbermond und dass du dir die Zeit genommen hast mir zu schreiben und mir auch zu zeigen, dass meine Gedanken und Gefühle deswegen für jemanden nachvollziehbar sind.

Ich hab jetzt ehrlich gesagt noch keinen genauen Plan, wie ich die Sache wieder angehen soll. Es wäre aber schon wichtig, das weiß ich.
Hier ist nicht die richtige Umgebung, um mich anzuvertrauen, das stimmt Lorenz. Also die Betreuer hier in der Wohngruppe können das nicht leisten, was ich bräuchte, das weiß ich, sie haben hier andere Aufgaben. Und das möchte ich auch gar nicht. Ich brauche Hilfe von jemandem außerhalb und genau das ist es ja, worum ich gebeten hatte. Ich wollte ja nur ihre Unterstützung dabei, jemanden außerhalb zu finden. Dass sie eben vielleicht mit mir schauen, welche Möglichkeiten es gibt, vielleicht da auch mal anrufen könnten und fragen, ob und wann es eine Möglichkeit gäbe, dass ich dort mal hin kann oder irgendwie sowas.
Natürlich sind das alles Sachen, die man auch alleine machen kann. Natürlich könnte man sagen, ich solle einfach selber suchen und mich selbst dort melden... Vielleicht ist es schwer oder nicht nachvollziehbar, dass ich Hilfe dabei brauche...

Eine wirkliche Idee hab ich im Moment leider nicht, wie ich nochmal auf sie zugehen soll. Schreiben nicht mehr, das ist jetzt klar. Ich werde wohl reden müssen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es nochmal bei meiner Bezugsbetreuerin versuchen soll oder vielleicht lieber bei jemand anders.

Liebe Grüße
Girl
21.01.2023, 13:05 Uhr | bke-Lorenz
Hallo *Girl,

auch ich bin zum einen wirklich erstaunt über die Reaktionen auf deine Kontaktangebote oder Versuche, Vertrauen aufzubauen in der Wohngruppe, natürlich ohne die Strukturen und die Atmosphäre dort zu kennen. Zum anderen tut es mir einfach leid, dass deine wirklich großartigen Bemühungen und Anstrengungen mit dem Brief so "abgeschmettert" wurden. Hoffentlich nicht ganz im Keim erstickt wurden *speechless* !
Klar, so eine Wohngruppe soll ein Paket aus Fürsorge, Begleitung und Unterstützung für Autonomie und Selbstständigkeit zur Verfügung stellen, was in den meisten Fällen auch gelingt. Gleichzeitig kann das Angebot nicht immer die "eierlegende Wollmilchsau" (musste selber kurz googeln, wie das Sprichwort genau heißt *wink* ) sein. Möglicherweise kann dein individuelles Bedürfnis nach Kontakt und Sichanvertrauen dort im Moment nicht ausreichend bedient werden. Dafür passen andere Bereich dort vielleicht ganz gut.
Ich stelle daher nochmals (wurde -so glaube ich- schon mal angesprochen-) in den Raum, ob es nicht eine Möglichkeit wäre, außerhalb des vorgehaltenen therapeutischen Angebots der WG nach einer für dich gut passenden Ansprechpartnerin, Therapeutin oder Beraterin zu schauen. Ich habe natürlich auch keine Ahnung, wie das dort gehandhabt wird.
Letztendlich schließe ich mich Silbermonds letzter Frage an, ob du eine Chance siehst, deine Dilemma nochmals mit deiner Bezugsbetreuerin oder auch einer anderen, offen anzusprechen. Du könntest hier im Forum Ideen und Impulse dafür sammeln oder in der Mailberatung (sofern du eine hast) Überlegungen anstellen, wie das gehen könnte.

Wünsche dir einen angenehmen Samstag und schicke dir viele Grüße,
*bye* bke-Lorenz
20.01.2023, 22:51 Uhr | -Silbermond-
Hi Girl,

wirklich hilfreich kann ich heute wahrscheinlich nicht sein, aber ich war gerade etwas erschrocken als ich das gelesen habe. Ich kann sehr gut verstehen, dass du ihre Reaktion auf deinen Zettel als Schlag empfunden hast - hätte ich auch! Traurig, dass überhaupt nicht wahrgenommen wurde, was für eine Überwindung das für dich war und dass dir dieser Schritt, um Hilfe zu bitten, überhaupt gar nicht leicht fiel. Mich macht das schon wütend, wenn ich das lese. Wie kann man nur so wenig feinfühlig und so blind sein? *suprised*
Auch das mit dem Psychologen find ich schwierig. Eine Person, die sich wirklich für einen interessiert, hätte sich mit einem zusammen hingesetzt und gemeinsam überlegt, was man tun könnte und nicht die einfachste Lösung einfach hingeworfen, ohne mal einen Blick darauf zu werfen, ob das überhaupt für dich passend ist. Es wirkt so, als wäre sie sich zu gemütlich um sich mit dir als Person und deinen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Mich macht das sauer, weil man es dir so unnötig schwer macht und ich mir für dich gewünscht hätte, dass du jemanden hast, der dir verständnisvoll und wohlwollend begegnet, der dir zeigt, dass du nicht egal bist, der dich ernst nimmt, dich sieht, der dir Sicherheit gibt und der gewillt ist dir zu helfen. Oh man, das ist so schade, es tut mir leid. Ja, wie soll man da Vertrauen fassen? *blocked*
Siehst du noch irgendeine Chance darin ihr verständlich zu machen, wie es dir damit geht? Wie steht's mit den anderen Betreuer*innen?

Liebe Grüße,
Silber
Ich schicke dir einen Engel, und sei er noch so klein, er möge immer bei dir sein. ★
20.01.2023, 19:40 Uhr | Wronggirl
Lieber Hannes,

Zu dem "Schlag"... Für Außenstehende ist das vielleicht nicht so dramatisch, für mich aber schon.
Es ist so, dass die Betreuer sich wünschen, dass ich mich melde, wenn es mir nicht gut geht, ich reden will oder bei was Hilfe brauche. Soweit so einfach. Mir fällt das aber unglaublich schwer. Deswegen habe ich es ihnen geschrieben, also eine Nachricht geschrieben, dass es mir nicht gut geht, es nicht besser wird und ich Hilfe brauche. Und dass ich Unterstützung brauche diese Hilfe zu finden, weil das für mich ein riesen Schritt ist. Und ob sie mir dabei helfen könnte, etwas zu finden. Diese Nachricht hab ich letztes Wochenende meiner Bezugsbetreuerin gegeben, als sie Dienst hatte.
Als Reaktion von ihr kam dann, dass sie es nicht gutheißt, wenn ich über Zettel kommuniziere und dass ich jetzt lange genug hier bin um sie einfach anzusprechen, wenn ich etwas brauche. Wenn sie etwas von mir will, würde sie ja auch zu mir kommen und es mir sagen und mir keine Briefchen schreiben. Das hat mich sehr getroffen, weil sie mir zu verstehen gegeben hat, wie albern sie das findet... Dabei fällt es mir auch so schon schwer genug, überhaupt auf sie zuzugehen. Selbst, wenn ich es ihr schreibe.
Und sie meinte dann, sie macht dann einen Termin mit dem Psychologen nochmal, der hier für die Wohngruppen u.a. zuständig ist oder halt mit denen zusammenarbeitet und dann soll ich mit ihm reden. Ich hatte ganz am Anfang schonmal Kontakt zu ihm, gezwungenermaßen, aber ich mochte ihn nicht. Als ich nicht sprechen konnte, hat er mir gesagt, dass es keinen Sinn hat, zu ihm zu kommen, wenn ich nicht reden will. Danach hatte sich das dann auch erledigt mit Folgeterminen bei ihm.
So grob die Situation

Hm, wenn ich Vertrauen könnte, würde ich es daran merken, dass die Hürde mit jemandem zu sprechen kleiner wäre. Und daran, dass ich mir nicht 1000 Gedanken darüber machen würde, ob die Person, mit der ich spreche, auch wirklich die richtige ist oder ob ich nicht sofort missverstanden werde oder es gegen mich eingesetzt wird glaube ich. Und auch daran, dass nicht ständig die Angst da wäre, dass die Menschen mir etwas böses wollen.
Und die anderen würden es denke ich dann eben auch an der Offenheit merken.

Liebe Grüße
Girl
19.01.2023, 20:20 Uhr | bke-Hannes
Hallo wronggirl,
hier kannst Du mitteilen, wie es Dir geht und was Dich beschäftigt. Und das ist gut. Es wäre so hilfreich, wenn Du diese Zeilen genauso auch jemandem in der Wohngruppe vorlesen oder aufschreiben könntest. Aber ich verstehe, dass sich das ultra schwer für Dich an anfühlt.
Du schreibst von einem "Schlag", der Dich bei einem Vertrauensschritt getroffen hat. Kannst Du schreiben, was passiert ist?
Was würdest Du denn gerne tun, wenn Du doch mehr vertrauen könntest? Oder anders gefragt: wenn es ein Medikament zur Herstellung von Vertrauen gäbe, und Du würdest es einnehmen... Woran würdest Du, woran würden andere sehen, dass es gewirkt hat?
Ich wünsche Dir für heute Abend, dass Deine Gedanken zur Ruhe kommen und Du dann doch überraschend gut schlafen kannst.
Viele Grüße, bke-Hannes
Zuletzt editiert am: 19.01.2023, 21:24 Uhr, von: bke-Hannes
19.01.2023, 18:21 Uhr | Wronggirl
Meine Gedanken überschlagen sich mal wieder...
Wenn man die Notwendigkeit der Schritte, die gegangen werden müssen rational versteht und sich daraus ein kleiner Weg abzeichnet, hilft mir das leider nicht, all die Angst, das Zweifeln, das Misstrauen und das Gefühl, dass ich das alles nicht kann, zu besiegen.
Vertrauen fällt so unglaublich schwer. Wie soll ich jemals jemandem vertrauen? Wie soll ich mich anvertrauen, diesen riesigen Schritt gehen, wenn ein ganz kleiner Schritt, ein ganz vorsichtiges rantasten schon so unsagbar schwer war und die Reaktion darauf wie ein Schlag ins Gesicht war? Ich kann nunmal nicht sagen, dass ich Hilfe brauche oder warum. Ich kriege die Worte nicht aus mir raus wenn jemand vor mir steht. Deswegen schreibe ich es... Weil das der einzige machbare Weg für mich war. Und dann heißt es, dass man es nicht schätzt, wenn ich nur mit kleinen Zettelbotschaften kommuniziere. Und die Hilfe, die man mir dann halbherzig anbietet ist eine, die ich nicht annehmen kann.
Und jetzt soll ich wieder sagen, dass mir das nicht hilft. Dass ich eine andere Hilfe brauche, dass ich Unterstützung brauche. Weil der rationale Teil in mir weiß, was getan werden muss und dass ich es nicht schaffe... Aber wie soll ich jetzt wieder auf sie zugehen, wenn der Schlag immer noch weh tut?
Aber ohne geht es auch nicht...

Girl
11.01.2023, 19:27 Uhr | Wronggirl
Liebe Hana,

Danke fürs halten und deine Worte.

Für heute kann ich tatsächlich etwas aufschreiben, was gut tat und sich sicher angefühlt hat.
Ich war vorhin beim Training vom Verein. Meistens sind mir grad Menschen zu viel und oft fehlt mir die Kraft, regelmäßig ins Training zu gehen, weil mir einfach nicht danach ist und ich lieber für mich sein möchte. Aber heute war ich mal wieder und es tat gut. Es fühlt sich auch dort immer noch so anders an, nicht mehr so wie früher, als das mit ein großer Halt für mich war. Aber ich konnte mich mal wieder auspowern und auch wenn es nur für eine knappe Stunde war, hab ich mich wieder mehr hier gefühlt als fern von allen und allem und hatte nicht das Gefühl, nicht dort sein zu wollen. Das tat wirklich gut, auch wenn ich morgen bestimmt wieder bösen Muskelkater haben werde *whistle*

Liebe Grüße
Girl
10.01.2023, 21:45 Uhr | bke-Hana
Hallo girl,

der Tag heute war lang und total anstrengend für dich und so ist es doch sehr ok, dass du bke-Hannes Anregungen jetzt sofort nicht mehr umsetzen kannst und magst.

Ich finde es erstmal toll, dass du sie annimmst und versuchen möchtest dir in Erinnerung zu rufen, dir in Zukunft die positiven Momente eines Tages, wenn sie auch noch so klein sind, immer mal wieder zu gegenwärtigen. Auch ich möchte dich dazu ermutigen, denn das klingt nach einem echt guten Vorhaben!

Auch, wenn du darum nicht gebeten hast und es schwer annehmen kannst, selbst wenn es dir angeboten würde: Ich nehme dich mal ganz ungefragt in den Arm und versuche, dir damit für den Moment etwas Halt zu geben. Wenn auch "nur" virtuell, kommt davon vielleicht an wenig an bei dir.

Das wünsche ich dir und auch eine gute und ruhige Nacht
bke-Hana
10.01.2023, 21:03 Uhr | Wronggirl
Danke Hannes fürs Schreiben und den Tipp.
Ich werde es versuchen, mir positive Momente des Tages und Momente in denen ich mich sicher fühle in Erinnerung zu rufen und sie mir aufzuschreiben.
Heute fällt mir leider nichts ein, heute war wieder sehr schwierig und so wirklich sicher oder gut fühle ich mich wieder mal nirgends.. Aber ich bleibe dran.

Heute ist der Gedanke ganz stark, nicht mehr zu können... Ich weiß nicht, woher ich noch die Kraft nehmen soll einfach weiterzumachen. Alles setzt nur noch unter Druck. Hab nicht den Eindruck dass ich dem Leben so gewachsen bin. Wünschte grad wäre jemand bei mir, der mich in den Arm nimmt und mich hält... Aufpasst, dass ich nicht auseinanderfalle... Aber ich weiß, dass ich darum nie jemanden bitten würde und ich das nicht wirklich annehmen könnte, wenn es jemand anbieten würde... Zu viel Angst. Wie immer.

Liebe Grüße
Girl
10.01.2023, 09:53 Uhr | bke-Hannes
Hallo Wronggirl,

Du schreibst, dass es sich in der Wohngruppe zu eng und nicht sicher anfühlt. Da ist es ja einerseits verständlich, weg zu wollen, an einen Platz, wo Du Dich sicher fühlen kannst. Gleichzeitig ahnst Du vielleicht, dass dieses Gefühl der Enge und der Unsicherheit nichts mit der Wohngruppe zu tun hat sondern mit Deiner existentiell verunsichernden Lebenssituation und Deinen existentiell bedrohlichen Lebenserfahrungen. Daher fühlt sich Dein Leben möglicherweise gerade so ausweglos an.
Vielleicht kann es helfen, wenn Du die Momente und Begegnungen, in denen Du dich sicher und angenehm gesehen fühlen kannst, ganz bewusst bemerkst und Dir, z.B. am Ende jeden Tages erzählst oder aufschreibst? In der Wohngruppe, in der Schule, im Verein....Die große Unsicherheit bleibt vielleicht als bestimmendes und Dich immer wieder überflutendes Gefühl. Und dennoch gibt es Momente und Begegnungen, die möglicherweise wie ein Wellenbrecher wirken und Dir ein klein wenig Kraft und Orientierung geben.?

Ich wünsche Dir sehr, dass Du weiter die Kraft hast, Schritt für Schritt weiter zu gehen.
Viele Grüße, bke-Hannes
09.01.2023, 16:57 Uhr | Wronggirl
Hallo Ina,

Danke für deine lieben Worte und für deine lieben Wünsche!
Dass 2023 besser wird, das hoffe ich auch.

Ich weiß nicht, was heute mit mir los ist... Heute ist alles wieder viel zu viel. Ich kann kaum atmen, mir bleibt die Luft weg.
Durchhalten ist so schwer. Alles einfach so sinnlos, keine Zukunft, keine Sonne, kein Moment in dem der Schmerz kleiner wäre.
Heute war der erste Schultag nach den Ferien und ich habe ihn nicht geschafft. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, einfach nur noch weg zu müssen um nicht durchzudrehen. Hab mich ab 10 entschuldigen lassen und bin 3 Stunden planlos durch die Gegend gelaufen, weil ich nirgends sein wollte, nirgends sein konnte.
Jetzt bin ich wieder in der Wohngruppe und möchte auch hier nur noch weg... Alles zu viel, alles zu eng und nicht sicher. Keine Ahnung woher dieses schlimme Gefühl, dass ich heut nirgends sein will herkommt. Halte es kaum aus.

Liebe Grüße
Girl
30.12.2022, 16:38 Uhr | bke-Ina
Liebe Girl,

du hast dir bke-Zitas Worte oft durchgelesen. Nur kommen sie noch nicht an, klingen vielleicht noch nicht wahr. Nach allem was du erlebt hast, fällt es dir schwer, andere an dich heran zu lassen und und im Moment auch, dich von anderen tragen zu lassen. Du schreibst, dass du aktuell keine Kraft hast, nichts zurückgeben könntest und das nicht fair fändest.
Ich denke, in Freundschaften (und auch in anderen Beziehungen) gibt es immer wieder Momente, wo es dem Einen eine Zeit lang weniger gut (oder besser) geht, als der Anderen. Es gibt einfach Momente im Leben, die uns vor große, manchmal fast übermenschliche Herausforderungen stellen, und wo wir darauf angewiesen sind, dass wir Unterstützung bekommen, ohne gleich etwas zurück geben zu können. Und das ist ok. Die, die gerade mehr Kraft haben, unterstützen diejenigen, denen es gerade an Zuversicht und Energie fehlt. Das darf sein.

Du schreibst, dass du gerade gar nicht wüsstest, wie es aussehen könnte, dass jemand "für dich da ist". Es ist klar: niemand kann dir den Schmerz um den Verlust deiner Mutter abnehmen. Niemand kann deine Welt einfach wieder in Ordnung bringen. Vielleicht kann es aber kleine Momente der Erleichterung geben. Zusammen weinen, zusammen lachen, zusammen etwas unternehmen, was etwas Leichtigkeit bringt und gut tut.

Du fühlst dich erschöpft. Und ich glaube es ist wichtig anzuerkennen, dass du eben nicht "nichts gemacht" hast. Sondern, dass du die Feiertage hinter dich gebracht hast. Dass du jeden Tag weitergemacht und weitergeatmet hast. Das ist, bei allem was es gerade zu verkraften gibt, eine große Leistung.

Obwohl du die Hoffnung gerade nicht siehst, wünsche ich dir, dass 2023 dir etwas Erleichterung bringt. Dass es bei all der Schwere, die ihren Platz haben darf, auch immer wieder ein paar Momente des Lichts und der Leichtigkeit geben darf. Und ich wünsche dir ganz besonders, dass du weiterhin auf die kleine, leise Stimme hören kannst, die dir sagt, dass wunderbare und herzliche Menschen gibt, die an deiner Seite sein können.

Ganz viel Kraft und Zuversicht und liebe Grüße schicke ich dir!
bke-Ina

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