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15.03.2020, 13:12 Uhr | Sany2018
Eigentlich geht mir dieses Thema langsam auf die Nerven, es macht Angst, dass quasi alles dicht macht und sich die Menschen verhalten, als würden wir demnächst alle erkranken oder sterben, ich weiß, dass es notwendig ist, insbesondere für kranke, alte Menschen, so zu handeln, aber, wenn man jene Situation nicht kennt und diese kennen wir alle nicht, dann kommt, vielleicht zu schnell und zu intensiv, Panik in und auf und die überträgt sich früher oder später und hat somit viele Auswirkungen auf jeden von uns.

Alle Menschen reden von diversen Schließungen in Schulen, Kitas, Krippen, Universitäten und Besuchsverboten in Krankenhäusern und Altenheimen, aber niemand spricht von den Organisationen und Einrichtungen, die sich um die seelische Gesundheit kümmern.

Deshalb möchte ich euch fragen.

Sind eure Beratungsstellen trotzdem regulär geöffnet oder beispielsweise nur für Notfälle?
Finden eure Therapien dennoch weiterhin statt, wie ihr es gewohnt seid?
Würdet oder nehmt ihr den Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln, trotz Warnungen, dennoch auf euch, um zu Therapie und Co. zu gelangen oder meidet ihr das und lasst die Termine erstmal entfallen?
Hattet ihr schon Sitzungen während der Krise und habt ihr die Situation gemerkt, beispielsweise, indem euer Therapeut weiter weg saß oder ihr sofort reinkommen solltet ohne Zwischenstopp im Wartezimmer?

Ich würde mich über Antworten freuen, denn ich habe bisher keine Antworten auf meine Fragen gefunden.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!
10.08.2020, 11:09 Uhr | Sany2018
.....
Zuletzt editiert am: 10.08.2020, 15:42 Uhr, von: Sany2018
09.08.2020, 21:57 Uhr | bke-Hana
Liebe Sany,

wenn ich es richtig gelesen habe geht die Mail an deine Psychiaterin? Diese hatte dich sogar ermutigt weiter von dir und über dich zu schreiben.

Jetzt warst du also so mutig, obwohl es weh tat zu formulieren was gesagt werden wollte und musste. Ich würde mal sagen: Prima Daumen hoch

Und jetzt, schlafe schön und ruhig.

Viele Grüße,
bke-Hana
09.08.2020, 21:28 Uhr | Sany2018
Die zweite Mail ist raus, sie tut weh, ich habe solche Angst, aber es muss so...
05.08.2020, 19:11 Uhr | Sany2018
*crying*
05.08.2020, 18:43 Uhr | Sany2018
Weißt du eigentlich, was du mit diesem Text auslösen kannst? *crying*
05.08.2020, 18:18 Uhr | Sany2018
Mittlerweile befinde ich mich in einem Dilemma.

Ich habe ja erwähnt, dass ich meiner Psychiaterin gemailt habe und in dieser Mail viel stand, was ich (noch) nicht verbalisieren kann, sie fand das toll und ich habe hier ja auch schon zurückgemeldet, dass es die richtige Entscheidung war, dabei bleibe ich auch.

Sie hatte mich daraufhin ermutigt, dass ich ihr weiterhin mailen kann, wenn ich ihr etwas mitteilen möchte, was verbal nicht geht oder wir uns länger nicht sehen können.

Ich habe mich nun hingesetzt und die primäre Mail fortgeführt, allerdings weiß ich nicht, ob ich sie abschicken soll. Die erste Mail war recht umfangreich, diese ist es wieder. Sie möchte die Mail mit mir durcharbeiten und wir haben, trotz Verlängerung der Stunde, nicht ansatzweise die Hälfte geschafft, weil eben so viel Inhalt da ist und mich das alles sehr anstrengt.

Ich habe Angst, dass ich es ausreizen oder überstrapazieren könnte, dass ich mich nun traue über dieses Medium tiefgründiger zu werden. Ich weiß nicht, ob das verständlich ist, aber ich zweifle gerade einfach, ob es nicht zu viel wird, wenn sie nun wieder eine ähnliche lange und umfangreiche Mail erhält.
03.08.2020, 20:51 Uhr | Sany2018
Hallo Zita,

das tut gut so ein liebes Feedback zu meinen niedergeschriebenen Gedanken zu bekommen!

Ich habe schon mal erwähnt, dass ich hier früher oft still mitgelesen habe und viele Beiträge, die ich gelesen habe, an dem Punkt aufgehört haben, an dem man als Leser gerne gewusst hätte, wie es weitergegangen ist und ob die Tipps und Erfahrungen, die man geteilt hat hilfreich waren oder nicht. Es ist in Ordnung, wenn man das nicht möchte und das akzeptiere ich selbstverständlich auch, aber ich habe für mich entschieden, dass ich das Forum beziehungsweise meine Beiträge im Forum nicht an dem Punkt enden lassen möchte, weil ich denke, dass es für mich und auch für diejenigen, die diese Beiträge lesen ganz wichtig sein könnte zu reflektieren und zu erfahren, wie etwas ausgegangen ist, einfach, um vielleicht besser etwas daraus mitnehmen zu können oder aber daraus zu lernen, zu erfahren, dass bestimmte Phasen doch überstanden werden können und man stärker und mutiger ist, als man vielleicht dachte und sich dabei immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass all diese Phasen okay sind und irgendwo ihre Berechtigung haben.

Ja, es war tatsächlich sehr, sehr viel heute.

Tatsächlich lese ich mir meine alten Beiträge immer durch, wenn es mir so geht, wie heute Morgen, aber sie fruchten bei mir irgendwie nicht, weil ich rational zwar weiß, dass es mir im Nachhinein so gehen wird, wie heute hier beschrieben, aber emotional und körperlich ist dass leider nicht nicht verinnerlicht und ich habe einfach keinen Einfluss auf diese Reaktion. Wenn ich öfters dort war, dann habe ich nicht mehr so stark reagiert, vielleicht pendelt sich das ein, wenn ich nun vielleicht regelmäßiger kommen darf oder wir generell diese neue Form der Zusammenarbeit, die durch mein mich Öffnen begünstigt wurde, eine Basis finden, die mich noch mehr Vertrauen schenken lässt und insgesamt einfach entspannter macht.

Ich danke dir Zita! Ich kann nur nochmal unterstreichen, dass ich mir bewusst bin, wie viel Glück ich mit ihr hatte und habe und das werde ich nie, niemals vergessen!
03.08.2020, 19:56 Uhr | bke-Zita
Hallo Sany,
Danke ! Ein ganz großes DANKE - dafür, dass du uns teilhaben lässt an deinen Gedanken & Gefühlen. Es war spannend und berührend zugleich zu lesen, wie es dir im Vorfeld und dann im Nachklang zu deinem heutigen Termin bei deiner Psychiaterin ging ….
Es war (wieder) viel, was ihr miteinander angeschaut, besprochen, gelauscht & empfunden habt !
Und das darf dann auch müde machen - den Körper & Geist haben heute viel gearbeitet ….
Und nicht zuletzt: vielleicht tut es dir gut, vor dem nächsten Termin nochmal zu lesen, was du heute NACH dem Termin geschrieben hast: dass es zwispältige Gefühle gibt, geben kann, geben darf.
Und nicht zu vergessenden Satz von dir: ich bin froh und stolz auf mich, dass ich dort war
Es scheint eine gute Vertrautheit zwischen euch entstanden zu sein, die auch ein „Lesen zwischen den Zeilen“ (an Gesten, Mimik, Körpersprache) umfasst, eine gute Art von Nähe und Distanz …. Das freut mich für dich !!!!

Wie wunderbar, dass ihr euch getroffen habt !
Viele herzliche Grüße
bke-Zita
03.08.2020, 18:00 Uhr | Sany2018
Das Gespräch liegt nun schon einige Stunden zurück, ich weiß nicht, warum, aber ich bin nach Terminen in der Beratungsstelle oft sehr müde und erschöpft, das obwohl ich dort einfach nur sitze, zuhöre und auf das Gehörte reagiere, dennoch fühle ich mich so gerädert und man kann mit mir im Nachhinein nur noch selten etwas anfangen. Mein Kopf ist so voll, anderseits ist er wie leergefegt, ich kann es nicht so gut beschreiben, aber die Gespräche fordern mich sehr [...].

Wie erwartet und wie auch zuvor immer der Fall gewesen: ich bin froh und stolz auf mich, dass ich dort war und dass es so zeitnah, nach dem ausgefallenen Termin in der letzten Woche, einen neuen Termin für mich gab. Ich hoffe, dass ich irgendwann endlich lerne, auch emotional vor den Terminen so zu denken und zu empfinden [...].

Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut mich die Psychiaterin mittlerweile kennt. Ja, ich gehe bald 2 Jahre zu ihr, aber ich habe sie bisher leider nicht so nah an mich ranlassen können, wie vielleicht angebracht im Angesicht des langen Zeitraums. Sie sieht und weiß so viel mehr, als ich dachte, sie ist sehr aufmerksam, ohne dabei aufdringlich zu sein, sie treibt mich voran, ohne, dass sie mich drängelt, sie fühlt mit, ohne dabei die Distanz zu verlieren, sie ist sanft und doch bestimmt und vor allem ist sie professionell. Sie kann mich mittlerweile quasi lesen auch, wenn das doof klingt, aber sie erkennt so viel in meiner Körpersprache und Mimik, dass Sprechen teilweise nicht mehr notwendig ist und mir vieles erleichtert, dennoch ist das zugegebenermaßen irgendwo auch seltsam, wenn man auch ohne verbal zu werden so verstanden oder gedeutet wird, als wäre man es geworden.

Immer, wenn ich nach Hause komme und die Gespräche dort für mich nochmal reflektiere, dann kann ich, auch nach dieser langen Zeit, kaum fassen, wie viel Glück ich mit dieser Frau damals hatte und bis heute habe und bin einfach nur zutiefst dankbar, dass wir damals aufeinander getroffen sind und auf Anhieb alles gestimmt hat. Ich weiß, wie selten das ist!

Manchmal wünsche ich mir, dass man die Gespräche aufnehmen könnte, um sie nochmal anzuhören. Ich weiß, dass das verboten ist und sicherlich auch unnormal sich so etwas zu wünschen, aber während der Termine ist man auf so vieles fokussiert und so im Bann des Zuhören und Aufnehmens, dass man einfach nicht alles sofort für sich abspeichern und mitnehmen kann, was man hart gemeinsam erarbeitet hat und das ist immer wieder schade, finde ich.

Die Quintessenz an Sany also: der Termin war hart und emotional sehr, sehr herausfordernd, das wird zukünftig auch immer wieder der Fall sein, aber ich habe ihn überlebt, es ist mir nichts passiert und ich habe, mit der Mail an meine Psychiaterin, die richtige Entscheidung getroffen und ihr somit die Möglichkeit gegeben anders, und zwar richtig anders, mit mir zu arbeiten! Daumen hoch

Es ist mir teilweise echt unangenehm, wie zwiegespalten ich mich im Bezug auf die Gespräche und Hilfe im allgemeinen fühle und hier rückblickend dazu lese, aber nur das entspricht der Realität und die verstehe ich selbst oft nicht, am wenigsten, wenn es um mich geht *blocked*
Zuletzt editiert am: 03.08.2020, 18:08 Uhr, von: Sany2018
03.08.2020, 09:28 Uhr | Sany2018
Mir ist einfach nur furchtbar schlecht, ich fühle mich, als würde mir mein Herz aus der Brust springen, so schnell ist mein Puls, ich muss so schnell atmen, ich hasse es, immer und immer wieder [...]. *crying*
31.07.2020, 16:17 Uhr | Sany2018
Ja, was soll ich sagen [...].

Derzeit sind keine regelmäßigen Termine, im Sinne von wöchentlichen, in Sicht. Da der Termin gestern nicht stattgefunden hat, weiß ich nichts Neues, aber ich gehe davon aus, dass erstmal alles so bleibt, wie es war. Insbesondere die Suche nach einem Therapieplatz etc. dauert ja leider und da ich noch nicht einmal an diesem Punkt angelangt bin, ist dieser Ankerpunkt für mich einfach noch weit entfernt. Was möglich sein könnte, das weiß ich allerdings noch nicht, sind Termine alle zwei Woche in der Beratungsstelle, die ich besuche, da ich jetzt erstmal zu Hause bin und somit flexibel, sollte das organisatorisch meinerseits auf keinen Fall ein Problem darstellen. Ich werde sehen, was sich nächste Woche an neuen Informationen ergibt [...].

Es ist tatsächlich im Moment sehr viel für mich. Ich habe das Gefühl, obwohl ich jetzt frei von Verpflichtungen bin, dass sich jetzt erst das Ausmaß zeigt, dass sich durch das Abitur und den nahezu nahtlosen Übergang ins FSJ, angestaut hat. Ich bin einfach müde, erschöpft und platt vom Nichtstun, das ist mir fast schon unangenehm, aber ich würde am liebsten den ganzen Tag schlafen wollen, was ich allerdings nicht tue. Manchmal, wenn ich morgens aufstehe, denke ich mir, oh Sany, schlaf lieber nochmal ein, dann musst du das alles nicht ertragen, zumindest nicht bewusst.

Ich weiß nicht, wie sie mit meinen Themen, die durch den Brief aufgetaucht sind zwischen uns, nun umgehen wird, ob sie damit arbeiten wird oder ob sie "nur" symptomatisch arbeitet und diese Themen direkt nicht ansprechen wird. Ich muss einfach im Hinterkopf haben, dass es eine Beratungsstelle ist und keine Therapie und ich dort einfach nicht so eng, sprich wöchentlich, betreut werden kann, wie vielleicht notwendig, wenn es um solche Themen geht. Ein Mal, da wollte mich meine Beraterin gar nicht gehen lassen, weil sie sich unsicher war, ob ich mit dem Inhalt der Stunde nun 3 Wochen alleine zurechtkommen würde, das sind einfach Gesichtspunkte, die wir beide berücksichtigen müssen und die wir nicht außer Acht lassen können in unserer weiteren Zusammenarbeit, denn weiterhin kommen darf und sollte ich auf jeden Fall, das habe ich schon zurückgemeldet bekommen.

Ich fühle mich einfach, als würde in meinem Kopf andauernd ein Gewitter passieren.
30.07.2020, 10:26 Uhr | bke-Claudia
Hallo Sany,
regelmäßige Termine lassen in der Regel irgendwann die psychosomatischen Beschwerden verringern.
Jetzt sammelt sich zu dem, was schon ist möglicherwiese noch mehr.
Vielleicht kannst du es für dich dosieren, in dem du Themen schon aufteilst. Das für den ersten, das für den zweiten.....
Ich wünsche dir, dass du ein klein wenig Gelassenheit findest bis zum nächsten Termin.
bke-Claudia
30.07.2020, 09:37 Uhr | Sany2018
Immer dasselbe, ich weiß, sie kann nichts dafür, aber immer, wenn wir uns ohnehin schon ewig nicht sehen konnten und wichtige Themen anstehen, kommt morgens ein Anruf und der Termin entfällt [...]. Wieder all die Sorgen und die psychosomatische Reaktion umsonst!

Ich würde so gerne, insbesondere auf das Psychosomatische, wie Übelkeit, dadurch Appetitlosigkeit und dadurch Schwindel, verzichten oder es zumindest lindern, aber ich bekomme mich nicht abgelenkt, oftmals helfen auch die Bachblüten nicht mehr [...]. Komischerweise, reagiere ich so aber immer nur vorher, im Wartezimmer und in dem Gespräch selber war das bisher nur sehr selten und nicht so ausgeprägt [...].

*sad*
28.07.2020, 09:27 Uhr | bke-Lorenz
Guten Morgen Sany,

ich finde es nur gut, dass du den Brief geschrieben hast. Und dass das aus meiner Sicht richtig war, zeigt sich genau daran, dass er nach deiner Aussage fast alles beinhaltet oder oder anspricht, was du bisher nicht aussprechen konntest.
Du schreibst: "Ich habe Angst vor dieser Situation, vor den Fragen und vor allem vor den Konsequenzen, denn ich bin eigentlich jemand, der die Möglichkeiten einer Beratungsstelle überschreitet und das ist das, was ich eigentlich vermeiden wollte."
Was in einer Beratungsstelle möglich ist und was nicht, kann unterschiedlich sein. Wenn eine Beraterin sich dazu in der Lage und qualifiziert fühlt, dir mehr anzubieten, als das, was in einer Beratungsstelle sonst üblich ist, dann ist das auch in Ordnung so. Beratung arbeitet mit therapeutischen Methoden und Ansätzen und ist ohne Frage ein therapeutischer Prozess. Was dir deine Beraterin anbietet, liegt nicht in deiner Verantwortung! Als "Therapie" wird meist die im Gesundheitssystem verankerte und instutionalisierte Anbindung über einen längeren Zeitraum an einen niedergelassenen Therapeuten bezeichnet. Beratung kann auch über einen längeren Zeitraum gehen und ebenfalls therapeutisch wirken. Das Beratungsangebot einer sogenannten Psychozozialen Beratungsstelle ist anders angeleg als bspw. die eher auf Informationsvermittlung ausgelegte Beratungsstelle für Fragen zur Arbeitslosenversicherung.

Viele Grüße
*bye* bke-Lorenz
28.07.2020, 08:56 Uhr | Sany2018
Wenn man alles das beiseite schiebt, was ich erlebt habe und aushalten musste und muss, wenn das ginge, weil diese Erlebnisse vielleicht eine Teilerklärung auf meine Frage an mich selbst darstellen könnten, dann hätte ich mir gegenüber wahrscheinlich noch weniger Verständnis! Eigentlich seltsam, dass ich für alles und jeden immer und nahezu ausnahmslos Verständnis aufbringen kann, nur für mich selbst nicht [...].

Ich stelle mir häufig die Frage: „Sany? Warum bist du nicht glücklich?!“

Wenn man mein Leben bis hierher verfolgen würde, wie gesagt, unter Ausschluss dieser Aspekte, dann gäbe es keinen Grund es nicht zu sein und dennoch bin ich immer wieder, fast unerträglich, unglücklich, leider.

Ich habe eine nahezu intakte Familie, wir haben ein Dach über dem Kopf, wir sind weitestgehend gesund, haben immer genügend zu essen und zu trinken, wir waren früher jährlich im Urlaub, ich habe den höchsten Bildungsabschluss, den man in Deutschland erreichen kann, erreicht, ich habe mich sozial engagieren können und mir im Gegenzug mithilfe des kleinen Taschengeldes ab und zu was gegönnt. Ich habe materiell eigentlich alles, was man braucht, wir leben absolut nicht im Reichtum auch nicht im Überschuss, aber wir haben keine beziehungsweise kaum Geldsorgen und kommen über die Runden.

Doch emotional sieht das Ganze ein bisschen anders aus, ich habe als Kind viel beziehungsweise ausreichend Liebe erfahren dürfen, leider hat sie zu einem Zeitpunkt abgenommen und sich bis aufs Minimum geschmälert, als ich sie noch brauchte, als Nähe noch zur Verfügung hätte stehen müssen, als ich einfach nicht die Zahl meines Alters war, sondern noch ein Kind, das sich Umarmungen und Zuneigung gewünscht hätte, man kann es nicht mehr rückgängig machen, aber ich frage mich, ob mich dieser zu frühe Entzug dieser elterlichen Liebe unterbewusst doch geprägt hat. Ich weiß es nicht, aber ich denke nicht, dass er mich nachhaltig unglücklich gemacht hat.

Ich bin immer wieder, scheinbar grundlos, sehr traurig und unglücklich, ich könnte manchmal durchdrehen, weil ich diesen Druck und dieses Gefühl kaum aushalten kann, ich habe Depressionen immer noch nicht mit mir vereint, ich denke, das kann ich erst, wenn ich tatsächlich schwarz auf weiß diagnostiziert bekäme, aber ich bin einfach nicht so, wie die anderen, die wenigstens den Eindruck erwecken, als hätten sie Freude am Leben.

Sehr bald schon werde ich wieder in die Beratungsstelle fahren, ich habe Angst, denn es ist der erste Termin, nachdem sie meinen Brief gelesen hat, in dem, fast, alles steht, was ich nie aussprechen konnte. Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, ihr in die Augen zu gucken, generell stabil durch diese Stunde zu kommen und mitzumachen, ich weiß nicht, wie es sich anfühlen wird, ihr gegenüber zu sitzen mit dem Wissen, dass sie diesen Brief gelesen hat. Ich habe Angst vor dieser Situation, vor den Fragen und vor allem vor den Konsequenzen, denn ich bin eigentlich jemand, der die Möglichkeiten einer Beratungsstelle überschreitet und das ist das, was ich eigentlich vermeiden wollte.

Ich bin Sany und ich bin unglücklich. Warum? Keine Ahnung, vielleicht auch besser, wenn ich den Grund nicht kenne *sad*

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