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15.03.2020, 13:12 Uhr | Sany2018
Eigentlich geht mir dieses Thema langsam auf die Nerven, es macht Angst, dass quasi alles dicht macht und sich die Menschen verhalten, als würden wir demnächst alle erkranken oder sterben, ich weiß, dass es notwendig ist, insbesondere für kranke, alte Menschen, so zu handeln, aber, wenn man jene Situation nicht kennt und diese kennen wir alle nicht, dann kommt, vielleicht zu schnell und zu intensiv, Panik in und auf und die überträgt sich früher oder später und hat somit viele Auswirkungen auf jeden von uns.

Alle Menschen reden von diversen Schließungen in Schulen, Kitas, Krippen, Universitäten und Besuchsverboten in Krankenhäusern und Altenheimen, aber niemand spricht von den Organisationen und Einrichtungen, die sich um die seelische Gesundheit kümmern.

Deshalb möchte ich euch fragen.

Sind eure Beratungsstellen trotzdem regulär geöffnet oder beispielsweise nur für Notfälle?
Finden eure Therapien dennoch weiterhin statt, wie ihr es gewohnt seid?
Würdet oder nehmt ihr den Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln, trotz Warnungen, dennoch auf euch, um zu Therapie und Co. zu gelangen oder meidet ihr das und lasst die Termine erstmal entfallen?
Hattet ihr schon Sitzungen während der Krise und habt ihr die Situation gemerkt, beispielsweise, indem euer Therapeut weiter weg saß oder ihr sofort reinkommen solltet ohne Zwischenstopp im Wartezimmer?

Ich würde mich über Antworten freuen, denn ich habe bisher keine Antworten auf meine Fragen gefunden.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!
29.03.2020, 11:06 Uhr | Sany2018
Wieder ist eine Woche um, morgen beginnt die dritte Woche, die dritte Woche zu Hause, ohne Hilfe, ohne wirklich persönlichen Kontakt zur Außenwelt, die dritte Woche, in der man nahezu gezwungen ist, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, was bleibt einem auch anderes übrig [...].

So langsam wird das Wetter schlechter, die Filme, die man schauen wollte, sind durchgeschaut, die Bücher, die man sich ausgesucht hat, gefallen einem nicht mehr und das Malbuch, das man sich bestellt hat, bleibt weiß, anstelle sich mit bunten Farben zu füllen, es scheint, als würde einem, mit jedem Tag weniger gerecht werden, was einem zur Verfügung steht, alles nervt, alles ist doof und man kommt weder vor- noch rückwärts und dabei, so wird es in den Medien zumindest vermittelt, ist das erst der Anfang und das Virus soll noch nicht einmal richtig in Fahrt sein [...].

Ich merke all das auch an mir, nur ich merke es anders, ich merke die Depression, die mit jeder Woche an Gewicht zunimmt und mich mehr und mehr erdrückt [...], aber ich merke es auch an meiner Familie, an meinen Eltern, meiner Schwester, an allen, auch sie werden Woche zu Woche dünnhäutiger und das macht mir Sorgen, denn ich kenne sie so nicht.

Ich denke an die kommen Wochen, die höchstwahrscheinlich genauso verlaufen werden, ich habe Angst, wenn ich wieder arbeiten muss, weil ich es nicht mehr gewohnt sein werde, ich fühle mich so unwohl....
25.03.2020, 23:20 Uhr | Sany2018
Danke Hana für deine lieben und verständnisvollen Worte!

Gestern hatte ich den ersten Kontakt zu meiner Psychiaterin per Mail, wie ich hier geschrieben habe, habe ich ihr auch geantwortet und eine Telefonberatung abgelehnt, wir haben uns auf regelmäßiges Schreiben geeinigt, ich hoffe, dass das klappt, denn es ist die einzige Möglichkeit, die uns, die vor allem mir, bleibt, um den Kontakt aufrechtzuerhalten.

Schreiben liegt mir, ich schreibe gerne, oftmals auch ausführlich, wenn das Schreiben innerhalb eines geschützten Rahmens, wie beispielsweise diesem hier, stattfindet, dann mitunter auch sehr tiefgründig und ehrlich, hier kann ich sprechen, ohne verbal werden zu müssen, hier kann ich Themen, Zustände, Ängste, Sorgen, einfach alles, was ich preisgeben möchte, preisgeben, Dinge, die ich niemals tatsächlich aussprechen könnte, ohne von meinen Gedanken, Zweifeln o.ä. blockiert zu werden.

Diese Chance bietet sich mir nun auch mit meiner Psychiaterin als Adressatin.

Ich habe diese Chance gleich in der ersten Antwort an sie genutzt und alles niedergeschrieben, was ich gedacht und gefühlt habe, und das Schreiben auch so an sie verschickt. Die Mail war lang, obwohl ich vieles weggelassen habe, weil ich es nicht fair finde, wenn ich ihr Sorgen bereite und sie das liest und nichts für mich tun darf, außer mir zu antworten, was nicht bedeutet, dass ich nicht ehrlich zu ihr war, ich war ehrlich, aber abgespeckt ehrlich.

Ich habe mich gut gefühlt, denn ich konnte vieles loswerden, was ich immer schon loswerden wollte, aber nie konnte und dann kamen die Zweifel, denn, und das vergesse ich beim Schreiben solcher Texte immer, weil sie bisher entweder für mich oder das Forum hier waren und somit keinen reellen Adressaten hatten, zumindest keinen, der mich mit diesem Text in Zusammenhang bringen könnte und das ist im Schreibkontakt mit meiner Psychiaterin, die ich irgendwann Wiedersehen werde, logischerweise anders und sofort beginnt in meinem Kopf wieder eine Blockade, die genauso bei Gesprächen entsteht, ich beginne wieder zu reduzieren, Probe zu lesen und die Hälfte wieder zu entfernen bevor ich auf Senden klicke und das obwohl ich gerade die Chance habe ihr alles entgegenzubringen, was ich ihr nie entgegenbringen konnte, was für sie in der Arbeit mit mir aber essenziell zu Wissen wäre. Diese Mail habe ich absichtlich nicht nochmal gelesen, aber ich höre die Zweifel in mir, die mich in meiner nächsten Mail an sie wieder dazu bringen könnten zu blockieren, weil ich weiß, dass sie mich damit konfrontieren wird, weil ich weiß, dass sie deuten und interpretieren wird, weil ich weiß, dass dort ein mit mir arbeitender Mensch sitzt, der mich sehr gut kennt, und den ich Wiedersehen werde und keine Fremde Person, die mich im Zusammenhang mit den Texten von Sany2018 niemals sehen und sprechen wird.

Es ist seltsam....
24.03.2020, 15:40 Uhr | bke-Hana
Liebe Sany,

Mit deinem Beitrag sprichst du einen wichtigen Aspekt an: Die Befürchtung oder auch die Gefahr, durch die gegebenen Einschränkungen und die damit einhergehende verändernde Alltagsstruktur, durch die Ungewissheit und nicht zuletzt durch Besorgnis erregende Nachrichten.

Ich bin total beeindruckt, in welchem Maße du in den vergangenen Tagen für deine Beschäftigung und Alltagsstruktur - kurzum für Ablenkung -gesorgt hast. Wow!

Trotz aller Anstrengungen in diese Richtung merkst du, dass die Depression in deiner Nähe lauert. Ich kann deine Befürchtung in ein sogenanntes Loch zu fallen gut verstehen, zumal du tiefe Löcher gut zu kennen scheinst.

Ich kann dich nur ermutigen, dein Alltag-strukturierendes Programm so gut wie möglich weiter zu führen: Malen, Basteln, dein Haustier versorgen, die Wohnung gestalten, deiner Oma helfen telefonieren, schreiben... und alles zu tun was zu tun ist und was dir einfällt. Manche beginnen in dieser Zeit auch sich zu vernetzen und ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen - z.B. für ältere Menschen einzukaufen, die das aus Schutz vor Ansteckung nicht mehr machen können.
Und dann - ganz wichtig - auch immer wieder Pausen zu machen und dich auf dich selbst zu besinnen - auch wenn es schwer fällt. Und noch ein Tipp, wenn ich das so nennen darf: Sei nett zu dir und betrachte achtsam deine Fähigkeiten und Stärken, denn auch dass hilft ja bekanntlich gegen Depressionen.

Gerne würde ich dir einen Lichtblick in Richtung Zeitangabe senden. Statt dessen schicke ich dir eine dicke Umarmung und ein Päckchen Trost für düstere Momente.

Mit lieben Grüßen,
bke-Hana
24.03.2020, 13:34 Uhr | Sany2018
Heute habe letztendlich auch ich die, wenig überraschende, Nachricht bekommen, dass "meine" Beratungsstelle den normalen Betrieb, im Sinne von persönlichen Kontakten, eingestellt hat.

Natürlich bin ich, nach euren Aussagen und eigener Recherche, von keiner anderen Nachricht mehr ausgegangen, aber es dann wirklich zu lesen und vor allem nicht mehr verdrängen zu können, das ist nicht leicht.

Heute bin ich bereits 9 Tage zu Hause, davon 4 ausschließlich, was soll ich sagen, so langsam kippt die Stimmung bei allen.

Ich merke, dass ich langsam wieder in das berühmte Loch zu fallen beginne.

Bevor wieder alle sagen, dass ich mich ablenken solle, ja, das tue ich, ich habe die ganze Wohnung geputzt, Oma beim Putzen geholfen (wohnt nur eine Tür weiter), weit über zehn Bewerbungen verschickt und am Schreiben weiterer, ich habe mein Zimmer umgestaltet, ein Malbuch und ein Buch begonnen, beschäftige mich ausgiebig mit meinem Haustier und tue noch diverse andere Dinge, d.h. ich sitze, obwohl ich es gerne wollen würde, nicht den ganzen Tag auf meinem Bett und lasse es darauf ankommen, das es (wieder) schlechter wird.

Die Atmosphäre, das Kontaktverbot, das nur eingeschränkte Rausgehen, die Schließung aller Einrichtungen, die nicht überlebenswichtig sind und die Ungewissheit im Bezug auf die Dauer, gepaart mit meinen Depressionen, der bereits langen Zeit ohne professionelle Hilfe und Privates, begünstigen dieses Loch allerdings sehr und dagegen sind mir die Hände gebunden. Es macht Angst, wenn man den Fernseher einschaltet oder im Internet aktualisiert und nur von diesem Virus oder Todesfällen liest.

Ich weiß, alle sind im Moment dieser extremen Situation ausgesetzt, aber ich persönlich kann damit Tag für Tag schlechter umgehen, ich habe das Gefühl, dass die Depression nun endlich den Raum und die Zeit hat sich so richtig auszuleben und das lässt zusätzlich Angst in mir aufkommen.

Wenn man doch nur ein Licht, ein ungefähres Datum oder irgendetwas, hätte, dann wäre vielleicht ein klitzkleiner Strohhalm da, aber da ist nichts, eher wird über Verlängerungen nachgedacht, dabei liegen doch noch Wochen vor uns.... *crying*
22.03.2020, 17:17 Uhr | Sany2018
Hallo Hana,

vielen Dank für deine Antwort!

Ja, ein enormes Dilemma, insbesondere, wenn man einen so wichtigen und großen Schritt vor sich hatte, wie ich, und ohnehin schon viele Termine entfallen und Wochen verstrichen sind. Der März wäre der erste Monat seit langem gewesen, in dem ich zwei, anstelle "nur" einen oder keinen Termin in der Beratungsstelle gehabt hätte. Es wäre zu "schön" gewesen, wenn ich innerhalb der fünf Wochen mehr Termine hätte wahrnehmen können, als innerhalb meines normalem Alltags, wo ich, leider, um jeden kämpfen muss. Wir hatten so viel vor, wir wollten Entscheidungen, bspw. bezüglich des Medikaments treffen und beginnen nach einem Therapieplatz zu suchen, aber, ich merke, ich wiederhole mich und es nicht besser wird, wenn ich es in jedem Beitrag erwähne, also stoppe ich hier und führe das nicht weiter aus.

Ehrlicherweise, denke ich auch, dass meine Beratungsstelle genauso auf die Telefonberatung umsteigen wird, wie alle anderen, es gibt ja noch den psychiatrischen Notdienst und der regelt das sicher anders, ich denke, dass dieser die einzige Ausnahme bleiben wird. Dennoch, so lange die Mail oder der Anruf nicht bei mir eingeht, werde ich bzw. mein Inneres alles geben, um diesen Aspekt zu verdrängen. Ich fühle mich ein bisschen, wie damals, als meine Psychiaterin monatelang, aufgrund schwerer Krankheit, ausfiel und ich vor demselben Dilemma stand und auf ungewisse Zeit alleine mit allem auskommen musste, das war schon damals schlimm für mich und damals war ich noch nicht diagnostiziert.

Eben in dieser Zeit hatte ich einige Telefonberatungen und sie waren bei mir einfach kontraproduktiv. Ich muss mein Gegenüber sehen können, um einzuordnen, ob ich mich wohlfühlen und infolgedessen öffnen kann. Manchmal, da habe ich Dinge gesagt, die ich in einem persönlichen Gespräch nicht sagen würde, weil sie mir ansehen könnte, dass sie nicht stimmen oder ich eigentlich etwas anderes hätte sagen wollen, aber nicht kann, ich habe diese Stille nicht ausgehalten, nicht gesehen, wie sie reagiert auf das, was ich gesagt habe, ich habe keinen Bezug zu ihr am Telefon aufbauen können, weil keinerlei Emotionen im Spiel sind, sich nichts aufbauen kann, was die Atmosphäre zu sprechen erleichtert, es ist wie eine Blockade und da kann das Telefonat noch so lange gehen, es bringt mir nichts und da verzichte ich lieber und geben anderen die Möglichkeit und Zeit mit ihr in Kontakt zu treten.

Zudem und der Punkt ist noch viel wichtiger derzeit, ich habe keine Möglichkeit mit ihr zu telefonieren, wir wohnen hier zu viert, es ist eng und ich bin nie alleine, niemand in meiner Familie weiß, dass ich zu ihr gehe und es würden alle mithören, das möchte ich nicht. Rausgehen kann ich jetzt auch nicht und einen Garten haben wir nicht. Es würde nicht klappen, alleine daher nicht.

Damit muss ich mich wohl abfinden, irgendwie, denn sie extra für mich in die Beratungsstelle zu zitieren, das, bzw. so eine Extrabehandlung, die möchte ich auch nicht....

Ja, ich würde auch gerne von euren Erfahrungen hören, die ihr vielleicht schon mit einer solchen Beratung in Distanz gemacht habt!
22.03.2020, 16:10 Uhr | bke-Hana
Liebe Sany,

Corona ist schlimm, aber noch schlimmer, wenn es der Seele nicht gut geht und jegliche, persönliche Hilfe unterbunden wird.


Besonders in dieser Situation in der die meisten viel mehr als sonst mit sich alleine sind und sich, wie du schreibst, ausgeliefert und mit Ängsten konfrontiert fühlen, wären Beratungen und Therapien um so wichtiger. Ich kann gut verstehen, dass es dir mit der Ungewissheit nicht gut geht und auch dein Bedürfnis nach persönlicher Beratung ist für mich sehr nachvollziehbar.
Andererseits, das beleuchtetet du ja ebenfalls, sind die empfohlenen oder angeordneten Maßnahmen derzeit unabdingbar.

Ein Dilemma.

Ich gehe davon aus, dass auch deine Beratungsstelle persönliche also körperliche Kontakte möglichst zu vermeiden sucht und alternativ telefonische Gespräche anbietet. So handeln derzeit nach und nach die meisten. Manche nutzen, wie auch hier schon erwähnt, Videokonferenzen, sofern sie über die technischen Mittel verfügen. Derzeit scheint noch jeder Träger für sich abzuwägen und zu entscheiden wie er handelt.

Ich gebe dir recht: Telefonate können den persönlichen Kontakt nicht eins zu eins ersetzen - einige Ebenen wie die Begegnung durch Mimik und Gestik fehlen beim Telefonieren. Viele therapeutischen Methoden sind am Telefon nicht anwendbar. Dazu kommt das was du beschreibst - Telefonate empfinden viele als unangenehm oder sogar schlimm.

Was meinst du liebe Sany, würdest du denn gegebenenfalls die Telefonberatung in Anspruch nehmen, wenn deine Beratungsstelle jetzt umstellen würde? Vielleicht wäre es einen Versuch oder auch mehrere wert, so schwer dir das auch fällt. Und wer weiß, vielleicht wirst du ja sogar gute Erfahrungen machen und hinter sagen: War gar nicht so schlimm oder auch: sogar ganz hilfreich.

Wenn du magst schreibe gerne, was du an Telefonaten so schlimm findest.
Spannend fände ich auch zu hören wie es euch anderen mit dieser Vorstellung geht und ob ihr vielleicht schon die eine oder andere Erfahrung mit telefonischen Beratungen gemacht habt. Möglicherweise sogar gute?

Ich wünsche dir liebe Sany und euch allen besonders in diesen außerordentlichen Zeiten einen guten und nützlichen Austausch!

Alles liebe
bke-Hana
22.03.2020, 12:47 Uhr | Sany2018
Liebe Lost,

ich verstehe dich nur zu gut.

Mit jedem Tag, den ich mehr Zuhause und mir selbst vollkommen ausgeliefert, verbringe, geht es mir ein Stückchen schlecht, insbesondere, wenn ich am Abend im Bett liegen überkommen mich plötzliche Ängste und dann kann ich entweder nicht einschlafen und werde von diesen Ängsten geweckt.

Gestern habe ich noch ewig im Internet geforscht, ob Beratungsstellen derzeit noch persönliche Gespräche annehmen oder nicht, weit gekommen bin ich damit nicht, denn einige bieten das persönliche Kommen weiterhin an, wieder andere allerdings nur, wenn man als Notfall gilt und dann gibt es nich die, die zum Schutz aller keine Gespräche wahrnehmen, es sei denn man ist für ein Telefonat bereit.

Ich verdränge das tagsüber ganz gut, weil ich enorm viel zutun habe, was Bewerbungen o.ä. angeht, aber irgendwann klappt das nicht mehr und dann bricht alles über mir zusammen und ich kriege fast schon Panik, wenn ich dran denke, dass ich auf ungewisse Zeit, so haben es einige Beratungsstellen auf ihren Homepages stehen, keinen persönlichen Kontakt zu meiner Psychiaterin haben kann, denn ein Telefonat, ersetzt meiner Meinung nach keinen persönlichen Besuch und darüberhinaus empfinde ich das
Telefonieren als ganz unangenehm und schlimm.

Nächste Woche, ich denke morgen, werde ich Gewissheit haben, wie meine Beratungsstelle das handhabt, denn nächste Woche würde mein nächster Termin anstehen, ich habe Angst vor dem Anruf oder der Mail, die kommen wird.

Versteht mich nicht falsch, ich verstehe die Maßnahmen und ich verstehe, dass persönliche Gespräche ein Risiko für das Fachpersonal und auch uns bilden, aber, und das habe ich hier auch schon erwähnt, finde ich, dass der Besuch bei einem Therapeuten oder festgesetze Gespräche in Beratungsstellen, keine Erstgespräche, mit Arztbesuchen gleichgesetzt werden sollten, ich meine, wenn ich Schmerzen habe, dann kann mir der Arzt am Telefon auch nicht helfen.

Mir läuft einfach die Zeit davon und das macht mich gerade einfach nur wahnsinnig, weil ich, selbst wenn ich selbstständig nach Therapieplätzen suchen würde, jetzt nirgendwo für Erstgespräche o.ä. angenommen werden würde.

Corona ist schlimm, aber noch schlimmer, wenn es der Seele nicht gut geht und jegliche, persönliche Hilfe unterbunden wird.
21.03.2020, 15:11 Uhr | Lost---
Danke... Werde Montag anrufen.. Obwohl ich das ja schon Donnerstag und Freitag vorhatte .. *blocked*
Passiert ist ja schon was.
Trotzdem denk ich irgendwie das ich grad nur nerve..
21.03.2020, 13:56 Uhr | bke-Lana
Hey Lost, ich bin's wieder *smiling*

dann habe ich dich heute morgens etwas falsch verstanden, sorry *hypocritically* .

Dennoch weiche ich von der vorherigen Antwort nicht doll ab. Egal wie lange es nun dauert einen Termin zu bekommen, deine Ärztin meinte, du sollst dich melden, wenn es dir schlechter geht.
Man muss nicht warten, bis etwas passiert. Du nimmst wahr, dass es dir schlechter geht, also muss du ins Handeln kommen und deine Ärztin benachrichtigen. Damit sie weiß, dass sie nun wieder handeln muss/kann.

Liebe Lost ich schicke dir Mut zu, damit du dich traust! Passe gut auf dich auf!
Liebe Grüße
bke-Lana
21.03.2020, 10:09 Uhr | Lost---
Hey

Es geht mir psychisch nicht so gut.
Und man kriegt sws erst in 1 oder 2 Wochen nen Termin.. Bis dahin kann noch viel passieren *sad*
21.03.2020, 08:21 Uhr | bke-Lana
Guten Morgen liebe Lost,

hab keine Angst und rufe bei deiner Ärztin an (Diensthabenden Arzt), wenn es dir nicht besser geht. Sie hat es dir nicht umsonst angeboten. Mache dich in der Ungewissheit nicht unnötig verrückt. Denn natürlich kann es sein, dass du einen ganz anderen Infekt hast und eventuell Medikamente benötigst, damit du dich genesen kannst. Wir dürfen nicht vergessen, dass es noch andere Erkrankungen gibt, die eben medikamentös behandelt werden können/müssen.

Ich wünsche dir gute Besserung, Portion Mut und ruhe dich heute gut aus.

Liebe Grüße
bke-Lana
21.03.2020, 07:43 Uhr | Lost---
Ich teau mich deswegen nicht beim Arzt anzurufen.
Es geht echt nicht so gut.. Und sie hat auch gesagt ich soll mich melden wenn es schlecht geht. Aber das war noch vor corona..
*sad*
19.03.2020, 09:14 Uhr | bke-Zita
Hallo Sany,

ich gebe dir Recht - gefühlt gibt es auf allen Kanälen (TV, Internet, Social-Media, Zeitungen) kein anderes Thema mehr als Corona. Und vermutlich werden sich viele Gespräche in der Familie wie im Freundeskreis ebenfalls um das Thema drehen. Und wenn man raus geht - sieht man geschlossene Geschäfte, keine Schule, keine Uni … das öffentliche Leben hat sich sehr verändert.
Vermutlich haben wir alle zunächst gedacht - es ist weit weg, anderer Kontinent … jetzt sind die Viren bei uns in unmittelbarer Nähe angekommen.
Ich weiß nicht, ob du gestern die Ansprache von Frau Merkel gesehen bzw. gehört hast. Ich fand es sehr beeindruckend. Sie hat einerseits den Ernst der Lage betont. Aber auch, dass jeder von uns seinen / ihren Teil dazu beitragen kann, dass die Ausbreitung verlangsamt wird. Ja, noch gibt es keinen Impfstoff, noch gibt es keine spezifisch auf das Virus zugeschnittene Therapie.
ABER - es gibt durchaus einiges, das wir tun können.
Wir können Abstand halten voneinander, wir können vermehrt Aktivitäten zuhause machen. Wir können auf Hygiene achten, mit sorgfältigem Händewaschen. Wir können solidarisch sein mit Menschen, die besonderen Schutz brauchen, die gerade in Kliniken sind oder in Pflegeheimen. Und auf Besuche verzichten - sie aber dennoch immer wieder anrufen, ihnen Nachrichten schreiben. Ihnen so zeigen, dass wir da sind.
Es ist eine krisenhafte Zeit, eine Zeit, in der weder absehbar ist, wie lange sie dauern wird, noch was vielleicht zusätzlich noch nötig sein wird.

Wachsamkeit, Sorgfalt - ja ! Ich glaube das ist wichtig. Panik - das wäre schön, sie zu vermeiden. Insofern halte ich es für notwendig und besonders wichtig, auch andere Themen in den Tag zu holen. Andere Beschäftigungen, etwas, das einem Ruhe gibt, etwas, das einem gut tut …..

Und ich schließe mich dir gerne an - lasst uns hoffen und beten, dass wir und unsere Lieben gesund bleiben.

Viele herzliche Grüße
bke-Zita
18.03.2020, 23:36 Uhr | Sany2018
Angst, ausgeliefert sein und absolut nichts tun können, dieses Gefühl kenne ich zu gut, leider. Ich habe es gut verdrängen können, doch jetzt kommt es wieder, in völlig anderem, nicht vergleichbaren Zusammenhang, aber auch hier entsteht im Moment eine Angst und das Gefühl sich nicht wehren zu können.

Im Fernsehen läuft gefühlt nur noch Corona, genauso im Internet, auf Social-Media, einfach überall, man kann dem Thema nicht entfliehen, denn, wenn es nicht extern kommt, kommt es intern, durch u.a. Familie, allmählich schimmert durch, wie ernst und gefährlich dieses Virus ist und wie drastisch und einschränkend die Folgen. Auch meine Familie bekommt zunehmend Angst, was nicht leicht zu ertragen ist, wenn man selbst inmitten von anderen Problemen steckt.

Auch ich habe zu Beginn nicht daran geglaubt, dass uns das Virus erreicht, geschweige denn Menschen in Quarantäne verbarrikadiert oder sie umbringt, ich dachte, es sei etwas, das man im Fernsehen gehört hat und mehr nicht, dann kam es nach Deutschland, in mein Bundesland, in meine Region und jetzt ist es auch in meiner Stadt angekommen und mit dem Virus auch die Angst und Verunsicherung, die mit jedem Tag spürbar wächst.

Ich möchte keine Panik in mir entfachen, aber ich habe sie doch, vor allem unsagbar große Angst um meine Oma und geschwächte beziehungsweise belastete Familienmitglieder, das ich nicht mehr weiß, wie ich handeln und entscheiden soll.

Ich zweifle sogar an meinem Termin und möglichen weiteren in der Beratungsstelle, auf die ich schon ewig warte, die mir enorm wichtig sind und auch nötig, aber welchen Preis könnte ich dafür zahlen? Ich weiß, dass das Risiko immer da da ist und man damit leben lernen muss, aber muss ich es provozieren, indem ich Bus und Bahn fahre, beides die einzige Möglichkeit die Termine wahrzunehmen? Ich weiß es nicht....noch hat sich meine Psychiaterin nicht wieder gesund gemeldet, daher weiß ich nicht, ob sie überhaupt regulär annehmen, bei euch habe ich jetzt unterschiedliches gelesen... ich weiß nicht, was richtig ist und worauf ich hoffen kann beziehungsweise sollte.

Es ist einfach nur schlimm und ich bete zu Gott, dass ich durch all das nicht noch tiefer in die Depression rutsche und all meine Lieben gesund bleiben *crying*
16.03.2020, 17:54 Uhr | -Januar-
Hey, bei mir war es heute so, dass ich vorher die Hände waschen musste und der Therapiehund nicht dabei sein durfte, aber die Therapie wird weiter stattfinden, solange niemand aus dem Umfeld von mir oder der Therapeutin das Virus hat. Ansonsten habe ich ab nächste Woche eventuell, falls Ausgangssperren verhängt werden, Therapie per Videochat. Da stellen anscheinend die Krankenkassen auch Möglichkeiten zu.
Scared of my own image - doubt (Twenty one pilots)

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