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07.04.2019, 13:40 Uhr | Sany2018
Nächste Woche ist es (Gott sei dank) wieder soweit und ich darf zu der Psychotherapeutin in die Beratungsstelle kommen und ein Gespräch mit ihr führen. Das Warten auf die Termine ist leider sehr langwierig und in der Zwischenzeit passiert immer eine Menge, sodass mitunter sehr viel Zeit ins Land geht, bis ich sie auf den neusten Stand gebracht habe. Alleine die letzten vier Wochen, seitdem letzten Gespräch, sind so ereignisreich gewesen im positiven wie im negativen Sinne, aber darum soll es mir heute nicht gehen, denn mich beschäftigt etwas anderes.
In diesen besagten, letzten vier Wochen ging es mir, wie man mitbekommen hat, nicht gut. Teilweise war es sogar so schlimm, dass ich morgens lieber umgekommen wäre, als diesen Tag hinter mich zu bringen, allerdings hatte und habe ich zu keinem Zeitpunkt daran gedacht aktiv in die Richtung zu handeln und mir etwas anzutun. Ich habe viel geweint, mich haben Erinnerungen und Bilder wieder eingeholt, die belastende Situation zuhause und das Abitur, in dem ich gerade stecke, kamen auch noch dazu. Es war und ist im Moment leider eine recht schwierige Zeit für mich.
Ich habe gelernt und bin mir dessen auch bewusst, dass man einem Menschen nur helfen kann, wenn dieser ehrlich ist, zumindest gegenüber der Vertrauensperson, hier denn der Psychotherapeutin. Das Vertrauen ist, ohne Zweifel, da, aber ich frage mich dennoch wieweit ich beispielsweise die Situationen am Morgen o.ä. dramatisch klingende aussprechen sollte.
Ich frage mich das aus zwei Gründen:
1. Inwieweit kann mir die Psychotherapeutin in der Beratungsstelle da noch zur Seite stehen, ohne ihre Möglichkeiten vollkommen ausgeschöpft zu
haben?
Sie hat mir öfter gesagt, dass sie mir, obwohl sie dafür ausgebildet wäre, keine Therapie anbieten kann in diesem Kontext und auch der
eine Satz in der letzten Stunde „du brauchst mich ja jetzt nicht mehr“ spielt da mit rein, denn wenn dem so wäre und sie mich aufgrund dieser
“negativen“ Entwicklung nicht weiter nehmen darf oder kann, wäre ich vorerst alleine, da ich, aus diversen Gründen, keine Therapie beginnen kann im
Moment. Ehrlich gesagt habe ich Angst davor, dass mir diese Hilfe resultierend daraus dann völlig wegfallen könnte.
2. Darf, kann oder sollte eine Psychotherapeutin in dem oben benannten Kontext tiefgründig gehen? Sie kennt mich jetzt mittlerweile fast 6
Monate, innerhalb dieser hatte ich um die 7-8 Termine, schätze ich, und es ging hauptsächlich immer um die schulische Belastung und meine,
leider noch bestehende, Gefahr in eine Erschöpfungsdepression zu rutschen oder einen Zusammenbruch zu erleiden. Neben der Schule gibt es aber
noch so eins, zwei vielleicht auch drei Dinge über die ich noch nicht sprechen durfte/konnte, weil es nicht passte oder weil sie mir, aus Angst es könnte
wieder hochkommen und präsent bleiben, davon abriet, in dieser eh schon belastenden Zeit, noch weiteres auszupacken und anzusehen. (Diese Dinge
belasten mich aktuell zusätzlich, weil es einfach der Zeitraum ist, in dem das alles passierte). Wenn ich davon ausgehe, dass ich „nur“ noch 3 Monate
kommen kann, weil im August das FSJ beginnt, sollte ich die Themen überhaupt noch ansprechen, insofern ich mich das traue mit dem Risiko, dass ich
innerhalb dieser 3 Monate „nur“ noch 3 Termine wahrnehmen kann, die, neben der Schule als Thema, nicht ausreichen werden... ich weiß nicht. Um
zu verstehen, warum es mir so geht und was insbesondere derzeit los ist, müsste ich ihr eigentlich reinen Wein einschenken, allerdings begleitet mich
auch hier wieder ein Stück weit die Angst, dass ich es, aufgrund von möglichen Konsequenzen, bereuen könnte.
Ich weiß nicht, ob ihr mir helfen könnt, ich schätze es ist schwierig, aber eine Einschätzung oder Meinung wäre lieb, weil der erste Punkt recht akut ist und der zweite mich schon ziemlich lange beschäftigt.....
Es ist seltsam immer so lange Zeit zwischen den Terminen zu haben und sich jedes Mal neu orientieren zu müssen. Ich kriege leider keine Routine in diese Termine, was es für mich zusätzlich erschwert bestimmte Dinge anzusprechen und nach ihrem Satz „du brauchst mich nicht mehr“ traue ich mich auch nicht mehr nach regelmäßigeres Terminen zu fragen..... ich weiß ich bin unglaublich kompliziert und es tut mir echt leid, dass ich so bin.
08.04.2019, 13:56 Uhr | Sany2018
Vorweg erstmal danke für deine Antwort auf meinen Beitrag Zita! Ich habe tatsächlich nachgehakt und in Erfahrung gebracht, dass die Beratung dort keinen zeitlich festgesetzten Rahmen hat, sondern individuell, so lange laufen kann, bis man sie nicht mehr benötigt oder die Fachkraft keinen Sinn mehr darin sieht die Gespräche weiterlaufen zu lassen. Das beruhigt! Dennoch weiß ich, dass die Beratung dort nicht ewig laufen kann und ich danach, vermutlich, wieder alleine klarkommen muss. Es ist nicht unbedingt gesagt, dass ich ab August aufgrund des FSJ nicht mehr kommen kann, das habe ich noch nicht gefragt, weil es eben noch knapp 4 Monate sind bis dahin, aber ich kann mir vorstellen, dass es schwierig wird, weil man feste Arbeitszeiten hat und in einem Team eine gewisse Verlässlichkeit aufweisen sollte und da habe ich Bedenken auszusprechen, dass ich um die 2-3 mal im Monat früher gehen muss, weil ich Termine in einer Beratungsstelle habe. In der Schule war das was anderes, dort war ich unabhängig, hatte meine Lehrerin hinter mir und konnte somit, natürlich von der Beratungsstelle entschuldigt, Termine während der Schulzeit wahrnehmen, ohne dass es jemanden anderen betraf, zudem habe ich einen etwa 40minütigen Anfahrstweg, sodass es immer gut 4 Stunden waren, die ich an diesen Tagen verpasst habe. Aber du hast Recht, ich würde gerne auch darüberhinaus begleitet werden, weil da einfach so viel in mir ist, dass fast schon danach verlangt bearbeitet zu werden und außerdem hat mir das Ende der Schulzeit gezeigt, dass das Ausmaß der enormen Belastung und viel Verdrängtes erst dann hochkommt, wenn man nicht mehr pausenlos unter Strom steht oder abgelenkt ist, wie in der Schule gezwungenermaßen der Fall und da habe ich Angst, dass mich dann alles überrollen könnte und ich niemanden habe, der mir hilft. Ich bin damals durch die Schule in die Beratungsstelle gekommen, d.h. ich habe mich nicht selbstständig darum kümmern müssen, das war großes Glück, denn ich hätte mich das nie getraut und genau das könnte zukünftig verhindern, dass ich mir, wenn ich alleine bleiben sollte, selbstständig wieder Hilfe suche. Ich gebe immer mein bestes mich zu öffnen und ihr so gut es geht auf die Fragen zu antworten, die sie mir stellt, das klappt auch mal mehr, mal weniger, aber es klappt und darüber bin ich sehr froh und dankbar, dass die Chemie da sofort gestimmt hat. Wir haben gemeinsam beschlossen, dass eines der Themen, das ich bereits angesprochen hatte, derzeit nicht mehr Beachtung finden sollte, als es zwangsweise derzeit findet, da es sonst einfach wieder aufreißen könnte, was derzeit noch verschlossen ist, zumindest soweit, dass es nicht aufklaffen kann. Ich bin einfach dankbar, dass da jemand ist, der mir zuhört und für mich da ist, umso größer ist die Angst wieder fallengelassen zu werden und in dem Moment wieder so gelähmt zu sein, dass man es einfach akzeptiert und geht, ohne die eigentliche Einwände verbalisieren zu können.
08.04.2019, 11:07 Uhr | bke-Zita
Hallo Sany2018,

bitte hab keine Sorge - es ist völlig in Ordung, dass du dir im Vorfeld zu deinem nächsten Termin bei der Psychotherapeutin Gedanken machst. Manches ging dir vom letzten Termin noch nach, etwa der Satz "du brauhst mich ja jetzt nicht mehr". Der scheint einiges in dir ausgelöst zu haben. Und vielleicht wäre es gut & wichtig, da noch mal nachzuhaken und zu berichten, wie es dir damit ergangen ist.
Die 4 Wochen zwischen dem letzten und dem nun folgenden Termin, sie waren für dich - wie du schreibst - im positiven wie im negativen Sinne ereignisreich. Ich stell mir vor, dass du da einiges zu berichten haben wirst. Von dem, was dich erfreut hat, aber auch vom dem Schwierigen. Ja - ich gebe dir absolut Recht, wenn du schreibst: Ich habe gelernt und bin mir dessen auch bewusst, dass man einem Menschen nur helfen kann, wenn dieser ehrlich ist, zumindest gegenüber der Vertrauensperson, hier denn der Psychotherapeutin. Denn ohne Vertrauen, ohne Offenheit, sich zu zeigen, mit dem was an unterschiedlichen Gefühlen, Gedanken, Impulsen, Erinnerungen, Plänen (...) in einem ist, stochert die Psychotherapeutin im Nebel. Und es ist sehr schwierig, dass Verständnis wachsen kann.

Du fragst konkret nach, inwieweit dir die Psychotherapeutin zur Seite stehen könnte. Ich würde dich gerne ermutigen, dass du sie genau das fragst. Ihr sagst, dass du momentan keine Therapie anderweitig beginnen kannst, dass du Sorge hast, dass du aber vielleicht nicht mehr kommen darfst, dass dir die Termine mit ihr sehr wichtig sind und dass dich der betreffende Satz sehr beschäftigt. Stichwort: Klarheit schaffen und Orientierung.
Momentan scheint es wohl so zu sein, dass ihr bestimmte Themen miteinander besprecht, andere bisher nicht oder noch nicht zur Sprache kamen. Etwa aus der Sorge heraus, dass dich das Auspacken dieser schweren Themen sehr belasten könnte. Nun hast du aber den Eindruck, dass es wichtig wäre. Dass diese Themen zumindest benannt werden sollten. Weil sie in dir ( vermutlich) sehr lebendig sind, dich beschäftigen, mit der momentanen Situation zusammen hängen. Und auch da gilt: ich würde dir wünschen, das du es wagst, das anzusprechen. Dass es da noch etwas gibt, dass du aber unsicher bist, ob es hier der passende Platz, der passende Zeitpunkt ist. Aber dass du eine Idee bräuchtest, wie du damit weiter umgehen könntest.

Es scheint ja so zu sein, dass du mit Beginn des FSJ im August keine Termine mehr an der Beratungsstelle wahrnehmen kannst. Insofern halte ich es für eine gute Idee, dass ihr miteinander verabredet, wie ihr die Zeit bis dahin gut nützen könnt. Z.B. gemeinsam in den jeweiligen Kalendern schauen, wie viele Termine möglich sind, welche Themen ihren Platz haben sollten und auch schon mal schauen, wie es ab August dann weiter gehen könnte. Denn ich vermute, dass du dir auch da nich Begleitung und Unterstützung an deiner Seite wünschst.

Viele herzliche Grüße
bke-Zita

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