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17.06.2020, 11:28 Uhr | Sany2018
Jetzt gerade im Moment fühle ich mich ganz schlimm getriggert....

Ich weiß nicht, wie ich das am besten formulieren kann, damit meine Anonymität gewährleistet bleibt.

Infolge Corona kann eine Bildungswoche nicht in Form von Präsenzveranstaltungen ablaufen, demnach leisten wir sie gerade Online ab.

Heute haben wir einen Dozenten da, der Themen auf den Tisch bringt, die mich unmittelbar betreffen oder betroffen habe, Depressionen, Kontakt zu Suizidalität, Missbrauch, Medikamente, sogar der Name des Medikaments hat gestimmt, ich kann das gerade ganz schwer aushalten, muss aber teilnehmen, weil ich diesen Teil sonst nachholen müsste, um die Bescheinigung zu bekommen.

Ich habe gerade einfach Angst, was in und mit mir passiert, wenn wir um 17Uhr die Veranstaltung beenden und ich so getriggert alleine bleiben muss *crying*
18.06.2020, 13:08 Uhr | bke-Ina
Hallo Sany,

vielen Dank für deine ausführliche Schilderung deines Erlebnisses gestern.

Ich finde es mutig von dir, zu der Veranstaltung gegangen zu sein, ohne genau zu wissen, worauf du dich einlässt. Sicherlich war die vom Dozenten gewählte Form, euch das Thema nahe zu bringen für viele Kommilitonen aufschlussreich und interessant und ich denke, das war die Absicht des Dozenten. Dass diese Form in das Thema einzuführen für einige triggernd und damit belastend sein könnte, hat er dabei vielleicht nicht genug bedacht. Meinst du es wäre für ein nächstes Mal eine Möglichkeit, vorher mit ihm abzuklären, wie der Tag abläuft, damit du dich da besser schützen könntest.

Dass dir immer wieder triggernde Dinge im Alltag begegnen, ist einerseits wahrscheinlich unumgänglich, andererseits kann ich gut nachvollziehen wie schwierig das oft sein kann. Beim Lesen habe ich jedoch den Eindruck, dass du für viele Situationen schon einen guten Umgang gefunden hast.

Du fragst, ob es immer so bleiben wird, dass du in alltäglichen Situationen getriggert wirst. Ich kann mir vorstellen, dass das Ausmass mit welchem du diese Träger erlebst mit der Zeit nachlässt. Vielleicht könnte auch eine Aufarbeitung des ursprünglich traumatischen Erlebnisses helfen, dass du weniger Trigger, oder diese in eine abgeschwächten Form erlebst. Vielleicht hat sich dein Erleben auch bisher schon ein Stück weit verändert?

Ich wünsche dir, dass du heute noch etwas Ruhe findest.

Liebe Grüße,
bke-Ina
18.06.2020, 11:55 Uhr | Sany2018
Ich möchte nur kurz zurückmelden, wie es für mich gestern weiterging.

Trigger sind mir schon einige Male begegnet, leider lässt sich das nicht vermeiden, weil vieles auch zufällig passiert, beispielsweise, dass man jemanden sieht, der ähnlich aussieht wie XY oder etwas hört, das einem erinnert. Gestern beziehungsweise der Art von Trigger, dem ich gestern begegnet bin, der war neu für mich. Man hört in den Nachrichten, man liest in der Zeitung oder man sieht in Filmen oder in der Werbung Sequenzen, die ebenso zur Erinnerung führen, allerdings sind das ebenso Zufälle und sie halten meist nur wenige Sekunden an und schon geht es mit einem nächsten Thema weiter, d.h. die Konfrontation damit ist da, aber nicht anhaltend und oft auch nicht intensiv, vor allem aber kann man wählen, ob man das aushalten kann oder nicht, indem man die Option hat umzuschalten, wegzusehen oder nicht hinzuhören. Gestern war kein Zufall, ich wusste, dass es um diesen Bereich gehen wird, ich wusste, dass ich teilnehmen muss und keine Option habe, ich wusste, dass ich von 8:00-17:00Uhr mit der Psyche konfrontiert sein werde, ich wusste nicht, um welche Themen genau und ich wusste nicht in welcher Form.

Die Form des Dozenten gestern war eine sehr direkte, er hat beispielsweise unsere Namen, die er zum ersten Mal las, für Fallbeispiele verwendet, er war sehr detailliert und schonungslos ehrlich. Ich habe mich gefragt, warum, er als Psychotherapeut muss doch wissen, dass er triggern könnte, zudem er uns alle nicht persönlich kennt und somit auch nicht weiß, ob eine Betroffenheit besteht. Ja, er hat gesagt, dass man jederzeit Stopp sagen kann und er hat uns gefragt, wie es uns damit ging, aber oft wusste man nicht, wozu genau er einen als Beispiel brauchte und nach dem Stopp war es bereits ausgesprochen und in unseren Köpfen.

Mich haben viele seiner Beispiele, der detaillierte, lange Input und meine Betroffenheit gestern sehr mitgenommen. Ich habe sehr lange nicht schlafen können und habe lange gegrübelt. Heute geht es mir wieder besser, aber ich frage mich nun, ob ich mein lebenslang durch Zufall oder eben nicht getriggert werden kann und immer wieder so leiden muss, das hält doch niemand aus....
17.06.2020, 17:43 Uhr | Sany2018
Ich habe, nach fast einem Jahr ohne, wieder eine Mailberatung hier begonnen und mir ein bisschen was von der Seele geschrieben, eigentlich wollte ich keine mehr beginnen, aber ich konnte nicht anders eben..

Aber die Gefühle, die kann mir gerade niemand nehmen.

Ich danke dir von Herzen, dass du nachfragst!
17.06.2020, 17:32 Uhr | Melli2
Hallo Sany,

was könnte dich ablenken und dir gut tun? Natürlich ohne dir zu schaden. Kannst du mit jemandem reden oder schreiben?

Liebe Grüße
Melli
17.06.2020, 17:28 Uhr | Sany2018
Danke, dass du an mich denkst!

Mir geht es nicht gut...ich bin gerade wieder so sehr in diesen Themen drin. *sad*
17.06.2020, 15:58 Uhr | Melli2
Hallo Sany,

wie geht es dir inzwischen?

Stärkende Grüße
Melli
17.06.2020, 12:12 Uhr | Sany2018
Jetzt gerade kann ich das noch nicht, ich fühle mich so involviert, so mittendrin, die Zahlen, die Beispiele, der Umgang damit, die Kommentare, das sich darin wieder erkennen....
17.06.2020, 11:52 Uhr | bke-Fiona
Hallo sany,

vielleicht könnte dir der Gedanke an zwei Stühle helfen - der eine ist dein persönlicher, der andere ist der fachliche, bei dem du über bestimmte Bereiche informiert wirst.
Der eine hat mit dem anderen nichts zu tun, und du kannst dich immer wieder beim Zuhören fragen, auf welchem Stuhl du gerade sitzt.

Und, du könntest für heute Abend überlegen, was dir gut täte, damit du nicht in die Gedankenspirale hineingezogen wirst - z.B. einen längeren Spaziergang zum "Auslüften" machen, dir einen Film heraussuchen, überlegen, wen du anrufen könntest.

Das Gute ist, dass du spürst, was da gerade bei dir abläuft , dass du es steuern kannst : )

liebe Grüße, bke-fiona

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