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29.06.2020, 18:59 Uhr | dreamscometrue
Hallo zusammen,

das ist mein neuer Thread. Er hat den gleichen Namen wie der vorherige, weil es eigentlich der vorherige Thread ist, nur mit ein bisschen frischem Wind und einer kleinen Durchlüftung. *wink* Ich werde, wie man es vielleicht schon von mir kennt, meine Gedanken und Gefühle hier reinschreiben und hoffe, dass es nicht zu poetisch wird. Wenn doch, tut es mir Leid. *hypocritically* Ich kann hin und wieder sehr anstrengend sein, vermutlich hauptsächlich für mich selbst, dafür entschuldige ich mich jetzt schon und hoffe, dass ihr mich trotzdem aushalten könnt.

Kleiner Reminder an mich selbst, weil heute kein guter Tag war und weil der nächste ungute Tag bestimmt kommen wird: "Du hast nicht so viel Zeit wie du denkst. Das Leben gibt dir manchmal keine zweiten Chancen und es bereitet dich nicht immer auf alles vor. Nicht alles ist fair und du wirst niemals alles verstehen. Aber es lohnt sich zu leben, es lohnt sich so sehr."
Zuletzt editiert am: 28.12.2021, 19:47 Uhr, von: bke-Milah
30.11.2023, 20:31 Uhr | Socke2005
HeY dream,
ich würd dir gern so viel sagen, aber ich bekomms grad nicht hin,
Danke für die tollen guten hilfreichen Chats mit Dir.
Pass gut auf Dich auf bite. Du schaffst das.
Und Du wirst mir hier fehlen.
Ganz viel Kraft und Mut und Licht für Dich. *hug*
Lg Socke
"Und da ich auf dieser Erde, keinen Weg finde,
so gehe ich einfach fort, in eine andere Welt."
30.11.2023, 19:17 Uhr | dreamscometrue
Danke euch allen! *hug*

For the highs and lows
and moments between,
mountains and valleys
and rivers and streams.
For where I am now
and where I will go.
For “I’ve always known,”
and “I've told you so.“
For “nothing is happening,”
and “all has gone wrong,”
It is here on this journey,
I'll learn to be strong.
And to get where I headed,
I am right where I belong.


Macht's gut. *bye*
30.11.2023, 18:52 Uhr | -Silbermond-
Liebe Dreams,

ich finde auch, du hast total schöne und passende Worte für deinen Weg des Erwachsenwerdens gefunden - Worte, die auch mich sehr berühren. Worte aus denen viel Mut, Lebenswillen und Zuversicht spricht.

Gerade weil ich dich hier in schwierigen und dunklen Zeiten, manchmal sehr verzweifelt, erlebt habe, finde ich umso bewegender zu lesen, wie du darauf zurückblicken kannst, auch mit Dankbarkeit das Leben nimmst wie es ist und mit neu gewonnener Stärke nach vorne blicken kannst - ja, immer wieder aufstehst und dem Leben zugewandt bleibst. *hug*

Das stimmt mich ganz zuversichtlich, dass du deinen Weg gehen wirst, mit all den Hürden, die er mit sich bringt und ich wünsche dir dabei immer wieder Anker & Menschen an deiner Seite, die dich im Leben halten und durch helle und dunkle Tage begleiten, dir weiterhin zeigen, wie wichtig und wertvoll du bist und dass du auf diesem Weg die Hoffnung, die deine Worte hier so zum Funkeln bringen, nie verlierst. *happy*

Möge jeder neue Tag dir die nötige Kraft & Stärke verleihen, weiterhin deinen Weg zu finden und zu gehen. ☆

Wir glauben an dich, Dreams!

Alles Liebe & Gute für dich, mach's gut *hug*,
Silbermond
.・✫・゜・。Ich schicke dir einen Engel, und sei er noch so klein, er möge immer bei dir sein.・。.・゜✭・
30.11.2023, 17:39 Uhr | bke-Stephan
Liebe Dreams,

wir haben hier einige Jahre und viele 100 Postings zusammen verbracht. Dein langes Abschiedsposting hat auch mich gerührt. Und natürlich ist es doof, dass Du hier gehen musst. Aber es ist auch gut so. Altes abschließen und neues anfangen, das ist, wie ich finde, für alle Menschen wunderbar, macht Entwicklung möglich und ganz oft auch einfach Spaß, auch wenn es zu Beginn anstrengend sein kann.

Und wegen Entwicklung: Da kannst Du Dir echt auf die Schulter kloppen *props* was Du die letzten Jahre so hinbekommen hast. Und wie viel Du anderen geholfen hast. Ich erinnere mich an Deine Tipps gegen Langeweile. Sicher gab es eindrücklichere Ideen von Dir, aber die haben mir echt gut gefallen und ich kann mir gut vorstellen, dass die gerne gelesen worden sind:
• spazieren gehen (schöne Fotos von sich machen, die Natur fotografieren,...)
• Zimmer umgestalten (umstellen, umdekorieren, Bilder aufhängen,...)
• aussortieren, aufräumen, putzen,...
• kochen, backen, Eis selbst machen,...
• Bücher lesen (Ich empfehle: "Das Café am Rande der Welt" oder "Fänger im Roggen")
• telefonieren, videochatten,...
• puzzlen (hört sich kindisch an, ist gegen Langeweile aber effektiv)
• Sport machen (joggen gehen, Home-Workouts machen, Yoga betreiben,...)
• Serien schauen, Filme schauen, Podcasts hören, Hörbücher hören,...
• Spieleabende mit der Familie oder mit Freunden veranstalten
• malen, basteln, schreiben, nähen, Bilder in ein Fotoalbum kleben,...
• sich entspannen (Gesichtsmaske machen, Fingernägel lackieren, baden, meditieren,...)

Aber zu Dir, liebe Studentin Dreams (hättest Du das gedacht, dass Du da hinkommst, zu studieren? Also ich schon *cool* ), ja, "Deine Welt ist eine andere geworden." Und wird sich noch ein paar mal ändern. Ich wünsche Dir sehr, immer zum Guten.

Und meinen Lieblingswunsch kennst Du womöglich: Ich wünsche Dir jeden Tag gute Musik. *singing*

Machs gut, liebe Dreams, ★☆⭐︎☽✦✧☮︎

bke-Stephan
30.11.2023, 11:12 Uhr | bke-Kira
Liebe Dreams,

danke für deine wunderbaren Abschiedsworte.

Sie berühren mich sehr und nehmen uns alle irgendwie mit: bestimmt ganz individuell und auf eigene Art und Weise. Mich auf jeden Fall hast du mitgenommen und ich kann sie gut nehmen. Irgendwie hast du diese Augenblicke des Anfangs und der Beendigung der Beratung im Verlauf der Zeit betrachtet und somit so eine Offenheit geschaffen und die ganzen Momente im Leben, Lebenssituationen, Höhen und Tiefen philosophisch und klug, reif und leicht, besonders und tief betrachtet.

Danke Dir für diese Offenbarung sowie für die Zeit hier mit uns und mit dir selbst, deine Bereicherung und Anteilnahme.

Wähle auf deinem Weg immer wieder Liebe, Freude, Entwicklung und Weisheit. Du bist wichtig!

Herzlich grüßt und sagt dir auch Tschüss!

bke-Kira *bye*
Zuletzt editiert am: 30.11.2023, 11:13 Uhr, von: bke-Kira
30.11.2023, 10:28 Uhr | dreamscometrue
Heute ist mein letzter Tag hier...

Ich möchte mich bedanken für eure lieben Abschiedsworte und auch für das Lesen meines langen Abschiedstextes. Ich habe mich darüber sehr gefreut. *hug*

Ich würde gerne noch länger hierbleiben und ich bin jetzt doch sehr traurig, dass ich gehen muss. Auch, wenn ich es sicherlich schaffen werde, wird es mir sehr fehlen...
19.11.2023, 18:24 Uhr | bke-Hana
Liebe dreams,

oh je, dein Abschied von der bke-onlineberatung steht schon vor der Tür *sad* Du hast ihn gestern sozusagen ganz offiziell im Forum eingeläutet und mit wunderbaren Worten beschrieben, wie es dir in den vergangenen Jahren erging, was du durchlebt hast, wie du dich entwickelt und dich mit der Zeit verändert hast. Ich bin echt berührt davon.

Es ist total schön zu lesen, wie du vor inzwischen einigen Jahren zu uns und dann auch zu einer örtlichen Beratungsstelle gefunden hast und die Hilfe, den Austausch, die Unterstützung nutzen und Halt finden konntest, um deinen zwischendurch immer wieder mit spitzen Steinen gespikten Weg weiter gehen zu können. Du selbst hast das als eine Reise beschrieben, auf der du vieles gelernt hast und weiterhin lernst. Eine Reise, auf der du oft auch verzagt warst, bei der du dann nicht wusstest, wie es weiter gehen soll, auf der du dann aber auch wieder Möglichkeiten gefunden hast, aufzutanken und weiter zu gehen. Eine Reise, so denke ich, für die du viel Kraft brauchtest und auf der du dann Stück für Stück Antworten für dich finden konntest.

Und ja, inzwischen bist du erwachsen und irgendwie eine andere geworden. Eine junge Frau, die ihr Leben zu nehmen weiß und die trotz Schmerzen und Leid für sich entschieden hat, das Leben immer wieder anzulachen.

Dreams, du Liebe, genau das wünsche ich dir: Das du Freude empfindest, dass du Lachen und Lächeln kannst, dass du in schweren Zeiten weißt, dass es sich dafür lohnt, weiterzumachen. Das du dir erträumst was du willst und dass deine Träume in Erfüllung gehen!

Die kleinen leuchtenden Präsente von bke-Lana und Nachthimmel haben mich animiert darüber nachzudenken, was du für deine weitere Reise denn sonst nocht gebrauchen könntest. Da sind mir zwei Kleinigkeiten eingefallen die ich dir mitgeben mag. Eine Kerze, die dir ebenfalls den Weg beleuchtet und deren Licht auch Ruhe und Gelassenheit bringt. Und ein Schlüssel - Achtung, jetzt wird's etwas kitschig - dir zu zufriedenen und glücklichen Momente verhilft. Den hast du schon längst in dir, aber vielleicht kann er dich immer mal wieder symbolisch daran erinnern.

Jetzt bleibt mir Ade und Auf Wiedersehen zu sagen. Ich freue mich, dass wir und ich dich ein Stück begleiten durften und wünsche dir von Herzen alles Gute
bke-Hana
18.11.2023, 23:18 Uhr | Elen000
Heyy Dreams,

auch wenn wir hier bei der bke eher weniger gemeinsam zu tun hatten möchte ich dir ein paar Worte mit auf deinen Weg geben..

Als ich deine Worte las war ich wirklich total berührt, ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper! Es ist erstaunlich wie sehr du dich entwickelt hast und was du bisher schon alles erreicht hast. Und wie gut du reflektieren kannst! Das ist einfach - Wow! Du kannst wirklich stolz auf dich sein!!

Ich wünsche dir auf deinen weiteren Weg noch ganz viele Menschen die dir zeigen wie wertvoll und wichtig du bist und die wohlwollend dir gegenüber sind. Und ich wünsche dir auch noch ganz viele neue Erfahrungen und Erlebnisse aus denen du wachsen kannst, hier und da mal einen kleinen Engel an deiner Seite der dich beschützt und dich stützen kann wenn du es brauchst und sonst ganz viel Kraft auch auf einigen Strecken die du alleine meistern musst! Was Abschiede angeht bin ich bisschen wie bke-Lana. Ich kann nicht in Worte fassen was ich fühle oder am liebsten ausdrücken möchte aber ich wünsche dir von ganzem Herzen alles gute auf deinen Weg!

Ganz herzliche und warme Grüße,
Elen *hug*
18.11.2023, 22:08 Uhr | Nachthimm3l
Hallo liebe Dreams,

ich finde es super traurig, dass du bald gehen musst und ich werde dich hier vermissen. Ich bewundere dich für all deine Kraft und den Mut den du immer wieder aufgebracht hast. Für all die Dinge die du geschafft hast, dass du immer wieder weiter gekämpft hast. Nach jedem Rückschlag hast du trotzdem weitergemacht. Ich bewundere auch deinen Optimismus und finde dich super reflektiert und du bist eine wirklich tolle Person! Ich glaube ganz fest daran, dass du deinen Weg findest und auch weitere Hürden, Steine, Täler, Hügel, Stoppschilder etc überwinden wirst. Ich glaube da ganz ganz fest an dich! Und ich wünsche dir, dass dir auf deiner Straße immer wieder Bänke (oder auch mal ein Baumstumpf, eine schöne Lichtung, einen schönen Ausblick, ...) zum Pause machen begegnen, auf denen du dich kurz ausruhen kannst - wenn der Weg mal anstrengend ist - bevor es wieder weiter geht, kleine Trampelpfade, die du erkunden kannst und dich auf deinem Weg weiter bringen und dass immer wieder Personen auftauchen werden, die dich ein Stück begleiten und unterstützen, die dir den Weg erleichtern, mit denen du Spaß hast. Und ganz viele Momente, die dir Freude bereiten. Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles alles Gute und weiterhin viel Kraft!
bke-Lana hat dir schon eine Taschenlampe geschenkt, die du einschalten kannst, wenn der Weg zu dunkel ist. Ich möchte dir zusätzlich noch eim Glühwürmchen mitgeben, damit du immer jemanden bei dir hast und falls das Licht der Taschenlampe mal ausfällt, damit du in der Dunkelheit nicht alleine bist, bis die Taschenlampe wieder funktioniert.

Ich bin total stolz auf dich und danke, dass ich dich kennenlernen konnte/durfte!

Alles Liebe *hug*
Zuletzt editiert am: 18.11.2023, 22:12 Uhr, von: Nachthimm3l
18.11.2023, 20:33 Uhr | bke-Lana
Guten Abend liebe Dream!

Ist es echt schon fast so weit bei dir? *blushed* Danke für deine ehrlichen und aufmunternde Worte!!!
Das ist so schön, wie du dich entwickelt hast und wie du heute auf dein Leben im Jetzt und in der Zukunft blickst. Natürlich geht es wie Butter runter, dass auch bke ein Teil an deinem Leben und Entwicklung teilhaben konnten. *kissing*

Irgendwie bin ich überhaupt kein Abschiedsmensch und finde nicht wirklich die passenden Worte. *props* Aber ich weiß, was ich immer mit meiner Seele und Herzen spüre und das ist echt schwer in Worte zu fassen. Beim Lesen deiner Zeilen wird es mir ganz warm ums Herz, es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und ich sehe dich, wie du lächelnd und winkend ins Licht der Zukunft gehst.

Liebe Dream, ich wünsche dir für deine Zukunft Wege, die du gut beschreiten kannst, ob mit jemanden oder Teilstrecke auch mal alleine. Ich wünsche dir Wege, die nicht nur gerade aus, sondern manchmal auch etwas kurvig sind, weil hinter der Kurve könnte etwas Überraschendes, neues, unvorhersehbares (komisches Wort…gibt es so ein Wort überhaupt…je öfter ich es lese, desto komischer klingt es…egal!) stecken. Ich wünsche dir Leichtigkeit beim Beschreiten dieser Wege und schenke dir eine Taschenlampe, die du einschalten kannst, wenn der Weg zu dunkel ist. Es soll dir Licht, Mut, Zuversicht und Vertrauen schenken!

Alles Liebe für dich Dream! *hug*
bke-Lana
18.11.2023, 18:09 Uhr | dreamscometrue
Hallo zusammen,

ich habe lange überlegt, wie ich diesen Beitrag verfassen soll, da ich nicht so recht die richtigen Worte gefunden habe. - Und ehrlich gesagt auch gar nicht bereit für sie bin. Aber wann war ich jemals schon bereit für irgendetwas? Ich bin vorletzte Woche 21 geworden und kann somit nur noch rund zwei Wochen hier sein. Die restliche Zeit würde ich nun gerne nutzen, um "Tschüss" zu sagen und meine Zeit hier ein wenig Revue passieren zu lassen.

Als ich 2020 auf Empfehlung einer Schulsozialarbeiterin auf die Seite der bke gestoßen bin, war ich gerade 16 Jahre alt geworden und wir steckten mitten in der Corona-Pandemie. Mir ging es seit längerer Zeit schlecht und ich wusste nicht wohin mit mir. Ich vermisste die Schule, ich vermisste meinen kürzlich verstorbenen Freund, meine Eltern stritten sich permanent und ich erfuhr kaum Unterstützung von meiner Familie. Als sich schließlich die Schulsozialarbeiterin ebenfalls von mir abwendetete und auf Mails einfach nicht mehr reagierte, eröffnete ich eine Mailberatung und schrieb auch ins Forum. Ich hatte Angst erneut abgewiesen zu werden, aber ich wollte dem Leben und mir nochmal eine Chance geben. Es dauerte zwar eine Weile, aber irgendwann konnte ich spüren, dass am anderen Ende liebevolle Menschen sind, denen ich mich anvertrauen kann. Die für mich da sind, die mir Trost spenden und die mir Halt geben. Menschen, vor denen ich keine Angst haben muss, weil sie es gut mit mir meinen. Ich konnte aufatmen, denn zum ersten Mal seit langem fühlte ich mich wieder aufgehoben.
Gemeinsam mit Überredung und Bestärkung meiner Mailberaterin schaffte ich es, mich an eine Beratungsstelle zu wenden, wo ich eine wundervolle Therapeutin (die mich bis heute begleitet) fand. Von da an war ich auch im echten Leben nicht mehr alleine. Ich erfuhr, warum ich so bin wie ich bin und machte mich los auf eine lange Reise, die bis heute andauert. Eine Reise, die mir vor allem eines vor Augen führte: Dass es auch wohlwollende Menschen gibt. Menschen, die ein offenes Ohr haben und manchmal sogar zwei. Menschen, die blöde Tage mit mir aushalten und gute Tage mit mir feiern. Menschen, die mir ein Taschentuch reichen, wenn Tränen kullern. Und Menschen, die mich nicht fallen lassen, auch wenn ich manchmal ganz unerträglich und schwierig sein kann.
Ich veränderte mich und ich wuchs mit meinen Aufgaben - aber das Leben schien an so manchen Tagen einfach ohne mich weiterzulaufen und ich musste schmerzliche Zeiten erleben: Die Trauer um meinen Freund. Die Zurückweisungen meiner Eltern. Das ungeliebt Sein. Angst. Depressionen. Dissoziationen. Nicht zuletzt schlich sich die Erkrankung in mein Leben und veränderte alles.

Dennoch: Ich bin erwachsen geworden. Irgendwo zwischen all den guten und schlechten Tagen. Zwischen lachenden und weinenden Augen. Zwischen Euphorie und Melancholie. Irgendwo da, wo Freude und Leid so nah beieinander lagen. Ich bin von zuhause ausgezogen in eine ganz neue Stadt, die nun meine Heimat ist. Ich habe mein Studium begonnen. Ich stecke mitten im Praxissemester, das ich über alles liebe. Die tiefe Trauer um meinen Freund hat sich zu liebevoller Erinnerung gewandelt. Und der kleinen dreams kann ich nun selbst das geben, was ihre Eltern ihr nicht geben konnten. Meine Welt ist eine andere geworden. Und ich bin auch eine andere geworden. Die Zeit hat so manche Wunden geheilt und ich stehe mit beiden Beinen im Leben. Manchmal etwas wackelig, manchmal mit je einer Krücke rechts und links - aber trotzdem immer aufrecht und mit dem Blick nach vorne gerichtet. Stets wissend, dass es immer Tage geben wird, an denen ich Rückschritte machen werde. Tage, an denen ich am Abgrund stehe. Tage, an denen ich mich unter der Bettdecke verkriechen will und Tage, an denen ich nur Schmerz und Leere fühle. Aber auch stets wissend, dass es immer wieder Tage geben wird, an denen ich ein bisschen lachen kann. Tage, die weniger beschissen sind und Tage, an denen ich lieben kann, auch wenn es nicht immer das Leben sein wird. Es wird schlechte Tage geben, aber es wird auch immer wieder bessere Tage geben. Und am Ende werden es alle Tage sein, dessen Eindrücke ich mit mir nehme. Die negativen werden mich brechen und die positiven werden mir neues Leben geben. Aber eines ist sicher: Am Ende wird es nur am mir liegen, für welche Tage ich mich zu leben entscheiden werde. Also habe ich beschlossen weiterzumachen. Weiterzumachen zwischen guten und weniger guten Tagen. Zwischen Bauchkrämpfen und Arztbesuchen. Zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Zwischen Dissoziation und Assoziation. Zwischen Liebe und Trauer. Weiterzumachen, weil es immer mindestens einen Grund mehr gibt zu leben, als um zu sterben. Ich weiß jetzt, dass es okay ist, hin und wieder Rückschritte zu machen, sich ab und an ein wenig im Kreis zu drehen, alte Wunden zu entdecken und neue schlagen zu lassen. Das ist dann kein Spiegel meines Versagens, sondern ein Spiegel, der mir zeigt, wie weit ich schon gekommen und wie viel weiter ich noch gehen werde...

Ich möchte mich bei euch allen bedanken, bei den Usern und auch bei den Mods, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Die zugehört haben, die gute Ideen und Tipps hatten, die auch mal schlechte Phasen mit mir ausgehalten haben und die mir stets das Gefühl gegeben haben, dass ich mit meinen Gefühlen nicht alleine bin. Ihr habt mich ein Stück beim Aufwachsen begleitet. Und jetzt bin ich es - erwachsen. Worte können nicht ausdrücken wie dankbar ich dafür bin und wie traurig es mich macht, dass dieser Weg nun bald zu Ende geht. Es wird mir vieles fehlen - auch wenn ich vieles gar nicht mehr brauche. War es doch eine Konstante in meinem Leben, die mir Sicherheit schenkte und zu der ich zurückkommen konnte, wenn meine Beine doch mal wieder wackelig wurden. War hier doch auch oft mein einziger Kontakt zur Außenwelt, wenn meine Erkrankung mich an meine vier Wände fesselte. Es wird eine Umstellung werden, hier nicht mehr schreiben zu können...
Abschiede sind nicht leicht - aber sie gehören dazu. Und manchmal sind sie notwendig, damit etwas neues wachsen kann. Ich werde meinen Weg schon finden - hoffentlich. Und ich wünsche euch allen, dass ihr auch euren Weg findet. Und dass es ein schöner Weg sein wird. Ein Weg bepflastert mit Blumen und Blüten. Ein Weg, der euch zeigt, dass hinter allen dunklen Wolken die Sonne trotzdem scheint.

Es gibt sie vielleicht gar nicht - die richtigen Worte, von denen ich am Anfang gesprochen habe oder den richtigen Zeitpunkt für sie -, aber vielleicht muss es sie auch gar nicht geben. - Weil das Leben nämlich keine perfekt gerade Linie ist, sondern ein lange Straße mit Kreuzungen und Hügeln, mit Auf und Abs und Stoppschildern...

Ihr werdet mir fehlen. *hug*

dreams
16.09.2023, 21:12 Uhr | bke-Zita
Hallo dreams,
danke dir für deinen ausführlichen Bericht über deine Erfahrungen im Praxissemester.
Es war sehr schön zu lesen, dass dir die Arbeit (trotz der doch echt mehr als herausfordenden Woche !) viel Spaß macht. Dass du vieles machen, dich ausprobieren und dein pädagogisches Geschick, deine Fertigkeiten und dein Einfühlungsvermögen zeigen darfst.
Dennoch war insbesondere das, was du mit den beiden Jungs beim gemeinsamen Spaziergang erlebt hat, echt heftig ! Musste ein paar mal schlucken, als ich deine Schilderung las. Mich hat beeindruckt, wie du damit umgegangen bist. Etwa, dass du es durch deine beherzte Intervention geschafft hast, dass der Junge den Stein zur Seite gelegt hat. Und dass du nach eurer Rückkehr gleich der zuständigen Fachkraft erzählt hast, was alles brenzliches und gefährliches passiert ist. Und - dein Gefühl, dass die erste „Klärung“ nicht wirklich befriedigend war - es hat dich nicht getäuscht. In dem Sinn, dass dann am nächsten Tag noch eine Krisenintervention durch erfahrene Fachkräfte stattfand. Und die noch einmal ganz klar gemacht haben, dass dir die Aufgabe, alleine mit den betreffenden Jungs unterwegs zu sein, niemals hätte gegeben werden dürfen. Ich kann mir vorstellen, dass dir sowohl die Entschuldigung als auch die Rückmeldung gut getan haben, dass du alles richtig gemacht hast ! Und dass dich die Reaktion der Fachkräfte und die klare Positionierung noch mal sehr beruhigt haben. Puh ! Eine heftige Erfahrung.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du im Praktikum viel lernst. Über dich, über das Verhalten von Kindern in schwierigen Kontexten, aber auch über Grenzziehungen und die Gefahr, über Grenzen zu gehen. Denn der Grat zwischen: mir wird etwas zugetraut (z.B. VB-Bus fahren), ich trau mir was zu einerseits und andererseits - mir wird mehr zugemutet, als eine Person alleine tragen kann, der kann schmal sein. Ich seh auch deine überlangen Arbeitszeiten skeptisch …. Von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr, das sind 14 Stunden ….. und damit deutlich über dem, was gesetzlich erlaubt ist. Ich hoffe, dass diese mehr als überlangen Arbeitstage und eine 50 Std. Woche die große Ausnahme sein mögen.

Gib gut auf dich acht, das möchte ich dir gerne mitgeben. Freu dich an dem, was du kannst, freu dich an dem, was dir gelingt, an den guten Begegnungen mit den dir mit anvertrauten Kindern und den positiven Rückmeldungen der Fachkräfte. Unendlich wertvolle Erlebnisse. Die dir gut tun mögen, dich stärken und dich ermutigen, dass du DEINEN sehr guten persönlichen und beruflichen Weg beschreitest.
Und: ein herzlicher Gruß auch an deinen Darm. Der dir gerade viel möglich macht.

Dir alles Gute für diesen freien Abend und vielleicht hast du ja auch morgen noch frei. Und kannst den Tag so gestalten, wie er dir momentan gut tut, dir Kraft gibt und so viel Ruhe & Muße, wie du gerade brauchst.
Viele Grüße *hug*
bke-Zita
Zuletzt editiert am: 16.09.2023, 21:54 Uhr, von: bke-Zita
16.09.2023, 17:08 Uhr | dreamscometrue
Hallo,

ich wollte mal wieder ein bisschen über mein Praxissemester berichten, da ich heute frei habe und letzte Woche sehr viel passiert ist. Ich entschuldige mich jetzt schonmal für den langen Text und möchte zur Sicherheit auch eine Triggerwarnung für das Thema Gewalt aussprechen, da es an manchen Stellen meines Textes darum gehen wird.

Mein Praxissemester läuft weiterhin sehr gut und die Arbeit macht mir wirklich viel Spaß. Ich darf bereits viele Aufgaben übernehmen und ich habe das Gefühl, dass mir schon sehr viel zugetraut wird. Am Montag durfte ich sogar mit zwei Jungs (und dem riesigen VW Bus *cyclops*) zum Fußballtraining fahren und sie dort alleine begleiten, wonach wir sogar zusammen den Wocheneinkauf machen durften. Es hat bis auf kleine Streitigkeiten zwischen den Kindern super geklappt und zur Belohnung haben die beiden ein Eis bekommen.

Dieses "alleine begleiten" wurde mir am Donnerstag allerdings ein bisschen zum Verhängnis. Ich ging mit zwei anderen Jungs spazieren. Zunächst lief alles super. Wir erzählten Witze und redeten über den kürzlich gestarteten Schulunterricht. Dann kam plötzlich ein Auto, worauf ich die beiden Kinder gebeten hatte von der Straße zu gehen. Der eine Junge (mit Impulskontrollstörung) stellte sich jedoch mitten auf die Straße und wedelte freudig mit den Armen. Ich zog ihn zur Seite, doch er riss sich los, sprang wieder auf die Straße und setzte sich hin. Der Autofahrer machte eine Vollbremsung und kam vor dem Kind zum Stehen. Zum Glück. Ich kündigte den beiden Jungs an, dass wir jetzt sofort zurückgehen werden, da diese Situation mir zu unsicher sei und ich ein solches Verhalten nicht akzeptieren könne und auch nicht wolle. Die beiden liefen bereitwillig mit, begannen jedoch nach einiger Zeit mit Ähren nach mir zu schlagen. Sie haben richtig gepeitscht, sodass ich nun blutende Wunden am Arm habe, die aussehen wie aus der Zeit meiner Selbstverletzung. Nicht sehr schön anzusehen.
Ich habe in der Situation alles mögliche versucht, was ich schon so gelernt und bei anderen Mitarbeitern bisher beobachtet habe. Gefühle validieren, Spiegeln, auf die Beziehungsebene gehen, das Kind von 20 runter zählen lassen, andere Wutangebote gemacht,... Nichts hat genutzt, sie haben weitergemacht und sogar mit kleinen Steinen in mein Gesicht geworfen, sodass ich auch dort Aufschürfungen bekam. Der eine Junge nahm sogar einen riesen Stein und kündigte an ihn in mein Gesicht zu werfen. Ich habe ihm gut zugeredet, worauf er den Stein zur Seite gelegt hat. Ich war überrascht, weil ich nicht angenommen hatte, dass meine Worte noch irgendwie zu ihm durchgekommen waren, aber scheinbar war noch ein kleines bisschen an Impulskontrolle vorhanden, um den großen Stein nicht zu werfen.
Kurz vor der Wohngruppe angekommen rannten beide Kinder weg, wonach ich sie erst wieder auf dem Hof antraf. Sie sind mir zum Glück nicht entwichen. Die zuständige Fachkraft, der ich natürlich sofort alles erzählte, beruf ein klärendes Gespräch ein, worauf die beiden Kinder sich bei mir entschuldigten. Währenddessen haben sie allerdings gegrinst und den Ernst der Lage gar nicht wahrgenommen. Für die Kollegin war dies aber anscheinend ok und sie ließ die Kinder auf ihre Zimmer gehen.
Ich fragte daraufhin die Kollegin, was ich hätte in dieser Situation hätte tun können und sie versicherte mir, dass man bei diesen Kindern nichts hätte tun können und dass auch sie das nicht geschafft hätte. Ich war ziemlich außer mir, obwohl ich mir sicher war, alles richtig gemacht zu haben.
Die beiden Jungs leiden an verschiedenen psychischen Störungen, sind komplex traumatisiert, haben Gewalterfahrungen gemacht und wirken im Allgemeinen so wie das Mädchen aus dem Film "Systemsprenger". Mir war bewusst, dass mir solche Erfahrungen in meinem Beruf passieren können und doch war das alles sehr neu für mich, weswegen ich mich zunächst sehr hilflos gefühlt habe. Einfach dieses Gefühl, dass mir ein Kind komplett entgleitet und dass es nichts mehr gibt, womit ich es ins Hier und Jetzt zurückholen kann... Verbunden mit der Angst vor den Verletzungen... Und auch mit dem Mitgefühl diesem Kind gegenüber... Diesem Kind, das wahrscheinlich selbst so viel Hilflosigkeit ertragen musste, die niemand beantworten konnte...
Dennoch fand ich vor allem die Klärung des Ganzen Themas misslungen, was mir gestern morgen auch bestätigt wurde. Als ich die Tür hereinkam waren plötzlich meine älteren und erfahrenen beiden KollegInnen da, die eigentlich gar keinen Dienst gehabt hätten. Sie kamen für eine Krisenintervention und auch um mich ein bisschen emotional zu unterstützen. Wir haben mit den Kindern einen Gewaltvertrag erstellt, sie müssen sich eine Wiedergutmachung überlegen, bekommen erstmal kein Taschengeld, essen auf ihren Zimmern und nicht am Esstisch und auch sonstige Freizeitaktivitäten sind gestrichen, da Gewalt auf der Gruppe niemals geduldet wird. Es wurde sich daraufhin auch noch durch die Mitarbeiter bei mir entschuldigt, da die Kollegin mich hätte nie mit diesen beiden Kindern alleine hätte spazieren gehen lassen sollen, da auch niemand von ihnen alleine mit diesen beiden Kindern spazieren geht oder generell alleine irgendwohin. Auch die beiden erfahrenen KollegInnen beteuerten, dass ich alles richtig gemacht habe, was mich nochmal sehr beruhigt hat.

Alles in allem geht es mir jetzt wieder gut. Lediglich die langen Arbeitszeiten sind manchmal anstrengend. Ich arbeite oft von 08:00 Uhr - 22:00 Uhr und letzte Woche habe ich über 50 Stunden gearbeitet. Das ist viel. Vor allem auch, weil ich meine Antidepressiva nicht mehr nehme und die Symptome jetzt wieder stärker herauskommen. Allerdings lassen diese sich momentan durch den geregelten neuen Alltag gut in Schach halten. Ich hoffe, dass ich nicht wieder in eine richtige Depression verfalle. Das wäre nicht gut. Ansonsten gibt mein Darm momentan ziemlich viel Ruhe. Lediglich am Morgen spielt er oft verrückt, während ich den Rest des Tages meist verschont bleibe.

Jedenfalls - ich mag mein neues Leben und meinen Beruf. Und ich kann mir vorstellen, dass es das Leben und die Arbeit ist, die ich für immer machen will. Einfach weil ich mir als Kind auch immer Erwachsene gewünscht habe, die mich auffangen, die mir einen sicheren Ort geben und die mir nicht böse sind, wenn ich mal einen Fehler mache. Ich wünsche mir sehr, dass diese Kinder das erfahren dürfen und dass ich Teil davon sein kann.
06.09.2023, 12:58 Uhr | bke-Fiona
Hallo dreamscometrue,

wie schön, dass du so gut in dein Praxissemester eingestiegen bist- und, dass du so klar und offen mit allen geredet und sie informiert hast.

Meine Hochachtung, dass du das so mutig angegangen bist : )

dir noch weiter gutes Gelingen : )

bke-fiona
06.09.2023, 09:48 Uhr | dreamscometrue
Danke Lini, für deine liebe Antwort *hug* Und sorry, dass ich erst jetzt darauf antworte: Durch die Arbeit war ich sehr eingespannt. *blushed* Heute habe ich einen Tag frei, weil ich die letzten Tage immer bis spät abends arbeiten musste. Dennoch waren auch die ersten Tage sehr gut. Es war zwar teilweise stressig, da ein Kind in die Psychiatrie eingewiesen werden musste etc. und die Kinder generell sehr herausforderne Verhaltensweisen haben, aber die Arbeit macht mir Spaß und ich habe das Gefühl, dass ich jeden Tag dazulerne und sicherer werde.

Inzwischen wissen die meisten (nur einige wenige noch nicht) über meine Erkrankung Bescheid. Es haben eigentlich alle nett bis neutral reagiert, was ich sehr erleichternd fand. Gestern habe ich es auch den Kindern mitgeteilt, da ein älterer Kollege das gut fand. Auch die haben es gut aufgenommen. Lediglich ein Kind hat gefragt, was denn ein Darm sei, worauf ich ein bisschen ins Straucheln. Ich habe es dennoch versucht kindgerecht zu erklären, was mir eigentlich auch ganz gut gelungen ist.

Alles in allem bin ich zufrieden. Ich habe mich die letzten Tage auch gar nicht mehr depressiv gefühlt. Viel eher hatte ich mal solche Gefühle wie vor 5 Jahren als noch alles beim Alten war. Lediglich müde bin ich manchmal. Aber bei Arbeitszeiten von teilweise 7 - 22 Uhr wäre das wohl jeder, glaube ich.

Liebe Grüße
dreams

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