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11.09.2021, 17:30 Uhr | LiA202
Hallo,

ich bin neu hier und beginne nächste Woche meine Ausbildung in einem medizinischen Beruf. Leider leide ich seit Jahren unter PTBS und Depressionen und konnte deshalb die letzten Jahre kaum zur Schule gehen. Natürlich habe ich es auch mit Therapien versucht und war mehrmals stationär in Kliniken, das hat aber alles kaum geholfen. Obwohl ich mich nicht besser fühle als vor ein paar Jahren, versuche ich jetzt in die Ausbildung zu starten, habe aber große Angst, wieder zu scheitern und nach kurzer Zeit erneut zusammenzubrechen.

Ich möchte so gerne wieder ein "normales" Leben führen und so belastbar sein wie ich es mal war. Leider weiß ich nicht, wie ich das schaffen soll. Vielleicht kann mir hier jemand helfen und mich unterstützen? Ich würde mich sehr freuen.

Liebe Grüße
LiA202
21.09.2021, 21:11 Uhr | bke-Milah
Liebe LiA,

nun bist du ja noch ganz am Anfang deiner Ausbildung. Da ist natürlich vieles neu und es strömt viel auf dich ein. Jedoch schreibst du ja schon selbst, dass du dich daran erst einmal gewöhnen musst und das braucht eben auch etwas Zeit, die du dir auch nehmen darfst. Der Schulstoff scheint dir recht leicht zu fallen und das wird dir auch bei den Klausuren helfen. Vielleicht kannst du mal schauen, von welchen Reizen du dich im Moment etwas abschotten kannst. Ich denke da zum Beispiel an den Haushalt. Da darf doch bestimmt das eine oder andere auch mal liegen bleiben, während du dich auf das konzentrierst, was eben gerade wichtig ist und ganz oben an steht.
Und bei all dem Wirrwarr hast du ein großes Ziel vor den Augen. Verlier es bitte nicht aus den Augen, denn es wird dir immer wieder Kraft und Durchhaltevermögen geben.

Herzliche Grüße
bke-Milah
21.09.2021, 17:47 Uhr | LiA202
Fühle mich so reizüberflutet und erschöpft. Gestern Nacht konnte ich schon wieder nicht schlafen, obwohl die Angst etwas zurückgegangen ist. Alles ist so viel, Schule, Haushalt, lernen... Es bleibt kaum noch Freizeit und ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Der Unterricht ist weiterhin sehr leicht, aber wie es in der Medizin so ist, gibt es viel auswendig zu lernen und es stehen sogar schon die ersten Klausuren an.
18.09.2021, 19:30 Uhr | LiA202
Danke bke Gregor! Die Tipps zur Schlafhygiene berücksichtige ich schon alle... Meistens kann ich nach einer Panikattacke nicht wieder einschlafen und liege so lange wach, bis der Wecker klingelt. Tagsüber bin ich dann entsprechend übermüdet und habe am Abend noch mehr Angst, wieder eine Panikattacke zu bekommen und nicht schlafen zu können. Mittlerweile ist das ein ausgeprägter Teufelskreis. Früher habe ich oft zu Medikamenten gegriffen, aber damit darf ich nicht am Straßenverkehr teilnehmen und die Busverbindungen zur Schule sind sehr schlecht.

Heute habe ich versucht, mich abzulenken, aber bin direkt in ein tiefes Loch gefallen. Ich war Mountainbike fahren bei Sonnenschein und habe einfach NICHTS empfunden. Zurück Zuhause bin ich weinend zusammengebrochen und weiß nicht einmal genau, was mich so fertig macht. In den letzten Monaten habe ich einige Verluste erlebt- wahrscheinlich habe ich das noch nicht verarbeitet und dazu kommt der ganze Stress, die Angst und Depression.

Im Frühjahr ist meine Therapie zu Ende gegangen und ich habe nicht wirklich das Gefühl, dass die Behandlung etwas gebracht hat. Ich fühle mich einfach so verloren, überfordert und hilflos.

Liebe Grüße
LiA
17.09.2021, 16:46 Uhr | bke-Gregor
Hallo LiA,

das klingt nach einem guten Start! Sehr gut, weiter so!

Zu den Panikgedanken nachts: Wie schaffst Du es trotzdem irgendwann wieder einzuschlafen?

Ein bewährtes Rezept ist bei Panik sofort das Licht anzumachen, aufstehen, Fenster auf oder auf den Balkon, etwas trinken, ein paar Seiten lesen, die Panikgedanken aufschreiben und w:enn Du müde genug bist zurück ins Bett! Und bei all dem sollte Dein Wecker so stehen, dass Du ihn nicht sehen kannst, denn sonst kommt die Panik "oh Gott, so spät!" dazu.....

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

bke-Gregor *bye*
17.09.2021, 16:38 Uhr | LiA202
Erste Ausbildungswoche geschafft! *smiling*

Es waren so viele Informationen, die auf mich eingeströmt sind. An meine jungen Mitschüler muss ich mich noch ein bisschen gewöhnen. Die Dozenten sind alle sehr nett und wertschätzend. Manchmal fühle ich mich frustriert, wenn meine Beiträge nicht so richtig angenommen werden, weil ich schon drei Kapitel weitergesprungen bin. Die eigentliche Herausforderung für mich sind meine Ängste. Nachts liege ich mit Panikattacken wach und fühle mich tagsüber erschöpft. Ich weiß nicht, wie ich mit der Angst umgehen soll...

Die Pausen habe ich in der angrenzenden Klinik verbracht. Dort habe ich mich wohler als in der Schule gefühlt und ein paar ehemalige Kollegen wieder getroffen. Gestern war ich kurz im Hörsaal der Medizinstudenten und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass mein Traum vom Medizinstudium ohne Abitur umsetzbar ist. Ich muss "nur" diese Ausbildung durchhalten und vor allem meine Ängste in den Griff bekommen.

Liebe Grüße
LiA202
14.09.2021, 19:34 Uhr | Einhorn--
Ich bin da über was gestolpert...

Ich habe meinen ersten Schultag hinter mich gebracht- wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich nicht vielleicht doch eher am Filmset von "Fack Ju Göthe" gelandet bin. Meine Mitschüler sind fast alle jünger und wirken leider seeeehr oberflächlich und wenig intelligent.


Ist es nicht auch irgendwie oberflächlich, wenn du nach einem Tag sagst, dass es wie bei fack ju göthe ist und alle oberflächlich und wenig intelligent sind? Du hast schnell geurteilt und hast Vorurteile zu den jüngeren gehabt, Zumindest liest es sich so....

Ist wohl meine Strafe für das abgebrochene Abitur...

Glaubst du wirklich die ganze Welt ist gegen dich und will dich bestrafen? Manchmal suchen wir auch unbewusst nach Dingen wenn wir ein schlechtes Gewissen haben....

Ich wünsche dir, dass die Nacht besser wird und du morgen einen tollen zweiten Tag hast.
Alles liebe
~denn für starke Menschen werden schwierige Wege bestimmt~
14.09.2021, 16:31 Uhr | LiA202
Danke bke-Zita!

Ich habe meinen ersten Schultag hinter mich gebracht- wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich nicht vielleicht doch eher am Filmset von "Fack Ju Göthe" gelandet bin. Meine Mitschüler sind fast alle jünger und wirken leider seeeehr oberflächlich und wenig intelligent. Das hatte ich mir anders vorgestellt. In meiner vorangegangenen Ausbildung war es selbstverständlich sich auch ohne explizite Aufforderung des Dozenten einander vorzustellen. Meine damaligen Mitschüler waren meist deutlich älter als ich und wir haben uns auf Anhieb verstanden. Der Kurs war auf einer Wellenlänge und das Leistungsniveau hoch.

Irgendwie bin ich ein bisschen erschrocken, wie "kindlich" die ganze Klasse noch wirkt und wie die Lehrer mit uns umgehen. Die Pause habe ich alleine verbracht, was mich unangenehm an meine Schulzeit denken lässt. Ich hatte wirklich gedacht, dass bei der Einstellung für einen medizinischen Beruf auf einen gewissen Reifegrad geachtet wird, aber das scheint mir überhaupt nicht der Fall gewesen zu sein.

Ist wohl meine Strafe für das abgebrochene Abitur...

In der Nacht hatte ich wieder starke Angstzustände und konnte nicht schlafen. Ich hoffe, dass es diese Nacht besser geht. Vielleicht kann ich die Ausbildung jetzt psychisch besser schaffen, wenn der Druck nicht so hoch ist.

LG LiA202
13.09.2021, 16:56 Uhr | bke-Zita
Hallo LiA202,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier bei der bke-jugendberatung und hier im Jugendforum !
Es klingt gut, wenn du schreibst:
Ich habe mir tatsächlich erstmal nur vorgenommen in der Berufsschule anwesend zu sein.

Das ist viel, viel genug für den Anfang !
Morgen geht es los – ich wünsche dir einen guten Start, ein gelingendes „einfach-mal-ankommen-können“.
Einen Schritt nach dem anderen …..
Du kannst sehr gerne berichten, wie es dir erging.
Viele ermutigende Grüße
bke-Zita
11.09.2021, 21:24 Uhr | LiA202
Danke bke-Kira für deine anerkennenden und bestärkenden Worte!

Ich habe mir tatsächlich erstmal nur vorgenommen in der Berufsschule anwesend zu sein. Eigentlich bin ich den meisten meiner Mitschüler wahrscheinlich einen Schritt voraus, da ich bereits eine "kleine" medizinische Ausbildung abgeschlossen habe. Ich hoffe, dass ich deshalb am Anfang noch nicht so viel lernen muss und mich erstmal nur darauf konzentrieren kann, eine 40 Stunden Woche zu schaffen.
In der Ausbildung davor hatte ich etliche Nervenzusammenbrüche und lag fast jede Nacht mit Panikattacken wach. Durch Corona kam es immer wieder zu Unterbrechungen, sodass ich wochenlang Zuhause war und mich wieder ausruhen konnte. Diesmal wird das aber wohl nicht so sein und vor mir liegen drei anstrengende Jahre. Ich kann mir noch nicht vorstellen, auch nur die ersten Wochen zu überstehen.
Ich wohne alleine und habe hier weder Freunde noch Familie. Die letzten vier Monate habe ich fast in kompletter sozialer Isolation verbracht. Es wird ungewohnt, in der Schule wieder auf so viele Menschen zu treffen und allein die Vorstellung überfordert mich jetzt schon.

LG LiA202
11.09.2021, 19:06 Uhr | bke-Kira
Hallo LiA202,

als eine der Moderator*innen des Jugendforums begrüße ich Dich bei uns herzlich!

Schön, dass du zu uns gefunden hast.

Nach allem, was du bisher durchgemacht hast, beginnst du die Ausbildung nächste Woche! Das ist sehr stark!
Es ist total verständlich, dass du Angst hast etwas aus der Vergangenheit zu wiederholen, aber andererseits hast du es bisher geschafft, überlebt und so viel Kraft und Disziplin gehabt, um die Ausbildung anzufangen. Hut ab!

Wenn du dir erstmal das vergegenwärtigst und das als ein Zeichen für Normalität für dich schon reicht, dann fange mit kleinen Schritten an und achte gut auf dich selbst. Du weißt noch, was es für Hindernisse gab und wie es dazu kam, dass etwas nicht klappte. Als ich gelesen habe, dass es dir nicht geholfen hatte, dachte ich, dass es nicht ganz sein kann: irgendwie hast du es geschafft auf die Beine zu kommen. Bitte, mache es selbst nicht nieder und lerne etwas aus den früheren Erfahrungen! Lobe dich dafür und schöpfe immer wieder neuen Mut und bleib dran!

Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch hier!

Ermutigenden Grüße

bke-Kira *bye*
Zuletzt editiert am: 11.09.2021, 19:10 Uhr, von: bke-Kira

Treffer: 11

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