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11.09.2021, 17:30 Uhr | LiA202
Hallo,

ich bin neu hier und beginne nächste Woche meine Ausbildung in einem medizinischen Beruf. Leider leide ich seit Jahren unter PTBS und Depressionen und konnte deshalb die letzten Jahre kaum zur Schule gehen. Natürlich habe ich es auch mit Therapien versucht und war mehrmals stationär in Kliniken, das hat aber alles kaum geholfen. Obwohl ich mich nicht besser fühle als vor ein paar Jahren, versuche ich jetzt in die Ausbildung zu starten, habe aber große Angst, wieder zu scheitern und nach kurzer Zeit erneut zusammenzubrechen.

Ich möchte so gerne wieder ein "normales" Leben führen und so belastbar sein wie ich es mal war. Leider weiß ich nicht, wie ich das schaffen soll. Vielleicht kann mir hier jemand helfen und mich unterstützen? Ich würde mich sehr freuen.

Liebe Grüße
LiA202
01.10.2023, 19:47 Uhr | bke-Claudia
Hallo LiA,
ich versuche mal die positiven Anteile da rauszunehmen.
Trotz Angst und Müdigkeit gehst du jeden Tag dorthin. Du hast mehr Angst angegriffen zu werden, Fehler zu machen, als am Ende eintreten.
Obwohl du in kein Team integriert bist, machst du deine Arbeit und die anderen sehen das auch.

Vielleicht kannst du ja für dich schauen, was alles gut läuft, ohne Kritik und ohne Fehler. Was machst du alles richtig?
Siehst du es überhaupt?
Die Therapeutin möchte, dass du den Blick hebst, zu allen Seiten schaust. Du bist ehrgeizig, du bist klug. Das bringst du mit. Fehler passieren, wenn man etwas Neues lernt.
Sie gehören zum Lernen und zum Leben.
Was denken anderen User*innen??

bke-Claudia
Zuletzt editiert am: 01.10.2023, 19:51 Uhr, von: bke-Claudia
01.10.2023, 19:06 Uhr | LiA202
Danke bke-Claudia.
Ich bin einfach so müde vom immer nur kämpfen müssen. Ich habe Angst vor jedem Arbeitstag und halte meine eigene Angst nicht mehr aus. Die Umgangsformen an der Klinik sind so schlecht. Ich bin als Schülerin nichts wert und stehe am untersten Ende der Nahrungskette. Ich habe ständig Angst, nicht zu genügen oder Fehler zu machen. Angst, angegriffen zu werden. Jede Bitte um Hilfe wird mit einem verwunderten oder entnervten Blick quittiert. Ich werde ignoriert und ausgenutzt. Ich habe Angst vor Prüfungen... einfach Angst vor allem. Ich halte es nicht mehr aus, nirgends in ein Team integriert zu sein und immer irgendwie zusätzlich da zu sein und keiner hat wirklich Lust auf Schüler. Dazu kommt, dass ich mich nicht fit fühle, aber keine Fehlzeiten mehr offen habe und immer unter Druck stehe. Meine Therapeutin will mir nicht zuhören und auch nur das Positive sehen. Ich fühle mich nicht gesehen und ernst genommen. Ich habe keine Kraft mehr und weine jeden Tag. Die Ängste und meine Trauer fressen mich auf.

LG LiA
01.10.2023, 17:10 Uhr | bke-Claudia
Hallo LiA,
aus deiner Sicht war gerade gar nichts gut. Wenn du das so fühlst, dann ist das sicher auch so.
Eine Kollegin sagte immer, "nichts ist so schlecht, dass es nicht wieder für irgendetwas gut ist2. Original ist das wohl von Pachnicke.
Wenn du auf diese wenig gute Woche zurückschaust, gibt es da Momente, wo das zutrifft?
Vielleicht magst du erzählen, was passiert ist?
bke-Claudia
01.10.2023, 15:41 Uhr | LiA202
Hm, dann kann ich wohl gar nicht mehr schreiben, weil gar nichts gut war.

LG LiA
29.09.2023, 15:00 Uhr | bke-Stephan
Hallo LiA202,

Du hast viele gute Gründe, warum es sich derzeit so doof anfühlt. Die Gefahr ist dann groß, dass wirklich alles doof ist. Und das ist es tatsächlich nie. Du kennst ja den krankhaften Optimismus von uns, ich zumindest kann nicht anders: Was war denn diese Woche gut? Und bevor Du schreibst: Ein "gar nichts" wird die Optimismuspolizei hier nicht akzeptieren.

Viele Grüße,

bke-Stephan
29.09.2023, 12:06 Uhr | LiA202
Danke bke-Zita! Ich war zwar die Woche wieder arbeiten aber bin weiterhin krank, was meinen Alltag einfach noch anstrengender macht. Gefühlt ist kein Ende in Sicht und meine Hausärztin hilft mir auch nicht. Gerade geht's mir auch psychisch sehr schlecht. Meine neue Station ist genauso schlimm wie die alte. Ich hasse meine Ausbildung, die Klinik und den Umgangston einfach nur.

LG LiA
16.09.2023, 15:43 Uhr | bke-Zita
Hallo LiA,
Oh weh … das tut mir echt leid, dass dich ein weiterer Infekt erwischt hat. Ich wünsche dir in jedem Fall gute & baldige Besserung. Und vielleicht ist es gut, doch wieder meistens Mundschutz zu tragen - ich versteh dich so, dass es dich, als du das konsequent getan hast, gut vor Bakterien, Viren & Co. schützen konnte.
Die letzten Wochen waren zudem auch in emotionaler & generell auch psychischer Hinsicht nicht eben einfach …. Herausfordernd für dich als ganzer Mensch, aber auch für deinen Körper & dein Immunsystem. Ich wünsche dir sehr, dass wieder weniger schwere Zeiten kommen mögen.
Hab ein wenig zurück gelesen in deinem Thread. Und bin an dem Satz hängen geblieben:
Jetzt ist es schon zwei Jahre her, dass ich meinen Eingangspost verfasst habe...

Es waren sicherlich keine einfachen Jahre, beileibe nicht. Aber du hast in dieser Zeit viel geschafft. Bist nicht (wie im Eingangspost vermutet) in deiner Ausbildung gescheitert - beileibe nicht. Ich erinnere an deine Worte vom Juli 2023:
Habe das Jahr wieder mit 1,0 bestanden


Und das hast du geschafft, trotz all deiner Zweifel, der Infekte, der Rückschläge …..

Und ich denke, es ist ein guter Plan, deine Idee von vor ein paar Tagen:

Gerade hoffe ich ein bisschen auf ein Wunder, dass alles trotzdem irgendwie klappt, auch mit halber Kraft und weniger Perfektionismus.



Schicke dir viele herzliche und ermutigende Grüße
bke-Zita
16.09.2023, 14:45 Uhr | LiA202
Mich hat schon wieder der nächste Infekt erwischt... Keine 6 Wochen nach dem letzten. Ich bin wirklich fertig. Nächste Woche muss ich unbedingt zur Arbeit. Jeder Fehltag macht eine Examenszulassung immer unwahrscheinlicher. Ich trage meistens noch einen Mundschutz wegen der Infektanfälligkeit. Diese Woche habe ich es nochmal ohne versucht und bin sofort wieder krank geworden. Dazu kommt, dass ich seit einem längeren Zeitraum schleichend und ungewollt an Gewicht verliere. Ich habe keine Ahnung, ob das alles nur meine Psyche ist, aber wenn man mit PTBS in der Vorgeschichte zum Arzt geht, ist sowieso alles nur psychisch...

Irgendwie muss alles immer noch schwieriger werden als es ohnehin schon ist.

LG LiA
12.09.2023, 22:29 Uhr | bke-Nana
Liebe LiA,

ja, die Zeit vergeht...

Find ich klasse, dass du nicht aufgibst. So wirst du auch eines Tages deine Ausbildung erfolgreich abschließen. Bist eben doch eine Kämpferin!

So ein wenig Angst gehört einfach dazu, damit man den Respekt vor der Anforderung nicht verliert. Und es gehört auch Mut zur Lücke dazu, denn alles kann man nicht beherrschen. Denke, du bist auf dem richtigen Weg, auch mit halber Kraft.

Wünsch dir eine gute Nacht und vielleicht auch ein kleines Wunder
bke-Nana
12.09.2023, 18:24 Uhr | LiA202
Danke bke-Kira!
Ich bin zurück in meiner Ausbildung und kämpfe weiter. Ich habe Angst, es nicht zu schaffen und dass mir alles über den Kopf wächst. Meine Energie hat nachgelassen. Ich schaffe es nicht, nach der Schule noch zu lernen und meine Aufgaben für den nächsten Tag zu bewältigen. Gerade hoffe ich ein bisschen auf ein Wunder, dass alles trotzdem irgendwie klappt, auch mit halber Kraft und weniger Perfektionismus.

Jetzt ist es schon zwei Jahre her, dass ich meinen Eingangspost verfasst habe...

LG LiA
03.09.2023, 20:59 Uhr | bke-Kira
Hallo LiA202,
ich versende dir ganz viel Zuversicht und etwas Erleichterung, wenn es irgendwie klappt!

Sorge gut für dich und deine Bedürfnisse. Wenn du gerade eine Pause brauchst, dann ist es so!

Es tut mir leid mit deiner Oma. Mein Herzliches Beileid.

Erholsame Nacht und gute Gedanken wünscht dir

bke-Kira *bye*
Zuletzt editiert am: 03.09.2023, 21:00 Uhr, von: bke-Kira
03.09.2023, 18:45 Uhr | LiA202
Hallo bke-Hana,

die Stationsleitung von meiner Station war leider überhaupt nicht daran interessiert, mir in meiner Situation zu helfen. Sie hat mich nicht einmal gefragt, wie es mir geht und wie ich gerade mit der Arbeit klarkomme. In den Pausen bin ich in eine auf dem Klinikgelände gelegene Kirche geflüchtet und dort jedes Mal in Tränen ausgebrochen. Schließlich habe ich es nicht mehr geschafft und musste mich krankmelden. Aktuell bin ich nicht mehr arbeitsfähig und es ist der für mich schlimmste Fall in der Ausbildung eingetreten. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll und wie ich mich wieder erholen kann.

Für meine Oma habe ich eine Ersatz-Zeremonie geplant und es ist mir auch gelungen für die Beerdigung ein großes Herz aus Blumen zu organisieren, welches das Bestattungsinstitut auslegen wird, auch wenn sie mir nicht sagen dürfen, wann und wo die Bestattung ist. Trotzdem fühlt es sich so grausam an, von meiner eigenen Familie von der Beerdigung ausgeschlossen zu werden. Wie kann man so hassen? Was habe ich getan?

LG LiA
26.08.2023, 13:38 Uhr | bke-Hana
Liebe Lia,

auch von mir mein herzliches Beileid zum Verlust deiner Oma. Es muss schlimm für dich sein, dass du zum Schluss nicht bei ihr sein durftest und auch, dass dir nun verwehrt bleibt, zu ihrer Beerdingung zu gehen.

Vielleicht magst du dir ja für dich und deine Oma einen Ort suchen, an dem du ein Symbol für sie hinterlässt, eine Kerze, ein paar Blumen, einen Stein oder sonstwas, was dir zu deiner Oma und eurer Verbindung in den Sinn kommt. Ein Ort, an dem du sie zwischendurch besuchen und wenn es dir entspricht, auch ein eigenes Abschiedritual gestalten könntest.

Du schreibst, dass deine Ausbildung dich mehr überfordert als sonst und du auch in deiner Freizeit ruhelos bist. Das finde ich bei dem, was in letzter Zeit passiert ist, bei all den Gefühlen von Trauer, Wut, Ohnmacht total nachvollziehbar. Wie soll es da auch gehen sich auf die Arbeit zu konzentrieren und in der Freizeit zu entspannen? Es tut mir leid, dass du grade in dieser Situation steckst und ich hoffe, du und deine Arbeitsstelle könnt dir eine Weile lang gestatten, mit halber oder viertel Kraft zu fahren.

Viele Grüße dir
bke-Hana
25.08.2023, 21:38 Uhr | LiA202
Ich wünschte mein Vater wäre gestorben und nicht meine Oma... Ich weiß, dass man niemandem den Tod wünschen sollte, aber ich habe das Gefühl, dass ich nur Frieden mit der Vergangenheit schließen kann, wenn er endlich nicht mehr da ist. Er schadet allen, die ihm nahe stehen.
Aktuell verweigert er mir die Mitteilung, wann und wo meine Oma bestattet werden wird. Ich komme einfach an keine Informationen und werde nicht auf ihrer Beerdigung dabei sein können, dabei wäre es so wichtig für mich gewesen...

Mein Ausbildungsalltag überfordert mich momentan noch mehr als sonst. Ich komme vor Frühdiensten kaum aus dem Bett, hätte zwei Mal fast verschlafen, was untypisch für mich ist. Sobald dann frei ist, geht gar nichts mehr. Ich lenke mich mit Handy und Laptop ab, räume sinnlos im Haushalt rum, kann nicht lernen, nicht entspannen, mich auf nichts konzentrieren, nicht schlafen.

LG LiA
17.08.2023, 10:13 Uhr | bke-Nana
Liebe LiA,

das tut mir sehr leid, dass deine Oma nun verstorben ist. Auf den Tod eines anderen Menschen kann man sich einfach nicht vorbereiten. Nichts nimmt einem die Trauer.

Zu deinem schlechten Gewissen wieder ins Leben zu gehen, möchte ich dir gern sagen, dass deine Oma dies ganz sicher von dir erwarten würde. Denn sie weiß ja, dass du sie trotzdem nicht vergessen hast. Sie bleibt weiter in deinem Herzen, egal wo du bist oder womit du dich beschäftigst. Nimm sie einfach mit in deinen Alltag. Das würde ihr sicher gut gefallen.

LG bke-Nana

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