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20.10.2022, 12:28 Uhr | bke-Gregor
Manche Menschen sagen, ähnlich wie Silbermond gestern abend, dass sie sich selbst hassen.
Das kann für Momente sein, in denen man etwas dummes gemacht hat, oder das kann als Form einer dauerhaften Selbstablehnung sich festsetzen.
Beides ist von Gedanken begleitet bzw. wir sprechen eigentlich den ganzen Tag mit uns selbst. In etwa so, wenn wir uns gerade nicht so mögen: "wie dumm von Dir" "wie konntest Du nur?" "Du bist soooo blöd"
Das sind nicht nur Gedanken, sondern diese Gedanken bestimmen unsere Gefühle und unseren Selbstwert und prägen uns auf die Dauer!
Stell Euch vor, Ihr habt ein Kind, mit dem du ständig so redest, wie du es in deinem Kopf mit dir selbst tust.
Wie würde sich das Kind fühlen?
Ist es glücklich und fühlt sich geliebt?
Was denkst du, zu welchem Erwachsenen das Kind mit der Zeit wird?
Wird es Selbstbewusstsein entwickeln, neugierig sein und sich für wertvoll und liebenswert halten?

Liebe Grüße
bke-Gregor *bye*
Zuletzt editiert am: 20.10.2022, 12:30 Uhr, von: bke-Gregor
24.11.2022, 21:09 Uhr | Socke2005
Danke Dir sehr Mond.
Ich muss da glaub grad erstmal drüber nachdenken.
Mein Kopf ist heute etwas arg ruckelig.
Ich mag da aber die Tage noch drauf antworten.
Lg Socke
"Und da ich auf dieser Erde, keinen Weg finde,
so gehe ich einfach fort, in eine andere Welt."
24.11.2022, 20:27 Uhr | -Silbermond-
Gregor's Mod-Anwesenheit hat mich gerade daran erinnert, dass ich noch auf dieses Thema antworten wollte. *whistle*

Ich danke euch, Socke und bke-Lana. *hug* Hab mich gefreut über eure Antworten.

„Darf ich fragen, ob Du das schon immer so sehen konntest und wenn nicht, wie Du das gelernt hast?“


Na klar darfst du fragen. ;)

Tatsächlich hat mich erst der Beitrag von bke-Gregor so wirklich zu der Sichtweise gebracht, weil ich ins Nachdenken und Reflektieren gekommen bin. Vorher hatte ich diesen Selbsthass gar nicht so hinterfragt, sondern ihn einfach „gelebt“, obwohl ich mich normalerweise immer viel reflektiere. Ich denke, da gibt es nicht viel zu „lernen“. Es ist vielleicht eher eine Einstellung zu sich selbst. Ich denke mir, dass es nicht gut ist, die destruktiv wirkenden Anteile – Gedanken, Gefühle – immer einfach wegdrücken und wegmachen zu wollen oder sie krampfhaft mit Positivem ersetzen zu wollen - ihnen das Wort zu verbieten. Denn alles in uns hat ein Mitspracherecht und auch der Selbsthass in uns will uns doch etwas sagen.

Mir persönlich bringt es wenig dem Anteil zu sagen „Hör auf dich zu hassen, mit anderen würdest du auch nicht so reden. Das ist nicht gut für dich!“, weil damit verbietet man ihm das Wort, ohne das Problem zu lösen. Wäre ich in der Rolle des Selbsthasses, würde ich jetzt vermutlich entgegnen: „Ich bin aber nicht einverstanden wie du bist und wie du handelst und ich hasse dich dafür und da du mich nicht hören willst, bin ich jetzt extra laut!!“ und mir die Zunge rausstrecken. Also verbiete ihm nicht das Wort, hör ihn an, schau hin, er ist doch nur so groß und so laut, weil du ihm nicht zuhörst – frag nach dem Warum. Warum hasst du dich? Sind es vielleicht schädliche Glaubenssätze, die du aus Erfahrungen mitgenommen hast und nun vertrittst? So ein Selbsthass steckt tiefer als ihn nur an der Oberfläche lösen zu können… (Und wenn das allein schwierig ist, dann darf man sich ruhig Hilfe von außen dazu holen.)

Dazu gehört natürlich viel Selbstreflektion (das kann man definitiv lernen) und sich selbst reflektieren kann man vielleicht nicht gerade in dem Moment, wo der Selbsthass so stark ist, sondern eher hinterher, in ruhigeren Momenten, wo man wieder eher mit sich ist.

Ich finde bke-Lanas Satz an dieser Stelle sehr passend:

„Anstatt deinen Feind zu bekämpfen und Angst vor ihm zu haben, umarme ihn, lerne ihn kennen und mach ihn zu deinem Freund.“


Vielleicht ist Selbsthass nur so lange ein Feind und schadet, wie man ihn ablehnt und ihm nicht zuhört.

Und genauso kann man gute Momente reflektieren und erkennen: Das habe ich gut gemacht. Und in dem Moment habe ich mich gemocht. Und vielleicht bin ich gerade auch ein bisschen stolz, dass ich mich gerade so annehmen kann.

Liebe Grüße & Danke, dass ich hier meine Gedanken dazu teilen darf,
Silbermond
Zuletzt editiert am: 24.11.2022, 20:30 Uhr, von: -Silbermond-
Ich schicke dir einen Engel, und sei er noch so klein, er möge immer bei dir sein. ★
05.11.2022, 15:02 Uhr | bke-Lana
Hiiii Silbermond,

ich lese deine Zeilen und kann mir richtig bildlich vorstellen, wie du den „Hassanteil“ fesselst und knebelst! Irgendwie sieht es in meinem Kopf richtig geil aus und am Ende bist du die Gewinnerin und stehst in Siegespose da! *laughing* *Kopfkino*

Allgemein finde ich deine Gedanken sehr interessant und es regt mich zum Nachdenken an. Deine Idee den Anteil nicht zu bekämpfen, sondern zu lassen, ist irgendwie… wie soll ich sagen… geil und ein spannender „Versuch“. Für mich klingt es so, dass man sich mit allen Anteilen, auch den negativen, lernt zu lieben, akzeptieren, anfreunden, eine Chance zu geben. Und genau das finde ich mega geil. Ich sage immer „Anstatt deinen Feind zu bekämpfen und Angst vor ihm zu haben, umarme ihn, lerne ihn kennen und mach ihn zu deinem Freund.“ Wenn ich weiß mit wem ich zu tun habe, kann ich selber schauen, wie ich weiter damit umgehen will/kann.

Jaaaa... mh, ich finde deinen Gedanken richtig stark! Daumen hoch

Liebe Grüße
bke-Lana
05.11.2022, 14:49 Uhr | Socke2005
*hug* Hey Mond,
ich wünsche Dir von Herzen das dieser Anteil in Dir, irgendwann lernen kann und sieht dass es auch das schöne gibt.
Und es dadurch ein positiveres Zusammen da sein gibt.
Ich finde aber dabei total cool, dass Du es so sehen kannst und auch sagst er hat seinen Grund und seine Berechtigung und auch das wenn es halt so bleibt, das auch okay ist.
Das würde ich auch gerne so können.
Darf ich fragen, ob Du das schon immer so sehen konntest und wenn nicht, wie Du das gelernt hast?
Wenn Du nicht antworten magst ist das natürlich total okay. Aber ich dachte na ja fragen kostet ja nichts.
Und besonders schön finde ich auch, dass Du auch das sehen kannst, das Du dich ab und zu magst. *hug*
Lg Socke
"Und da ich auf dieser Erde, keinen Weg finde,
so gehe ich einfach fort, in eine andere Welt."
05.11.2022, 11:35 Uhr | -Silbermond-
Tja, hm, was macht man, wenn da ein Anteil in einem ist, der sich hasst. Ich würde ihn insgeheim gerne fesseln und knebeln, damit er Ruhe gibt und mich nicht mehr mit zerstört, aber das kann ich leider nicht. Und das will er auch nicht. Er will gesehen und ernstgenommen werden. Also darf er sein. Genauso wie ich auch sein darf. Und vielleicht wird er irgendwann von selbst ruhiger und lernt, dass Verletzlichkeit, Zerbrechlichkeit, Bedürftigkeit und all die anderen Dinge, die er in sich verabscheut nicht schlimm sind und ihn nicht zu einem nicht liebenswerten, schwachen Menschen machen. Vielleicht mit Hilfe von außen. Das hoffe ich. Auf mich hört er nämlich nicht. Oder er bleibt da. Dann hass ich mich eben manchmal selbst. Aber ab und zu mag ich mich auch.
Ich schicke dir einen Engel, und sei er noch so klein, er möge immer bei dir sein. ★
20.10.2022, 23:24 Uhr | -Silbermond-
Jetzt musste ich auch lachen. Gregor im schwarzen Smoking vorm PC, verteilt gut gelaunt Programmhefte. *cool* Daneben ne sprechende und Tastatur tippende Socke. *tongue* Verrückt! - Aber noch nicht verrückt genug: Da ist noch das Selbsthass-Monsterchen mit den vielen (Seiten-)Armen *wuuuaaahhhh* , huh. Ihr seid gut. Ich liebe solche Bilder. *giggling*

Danke für das Thema, Gregor. Der Mond wird die Tage sicher auch noch was dazu schreiben.
Ich schicke dir einen Engel, und sei er noch so klein, er möge immer bei dir sein. ★
20.10.2022, 22:41 Uhr | Socke2005
Hey

bke-Gregor schrieb:
P.S. "durch den Nachmittag begleiten", klingt so nach Confroncier im schwarzen Smoking, der unterhaltsam durch das Programm führt....... *smiling* *tongue*

Danke für das lachen müssen. Ich hab mir vorgestellt wie Du im schwarzen Smoking am PC sitzt und die Programmhefte im Forum verteilst. *giggling*

bke-Gregor schrieb:
puhhhhhh, ganz schön schwierige, aber auch sehr wichtige Fragen!


Ja nu, einfache Fragen kann doch "jeder" *tongue*

bke-Gregor schrieb:
Ich glaube, dass man sein Leben lang lernen kann, dass man nie ein fertiger Mensch ist, sondern ständig wächst und sich entwickelt. Das beinhaltet auch, dass die Gleichung "schlechte/schlimme Kindheit = schlechtes/schlimmes Leben" nicht stimmen muss.


Ja soweit stimme ich Dir zu. Das schlechte Kindheit nicht gleich schlechtes Leben auf ewig bedeuten muss. (aber bestimmt manchmal auch kann)

bke-Gregor schrieb:
Weil man ab einem gewissen Alter schon auch selbst bestimmen kann was mich beeinflusst, was ich von mir denke, wo ich mir Rückmeldungen hole, vor wem oder was ich mich schützen muss und wie ich mein Leben gestalte.


Hier mag ich nur teilweise mitgehen. Weil wie sehr kann ich selbst bestimmen, wer mich beeinflusst, wenn ich nur die eine Seite kenne. Wenn ich gar nicht weis, dass es eine "andere" Seite geben könnte. Oder wenn ich zb 16 Jahre lang gelernt habe, dass ich schlecht bin und das alle anderen Lügen die was anderes behaupten. (als beispiel).
Wie sehr ist es da eine freiwillige "ich bestimme jetzt selbst wer und was mich beeinflusst und wie ich von mir denke"?
Wenn ich das immer so gelernt habe, werde ich nicht morgens aufwachen können und sagen "oh nun bin ich 17 nun glaube ich einfach nicht mehr was man mir 16 Jahre lang beigebracht und eingetrichtert hat, sondern such mir mal andere Menschen die mich mögen". Ja das überspitzt geschrieben, aber hoffe es ist verständlich was ich meine dadurch.
Hier wird ja auch immer wieder im Forum ganz klar gesagt, etwas was man erlebt hat lange Zeit oder gelernt hat, braucht sehr viel neue Erfahrung und andere Begegnungen zb, um es auch anders sehen, verstehen und irgendwann auch fühlen zu können. Es braucht Zeit und Geduld. Und vieles mehr vermutlich noch.

bke-Gregor schrieb:
Das gilt auch, wenn ich dabei Hilfe brauche z.B. in Form von Therapie, Erfahrungen mit anderen Menschen usw.


ja verstehe glaube ich was Du damit meinst, sehe aber eben auch hier den Punkt, dass ich erstmal überhaupt wissen muss, das 1 es anders sein könnte, als ich es bisher kenne 2 es Hilfe geben könnte und 3 gegen eventuelle Verbote ankommen, sich Hilfe zu holen.

Ich muss halt wissen das es etwas anderes gibt, um zu verstehen dass ich vielleicht etwas ändern könnte, wenn ich heraus finde wie ich es ausprobieren kann und welche Hilfe es gibt und braucht.

Allgemein halt irgendwie ein sehr großes Thema, mit vielen Seitenarmen.
Grüße Socke
"Und da ich auf dieser Erde, keinen Weg finde,
so gehe ich einfach fort, in eine andere Welt."
20.10.2022, 17:24 Uhr | bke-Gregor
Hallo Socke,

puhhhhhh, ganz schön schwierige, aber auch sehr wichtige Fragen!

Ich glaube, dass man sein Leben lang lernen kann, dass man nie ein fertiger Mensch ist, sondern ständig wächst und sich entwickelt. Das beinhaltet auch, dass die Gleichung "schlechte/schlimme Kindheit = schlechtes/schlimmes Leben" nicht stimmen muss. Weil man ab einem gewissen Alter schon auch selbst bestimmen kann was mich beeinflusst, was ich von mir denke, wo ich mir Rückmeldungen hole, vor wem oder was ich mich schützen muss und wie ich mein Leben gestalte. Das gilt auch, wenn ich dabei Hilfe brauche z.B. in Form von Therapie, Erfahrungen mit anderen Menschen usw.

Liebe Grüße

bke-Gregor *bye*

P.S. "durch den Nachmittag begleiten", klingt so nach Confroncier im schwarzen Smoking, der unterhaltsam durch das Programm führt....... *smiling* *tongue*
Zuletzt editiert am: 20.10.2022, 17:26 Uhr, von: bke-Gregor
20.10.2022, 13:13 Uhr | Socke2005
Hey,

(ich darf vermuten das Du heute im Forum "Dienst" hast Gregor und uns durch den tag oder Vormittag oder Nachmittag oder so begleitest?)

Zu deinen Fragen und so...
Ich würde für mich selbst sagen, dass dieses Kind so aufwächst wie ich. Und das es zumindest wenn es wie ich noch nicht ganz Erwachsen ist, genau diese Gedanken und Gefühle weiterhin hat. Wie auch anders, wenn man nur das kennt, nur das gelernt hat. Man vlt von manchen Menschen immer gehört hat, man sei dumm, blöd, wertlos, etc...
Wie sollte man da das anders sehen können?
Wie auch nur erahnen können, dass es anders sein könnte? Und erstrecht wie genau das fühlen?
Wenn sich in der Seele eingebrannt hat, dass man Wertlos ist. Das man kein Anrecht auf Freunde, Liebe, Wertschätzung hat... Wie soll man und kann man glauben und verstehen, wenn dies von anderen Menschen plötzlich anders gesehen wird? Wenn plötzlich jemand sagt, "Socke du bist wertvoll"... dann wiederspricht das allem, was diese Socke bisher gelernt und erlebt hat. Also wird diese Socke das nicht verstehen, vermutlich nicht mal glauben können und erwarten, dass das gewohnte noch kommen wird, wenn das Gegenüber erst noch merkt, wie wertlos diese Socke wirklich ist.

Das Weltbild gerät aus den Fugen und es lässt sich nicht greifen, nicht verstehen, nicht halten. Und das macht zumindest dieser Socke unfassbar angst. Da ist was neues, unbekanntes, nicht berechenbares. Das geht bis zur Panik. Denn das nichts wert sein kennt man, das ist klar das hat man verinnerlicht Auch wenn es immer noch weh tut wenn andere das sagen. Aber damit hat man viele Jahre gelernt umzugehen. Das ist bekannt und dadurch weniger gefährlich. Macht keine Angst mehr...

Ich hab keine Ahnung wie diese Socke lernen kann, könnte das es vlt wirklich anders ist.
Kann das gehen? Und wenn ja wie?
Und was kann man dafür tun?

ich weis es nicht.
Grüße Socke
"Und da ich auf dieser Erde, keinen Weg finde,
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