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20.01.2024, 13:42 Uhr | Aeneas
Hallo an alle!

Mich beschäftigt seit längerer Zeit die Frage: Wie wird aus einem Jungen ein Mann. Bald werde ich 18 und bin dann volljährig, aber ist man dann automatisch ein Mann?

Es ist sicherlich ein Prozess, der mit dem Einsetzen der Pubertät beginnt. Aber wann ist dieser abgeschlossen? Die viel wichtigere Frage für mich ist jedoch, wie wird man ein Mann? Was zeichnet ein Mann aus? Wie soll ICH als Mann sein?

Ich habe ein wenig gegoogelt und man gelangt sofort auf Seiten, wie aus einem Jungen ein Mann wird, wobei Mann und Männlichkeit mit dem traditionellen Bild von Männlichkeit in einem Patriarchat (muskulös, Familienernährer, stark, Macho usw.) gleichgesetzt wird. In die gleiche Richtung geht die im Aufwind befindliche AFD, welche gefühlt die 50er, 60er Jahre zurück haben möchte und in den Sozialen Medien finden sich Männlichkeits-Coaches.

Die meisten Jungs in meinem Jahrgang gehen ins Gym, um ihre Muskeln zu stählen oder schauen Fußball und grölen besoffen um die Wette.

Jeder der diesem Bild nicht entspricht wird abgewertet und schnell als schwul oder Schwuchtel bezeichnet. Man ist dann kein richtiger Mann. Ein Mann in der Rolle einer Frau.

Ich selbst entspreche nicht diesem traditionellen Bild von Mann oder Männlichkeit.

Auf der anderen Seite hat sich das typischen Männerbild verändert und man spricht heutzutage zurecht von einer toxischen Männlichkeit. Das Patriarchat gerät ins Wanken. Männer dürfen auch weinen und Gefühle zeigen. Frauen und Kinder fordern dies auch ein. Männer und Frauen sind gleichberechtigt und man diskutiert über gendergerechte Sprache die hauptsächlich von den Männern als „Gaga“ abgestempelt wird und viele diskutierten über den Film Barbie und Geschlechterrollen.

Wenn in einer idealen Welt Männer und Frauen komplett gleichberechtigt sind, was unterscheidet sie dann noch?
Wenn es keine Unterschiede gibt, geht dann (ein Stück) Identität verloren?

Beim googeln bin auf eine Broschüre vom Bundesministerium für Familie usw. stoßen. Sie heißt: Jungen und Männer im Spagat: Zwischen Rollenbildern und Alltagspraxis.
Diese fand ich wirklich interessant. Dort gibt es Ausführungen zu den Punkten
- Geschlecht ist eine soziale Konstruktion
- Selbstdefinition und Rollenerwartungen
- Jungen sind nicht von Geburt an männlich, sondern müssen männlich werden
- Orientierung an Männlichkeitskonstruktionen von anderen Jungen und Männern aber auch an den Konstruktionen von Mädchen und Frauen
- „Da Männlichkeit als Wesensmerkmal von Mannsein gilt, sind Jungen zu irgendeiner Männ- lichkeit „gezwungen“. Diese ist ihnen aber nicht mehr – wie in vormodernen Zeiten – vorgege- ben, sondern aufgegeben. Jungen müssen sich ihre Männlichkeit auswählen.“
- „Diese Wahlen treffen Jungen allerdings keineswegs völlig frei und autonom: Werte und Ideale, Ikonen und Idole, Formen, Ausdrucksmittel und Stile werden von ihnen in der Regel nicht erfunden, sondern sind gesellschaftlich vermittelt, hierarchisiert und bewertet.“

Das fand ich sehr interessant und spannend, macht es aber irgendwie für mich nicht leichter.

Wenn ich mir es aussuchen kann: Welcher Mann will ich also sein?
Andererseits empfinde ich den gesellschaftlichen Druck und den Druck aus meinem Umfeld unglaublich hoch, sodass ich gefühlt keine freie Wahl habe. Naja eigentlich habe ich sie, aber ich muss dann mit den Konsequenzen - Ausgrenzung - rechnen bzw. diese in Kauf nehmen.

Welche Gedanken und Meinungen habt Ihr dazu?
Mich würde auch interessieren, was die anderen Jungs hier darüber denken!

Grüße
Aeneas
07.04.2024, 09:14 Uhr | bke-Claudia
Hallo Aeneas,
ich möchte dir danken, dafür, dass du das Thema hier eingebracht hast.
Norm, Normalität ist etwas Statistisches und somit nicht wirklich Menschliches.
Männerrollen/ Frauenrollen sind über tausende Jahre gewachsen und sind sehr fest verankert im Leben. Nur sehr langsam ändert sich da etwas.
Frauen durften irgendwann Hosen tragen, durften irgendwann arbeiten, wählen......Männerrollen weichen sich aus meiner Sicht viel langsamer auf.
Elternzeit für Väter (Männer), Teilzeit für Väter usw.
Es geht hier doch um Menschen, Menschen in bunter Vielfalt, die lernen müssen mit dieser Vielfalt umzugehen. Was bin ich für ein Mensch? Ist das nicht die entscheidende Frage?
Du bist Aeneas, mit all deinen Wesenszügen, deinen Stärken, deinen Schwächen, deinen Vorlieben für Farben und mein Eindruck ist, du bist ein ganz wundervoller und einzigartiger Mensch.
bke-Claudia
07.04.2024, 07:37 Uhr | Aeneas
Hallo alle zusammen!

Ganz großen Dank an Euch alle, für eure Beiträge!

Ich habe lange überlegt, wie ich antworte.
Evtl. scheint alles zu dem Thema gesagt worden zu sein.

Danke, dass ihr mir zugehört habt und mich auf der Suche nach mir selbst unterstützt.
Ich passe offensichtlich nicht in die Norm und muss es wohl akzeptieren und damit leben immer wieder anzuecken und andere zu provozieren, obwohl ich alles dafür tue nicht aufzufallen und nicht anzuecken. Aber offensichtlich fühlen sich andere Jungs bedroht oder es macht ihnen einfach nur Spaß, andere introvertierte schlanke Jungs mit Gewichtsproblemen, mit Interessen, die nicht mainstream sind, und Rucksäcken voller Probleme und so einige Komplexe habe, anzumachen und auszugrenzen.

Sorry, ich bin seit einigen Tagen nicht gut drauf und habe aufgrund der Ferien (viel Zeit) viele komische Gedanken in meinem Kopf.

Als ich heute morgen das Forum und die neuesten Beiträge aufgerufen habe, ist mir gleich der Satz "Was stimmt mit mir nicht?" aus einem anderen Thread ins Auge gesprungen.
Die Frage beschäftigt mich seit Jahren und nach so einigen Wochen und Monaten hier bei bke, scheinen sich so einige die Frage zu stellen - leider.
Wenn sich aber so viele diese Frage stellen, könnte man sich eigentlich auch die Frage stellen, was stimmt mit den anderen nicht?

Eigentlich möchte Ich ja irgendwie nur dazu gehören - tue es aber nicht.
Ich selbst sehe mich als hetero-cis-Mann, was ja auch irgendwie ein Stück meiner Identität ist, aber andere sehen mich anscheinend nicht so, nur weil ich nicht in die große allgemein gültige "Männlichkeits-Schublade" passe.
Vielleicht habe ich irgendwann mal genügend Selbstwert, dass es für mich ok ist und mich nicht ständig frage, was mit mir nicht stimmt.

Ich wiederhole es gerne noch einmal, danke für eure Beiträge und Unterstützung.

Viele Grüße
Aeneas
17.03.2024, 13:15 Uhr | bke-Lana
Hallo Aeneas! *bye*

Ich habe mich in deinem Tread bisher noch gar nicht geäußert, aber immer mitverfolgt.

Wenn ich nur auf die Frage schaue, stellen sich mir automatisch Gegenfragen: Was ist ein richtiger Mann? Was macht ihn aus? Was muss ein Mann können oder wie muss er sein, um als ein richtiger Mann in der Gesellschaft anzukommen? Angenommen gibt es wirklich Kriterien für einen richtigen Mann. Was passiert, wenn man darauf hinarbeitet, die erfühlt und dann? Womöglich fühlt man sich dann nicht ganz wohl. Aber Hauptsache man passt jetzt besser in die die Gesellschaft oder will jemanden gefallen? Dabei fühlt man sich aber nicht gut…
Ich glaube, so eine richtige Antwort gibt es dafür nicht. Weil irgendwo geht es auch darum, wie möchte ich als Person sein, welche Werte will ich leben, damit ich mich mit mir selbst auch wohl fühle. Ich denke, grundsätzlich ist es so, dass es gerne ein gesellschaftliches Korsett gibt oder eben Schubladen. Weicht man von der Norm ab, schon landet man in einer Schublade…gilt für alle Menschen. Irgendwie traurig.

Das war mein Senf und paar Gedanken

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
bke-Lana

P.S.: Es ist kein Müll, was du von dir gibst
17.03.2024, 12:52 Uhr | Aeneas
Hallo!

In diesem Thread gab es zwischenzeitlich ein anderes Thema, welches aus meiner Sicht auch wichtig ist. Daher hat bke-Ina erfreulicherweise einen neuen Thread „Eure Kritik, Meinung, Rückmeldung, Wünsche, Anliegen…“ gestartet.
Wegen Klausuren und privaten Stress bin ich noch nicht dazu gekommen etwas zum eigentlich Thema zu schreiben.
Zuletzt ging es um Menschen die nicht dem Mainstream entsprechen, sich selbst zu finden, Selbstsicherheit, negative Rückmeldungen oder gar Mobbing bzw. Ausgrenzung.

In diesem Zusammenhang fand ich es auch vor wenigen Tagen ganz spannend oder auch erschreckend wie auf das Auswärts-Trikot der Fußball-Nationalmannschaft reagiert wurde. Es ist pink bis dunkel-lila und die einen feiern es und andererseits gab es auch große Kritik / Shitstorm.
Ein praktisches Beispiel für Rollenerwartungen und das „echte Männer“ kein „Barbie-Farbe“ tragen dürfen.

Ich selbst würde es auch nicht anziehen, aber das liegt daran, dass ich generell keine farbigen oder knalligen Klamotten (gelb, grün, Cyan usw.) trage sondern eher unauffälliges um eben unauffällig zu sein und bleiben.

Mir ist inzwischen klar geworden, dass es auf mein ursprüngliches Anliegen in diesem Thread keine klare Antwort oder Lösung gibt.

Wir leben im jähr 2024 und einerseits hat sich die Gesellschaft ordentlich verändert, wenn man die zeit heute mit 1980, 1950 oder 1924 vergleicht. Andererseits erlebe ich auch, dass viele von der Vielfalt und Wokeness genervt sind und dass klassische Rollenerwartungen an Männer und Frauen immer noch existent sind.

Es scheint auch irgendwie miteinander zusammen zu hängen. Je vielschichtiger und vielfältiger, bunter, unterschiedlicher eine Gesellschaft wird, desto mehr verschwimmen die Grenzen und Konturen. Alles wird diffus und es fehlt evtl. an (klaren) Strukturen. Das führt dann zu Unsicherheit. Es erscheint logisch zu sein, dass es Stimmen gibt die klaren Strukturen und Rollenbilder und Rollenerwartungen benötigen. Erst recht wenn damit Privilegien verbunden sind. Da ist dann auch kein Verständnis für ein Pinkes Fußballtrikot da.

Wenn alles verschwimmt sowie Grenzen und Konturen aufweichen, ist es schwer, sich zurecht zu finden. Erst recht wie jemanden für mich, denn mit Anfeindungen und Ausgrenzungen ist schwerer umzugehen als mit Anerkennung und Bestätigung.

Aber vielleicht ist das alles auch gerade Müll, was ich von mir gebe. Das könnt Ihr mir auch ehrlich sagen.

Viele Grüße
Aeneas
10.03.2024, 15:40 Uhr | Sonora
Hallo,

ich lese das Forum eigentlich nur mit, weil ich beim Lesen den Eindruck habe, so wie manche Jungen und nicht stereotypisch kommunizierende Mädchen, dass ich hier nicht akzeptiert werden würde.

Einhorns erster Post gestern war meiner Meinung nach sehr on point und zu Aeneas Thema passend. Eine persönliche Fehde hat erst Stephan mit seinem Genervtsein daraus gemacht. Liest man vor allem Aeneas Startpost noch einmal, so sieht man, dass er genau von diesen männlich/weiblich-Rollenerwartungen schreibt, die ihn beschäftigen, und wie Einhorn von Ausgrenzungserfahrungen berichtet.

Ich finde, es ist schade, dass der inhaltliche Austausch zu diesem Thema durch das Beleidigtsein eines einzelnen Moderators im Keim erstickt wurde und es gestern keine sachliche Auseinandersetzung geben konnte, weil die Argumente ignoriert wurden.

95% Frauenanteil sind erschreckend, aber irgendwie trotzdem nicht verwunderlich. Die meisten Jungs und auch viele Mädchen, die nicht dem Klischee einer Frau entsprechen, kommunizieren anders als dies hier vorausgesetzt zu werden scheint, um dazugehören zu können.

Das wird also vielleicht mein erster und letzter Post hier im Forum bleiben. Es war mir aber ein Anliegen, dazu Stellung zu nehmen und Einhorn nicht mit dem Gefühl zurückzulassen, dass es nur ihr so geht.

Mit freundlichen Grüßen
Sonora
09.03.2024, 19:33 Uhr | bke-Stephan
Hallo Aeneas,

sorry, dass ich in Deinem Thread so rumgenervt habe. Ich höre damit auch wieder auf und denke, dass es dann auch wieder um Dein Thema gehen wird.

Viele Grüße schickt bke-Stephan
09.03.2024, 19:12 Uhr | Einhorn1
Du schreibst hier, auch wenn Du es verklausulierst, wie viel Dich hier stört, ohne ein Beratungsanliegen zu haben

Über mein Beratungsanliegen schreibe ich in meinem Thread, nicht in diesem und nicht im Xpress. Das habe ich in der Vergangenheit getan, also stimmt auch deine Behauptung nicht, dass ich kein Beratungsanliegen habe. Tatsächlich hätte ich dazu heute auch Zeit und Lust gehabt. Aber ich lasse das natürlich, wenn ein Berater hier ist, der mir gerade geschrieben hat, dass er von meinen Beiträgen echt genervt ist.

Als Ergänzung, damit die Diskussion noch nachvollziehbar bleibt, worauf sich bke-Stephan, leider nur zu einem sehr geringen Anteil inhaltlich, bezogen hat:
Jeder darf sich selbst fragen, ob ich hier die gleiche Botschaft niederschreiben dürfte (Du nervst!), gesetzt den Fall, es wäre so, ohne dass es Konsequenzen hätte. Oder ob ich schreiben dürfte, dass das, was die andere Meinung ist, nicht wahr ist (Botschaft: Du lügst!), ohne dass ich sachliche Argumente habe. Oder ob 95% nicht auch dafür sprechen, dass das nicht nur so ist, weil Jungs (von Natur aus?) weniger Lust haben, sich beraten zu lassen, sondern es vielleicht auch andere Gründe haben könnte. Oder warum Maddox als einer von den 5% hier nicht mehr schreibt.
Als Xpress, weil eine sachliche Auseinandersetzung mit der Botschaft "Du nervst!" nicht möglich ist, wenn der Genervte gleichzeitig der ist, der entscheidet, wann es ihn zu viel nervt und er den Diskussionspartner mit einem Klick mundtot macht.
Zuletzt editiert am: 09.03.2024, 19:42 Uhr, von: Einhorn1
09.03.2024, 19:03 Uhr | bke-Stephan
Hallo Einhorn1,

ich erlaube mir, Dir hier zu antworten, dann höre ich aber auf, denn ich gehe davon aus, dass Du mir nicht zuhören möchtest.

Ich zitiere mich selbst:
"Du bist willkommen und eingeladen, die Beratungsangebote auf unserer Seite zu nutzen. Und - ein wenig - Genervs ist nicht schlimm."
Das ist für mich eine Einladung, kein mundtot machen.

Du schreibst hier, auch wenn Du es verklausulierst, wie viel Dich hier stört, ohne ein Beratungsanliegen zu haben. Dennoch schreibst Du. Auch das ist nicht "mundtot".

Aber für heute reicht mir die Diskussion, ich kann es gut stehen lassen, dass Du nicht meiner Einladung folgen kannst und dass Kritik auch nur einseitig akzeptiert wird.

Viele Grüße,

bke-Stephan
Zuletzt editiert am: 09.03.2024, 19:04 Uhr, von: bke-Stephan
09.03.2024, 14:00 Uhr | bke-Stephan
Hallo Einhorn1,

ich möchte mal etwas klarstellen, weil mich Deine permanente Provokation echt nervt (damit will ich keinen Streit beginnen, aber auch mal deutlich werden): Hier wird niemand ausgegrenzt. Es gibt manchmal Reibereien, die allerdings nie etwas mit sexueller Orientierung, Geschlecht, Herkunft, Spiritualität oder sonst etwas zu tun haben. Sondern oft persönlich sind. Was sehr menschlich ist und in einem gewissen Rahmen auch wichtig ist. Denn Auseinandersetzungen bringen oft neue Sichtweisen, Erkenntnisse und auch, wenn es gut läuft Verständnis und Befriedung. Wir Mods achten darauf, dass ein aushaltbarer Rahmen eingehalten wird und greifen dann ein, wenn wir es für notwendig erachten.

Da etwa 95% der UserInnen auf der Jugendseite weiblich sind, sind natürlich mehr Mädchen hier. Deshalb wird allerdings niemand gemobbt. Wenn Du das so empfindest, tut mir das wirklich leid. Vielleicht zeigt Dir mein genervt männliches Posting hier, dass ich Dich ernst nehme. Und auch klare Worte finde. Du bist willkommen und eingeladen, die Beratungsangebote auf unserer Seite zu nutzen. Und - ein wenig - Genervs ist nicht schlimm.

Viele Grüße

bke-Stephan

//Edit: Schreibrechtfehler//
Zuletzt editiert am: 09.03.2024, 16:25 Uhr, von: bke-Stephan
09.03.2024, 12:45 Uhr | Einhorn1
Das eine sind fehlende positive Rückmeldungen. Die stärkere Variante ist aktive Ausgrenzung. Hier wie anderenorts wird ein von weiblichen Rollenmustern dominiertes Kommunikations- und Sozialverhalten von Menschen erwartet. Wer sich dem nicht anpassen kann, egal ob biologisch Mann oder Frau, wird auffällig oft ausgegrenzt und gemobbt. Das ist nur die Zustandsbeschreibung. Eine Lösung habe ich nicht, weil die Macht in dem Fall nicht beim Betroffenen Individuum liegt. Sich selbst gut finden reicht aber jedenfalls nicht.
09.03.2024, 12:33 Uhr | bke-Stephan
Hallo Aeneas,

die Menschen, die nicht mainstream sind, haben es schon immer schwerer. Irgendwie wollen sie dazugehören, dann aber auch nicht und schon gar nicht um jeden Preis. Und es ist wirklich dämlich, mainstream sein zu müssen um dazu zu gehören. Warum werde ich nicht so angenommen, wie ich bin? Das hat auch nicht unbedingt was mit der Geschlechterrolle zu tun, die bringt dennoch eigene Herausforderungen mit sich.

Und Deine Frage:
" (...) wie kann ich trotz dieser oder einiger dieser Erwartungen an mich, der werden der ich bin und sein möchte."
ist prima. Die Antwort? Die habe ich nicht, aber vielleicht eine Antwort: Fang an, geh die ersten Schritte. Finde Dich selbst gut, wie Du bist. Und gehe dahin, wo Du hin willst. Wie geht das? Mit dem ersten Schritt. Hast Du eine Idee, was der erste Schritt (den Du vermutlich schon längst gegangen bist, aber andere kommen ja danach), bzw. der nächste Schritt sein könnte?

Viele Grüße schickt

bke-Stephan
09.03.2024, 12:06 Uhr | Aeneas
Hallo an alle!

Sorry, dass ich mich länger nicht gemeldet habe und danke für Eure Rückmeldungen!

Mir ging es in der letzten Zeit nicht so gut und bei diesem Thema bin ich irgendwie in einer Sackgasse.

Heute habe ich auch nicht wirklich viel beizutragen.
Eure letzten Beiträge haben mich aber auch zum Nachdenken gebracht.

Über die Rollen-Erwartungen von Jungen und junge Männer habe ich ja schon geschrieben. Auch über die Diskrepanz zwischen diesen Erwartungen und meinem Selbstbild und Selbstwahrnehmung.
Meine Frage sollte eigentlich sein eigentlich sein, wie kann ich trotz dieser oder einiger dieser Erwartungen an mich, der werden der ich bin und sein möchte.

Es bedarf dafür sicherlich eines gesundes Selbstwertes und Selbstbewusstsein. Aber was macht man wenn man kein hat?
Hilfreich wäre sicherlich auch eine positive Rückmeldung für Eigenschaften und Verhalten, die nicht dem Mainstream oder den Rollenerwartungen entsprechen.
Aber wenn diese nicht Mainstream sind, gibt es entsprechend auch weniger positive Rückmeldungen.

Irgendwie ein Dilemma.

Viele Grüße
Aeneas
28.01.2024, 10:44 Uhr | Elen000
Hi Aneas,

beim lesen deines letzten Beitrags ist mir noch ein Gedanke eingefallen..
Du schreibst:
Ehrlich gesagt, fehlt mir auch die Gelassenheit abzuwarten, "bis sich etwas bei mir ergibt".
Muss man denn 'abwarten'?
Hast du ein Bild vor Augen wie du möchtest dass sich die Dinge bei dir ergeben?

Vielleicht kannst du ja schon anfangen aktiv an dir zu arbeiten. Zum Beispiel daran:
Vielleicht ist es auch eher die Entspanntheit, die mir fehlt.
Du möchtest ein wenig entspannter und gelassener werden?
Was kannst du jetzt aktiv schon tun um das zu erreichen?

Das war nur ein Beispiel *wink*

Manchmal muss man garnicht abwarten......
Da kommt ja dann auch wieder das Thema in den Raum wann sich schon was ergeben hat aus dir und was ist wenn du das garnicht wahrnimmst?
Wartest du dann dein Leben lang weiter ab bis sich was ergibt?
Wenn man sein ganzes Leben nur auf irgendwas wartet, wie viel von dem Leben lebt man dann überhaupt??

Paar Nebengedanken von mir *wink*
Ich schließe mich bke-Ina an mit der Meinung dass der Thread hier sehr wertvoll ist!

LG Elen
Zuletzt editiert am: 28.01.2024, 10:45 Uhr, von: Elen000
26.01.2024, 17:59 Uhr | bke-Ina
Hallo Aeneas,

beim Lesen deiner Beiträge habe ich mir gedacht, man merkt, dass du dich mit dem Thema Mann-Sein immer wieder auseinander setzt und dir viele Gedanken machst. Du benennst die gängigen Rollenerwartungen, bzw. zum Teil Stereotypen und bist auch so selbstreflektiert zu erkennen, dass du dich immer wieder anpasst und "verbiegst" um diesen zu entsprechen (z.B. beim kein Bier mögen). Könnte es sein, dass manchmal weniger die Frage "was macht einen Mann aus?" im Mittelpunkt steht und mehr "wie schaffe ich es, nur die Rollenerwartungen zu erfüllen, die mir entsprechen?"

Das nur so als Nebengedanken. Ich finde deinen Thread super wertvoll und lese den Austausch über die verschiedenen Rollenbilder, -erwartungen und -einladungen immer interessiert mit.

Liebe Grüße,
bke-Ina
26.01.2024, 17:07 Uhr | Aeneas
Hallo!

Danke Christian und Hannes für Eure Beiträge.

Ja, es geht um den "Regelfall", weil ich mich als Junge identifiziere mir entsprechende Fragen gestellt habe.

Beim Schreiben über die Geschlechterrollen sind mir auch die non-binären Menschen eingefallen, aber ehrlich gesagt wurde es mir dann zu kompliziert. Für mich ist es eh schon kompliziert, aber wenn ich mir vorstelle in eine geschlechts-binären Welt aufzuwachsen und zu entdecken, dass man non-binär ist und so gar keine Orientierungspunkte oder gar Vorbilder hat ist es millionen-fach schwieriger. Außerdem wollte ich mir nicht anmaßen dazu etwas zu schreiben.

Hannes schreibt, dass man den Rolleneinladungen nicht folgen muss. Dem würde ich eigentlich auch zustimmen, aber ich empfinde es nicht er als Einladungen sondern als Erwartungen, die auch einen gewissen gesellschaftlichen Druck ausüben. Das meinte ich ja damit, dass die Entscheidungen eigentlich gar nicht frei sind.

Ehrlich gesagt, fehlt mir auch die Gelassenheit abzuwarten, "bis sich etwas bei mir ergibt". Vielleicht ist es auch eher die Entspanntheit, die mir fehlt.

Viele Grüße
Aeneas

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