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03.02.2019, 14:21 Uhr | dreamingAlex
Ich bin nicht der "sozialste" Mensch, brauche oft Zeit für mich, rede manchmal gar nicht dafür manchmal seehr viel, kann mich nicht gut in andere hineinversetzen, gehe nicht mit feiern/shoppen/sonst wo hin
weil ich glaube dass meine Eltern das nicht gut fänden.

Freunde aus dem Kindergarten oder Grundschule hab ich gar keine, weil ich zu sehr mit meinen eigenen Dingen beschäftigt war und nicht wusste, dass andere vielleicht aus was anderes wollen als ich. Ich würde behaupten, ich kann da nicht direkt was für, aber es ist halt die Frage, wie ich "Mich" definiere. Ich mache das jedenfalls nicht, um einfach meinen Willen durchzusetzen, sondern es ist etwas, das von ganz tief Innen kommt und wo ich keinerlei Einfluss drauf haben.

In der 5. Klasse hab ich meine beste Freundin kennengelernt und es war wirklich ein "wie füreinander gemacht sein". Sie weiß, was ich denke bevor ich es überhaupt gedacht hab und es passt einfach.
Schon ein paar Wochen später hat sie sich über mich lustig gemacht/mich ziemlich geärgert. Das lag aber zu großen Teilen an der Stimmung bei uns in der Klasse, in der leider ab und an mal zur Zielscheibe geworden bin.
Irgendwann war das dann aber abgehakt, aber ein Jahr später hatte sie dann eine andere beste Freundin. Ich war sehr lange "Kind" (obwohl ich eine der Ältesten in der Klasse war) und konnte mit deren gemeinsamen Interessen wie Boy Bands, Make-Up, Selbstverletzung, Fanfictions, Social Media usw nichts anfangen, war also einfach außen vor. Ich hatte niemanden wirklich, den ich als Freund bezeichnet hätte; ich wurde nicht wirklich geärgert oder so, aber war halt ziemlich alleine. Dafür hab ich mich ziemlich geschämt und auch niemandem davon erzählt, sondern alles mit mir ausgemacht.
Auch die Phase war irgendwann vorbei, aber zwei Jahre ging das Ganze wieder von vorne los, meine beste Freundin hatte jemand Neuen gefunden, mit der sie stundenlang (über mich?) lachen konnte. Ich würde mich schon eher als eifersüchtige Person beschreiben und konnte damit gar nicht umgehen. Wir haben uns daraufhin auch ziemlich gestritten und 3 Monate lang nicht mehr miteinader geredet.
Aber auch da haben wir uns wieder zusammengefunden und sind in der Zeit danach sehr eng zusammengewachsen. Ich fühle mich einfach wohl mit meiner besten Freundin zusammen und sie ist die einzige Person mit der ich es schaffe, mal über mich selbst zu reden.
Vor gut zwei Jahren ist eine Mitschülerin zu uns dazu gekommen und klebt nur noch an meiner besten Freundin (an mir nicht mehr weil ich ihr ein paar Mal zu unfreundlich war). Meine beste Freundin und sie reiten am gleichen Stall und wohnen auch ziemlich nah beieinander (ich wohne mit dem Bus 90 Minuten entfernt), sodass sie sich sehr oft sehen. Das fand ich schon ziemlich blöd, weil meine beste Freundin und ich seitdem nie so wirklich die Gelegenheit hatten, miteinander in Ruhe zu reden, zumal wir auch kaum Kurse zusammen haben.
Wie das so ist, der Freundeskreis erweitert sich, was ja erstmal nichts schlechtes ist, auch wenn es mich häufig anstrengt. Jetzt ist es nur so, dass meine beste Freundin fast nie mitkommt, wenn ich was mit dem "Rest" mache, obwohl ich sie oft frage. Dagegen unternimmt sie recht oft was mit den anderen und fragt mich noch nicht einmal. Das tut ziemlich weh. Wir reden auch kaum noch miteinander, weil sie sich immer nur mit den anderen unterhält. Sie weiß, dass mir solche Situationen oft viel zu trubelig sind, aber wir machen auch nichts stattdessen. Manchmal frage ich sie, ob wir nicht mal telefonieren wollen oder, aber sie "hat nie Zeit". Stattdessen geht sie spontan mit anderen Freunden Eislaufen, essen, ins Kino, an der Stall, shoppen, feieren, ...
Ich fühle mich wie das fünfte Rad am Wagen und komplett unerwünscht.
Was mich aber am meisten getroffen hat, war eine Nachricht, die ihr geschrieben wurde. (Wir haben im Hinblick aufs Abi und die Auflösung der Stufe eine Plattform, auf der man sich anonym Grüße schreiben kann). Die Person, die in der sechsten Klasse so eng mit ihr befreundet war, hat ihr eine kitschige, herzzerreißende Nachricht geschrieben, wie wundervoll es doch war als die beiden in der fünften (!) Klasse beschlossen haben, beste Freundinnen zu sein und blablabla. Da kann sie ja nichts für für diese nachricht aber das tut mir so weh und immer wenn ich daran denke, will ich was kaputt machen!

Ich bin seitdem extrem frustriert und durchgehend traurig. Ich weiß, das macht teilweise keinen Sinn, aber ich kann es nicht ändern.
Ich rede kaum noch mit meiner Freundin, weil ich sie nicht nerven will (wenn ich ihr nicht wichtig bin, tue ich das ja), aber das tut schon weh, weil sie einfach seit knapp 8 Jahren einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben war und ist und ich sie nicht verlieren möchte.
Ich kann ihr aber auch schlecht sagen, dass diese Nachricht etwas schlimmes ist. Aber so geht es mir einfach nicht gut und ich merke, dass ich was an der Situation ändern muss (Mir ging es besser, aber immer häufiger hab ich wieder Sodbrennen, ein Stechen in der Brust, Phasen in denen ich mich nicht bewegen kann und Gedanken, dass das einfach aufhören soll und ich nicht weitermachen will).
Was soll ich machen?
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
03.02.2019, 18:08 Uhr | bke-Claudia
Hallo noch mal,
ich wünsche dir erst einmal, dass andere User auch eine Meinung zu deinem Text haben und diese mit dir teilen.
Eifersucht hat immer etwas mit meinem Selbstwertgefühl zu tun. "Weil ich nicht so toll bin, deshalb sucht sich meine Freundin eine andere Freundin."
Es ist als wichtig zu schauen, was kann ich für mich tun, damit ich sehe, was ich kann und bin und damit nötigenfalls mein Selbstwert wächst.
Und dann wünsche ich dir noch einen guten Austausch.
bke-Claudia
03.02.2019, 17:01 Uhr | dreamingAlex
Hallo bke-Claudia,
danke für deine Antwort!
Gerade hab ich einen ziemlich starken Durchhänger und da kam die gerade richtig.

Ich fühle mich nich unbedingt einsam, wenn sie was mit anderen macht. "Verars*ht" (entschuldige bitte!) ist vielleicht passender. Wenn wir miteinader reden, ist es perfekt. Sie versteht mich ohne Worte und ich sie (für meine Verhältnisse) auch.
Es sind mehr die Gedanken, die ich mir mache: Hat sie einfach keine Lust auf mich? Nerve ich auch sie mittlerweile nur noch? Verbringt sie nur noch das nötigste an Zeit mit mir und das auch nur noch aus Pflichgefühl, weil wir uns schon so lange kennen? Was redet sie vielleicht über mich? Das sind mit die schmerzhaftetsten Gedanken, die ich mir vorstellen kann, weil sie wirklich eine tragende Person für mich ist, ohne die ich es niemals bis hierhin ausgehalten hätte.

Eigentlich sind/waren sie uns sehr ähnlich. Nicht von den Interessen, sondern von unserer Art her. Wir sind/waren beide eher still, bedacht, ruhig. Für mich sehr angenehme Eigenschaften. Man kommt mit den allermeisten Menschen gut klar, ist aber nicht jedermanns "bester Freund". Wir konnten zusammen wahnsinnig viel lachen und auch wirklich mal alles an verrückten Ideen ausleben, aber eben auch komplett ungefiltert reden ohne irgendwelche Ängste. Wenn wir mal einfach zusammen sitzen, entsteht diese Stimmung auch meistens schnell wieder, aber ich bin momentan einfach unsicher, wie sie über mich denkt.
Was ich am Kontakt mit anderen Menschen am schwierigsten finde, sind Ungleichgewichte. Vor allem, wenn man sie nicht einschätzen kann. Wenn der eine für den anderen wichtiger ist als der andere für den einen. Das kann nicht lange gut gehen. Und genau das ist mein Problem gerade.
Sie hat sich meiner Meinung nach in den letzten zwei-drei Monaten so extrem verändert und ich habe diese Veränderung einfach nicht mitgemacht und vielleicht auch einfach nicht mitmachen können.

Ich hab überhaupt nicht das Beürfnis, neue Leute kennenzulernen. Wenn ich dieses Jahr mit der Schule fertig bin und zur Uni gehe, wird das einfach früh genug kommen und vielleicht freue ich mich hinter der Angst auch ein bisschen drauf.
Aber ich bin gerade ziemlich zufrieden mit meinem Freundes- und Bekanntenkreis.
Wir sind eine Gruppe von fünf bis sechs Leuten meistens, kochen zusammen, gehen in die Kirche oder sitzen einfach zusammen, lachen und reden. Es ist meistens locker lustig; manchmal, in kleineren Gruppen meistens, kann man aber auch tiefergehende Gespräche führen. Mit einer guten Freundin kann ich stundenlang diskutieren und auch da fühle ich mich wohl. Es ist aber nie diese Vertrautheit und Offenheit wie mit meiner besten Freundin.
In den Pausen sitzen wir meistens mit noch mehr Leuten zusammen, auch wenn es mir da immer schwerer fällt, mitzureden. Ich fühle mich in kleineren Gruppen deutlich wohler, aber hab viele Menschen in meiner Stufe, mit denen ich mich gerne mal unterhalte.

Meine beste Freundin ist für mich bisher immer ein fester Punkt in allen Turbulenzen gewesen, zumindest hab ich das angenommen.
Sie ist, ganz platt und kitschig gesagt, meine bessere Hälfte. Ich bin nicht gut darin, Entscheidungen zu treffen und eigentlich immer unsicher. Sie hilft mir halt dabei. Und alles, was mir so Probleme bereitet, kann ich mit ihr besprechen.
Oft hatte ich das Gefühl, dass sie ein Engel ist, der mir geschickt wurde.
Ich dachte, das wär eine Freundschaft, die für die Ewigkeit gemacht war. Und obwohl unsere Lebenswege unterschiedlich verlaufen werden, sie doch nie ganz auseinander gehen. Ich dachte, ich hätte jemanden gefunden, der mich mit all meinen Macken, schwierigekeiten und Problemen annimmt, akzeptiert und sogar mag.
Ich hab sie auf eine freundschaftliche Weise unglaublich lieb und wollte im Grunde mein Leben mit ihr verbringen.
Manchmal haben wir drüber geredet, was wir zu unserem 80. Geburtstag machen wollen :)

Ich weiß nicht, ob ich an dieser Freundschaft festhalten will, weil ich immer weiter in Frage stelle, was überhaupt stimmt. Ich möchte nicht mit einer Lüge leben.
Darüber reden kann ich wahrscheinlich nicht. Erstens weil wir halt gerade nicht wirklich miteinander reden und zweitens weil ich nicht gut darin bin, über meine Gefühle zu reden.
Ich könnte ihr schreiben, aber das ist nicht das gleiche.
Sie will es halt jedem recht machen, sagt nie jemandem ins Gesicht, wenn ihr was nicht passt. Und sie würde mir auch wieder sagen, wie wichtig ich ihr bin und so weiter. Außerdem möchte ich glaube ich nicht ansprechen, wie sehr mich zum Beispiel diese Nachricht von der Freundin aus der sechsten Klasse getroffen hat und dass sie immer was mit anderen macht ohne mich zu fragen ob ich mitkommen will.
Ich hab mir vorgenommen, mich nicht immer von meinen unlogischen Gedanken kontrollieren zu lassen. Eifersucht ist so einer, dem ich gerne weniger Raum in meinem Leben gewähren würde. Wie sollen wir dann drüber reden?

Die Frage, die ich mir als erstes stelle, ist ob ich die Freundschaft noch so will oder ob ich loslassen sollte.
Übetreibe ich mit meiner Eifersucht?
Was würdest du/ihr machen?
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
03.02.2019, 14:55 Uhr | bke-Claudia
Hallo dreamingAlex,
zunächst kann ich gut verstehen, was dir da so große Sorge macht. Du hast so viele Jahre diese wirklich wichtige Freundin und neben ihr gibt es so gut wie kaum Kontakte.
Nun stellst du fest, dass da doch viel fehlt und du auch einsam bist, wenn sie mit anderen etwas macht und für dich keine Zeit hat.
Offensichtlich ist sie eher schnell im Kontakt mit anderen und hat da weniger Hemmungen als du.
Das macht dich im Moment sehr traurig, kann ich gut nachvollziehen. Nun ist wohl die Frage, wie auch du eher mal Menschen kennen lernen kannst? Wie es funktioniert, auf andere zuzugehen.
Wie ist dieser "Rest" von dem du schreibst. Du machst mitunter was mit ihnen, was geht da?
Es gibt Freundschaften, die halten für ein leben, benötigen aber immer mal wieder Anpassungen. Manche gehen aber auch kaputt und es bilden sich neue. Keiner kann genau sagen, was bei euch passieren wird.
Sprich sie an, frage sie, wie wichtig ihr eure Freundschaft ist? Wie es weitergehen soll?

bke-Claudia

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