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16.04.2018, 15:06 Uhr | Faids11
Hallo,
Ich stecke seit langem in einem unendlich tiefen Loch und verliere so langsam die Hoffnung, da irgendwann auch nur heil raus zu kommen. Angefangen hatte alles mit Missbrauch in der engen Familie, was in einer total versagten Therapie endete. Ging lange um den Aspekt der Glaubwuerdigkeit. Danach folgte ein absacken in der Schule, 2 weitere im Nichts verlaufende Therapien und eine Medikation. Am Ende war alles hin. Trotz bewiesener Schulunfaehigkeit zum Abitur angetreten und natuerlich mehr als nur verhauen. Dann in Drogenkreise abgerutscht und alle Freunde verloren, Mobbing, Selbstverletzung, Suizidversuche etc.. Daheim ging waehrenddessen auch alles drunter und drueber. Habe noch heute ein unglaublich schlechtes Verhaeltnis mit meiner Ma.
Heute mache ich halt mein Ding. Nimand fragt, reden tue ich nicht mehr viel. Bin immer alleine.
Die Umstaende sind bzw. waren nie die Besten und trotzdem strenge ich mich echt arg an.
Beende bald meinen Frewiwilligendienst und stecke momentan in der Bewerbungsphase. Jetzt zu meinem "Problem":
Ich bin echt am Ende...
Gehe nur noch zum Arbeiten raus. Einkaufen ist mir sogar fast zu viel. Schlafe mehr als 12 Stunden jeden Tag, sonst bin ich unausstehlich. Manchmal vergesse ich zu essen. Mein Gewicht nahm vor 2 Jahren rapide ab. Gelenkschmerzen und Kreislaufprobleme kommen taeglich dazu. Auch spuere ich einen komischen Druck im Kopf und meine Gedanken verselbststaendigen sich. Kurz: Bin richtig am A****
Zum Arzt/Therapeuten will ich nicht mehr, bin ein Jahr verzweifelt von Institut zu Klinik gerannt, ergebnislos. Da steckt mir die Enttaeuschung noch zu sehr in den Knochen. Nocheinmal will ich mir das nicht antun. Auch habe ich Angst, dass wenn ich jetzt im fruehen Berufsleben aussteige um einen Klinikaufenthalt oder aehnliches zu machen, mir nachher nur noch mehr selbst das Bein stelle...

Hat jemand von Euch mir einen Rat wie ich mit meiner Situation umgehen kann? Oder eine Idee was ich als naechstes versuchen koennte? Gibt es ueberhaupt andere Moeglichkeiten oder ist eine Therapie unausweichlich?
Freue mich wirklich sehr ueber jede Antwort.

Danke
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: bke-Nana
23.04.2018, 22:23 Uhr | BabyOne
Hallo faids11,

was Du schreibst klingt sehr belastend. Was mich berührt hat ist vor allem dass Du schreibst, dass Du immer allein bist.

Nun verstehe ich, dass Du bei Missbrauch in der engeren Familie jetzt auch Probleme mit anderen Familienangehörigen hast und dass Du Therapeuten nicht mehr so vertrauen magst. Aber hast Du denn gar keine Freunde oder Bekannte, Leute die Du im beruflichen Umfeld kennen gelernt hast o.ä.? Nicht jeder Mensch braucht dauernd andere Leute um sich herum, aber ein Minimum an Kontakt braucht eigentlich jeder. Menschen sind halt soziale Tiere. Ich stelle mir vor, dass einen so eine Missbrauchserfahrung in gewisser Weise von dem Rest der Menschheit trennt - so in dem Sinne von "die können unbeschwert lachen, die haben nie so etwas erlebt wie ich" und dass man sich dann nicht mehr zu anderen zugehörig fühlt. Und wenn man sich dann von anderen fern hält, leidet man noch ein zweites Mal, weil man dann wirklich immer mehr isoliert ist.

Vielleicht würde es Dir gut tun, von Dir aus auf andere zuzugehen und auch erst einmal nur ganz oberflächlich Kontakte aufzubauen. Es muss ja dabei nicht um Deine schlimmen Erlebnisse gehen. Man kann sich zum Beispiel für einen guten Zweck einsetzen und dabei andere kennen lernen, die sich ebenfalls einsetzen, oder man sucht Gleichgesinnte mit demselben Hobby, so wie sich zum Beipiel Fotografen inzwischen oft zu Rundgängen treffen. Oder man trainiert einfach nur netten Smalltalk mit der Kassiererin, dem Busfahrer etc. Vielleicht würde Dir so etwas neuen Mut und Energie geben. Eine kurze, nette Begegnung kann den ganzen Tag schöner machen.

Was Du sonst noch schreibst - übergroßes Schlafbedürfnis, keine Energie, Gefühl von "alles ist zuviel" klingt schon nach einer Depression. Bei Deiner Vorgeschichte wäre das auch kein Wunder. Die Idee sich mal beim Arzt durchchecken zu lassen ist ganz gut, es könnte ja auch schlicht ein Eisenmangel, Probleme mit der Schilddrüse oder sonst was dahinter stecken. Kann der Arzt das alles ausschließen, und es geht Dir immer noch nicht besser, dann kannst Du ja über die Frage einer neuen Therapie weiter nachdenken. Depressionen sollen ja eigentlich zumindest oft ganz gut behandelbar sein, und wenn beim ersten Mal das Verhältnis zum Therapeuten nicht so war wie es sein soll, kann das ja bei einem anderen Therapeuten ganz anders ausfallen.

Was die Frage angeht, ob eine Therapie einem Berufseinstieg im Weg stehen könnte, will ich noch zu bedenken geben, dass ein Berufseinstieg natürlich auch bedeutet, dass Du möglichst leistungsfähig sein solltest. Wenn Du nach drei Monaten im Job oder in der Ausbildung zusammenbrichst, hat keiner etwas davon. Dann wäre es unter Umständen klüger, sich lieber vorher die Zeit zu nehmen, um gesund (oder gesünder) zu werden. Das kann man einem Arbeitgeber ja auch erklären. Bei mir auf der Arbeit ist eine Kollegin, die nach ihrem Abschluss eine Pause von einem halben oder sogar einem Jahr gemacht hat (genau weiss ich es nicht) und die im Bewerbungsgespräch gesagt hat, dass sie wegen des Todes ihres Vaters etwas aus der Bahn geraten war und einfach Zeit für sich brauchte. Wichtig war dabei natürlich, dass sie einigermaßen glaubhaft rüberbringen konnte, dass es ihr jetzt wieder gut geht und sie wieder normal belastbar ist.

Ich wünsch Dir auf jeden Fall, dass es Dir bald wieder besser geht.
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
16.04.2018, 16:22 Uhr | Louise-19
Hallo, Faids,
da könnte eine körperliche Erkrankung dahinterstecken.
Also geh bitte zum Hausarzt.
Mach klar, daß Du nicht absichtlich abnehmen willst,
sondern das Gewicht quasi von selbst verloren hast,
und Dich jetzt dauernd erschöpft fühlst.
Gute Besserung,
Louise

ps: Selbst wenn es eine Eßstörung sein sollte,
rate ich dazu, zunächst den Hausarzt aufzusuchen. L.
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: Louise-19
16.04.2018, 16:17 Uhr | bke-Nana
Hallo Faids11,

fühle dich willkommen bei uns im Jugendforum. Ich bin bke-Nana, moderiere hier zusammen mit Kolleginnen und Kollegen.

Deine Lebensgeschichte berührt sehr. Du schreibst, dass du dich derzeit in einem tiefen Loch befindest und langsam die Hoffnung verlierst. So freue ich mich umso mehr, dass du dich an uns gewandt hast. Auch möchte ich dir die Mailberatung nahe legen. Dort kannst du persönlichere Dinge schreiben, ohne dass du um deine Anonymität fürchten musst.

Du fragst, ob eine Therapie unausweichlich ist. Nun hast du scheinbar gerade da keine so guten Erfahrungen gemacht, vor allem wenn am Wahrheitsgehalt deiner Erlebnisse gezweifelt wird. So ist natürlich die Voraussetzung einer gelingenden Therapie, dass die Chemie zwischen dir und der Therapeutin passt und du Vertrauen entwickeln kannst. Das kann ein langer Prozess sein - aber ein lohnenswerter!

Dazu möchte ich dir Mut machen und ich hoffe, dass auch der ein oder andere Tipp von den Usern kommt, der dich weiter bringt.
bke-Nana

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