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23.08.2018, 12:26 Uhr | fisch09
Hallo, ich habe folgende Frage:
meine Tochter ist in der 3. Klasse. Seit dem Beginn der Grundschulzeit besteht ein mehr oder weniger schwelender Konflikt zwischen ihr und einem anderen Mädchen. Beide Mädchen sind vom Typ sehr verschieden. Meine Tochter ist emotional (wahrscheinlich hochsensibel), möchte von jedem gemocht werden, am liebesten im Mittelpunkt stehen, wird schnell verunsichert, wenn sich jemand auch nur mit Mimik oder Gestik genervt ihr gegenüber äußert.
Das Mädchen aus ihrer Klasse (M.) ist eher derb, burschikos, äußert frei heraus was sie denkt auch wenn das verletztend wirken könnte.
Beide Mädchen sind ähnlich intelligent, eher Anführertypen und versuchen nun beide ständig abwechselnd die "Oberhand" in der Klasse zu haben und so viele Mädchen wie möglich um sich zu scharen ohne dass diese mit den anderen spielen dürfen. Beide Mädchen leiden unter der Situation, jede will von der anderen in Ruhe gelassen werden und hat diesen ständigen "Kapf" mit der anderen satt.

Es wurden in Klasse und Hort schon viele Versuche seitens der Lehrer und HOrtnerin unternommen, das Problem zu lösen. Mit allen Mädchen wurde gesprochen, es sind sich alle einige dass Jede mit Jeder spielen darf. Inzwischen gibt es wohl eine Regelung im Hort, dass an den Tagen abwechselnd entweder meine Tochter oder M. dran sind zu entscheiden, wer mitspielen darf...

Dauerhaft führt das alles zu keiner festen Lösung, denn meine Tochter ist vom Verhalten von M. so abhängig und so auf sie fokussiert, dass sie unbewusst immer wieder den Konflikt neu anheizt. Sicher ist es umgekehrt genauso, M. versteht nicht, warum meine Tochter so reagiert wie sie eben reagiert.
Es kam zu einem Gespräch zwischen den Elternteilen, was uns schwer fiel, denn jeder versucht ja seiner Tochter zu helfen und diese zu bestärken.

die Idee war nun, beide Mädchen zusammenzubringen, nicht zu Gespräch, denn solche Gespäche gab es schon oft, sondern zum Spielen und Zeit miteinander verbringen.
Was haltet ihr davon? Kann das klappen? Welchen Rahmen sollten wir für so ein Treffen schaffen?
Unsere Hoffnung wäre, dass die beiden durch Zeit miteinander feststellen, dass die jeweils andere ganz in Ordnung ist, von ihr keine Gefahr ausgeht, sie sich vielleicht zusammentun. Sie haben eigentlich auch viele Gemeinsamekeiten. Sie müssen nicht Freundinnen werden, aber sie sollen lockerer im Umgang miteinander werden.

Leider sind Lehrer und Erzieher am Ende ihres Lateins, aber ein Aussitzen des Problems trägt ja nicht zur Lösung bei.
fisch09
24.08.2018, 13:28 Uhr | BabyOne
Hallo,

wenn es Deiner Tochter gut damit geht Abstand zu halten, dann würde ich erst recht nicht darauf hinwirken, dass sie sich treffen. Es ist ja seltsam, dass jetzt das andere Mädchen anscheinend eher den Kontakt zu suchen scheint. Manche Menschen wissen ohne einen Lieblingsfeind wohl nichts mit sich anzufangen... Wenn andere auf eine "Lösung" drängen, würde ich vielleicht darauf verweisen, dass ja schon alles versucht wurde und der jetzt wohl erreichte Burgfrieden wohl das Beste ist, was zu erreichen war.
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
24.08.2018, 10:01 Uhr | fisch09
Hallo Frau Winzenberg,
vielen Dank für Ihre Zeilen.
Ihre Frage finde ich interessant: Dabei ist mir nicht klar, inwieweit sie das Mädchen bewundert, klasse findet und sie als Freundin haben möchte oder ob es um Eifersucht und Vorrangstellung geht.
Das ist es mir auch nicht *woot* Wahrscheinlich von allem ein bisschen. Ich vermute, dass es bei M. eher von Eifersucht herrührt (sie möchte die besten Noten haben, die beliebteste sein, eben besser sein als ihre Konkurrentin). Bei unserer Tochter ist es eher eigene Unsicherheit (sie versteht nicht, warum M. sie nicht mag und reagiert trotzig), sie möchte gern Frieden haben aber nicht um jeden Preis, sie möchte nicht als Verliererin dastehen.

Außerschulische Interessen und Bekannte hat unsere Tochter. (2x pro Woche Tanztraining, es besteht noch Kontakt zu Nachbarskindern und Freunden aus dem Kindergarten)

Ich hätte auch gern, dass sich die Erwachsenen raushalten, jedoch sehen die Lehrerin und Hortnerin Handlungsbedarf, auch die Eltern von M.
Alle Bemühungen waren jedoch nicht von Dauer, es war immer nur kurz "Ruhe", und dann ging es wieder vor vorne los.

Ich werde berichten, wie es sich entwickelt.
fisch09
24.08.2018, 09:55 Uhr | fisch09
Hallo BabyOne,
vielen Dank für die Zeilen. Ja in der Tat ist der Konflikt verfestigt, und auch wir sind der Meinung, dass dem ganzen schon viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Diese Regelung im Hort finde ich auch nicht gut, niemand sollte bestimmen dürfen, wer mit wem spielt.
Die Eltern von M. sind nun jedoch auf uns zugekommen, irgendwie erwarten jetzt alle eine "Lösung", jeder hat das Gefühl "so geht es nicht weiter". Wir führen uns im Zugzwang... Unserer Tochter geht es momentan recht gut, sie hält M. auf abstand und versucht, sich nicht weiter um sie zu kümmern. Die Regelung im Hort hilft ihr dabei erstaundlicher Weise.
Jedoch leidet jetzt wohl die andere, ich weiß nicht warum... auch sie hat wohl noch nicht verstanden, dass keiner "die Oberhand" haben wird und darf, so schildert es zumindest unsere Tochter.
Das Treffen der Mädchen war eine Idee, ich habe dazu natürlich schon die unterschiedlichsten Meinungen gehört und habe dazu auch noch kein Bauchgefühl.
Ich werde berichten, wie sich das ganze entwickelt.
fisch09
23.08.2018, 20:06 Uhr | BabyOne
Hallo Fisch,

beim Lesen bin ich ein wenig verwundert, dass dieser Konflikt so lange anhält. Zu Beginn der Schulzeit und beim Wechsel auf die weiterführende Schule habe ich bei meiner Tochter beobachtet, dass es in der jeweiligen Klasse einige Reibereien gab, die aber nach einem halben Jahr im Wesentlichen ausgestanden waren. Danach wusste jeder, wer mit wem kann und wem man aus dem Weg geht. Diesen zweiten Schritt scheint Deine Tochter noch nicht gegangen zu sein. Nach so langer Zeit hat sich dann vermutlich problematisches Verhalten auch verfestigt, und vielleicht haben die Erwachsenen dem Ganzen auch etwas zu viel Aufmerksamkeit (Mitleid) geschenkt, so dass die Mädchen in ihrem Verhalten letztlich bestärkt wurden.

Ich finde auch, dass die beiden Mädchen nicht zu bestimmen haben sollten, wer mit wem zu spielen hat. Ich vermute - mehr kann man als Außenstehender wohl nicht tun - dass ich in dieser Situation mit meiner Tochter mal Tacheles reden würde und ihr sagen würde, dass sie halt auch einfach mal nachgeben, weggehen, den Mund halten soll. Echte Freundinnen werden trotzdem mit ihr spielen wollen, und wenn eine Freundin mal mit der anderen spielen will, dann muss sie das halt auch mal aushalten und sich selbst anderweitig beschäftigen. Man kann halt nicht immer der Bestimmer sein.

Ich würde sie nicht zwingen, sich mit dem anderen Mädchen zu treffen. Die beiden sehen sich jeden Tag. Wenn sie sich nach drei Jahren nicht mögen, wird ein Treffen daran auch nichts ändern.

Wir kennen das als Erwachsene doch auch, dass wir manchmal mit Leuten auskommen müssen, die wir nicht mögen. In so einem Fall gibt es Höflichkeitsregeln, an die man sich zu halten hat. Man haut sich nicht, man lacht den anderen nicht aus, man sagt vielleicht noch guten Tag und auf Wiedersehen, und sonst geht man einander aus dem Weg, soweit es geht. Und genau das sollten die jungen Damen langsam mal lernen. Die Motivation dazu wird wahrscheinlich um so größer sein, je weniger Beachtung sie mit Schilderungen ihrer täglichen Auseinandersetzungen bekommen.
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: BabyOne
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
23.08.2018, 16:05 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo fisch09,

als Moderatorin in diesem Unterforum der Virtuellen Beratungsstelle begrüße ich Sie herzlich! Vielen Dank für Ihren Beitrag!

Sie berichten über einen Konflikt aus der Klasse Ihrer Tochter, der zwischen Ihrer Tochter und einem anderen Mädchen besteht. So wie es sich anhört, möchten beide gerne die "Bestimmerinnen" sein und die Mädchen um sich versammeln. In der Vergangenheit haben sich sowohl die Lehrer, die Erzieherinnen als auch die Eltern um Regelungen in der Gruppe bemüht. Was mich sehr erstaunt, ist die Tatsache, dass zwei Schülerinnen abwechselnd entscheiden dürfen, welche anderen Mädchen mitspielen dürfen. Diese Konstellation halte ich für kritisch, weil Kinder nicht über Kinder zu bestimmen haben und weil sich insgesamt das soziale Geschehen in der Gruppe nicht selbst regulierend entwickeln kann.

Ihren Worten entnehme ich, dass eher Ihre Tochter Leidensdruck hat, weil sie sehr auf die Mitschülerin fixiert ist. Dabei ist mir nicht klar, inwieweit sie das Mädchen bewundert, klasse findet und sie als Freundin haben möchte oder ob es um Eifersucht und Vorrangstellung geht. Der Gedanke, dass die beiden sich mal zum Spielen treffen ist an sich ja schön. Sie sollten allerdings mit Ihrer Tochter darüber sprechen, ob sie Lust hat, die andere einzuladen. Treffen sollten sie sich dort, wo sie sich mit anderen Freundinnen auch zum Spielen treffen. Die Situation sollte schon möglichst natürlich sein, wenn man das überhaupt so sagen kann, weil es von den Eltern ausgeht. Schön wäre ebenfalls, wenn Ihre Tochter weitere außerschulische Interessen hätte, wo sie in Kontakt mit anderen Kindern kommt.

Was würde denn passieren, wenn sich die Erwachsenen zukünftig heraushalten und den Kindern signalisieren, dass sie das Miteinander alleine regeln können? Was genau passiert mit Ihrer Tochter bzw. was macht sie, was als Konflikt betrachtet wird? Sozialverhalten und Umgang mit anderen ist ein stetiger Lernprozess, der spätestens im Kindergarten beginnt, lange andauert und bedeutet, dass es Geben und Nehmen gibt, dass man sich anpassen muss, dass man lernen muss, sofortige Bedürfnisbefriedigung zurückzustellen, dass man nicht immer im Mittelpunkt steht u .s. w.

Auf den weiteren Austausch bin ich gespannt!

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg
*smiling*
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: bke-Clara-Winzenberg

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