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07.12.2018, 20:45 Uhr | bke-Hana
Liebe Eltern, liebe Jugendliche,

vor Kurzem war ich auf einer Tagung zum Thema Medienkompetenz und Selbstregulation im Umgang mit Medien.
In einem Vortrag und in verschiedenen Workshops wurde ich in die mir zugegebenermaßen recht fremde Welt von "Alexa", technisch ausgefeilten Neuheiten via Internet (nichts scheint unmöglich zu sein), Instagram, Snap Chat und in weitere Kommunikationsplattformen, eingeführt.

In einem der Workshops, an dem ich erfreulicherweise teilnehmen konnte, stellten uns 14-15 jährige Medienscouts Jugendlichen beliebte Apps wie tik tok, tellonym, twitsch, snapchat oder clash royal vor. Sie beantworteten auch geduldig vielerlei Fragen von uns in der Mehrheit unwissenden aber dafür umso interessierteren Erwachsenen. Eine davon lautete: "Ab welchem Alter sollten Kinder eurer Meinung nach frühestens ein Smartphone besitzen und darüber Zugang zu diesen Plattformen, zu vernetzten Spielen etc. haben?

Die Jugendlichen waren sich sehr einig darin, das dies frühestens mit Eintritt in die weiterführende Schule der Fall sein sollte (und dann auch nur, wenn von den Eltern reguliert). Eigentlich, so ihre Meinung, eher erst mit 11 oder 12 Jahren. Vorher sei ein Kind nicht in der Lage, die nötige Selbstregulation aufzubringen und könne auch die Gefahren nicht ausreichend einschätzen. Allerdings, so gaben sie zu, hätten sie das im Grundschulalter noch ganz anders gesehen und ihre Eltern gepiesackt, endlich ein internetfähiges Handy und Zugang zu verschiedenen Plattformen zu bekommen.

Mich interessiert nun sehr, wie Sie, liebe Eltern und ihr, liebe Jugendliche das seht. Und wie handhaben Sie, also die Eltern, das mit Ihren Kindern? Zögern Sie das eigene Smartphone eher so weit wie möglich nach hinten raus oder tendieren Sie vielleicht in die Richtung: Früh übt sich oder: ein Smartphone gehört doch auch für jüngere Kinder in der heutigen Zeit zum Leben dazu.

Und welche Erfahrungen haben die jugendlichen User*innen dieses Forums wohl gemacht? Wie gingen oder gehen eure Eltern mit eurer Internet-Nutzung um und was haltet ihr davon, wie sie euch regulieren oder auch nicht? Für welches Einstiegsalter plädiert ihr, und worauf sollten Erwachsene achten, inwieweit sollen sie euch die kompetente Nutzung zutrauen, darauf bin ich wirklich sehr neugierig.

Eine andere spannende Frage wäre auch, wie (häufig) denn Sie Erwachsenen ihr Smartphone nutzen und was die jungen Leute dazu zu sagen haben. Gibt es auch Ermahnungen von euch User*innen des Jugendforums oder von Ihren Kindern wie: "Legt doch endlich mal das Handy weg, Mama und Papa?"

Jetzt bin ich gespannt auf eure und Ihre Haltungen und die unterschiedliche Umgehensweisen und freue mich auf eine angeregte Diskussion.

Herzliche Grüße,
bke-Hana Blum
Zuletzt editiert am: 07.12.2018, 20:56 Uhr, von: bke-Hana
08.12.2018, 20:33 Uhr | AnjaLe
Hallo bke-Hana,

ich denke, das richtige Alter ist schwer zu bestimmen, allerdings je nach Reife sollten Kinder zwischen 10 -12 Jahren damit fit gemacht werden. D.h. erstmal eine Prepaidkarte und vor allem die 3. Anbietersperre nicht vergessen. Ich stimme auch zu, dass es auf keinen Fall neue Geräte sein müssen. Sie werden oft aus Neid von anderen zerstört. Ich beobachte allerdings auch genau das Gegenteil, verstehe den Grund nicht, warum Kinder mit den neusten Geräten ausgestattet und in die Schule geschickt werden. Möglicherweise ist das nichts anderes als Angeberei.

Bezüglich der Nutzung: Irgendwelche Sperren bezüglich jugendgefährdender Inhalte bringen nichts. Je verbotener etwas ist, desto reizvoller. Die finden Mittel und Wege das zu umgehen. Hier sollte man einfach den Kindern vertrauen und aufklären. Wichtig ist auch, wie mit den Geräten bei Klassenfahrten ins Ausland umgegangen wird. Da kann man böse Überraschungen erleben. So fällt zum Beispiel die Schweiz nicht bei allen Anbietern unter EU-Roaming, so sollte unlängst ein Vater 12000 Euro für Internetnutzung des Sohnes auf einer Ostseefähre nach Norwegen zahlen. Hier lauern auch die Fallen bei den Laufzeitverträgen.

Die Regierung gibt die Zeichen vor, Digitalpakt, 5G usw. Ob wir Eltern das wollen oder nicht können wir nicht mehr entscheiden und ich denke, es ist ratsam, damit frühzeitig zu beginnen, die Kinder mit dem Umgang vertraut zu machen. Wir sind hier erst am Anfang, in anderen Ländern sind die Dinger nicht mehr wegzudenken. Vom Bezahlen bis zum Arztbesuch geht ohne diese Dinger nichts mehr und da redet dann wirklich keiner mehr, im Zug, im Bus oder sonstwo. Das macht dann schon nachdenklich!

LG
Anja
08.12.2018, 08:26 Uhr | marinadiezweite
Hallo bke-Hana, meine Kinder sind zum Glück bereits erwachsen, ich mach mir da nicht mehr so viel Kopf um Smartphones. Als sie in dem entsprechenden Alter waren, habe ich es immer für gut befunden, eine Prepaidregelung zu nehmen. Meine Tochter hatte sogar einen Handyvertrag, der gar nicht mal billig war. Denn sie über Taschengeld und ab 16 auch durch Aushelfen in Restaurant und ähnlichem finanzierte. In der Schule gab es eh klare Regeln. In der Freizeit hat sie ihr Handy dann schon reichlich genutzt. Aber da war sie bereits 16. Und man konnte ihr schon vermitteln, dass man nicht dauernd am Handy was macht. Ich würde daher meinen, ab 14 klappt das ganz gut. Und vorher kann man durch einfache Handys und Prepaidtarife viel erreichen.
Nun aber drei Beispiele, an denen ich persönlich mich sehr gestört habe und überlegen würde, ob das so sein muss. Erstes Beispiel, eine 12-jährige erhält ein von Omas Geschenkgeld finanziertes Handy. Die Eltern intervenieren nicht, weil, irgendein Handy braucht die Tochter auf jeden Fall. Ist sie doch manchmal von der Schule oder von einer Freundin abzuholen, die Familie lebt auf dem Dorfe mit schlechter Busanbindung. Bereits nach einer Woche beschädigt ein Klassenkamerad dieses teure Handy, Schaden über 100 Euro. Lassen wir mal dahingestellt, ob Versehen oder Absicht, es ist kaputt, muss repariert werden. Klar, das Kind hat dank Oma soviel Geld. Aber ich finde, so teure Dinge in der Schule, teilweise werden sie auch geklaut oder verloren, muss das sein?
Zweites Beispiel, auf einer Zugfahrt beobachtet. Ein Mädchen, wohl 10 oder 11, hat ein teures Smartphone. Es telefoniert damit ab und zu während der Fahrt. Es whatsappt oder snapchattet damit. Konnte ich nicht genauer sehen. Während der ganzen Zugfahrt wird sich nicht mit den Eltern unterhalten. Diese allerdings genauso auf ihr Handy fixiert. (Kein Blick für die Landschaft oder so).
Drittes Beispiel. Wir sind Essen in einem griechischen Restaurant. Uns gegenüber ein Vater mit seinem ca 8 Jahre alten Sohn. Kann auch noch jünger sein, vielleicht sogar erst 6. Vater isst, Sohn hat eine riesige Portion Pommes, matscht mit den Händen darin rum wie ein Kleinkind. Abgelenkt, weil vor ihm ein Smartphone oder was auch immer aufgebaut ist. Darauf läuft ein Spiel. Und ab und zu muss der Sohn eine Taste drücken und was machen. Das Essen fällt teilweise an die Erde und auf den Tisch. Der Junge hat nur Augen für dieses Spiel.
Ab und zu rückt der Papa den kleinen Bildschirm wieder zurecht, damit der ''Kleine'' besser sehen kann. Da fehlten mir irgendwie schon die Worte, (war ja auch kein Kommentar erwünscht von mir, logo).

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