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30.01.2021, 20:49 Uhr | bke-Luca-Reben
Liebe Jugendliche und liebe Eltern,

aktuell nehme ich aus den Medien und der „Corona-Berichterstattung“ wahr, dass nun der Blick (endlich) vermehrt auf die Schüler, aber auch Auszubildenden oder Studierenden gerichtet wird. Es geht darum, was die nun fast schon 11 Monate pandemiebedingte, veränderte Wissensvermittlung (ich denke hier vor allem digital und stärker selbst zu organisieren) in Schule oder Ausbildung, genau für Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene eigentlich bedeutet.
Welche Konsequenzen ergeben sich für junge Menschen aktuell daraus? Was sind vielleicht auch Ängste und Sorgen für die Zukunft, zum Abschluss und Bildungsstand? Was sind aber eventuell auch Chancen, welche neuen Möglichkeiten und Fähigkeiten entstehen durch die neuen Lernformen und ihren ganz eigenen Herausforderungen?

Kann man diesen neuen Lernformen und der digitalen Wissensvermittlung, durch lange Schul-/ Institutionsschließung, überhaupt etwas Positives abzugewinnen? Gibt es Dinge, die es lohnen würde beizubehalten?
Vielleicht gibt es da ja ein paar Erfahrungen oder Ideen sowohl bei den jugendlichen User:innen hier als auch bei den Eltern bzw. deren Kindern und es könnte sich ein spannender Austausch darüber entwickeln. *smiling*

Ich wünsche Ihnen und euch noch ein schönes Wochenende,
bke-Luca Reben
05.02.2021, 19:41 Uhr | Einhorn--
Hallo,

Ich befinde mich derzeit im letzten Schuljahr (vorletztes ausbildungsjahr) der Erzieherausbildung. Heisst im Sommer stehen die finalen Prüfungen an... Unsere Lehrer versichern uns immer wieder, dass wir wohl keinen prüfungsrelevanten Stoff verpasst haben aber ich hab dennoch große Sorge.. durch das Homeschooling lerne ich viel weniger, so mein gefühl.
Ich versuche allem zu folgen und meine Beiträge zu liefern. Ich probiere Prüfungsaufgaben, hole mit Feedback ein. Dennoch fühle ich mich sehr unsicher momentan. Wir sollen jetzt spontan in unseren halb abgesagten Ferien 2 Klausuren nachschreiben. Dann werden spontan Referate und unterrichtseinheiten vorgezogen, heisst man soll innerhalb einer Woche alles vorbereiten. Ich bin grad mit der Situation überfordert. Ich habe seit diesem Monat einen neuen nebenjob, mit 10 Wochenstunden zusätzlich zur vollzeit schulischen Ausbildung. Ich arbeite oft bis spät abends damit ich mein3 Schulsachen noch schaffe.

Am meisten aber nervt mich die erwartungshaltung der Lehrer, dass jeder einen Drucker besitzt. Am besten sind dann die Lehrer die 6 min vor Unterrichtsbeginn etwas schicken das man ausdrucken soll. Super finde ich auch die die abends um 22 oder 23 Uhr schreiben das wir was ausdrucken sollen. Ich muss immer meine Tante bitten mir was auszudrucken, da ich weder Platz noch Geld für einen eigenen Drucker besitze...

Ich finde die videokonferenzen gut, aber um ehrlich zu sein, es sind zu viele. Wir sitzen teilweise wirklich 6-9 Stunden vor dem PC und haben eine Konferenz nach der anderen.
Das blöde ist einfach, dass die Lehrer sehr oft die Zeit vergessen. Der 1. Überzeiht. Der zweite fängt früher an. Und man ist froh wenn man mal wenigstens kurz Verschnaufpause hat... kurz aufstehen kann. Mir fehlt tatsächlich sehr der Weg zur Schule, ich bin immer zu Fuß/mit dem Rad  zur Schule. Das macht wach. Und jetzt bin ich meist müde. Und auch der Gang durchs Schulhaus zur Toilette, als kleine Auszeit während einer Stunde fehlen mir sehr.
Und natürlich die sozialkontakte, wobei wir alle in den gruppenarbeiten viel reden.
Ich habe auch mit vielen aus meiner klasse Kontakt und wir tauschen uns über lernstoff aus und ich werde auch oft gefragt ob ich anderen bei ihren Aufgaben helfen kann. Ich habe auch mittlerweile dazu gelernt andere zu fragen ob sie mir helfen.. bei uns bieten die meisten Lehrer auch ihre hilfe qn, wenn wir irgendwo nicht weiter kommen. Das finde ich echt gut.

Oftmals fühlt es sich einfach so an als würde man durch den Berg an Aufgaben gar nicht mehr kommen!
Auch kann man kaum noch abschalten. Mittlerweile kommen zu jeder Tageszeit an jedem wochentag neue Skripte, Aufträge, Infos. Ich finde es so erheblich schwerer überhaupt abzuschalten. Ganz davon abgesehen, dass man sowieso sehr viel nacharbeiten muss auch nach unterrichtsende. Ebenso verstehe ich auch nicht warum man manche Fächer nicht kürzen oder weglassen könnte. Kunst-/Werkpädagogik von zuhause. Oder Ökologie wo man eh nur über corona und jetzt über irgendwelche Antibiotika was lernt. Oder Soziologie. Klar sind dir Fächer spannend, aber ich fände es, vor allem wenn es bald wieder in wechselunterricht gehen soll, einfavh um einiges sinnvoller, wenn die prüfungsrelevanten Fächer Vorrang haben...

Ich muss dazu sagen, Schule war davor schon nie meins. Aber man braucht das theoretische Wissen natürlich, bloß lerne ich besser beim aktiven arbeiten. Ich bin sehr froh, wenn ich dieses Schuljahr überstanden habe und meine Prüfungen bestehe... meinen wunschschnitt kann ich wohl vergessen... Ich hoffe aber sehr, dass es bald wieder halbwegs normal abläuft. Zumindest wechseluntericht wäre schon mal gut!

Alles liebe
~denn für starke Menschen werden schwierige Wege bestimmt~
05.02.2021, 16:59 Uhr | bke-Hana-Blum
Hallo Sam 9, hallo LisaM und hallo @alle,

schön, dass ihr uns in diesem Thread durch eure letzten Beiträge auch durch die Brille der angehenden Abiturient*innen und Student*innen schauen lasst.

Darin kamen weitere Vorteile des Homeschoolings zur Sprache wie Zeitersparnis oder von der Uni im Netz zur Verfügung gestellte Videos, die auch im Nachhinein noch angeschaut werden können. Die von euch erlebten Nachteile scheinen aber zu überwiegen und teilweise ziemlich belastend zu sein. Wenn ich mir beispielsweise vergegenwärtige was es bedeutet, aufgrund mangelnder Technik nicht aktiv (und damit ohne Lerneffekt) am laufenden Unterricht teilnehmen zu können, kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Ein anderer Aspekt wurde ebenfalls angesprochen, nämlich, dass es für ältere Schüler*innen viel zu wenig Unterstützung und Hilfsangebote gibt. In dieser Hinsicht scheint sich wirklich so manche*r alleine gelassen zu fühlen.

In diesem Zusammenhang interessiert mich, was ihr Jugendlichen und auch was Sie als Eltern sich von Schule, Uni und Politik wünschen oder auch erwarten, damit diese Durststrecke der Einschränkungen für alle zumindest etwas leichter zu meistern ist? Ebenso interessiert bin ich an euren/Ihren Vorstellungen und Anregungen, welche Lern- und Unterstützungskultur Schüler*innen und Studierende in dieser Zeit pflegen könnten/sollten und wer das wie fördern könnte.

Herzliche Grüße und Wünsche für ein erholsames Wochenende
bke-Hana Blum
03.02.2021, 13:34 Uhr | LisaM123
Hallo,

für mich ist dieses ganze Homeschoolingzeugs die Hölle. Die eine Sorte Lehrer drückt einem haufenweise Beschäftigungsaufgaben rein, um irgendwie im Stoff weiterzukommen. Jedoch bringt das so gut wie gar nichts, weil einfach die Erklärungen fehlen. Die andere Sorte Lehrer macht den gesamten Unterricht über Videokonferenzen und einige geben dann noch zusätzlich „Hausaufgaben“ auf, man hat also mehr als wenn normal Schule wäre.
Das Schlimmste jedoch ist, dass kein Lehrer bereit ist, einen Sonderweg zu gehen. Ich habe nicht gerade die beste Internetverbindung Zuhause und deshalb kommt hier bei Videokonferenzen kein Ton an. Ich sitze also jedes Mal 1,5 Stunden vor meinem Laptop und gucke den anderen beim Reden zu, lerne aber trotzdem nichts. Wenn man dann bei den Lehrern nachfragt, kommt oft nur eine kurze, lustlose Antwort oder der Verweis an Klassenkameraden, die jedoch auch meist nicht bereit sind, zu helfen.
Vorteile kann ich für mich nicht entdecken, auch das mit der besseren Tagesstruktur kann ich nicht bestätigen, was wahrscheinlich einfach daran liegt, dass ich meine kleinen Brüder auch noch mit beaufsichtigen und unterrichten muss, weil die Lehrer an deren Schule nur Aufgaben geben und vor allem der Ältere da extreme Verständnisschwierigkeiten hat. Meine Eltern sind beide als systemrelevant eingestuft worden und schieben ständig Überstunden, Homeoffice bei denen ist unmöglich, so dass ich eigentlich gar keine Hilfe bekommen kann.
Zudem muss man gerade jetzt feststellen, dass die arbeitende Bevölkerung den Schülern vorgezogen wird. Die Grundschüler, denen die Eltern wohl noch am ehesten helfen können und die generell noch sehr viel Zeit haben, werden uns höheren Klassen, die in einigen Fächern noch im letzten Jahr feststecken und auf das Abitur zusteuern und deren Zeit sehr begrenzt ist, vorgezogen.
Mir persönlich fehlt es völlig, einfach mal nach draußen zu gehen und den Kopf freizubekommen. Wenn wir Schule hatten, musste ich da jeden Tag die 5 km mit Fahrrad hinfahren, jetzt sitze ich den ganzen Tag nur Zuhause vorm Laptop und wenn meine Eltern wieder da sind, wird es dunkel und ich darf auch nicht mehr raus.
Jedes Mal, wenn es heißt, dass es wieder einen Bund-Länder-Coronagipfel gibt, sitzt man Zuhause und betet, dass die Schulen wieder geöffnet werden und jedes Mal wird man immer weiter heruntergezogen, weil alles noch weiter verlängert und verschärft wird.
Mit freundlichen Grüßen
Lisa
02.02.2021, 10:42 Uhr | Sam9
Hallo zusammen,

ich bin an der Uni, also noch einmal eine andere Form dazu... und ich bin zwiegespalten. Da ein paar Sachen im Uni-Kontext passiert sind, tut es mir eigentlich recht gut, nicht zu Präsenzveranstaltungen zu müssen. Insbesondere, da es damit einfacher ist, einer gewissen Person nicht zu begegnen. Räumlicher Abstand tut gut. Und rein praktisch betrachtet gewinne ich viel Zeit, da das Pendeln wegfällt - ich wäre sonst pro Strecke über eine Stunde unterwegs, waren vorher nur knapp 20min. Das merke ich total. Vorteil ist für mich auch, dass viele Vorlesungen keine einmaligen Veranstaltungen sind - sondern dass die Profs Videos hochladen. Und ich damit Sachen mehrfach anschauen kann - was nicht immer heißt, dass ich mehr verstehe, aber die Möglichkeit ist da.

Aber das ist es auch schon fast an Vorteilen - und für meine Begriffe überwiegen die Nachteile. Das ist so kein "normales" Studium. Und dadurch fällt wahrscheinlich total viel weg, was eigentlich eine große Bereicherung gewesen wäre. Ich habe nicht wirklich viel Zeit vor Corona an der Uni gehabt - aber schon alleine die studentischen Organisationen, die Sportkurse, Filmeabende bzw. WuKA (Wein und Käse-Abend) der Fakultät - das fehlt. Zugegeben, letztere würde ich im Moment nicht wahrnehmen, auch wenn es sie gäbe - aber eigentlich fällt alles weg, wo man mal Kommolitonen kennenlernen kann, in einem sicheren Umfeld. Ich kenne in meinem Studiengang kaum Leute. Ich komme spontan auf 5 Namen - und nur mit einer ist sporadisch mal Kontakt.

Ich habe einen großen Vorteil, ich lebe allein. Was auch Nachteil ist, denn ich sehe gefühlt nur andere Menschen beim Einkaufen. Dadurch habe ich viel Ruhe - und schaffe auch halbwegs, Strukturen zu schaffen. Einige Vorlesungen und Seminare geben diese vor - weil Vorlesungen über live-Konferenzen laufen, und dadurch ein normaler Stundenplan existiert. Die Pendel-Zeit nutze ich soweit geht für Sport - und schreibe recht viel. Da klar war, dass das Semester wahrscheinlich nicht live stattfinden würde, habe ich mir auch ein paar Kurse mehr in den Stundenplan gepackt - teilweise dadurch doppelt belegt, da ja eine gewisse Anzahl an Terminen versäumt werden darf.

Noch ein großer Nachteil - fast alle Prüfungen sind jetzt mündlich. Ich weiß nicht, ob ich alleine damit bin, aber ich bin kein Fan von mündlichen Prüfungen... besonders, wenn ich definitv auf Lücke lernen muss.

Der Übergang... schwierig. Ich habe auch in der Bahn gelernt. Insofern ist das nicht so das größte Problem. Allerdings fehlt oft dann auch der Anlass, aufzustehen und sich mal um andere Dinge zu kümmern - wie kochen, essen und so. Insofern fehlt die gezwungene Pause doch. Komplett draußen-taugliche Kleidung wäre aber nichts für mich - das genieße ich total, Uni mit Kirschkernkissen, Decke und Plüschsocken (alles außerhalb des Sichtbereichs der Kamera!)

Anderer Punkt allerdings - normal arbeite ich in der Übermittagsbetreuung, die ja jetzt nicht stattfindet. Einen Tag war ich mal in der Notbetreuung - und ich weiß nicht, wie das auf Dauer gut sein soll, besonders für Kleine - dass der ganze Sport und das Spielen wegfällt und nur noch alle am Bildschirm hängen. Denn ich merke selbst, dass ich deutlich mehr Bildschirmpausen einlegen müsste.
01.02.2021, 21:15 Uhr | bke-Luca-Reben
Hallo Jacky und guten Abend in die Runde,

also ich hab verstanden: To-Do-listen und sich noch besser strukturieren zu lernen sowie den Tagesablauf selbst zu bestimmen ist auf der Haben-Seite. Daumen hoch
Ruhe zum Lernen und eine gute Arbeitsatmosphäre mit anderen, so wie in der Schule, ist etwas das fehlt. Da sprichst du auch einen interessanten Punkt an, dass die Lernathmosphäre in der Schule besser ist als zu Hause. Vielleicht weil eben dort auch alle zusammen und zur gleichen Zeit am selben Thema arbeiten.
Das fehlende morgendlich Ritual (bspw. der Weg zu Schule) fehlt zum munter werden und um im Tag ankommen zu können. Ich hab auch mal gelesen, dass es sogar Sinn macht trotz Homeoffice und Homeschooling eine ähnliche Morgenroutine beizubehalten. Also beispielsweise trotzdem die Kleidung anziehen, mit der man sonst auch rausgehen würde, frühstücken usw.

Wie sieht das denn mit den Pausen und auch dem Übergang von Schule zur Freizeit aus - auch hier fehlt ja vielleicht der „Nachhause-Weg“ als Grenze zwischen den Welten?
Ich bin gespannt, ob es da auch noch andere Erfahrungen gibt.

Ich wünsch noch einen schönen Abend,
bke-Luca Reben
31.01.2021, 21:43 Uhr | Jacky25
Lieber Luca,

bei mir ist das mit dem Homeschooling eine Zerreißprobe, da ich Zuhause einfach nicht wirklich zur Ruhe komme.
Mir war jedoch Struktur schon immer ganz wichtig im Leben und dass ich wenigstens in einem Bereich alles hinbekomme und das wollte ich mit der Schule machen.Ich mache mir sowie wenn ich zur Schule gehe auch für Zuhause eine To-do-liste was zu erledigen ist was ansteht und bis wann ich jedes einzelne Fach abschicken muss.Mir hilft das unheimlich, da ich dadurch die Sachen einfach im Überblick auf einem Blatt habe.
Jedoch fällt mir Unterricht trotzdem schwer, da ich vom Stress nur so umgeben bin und es frühs schon zu Streitereien jetzt auch noch wegen der Schule kommt.Ich bin einfach auch wieder froh, wenn ich zur Schule kann...
Was mir auch fehlt ist der Weg zur Schule frühs...jetzt wache ich morgens auf mache mich fertig manchmal ziehe ich mir auch einfach nur einen dicken Pullover über meine Schlafsachen und mache meinen Laptop an...ich bin dann noch super müde gar nicht konzentriert und der Lärm macht mir zu schaffen.Ich war schon immer eine Person die Ruhe braucht wenn sie lernt.Das muss ich dann auch öfters hier Zuhause sagen,jedoch spreche ich das ungern bei meinen Nachbarn oben an.
Also aufjedenfall was gutes to-do-listen! *happy*
Jacky
31.01.2021, 21:31 Uhr | bke-Hana-Blum
Hallo Kuschel2,

vielen Dank für deine Antwort auf die anregenden Fragen meiner Kollegin Luca Reben hier in der „offenen Tür“.

Du hast darin geschrieben, dass du die meiste Zeit während der Pandemie im homeschooling verbracht hast, und dass diese Zeit nicht ganz einfach für dich war und ist. So bekommst du und ihr Schüler*innen z.B. sehr viele Aufgaben von euren Lehrer*innen und das klingt nach Überforderung per Videokonferenz. Das höre ich tatsächlich immer wieder, sowohl von Eltern von kleineren Kindern die sie betreuen müssen, als auch von Jugendlichen, die quasi sich selbst überlassen sind. Die Lehrer*innen, für die das alles ja auch noch ungewohnt ist und die es gut zu machen versuchen, sind angespannt. Diese Anspannung und der Lehrplan, der nach wie vor verfolgt werden muss, machen es auch nicht grade leichter. Ich würde sagen, dass da noch keine gute Balance gefunden werden konnte, die alle und alles „mitnimmt“.

Jetzt hast du auch das Thema Freundschaften angesprochen, zu dem dir in diesen Monaten des Lockdowns einiges klarer geworden ist. Du fühlst dich mittlerweile benutzt, weil du bemerkt hast dass du nach Lösungen gefragt wirst, dir aber von den anderen Antworten versagt wurden. An dieser Stelle möchte ich dir empfehlen, das mal zu überprüfen. Denn die „Nicht Reaktionen“ deiner Mitschüler*innen könnten möglicherweise viele Gründe haben. Wäre es vielleicht auch möglich, dass die anderen in ihrer Überforderung nach jedem Strohhalm greifen, ohne schließlich auf dem Schirm zu haben daran zu denken, etwas zurück zu geben? Ein kleiner netter Anstubser könnte da eventuell etwas bewirken.

Etwas Positives hast du ebenfalls erwähnt: Du kannst und darfst selbst steuern, wann du arbeitest und wann du eine Pause brauchst. Prima! Ich für meinen Teil glaube, dass es grade beim Arbeiten von zu Hause aus sehr wichtig ist, für Pausen zu sorgen, vielleicht sogar mehr als im normalen Schul- oder Arbeitsalltag. Das ist für viele nicht ganz leicht umzusetzen und deshalb freue ich mich, dass du diesen Aspekt hier eingebracht hast und ihn so positiv siehst.

Das möchte ich nun gerne aufgreifen. Irgendwie ist in diesen Zeiten immer alles möglich, der Computer steht da, wir sind vernetzt mit unserm "To Do" und können jederzeit in Schule und Erwerbsarbeit einsteigen. Ein hoher Grad an Selbststeuerung und Pingpong zwischen häuslichen Bedarfen und rufender Arbeit aus dem eigentlich Privaten heraus ist hier gefragt. Deshalb frage ich sehr interessiert in die Runden der Eltern und der Jugendlichen: Wie halten Sie und wie haltet ihr das in dieser runtergeschraubten aber eben doch in vielerlei Hinsicht so fordernden Zeit mit den Pausen?

Neugierige Grüße
bke-Hana Blum
30.01.2021, 21:58 Uhr | Kuschel2
Hallo bke-Luca-Reben,

ich hab in den letzten Monaten viel mitnehmen können. Das liegt daran, dass ich in den 11 Monaten Pandemie... Ich gerade nur 7 Tage wirklich in der Schule war und der Rest war dann nur Homescholling... Für mich wurde vor allem bewusst, was mich vor der Pandemie belastet hat... Hat mich da nur noch mehr belastet... Vorher war mir dies noch nie wirklich bewusst und hatte dies immer überspielt... Ich hab dennoch auch gemerkt, wer wirkliche Freunde sind... Seit Dezember ist bei mir wieder Lockdown... Und deshalb haben alle aus meiner Klasse wieder Homescholling... Dennoch immer wenn ich irgendwie meine Mitschüler etwas gefragt hatte... Haben sie mir nicht geantwortet... Aber sie kamen immer zu mir an und wollten die Lösungen zu vielen Aufgaben... So hab ich gemerkt, dass ich nicht gerade viele echte Freunde habe... Aber das finde ich nicht so schlimm, dass ich jetzt nicht mehr viele Freunde habe... Das schlimme finde ich, dass sie mich mehr oder weniger benutzt haben...
Meine Lehrer, sind nicht gerade begeistert und geben uns sehr viele Aufgaben und wir haben mehrere Videokonferenz, pro Tag... Ein Nachteil hab ich bekommen... Weil ich nicht zur Schule gegangen bin, wo die anderen zur Schule gegangen sind... Weil ich dort kaum Aufgaben bekommen hab im Fach Englisch und Französisch und deshalb hänge ich da ziemlich hinterher...
Das einzig positive, für mich ist, dass ich mir besser meine Zeit zum lernen einteilen kann... Und ich schauen kann wie viel ich lerne und wann ich mir dann Mal eine Pause gönne...

Oki, das war's erstmal von meiner Seite, von meinen Erfahrungen her...

Liebe Grüße
Kuschel

Treffer: 9

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