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05.01.2019, 17:46 Uhr | dreamingAlex
Hallo zusammen!

Vermutlich ist das ein Thema, bei dem mir niemand so wirklich helfen kann. Ihr kennt mich ja überhaupt nicht und dann ist das scheinbar etwas schwierig... :)
Aber vielleicht könnt ihr mal von euren persönlichen Erfahrungen erzählen und mir so dann doch helfen!

Ich werde im kommenden Frühling Abi machen und hab absolut keine Idee, wie es danach weitergehen soll!
Früher war es so, dass fast schon der Zwang bestand, nach dem Abi direkt zu studieren. Das hat sich jetzt gewandelt und man ist viel freier. Gleichzeitig hab ich aber auch das Gefühl, es besteht viel eher der Zwang, nach dem Abi eben genau nicht direkt in der Uni zu verschwinden. Wie oft hört man den Satz "Du wirst nie wieder so viele Freiheiten haben"? Aber wie soll ich diese Freiheiten nutzen?
Ich bin kein Mensch, der sich direkt in irgendein Abenteuer alleine am anderen Ende der Welt stürzen will. Ich fühle mich in Sicherheit, in meiner vertrauten Umgebung wohl. Will meine Familie nicht verlassen, weil gerade meine Mutter sich viel zu viele Sorgen machen würde. Habe zu viel Angst, einsam zu sein. Oder am Ende hier alles zu verlieren. Und wenn ich mich für eine Reise entscheiden würde, kämen da noch viel mehr Möglichekeiten und ich könnte mich noch weniger entscheiden.
Also diese Chance einfach nicht nutzen?

Letzens kam mir die Idee, dass ich für ein oder zwei Wochen ein Praktikum in einem Observatorium in Spanien machen könnte. Ob das kappt, weiß ich nicht, aber das wäre gerade das richtige Maß an "Abenteuer".
Danach, im Oktober könnte ich anfange zu studieren.

Aber wie findet man den richtigen Studiengang??
Meine beiden größten Überlegungen wären Mathe und Physik auf Lehramt oder nur Physik und dann in die Forschung zu gehen.
Aber egal, für welches von beiden ich mich entscheiden würde, es wären doch sehr sehr komplexe und anstrengde Studiengänge, oder? Stimmen diese Vorurteile?
Besonders in Mathe hab ich schon in der Schule gerade einige Probleme. Könnt ihr etwas empfehlen, wie man vielleicht einen Anhaltspunkt bekommen könnte, ob man für so einen Studiengang geeigent ist?
Lehrer, besonders mit Physik als Fach, ist ein ziemlich sicherer Beruf. Einmal verbeamtet kann einem kaum noch was passieren. Die Forschung dagegen könnte kaum unsicherer sein. Das sind Tatsachen, aber wie soll ich sonst noch heruasfinden, was eher zu mir passt? Oder vielleicht gibt es noch eine ganz andere Möglichkeit für mich...????
Woher wusstet ihr, was für euch passt?
Und welcher Wechsel ist einfacher? Als Lehrer (verbeamtet) aussteigen, um in die Forschung zu gehen? Mit einem nicht vollständigen Fachstudium, sodass man da noch einiges nachholen muss.
Oder als "Fachidiot" ohne pädagogische Kenntnisse auf Schüler losgelassen werden? Gerade jüngere Lehrer haben häufig einen viel besseren Draht zu ihren Schülern und diese Chance zu verpassen, wäre auch schade.

Und wenn ich irgendwann mal weiß, was ich studieren will, was mache ich zwischen Abi und Uni?
Eventuell das Prkatikum, das wären maximal zwei Wochen. Aber ich kann nicht einfach rumsitzen und würde gerne mal einen Job machen, den ich vermutlich sonst nie in meinem Leben machen würde und wohl auch gar nicht länger als ein paar Wochen machen will ( an dieser Stelle: meinen Respekt an alle, die fest in einem dieser Jobs arbeiten!)
Bisher hatte ich Ideen wie Bäckerei, Supermarkt, Cafe, Eisdiele, Buchhandlung, Bibliothek, Friedhofgärtnerei. Das könnte man ja eventuell auch als Studentenjob noch in abgespeckter Form weiterführen.
Habt ihr irgendwelche Erfahrungen mit einem dieser Jobs gemacht? Könnt ihr was empfehlen oder ratet von etwas komplett ab?

Was habt ihr nach dem Abi gemacht? Wie seid ihr darauf gekommen? Seid ihr zufrieden damit?

Wenn ihr mir einfach nur von euren ganz persönlichen Erfahrungen erzählen könntet, würde mir das wahnsinnig helfen!
Langsam rückt das Abi näher und diese Fragen türmen sich drohend über mir auf.

Liebe Grüße
Alex
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
27.01.2019, 19:48 Uhr | dreamingAlex
Hi Laina,

danke für deine Antwort! Die ist doch wirklich seeehr ausfühlrich und hilfreich und es bedeutet mir wirklich viel, dass du dir so viel Zeit genommen hast und auch von deinen persönlichen Erfahrungen erzählt hast. Vielen lieben Dank!!!

Ich hab eine Praktikumsplatz gefunden für den ich brenne und muss nur noch den Mut und die Motivation finden, mich dort zu bewerben.
Und ich brauche die Kraft, zu meiner Traum-Uni zu fahren und mich dort etwas umzusehen. Für Freitag hab ich mir das fest vorgenommen und ich hoffe, ich schaff es auch. Da will ich mir ein paar Vorlesungen anhören, (wenn ich mich traue) mit ein paar Leuten sprechen die das Fach schon studieren und hoffentlich auch von der Studienberatung Unterstützung erhalten.

Hast du (oder sonst jemand) Erfahrung mit Berufs- und/oder Studienberatungen? Welche sind wirklich hilfreich und welche kann man sich auch schenken?

Liebe Grüße
Alex
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
25.01.2019, 09:32 Uhr | Laina-Mattea
Hey Alex,

deine Situation kenne ich nur zu gut:) Ich habe vor drei Jahren Abi gemacht und da schwirrten mir ähnliche Gedanken durch den Kopf.

Ich war nicht der Typ, der jetzt nach dem Abi groß in die Welt raus musste. Klar, es gibt wirklich Dinge, die es sich lohnt anzuschauen und zu erleben, aber zu dem Zeitpunkt war ich persönlich einfach noch nicht so weit und wollte auch nicht für so lange Zeit von meiner Familie weg sein. Deswegen hatte ich zuerst an ein FÖJ gedacht, aber nachdem ich mir die Einsatzstelle angeschaut hatte, wollte ich nicht dorthin, da ich mich dort nicht wohlgefühlt habe. Ich hatte aber auch keine Ahnung was ich sonst so machen sollte/wollte.
Ich habe dann einfach mal auf Messen und im Netz geschaut, was es so für Studiengänge gibt, was mich interessiert…
Außerdem kam dann die Überlegung, an welchen Ort ich denn möchte. Bei mir sollte es etwas weg von meinem Heimatort sein, da ich einfach mal ausprobieren wollte, wie es ist wo anders zu wohnen und nicht täglich alles Gewohnte um sich herum zu haben und mir ein „eigenes Leben“ aufzubauen. Außerdem fand ich diesen Zeitpunkt am günstigsten das mal auszuprobieren, da bei mir alle Freunde/innen auch wegzogen und sich nach dem Abi ja eh viel veränderte und es nicht mehr dieses gewohnte „jeden Tag zur Schule gehen“ gab. Allerdings wollte ich auch die Möglichkeit haben meine Familie regelmäßig zu sehen und - wenn ich mal Sehnsucht haben sollte – auch kurzfristig und schnell zu ihnen fahren kann.
Mit diesem Mischmasch an Überlegungen habe ich mich dann an verschiedenen Unis und für verschiedene Studiengänge beworben. Letztendlich habe ich mich dann für einen recht allgemein gehaltenen Studiengang entschieden mit der Option, falls es dann etwas für mich sein sollte, mich im Master spezialisieren zu können. Und für eine Stadt in der ich immerhin zwei Leute kannte und innerhalb von zwei Stunden nach Hause konnte.
Für das erste Studienjahr habe ich mir aber vorgenommen/eingeredet, dass es erstmal zum ausprobieren ist. Erstmal schauen, ob mir studieren überhaupt gefällt, schauen, wie „alleine leben“ so ist, schauen, wie man neue Freunde findet und sich ein neues Umfeld aufbaut – schauen, ob dieser Studiengang überhaupt etwas für mich ist. Ich wollte einfach nicht so viel Druck aufbauen und meine Eltern haben mich darin unterstützt.

Ich hatte tatsächlich letztendlich Glück. Klar, am Anfang war es auch nicht immer leicht und ich fand es doch eine ganz schön große Veränderung, aber ich habe die besten Freunde gefunden, die ich mir wünschen kann, einen Studiengang, den ich nicht mehr eintauschen möchte, in dem ich gut bin usw. Ich habe sowohl fachlich als auch „lebenstechnisch“ viel dazu gelernt. Aber auch falls der Studiengang nichts sein sollte – dann ist man immerhin schlauer als vorher. Und wenn du das merkst kannst du dich immer noch in andere Vorlesungen setzten und da mal in die Studiengänge reinschnuppern. Und da kenne ich tatsächlich auch viele, die das Fach gewechselt haben oder so.
Alternativ kannst du dir auch überlegen, ob eine Ausbildung auch was für dich sein könnte.

Ich denke, jeder Studiengang hat schwierige Stellen. Es kommt halt auch darauf an, was einem liegt. Für mich wäre z.B. Sozialwissenschaften oder BWL nichts, für den anderen sind i-welche Naturwissenschaften nichts. Da würde ich mich an deiner Stelle ehrlich gesagt nicht so verrückt machen lassen. Es gibt aber an vielen Unis immer wieder Mal „Tag der offenen Tür“ (oft auch länger als einen Tag) oder so ähnlich, wo du dich einfach mal in die Vorlesungen setzen kannst. Oft kann man das auch einfach so. Vielleicht findest du da dann auch jemanden mit dem du dich da ein bisschen austauschen kannst und einfach mal nachfragen kannst, wie Mathe oder Physik so sind. (Vielleicht nicht gerade kurz vor Semesterschluss, dann sind viele aufgrund der Klausurenphase angespannter und kürzer angebunden;)

Soviel zu meinen Erfahrungen. Wenn du noch Fragen hast immer gerne.

Liebe Grüße
Laina


Edit: Und wegen der verpassten Chance: Du kannst auch während des Studiums oder danach noch "ein Abenteuer" machen.
Zuletzt editiert am: 25.01.2019, 09:33 Uhr, von: Laina-Mattea
23.01.2019, 19:42 Uhr | dreamingAlex
Nachdem ich gerade in einem anderen Beitrag eine Antwort bekommen hab und damit ermutigt wurde, eine Frage nur nochmal "nach oben zu schubse", versuche ich das hier auch mal.
Ich bin ein bisschen unsicher und hoffe, das ist nicht unverschämt. So meine ich das nämlich auf keinen Fall!!!


Liebe Grüße und danke an allen, die mir mit ihren Erfahrungen und/oder Tipps helfen
Alex
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.

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