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09.03.2019, 20:45 Uhr | Sany2018
Die Zeit läuft, nein sie rennt, sie rast und ich kann sie nicht aufhalten, niemand kann das, leider [...].
Vor wenigen Wochen habe ich einen Beitrag zum Thema Abitur erstellt, damals schien es noch so weit weg, nicht greifbar [...].
Heute sind es nur noch knapp drei Wochen, bis die ersten beiden Prüfungen anstehen [...].
Nächste Woche ist die letzte, normale Schulwoche meines Lebens, danach folgt nur noch die Mottowoche und dann war es das [...].
Ich habe angst, ich bin traurig, belastet, maßlos überfordert [...].
In mir herrscht ein komplettes Chaos, ich bin an meinem persönlichen Tiefpunkt angekommen und ich kann die Zeit nicht aufhalten, nicht stoppen, nicht auf mich acht geben, obwohl ich es muss, so viel stärker als je zuvor [...].
Alle erwarten von mir, dass ich bestehe, doch niemand kann den Druck, die Last, die Masse an Lernstoff, die Anforderungen verstehen [...].
Niemand sieht was folgt, ich werde liebe, mich unterstützende Lehrer verlieren, Freunde, die ins Ausland gehen, wegziehen, ich werde mein bisheriges Leben abgeben müssen, so viel verlieren [...].
Werde ich bestehen? Werde ich standhalten, ohne zusammenzubrechen? Wie werde ich den Verlust verkraften? Wie wird meine Zukunft? Werde ich noch zu meiner Psychotherapeutin gehen können? Fragen, die mich zusätzlich quälen, nicht loslassen [...].
Ich habe einfach nur Angst, bin so traurig, ich kann nicht mehr und es hat noch nicht einmal begonnen [...].
12.06.2019, 16:36 Uhr | Sany2018
Hallo Lana,

vielen lieben Dank, dass du an mich gedacht hast. Ich schätze das sehr!

Tatsächlich kann ich heute mit stolz, den ich zur Abwechslung auch spürbar wahrnehme, berichten, dass ich das Abitur bestanden habe.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass dieser Meilenstein bei mir noch nicht angekommen ist und ich noch ein bisschen brauche, um zu realisieren, dass ich euch diese Worte im vorherigen Satz wirklich tatsächlich abtippen konnte "Ich habe mein Abitur!" - unfassbar - und noch sehr surreal für mich.

DANKE an alle, die an mich geglaubt, meine Texte ausgehalten und mich unterstützt und begleitet haben!

Allen, die noch bangen oder gar noch Prüfungen vor sich haben, ihr schafft das, ich wünsche euch ganz viel Glück und hoffe, dass auch ihr bald positives zu berichten habt!
12.06.2019, 08:41 Uhr | bke-Lana
Guten Morgen liebe Sany,

auch für dich ist heute ein großer Tag, der einige Herausforderung mit sich bringt. Du hoffst, auf ein Happy End und den wünsche ich dir auch!

Fühl dich eingeladen nachher zu berichten, wie der Tag für dich war. *hug* Natürlich, wenn du magst *wink*

Bis dahin verbleibe ich mit lieben Grüßen
bke-Lana
11.06.2019, 22:55 Uhr | Sany2018
So jetzt liege ich im Bett, ich bin müde, sehr müde sogar, denn ich habe die letzten Nächte nur sehr wenig bis garnicht schlafen können, diese Nacht wird nicht anders sein. Ich könnte die schlaffördernden Pastillen nehmen, aber ich mag mich nicht an das Zeug gewöhnen.
Ich habe Herzklopfen, nein Herzrasen, es fühlt sich nicht gut an.
Ich bin unglaublich nervös, aufgeregt und ich habe Angst.
Es ist eine Situation aus der ich nicht flüchten kann, eine die ich aushalten werden muss, unabhängig davon, ob ich das kann oder möchte. Es ist schwierig für mich, sehr schwierig.
Der Tag morgen ist so, so wichtig für mich. So viele Jahre und insbesondere die letzten Monate habe ich, haben wir, darauf hingearbeitet und jetzt ist er einfach da. Ich hoffe, dass dieser Tag morgen ein erfolgreicher sein wird und ich wenigstens bezüglich der Schule endlich aufatmen kann und darf. Ich möchte nur, dass es endlich aufhört, ich kann nicht mehr und vor allem nicht nochmal!
Ich weiß im Moment nicht so recht wie ich denken oder was ich fühlen soll, ich habe so viele Gedanken und Emotionen auf einmal in mir und dann doch nur Leere. Es ist seltsam.
Wie ein Film ziehen die letzten Jahre in meinen Kopf vorüber. Bitte lass dieses Kapitel ein Happy End haben, bitte mach, dass der Kampf und die Mühe nicht vergebens waren, bitte!
10.06.2019, 14:07 Uhr | Sany2018
Hallo Claudia,
danke für deine Antwort!
Ja, du hast Recht, jetzt bleibt nur das Warten.
Das Warten ist allerdings gerade das, was mich gerade so verzweifeln lässt. Natürlich weiß ich, zumindest rational, dass ich absolut nichts an der Situation und an den Ergebnissen ändern kann, beides hinnehmen muss und es wahrscheinlich noch schlimmer mache, indem ich mir darüber jetzt den Kopf zerbreche und in das Katastrophendenken verfalle, aber ich kann das nicht so einfach abstellen.
Ich war spazieren, ich habe mich aktiv abgelenkt und versuche es auch weiterhin, aber immer, wenn ich wieder zur Ruhe komme, dann erdrückt mich die Angst wieder und eine kontinuierliche Ablenkung habe ich nicht zur Hand beziehungsweise würde ich dieser auch nicht standhalten, weil ich innerlich sehr unruhig bin im Moment.
Ich warte schon zu lange.
Ich glaube, dass ich das Thema Warten schon einmal in einem Beitrag aufgegriffen hatte, aber es passt hier gerade so gut, also verzeiht mir die Wiederholung.
Als Schüler beziehungsweise als Schülerin wartet man die ganze Zeit, man wartet, wenn man jünger ist, auf das Wochenende, die Ferien, das Sportfest, den Ausflug oder ähnliches, später wartet man dann auf die Klassenfahrt, den Schüleraustausch und als Oberstufenschüler wartet man drei Jahre lang auf das Abitur, man hangelt sich von Klausur zu Klausur, wartet auf die Ergebnisse und dann wieder auf die nächste Phase des Lernens, solange bis man da steht, wo wir vor ca. 3 Monaten standen, das gilt im übrigen auch für alle anderen Abschlüsse, und dann, wenn man dort steht, dann wartet man wieder, schreibt eine Prüfung, dann die nächste und so weiter, bis man sie alle hinter sich gebracht hat, um dann wieder zu Warten und diese Phase des Wartens ist schließlich die härteste, denn plötzlich bist du nicht mehr Teil des Systems, dem du vorher 13 Jahre lang angehört hast, du bist, wenn man so will, das erste Mal so richtig ungebunden und dann merkst du, dass dem garnicht so ist, weil du nicht loslassen kannst, denn du weißt, dass jetzt die Phase des Bangens beginnt, das ist unfassbar quälend und das Gefühl irgendwie paradox. Es ist nicht leicht, wenn man den gewohnten Alltag verliert, da plötzlich soviel Zeit ist, die man zumeist erst garnicht zu nutzen weiß und die einen dann belastet, weil sie nicht vergeht, weil die Gedanken immer noch in der Schule festhängen und man immer deutlicher spürt, wie stark man die letzten Monate sein musste und wenig man dabei auf sich geachtet hat, es ist nichts halbes und nichts Ganzes und du, du bist machtlos, denn sie dürfen dir nichts sagen und so wartest du wieder, wir beispielsweise haben jetzt um die 3 Monate warten müssen. Was ich damit sagen will ist, dass ich es irgendwo nicht fair finde, es ist wahrlich ein auf die Folter spannen. Ich verstehe, dass das alles korrigiert werden und durch sämtliche Kommissionen laufen muss, ich weiß, dass Statistiken erstellt und weitergeleitet werden müssen und ich habe, man mag es nicht glauben, auch Verständnis dafür, aber irgendwann kann man nicht mehr Warten, es klappt einfach nicht mehr und es zermürbt einen innerlich, weil man sich nicht abgelenkt bekommt, zumindest nicht dauerhaft. Ich wäre dankbar, wenn man wenigstens während der Zeit des Wartens ein Zeichen bekommen würde, oh es gereicht hat oder nicht, sodass man sich mental ein bisschen besser darauf vorbereiten kann, stattdessen führt das Warten dazu, dass man, zumindest was das Lernen angeht, von 100% auf 0% runterfährt und dann, im Falle einer negativen Nachricht, plötzlich wieder auf 100% hochfahren muss von jetzt auf gleich und das höchstwahrscheinlich auch noch im Schock, das kann man doch garnicht aushalten, vor allem nicht, wenn man weiß, was das bedeutet, eine Nachprüfung. Ich bleibe dabei für mich ist das System des Abiturs einfach nicht komplett durchdacht und ich finde, dass man den Abiturienten einiges abnehmen und erleichtern könnte, wenn man nicht nur Regeln und Konzepte machen, sondern sich auch mit diesen auseinandersetzen würde und die Betroffenen, die diesen Prozess aushalten müssen, zu Wort kommen lassen würde, um möglicherweise das zu verändern, was, zu verändern geht, vielleicht würden dann nicht so viele daran kaputt gehen.

Ich weiß, ich habe mich, auch durch meine leider erkrankte Psychotherapeutin, bereits darauf eingestellt, dass das Regenerieren seine Zeit in Anspruch nehmen wird und ich noch intensiver reagieren könnte, wenn alles wirklich vorbei ist. Ich bin dankbar beziehungsweise hoffe ich, dass ich da nicht alleine durchgehen muss und weiterhin Hilfe in der Beratungsstelle finden kann und darf. Im Moment lähmt mich die Angst nämlich irgendwo und ich habe Alpträume vom Tag der Bekanntgabe *blocked*
10.06.2019, 12:00 Uhr | bke-Claudia
Hallo Sany,
es war ein harter Kampf und nun bleibt warten.
Du hast alle Kraft mobilisiert und wirst am Mittwoch hoffentlich erfahren, dass du es geschafft hast.
Doch ehe so ein großer Druck abfällt, das dauert auch noch ein wenig.
Nimm dir die Zeit, um zu schauen, was du alles geschafft hast und ich finde es sehr normal, dass da auch Tränen kommen und die Anspannung nur langsam abfällt.
bke-Claudia
10.06.2019, 11:09 Uhr | Sany2018
Hallo Fiona,

ich bin, hoffentlich, mit allen Prüfungen durch, mit 100% Sicherheit kann ich das erst am Mittwoch sagen, aber ich gehe jetzt einfach Mal davon aus, dass es so ist, weil mir sehr schlecht wird und ich Weinkrämpfe kriege, wenn ich auch nur daran denke, dass ich in eine Nachprüfung kommen könnte. Eine mündliche Prüfung war immer mein persönlicher Horror, die reguläre ist erstaunlich gut gelaufen, eine Sonderprüfung traue ich mir trotzdem nicht zu, weil ich einfach nicht nochmal in diese Situation kommen möchte und da ich ahne, dass eine derartige Prüfung noch mehr Druck macht, weil es eben die letzte Chance ist und man eine bestimmte Punktzahl erreichen muss, würde ich befürchten, dass ich das psychisch nicht schaffen würde.
Ich schließe mich deshalb für deine Glückwünsche aus und an für diejenigen, die noch durchhalten müssen. Ihr schafft das!

Ja, ich weiß. Ich denke, dass es auch in Zukunft immer wieder zu solchen Zwischenphasen kommen wird, mit denen ich umgehen lernen muss. Dennoch glaube ich, dass es jetzt besonders schwierig ist, denn es ist die erste, wirklich bedeutende, Zwischenphase, die ich gerade erlebe. Niemand, wirklich niemand, kann sich vorstellen und möchte nochmal zurückversetzt werden in die Hochphase des Lernens, niemand möchte nochmal in diese immense Drucksituation kommen und niemand möchte die ganze harte Arbeit und Zeit, die man geleistet hat, und dabei spielt keine Rolle, ob man bestanden hat oder nicht, so kurz vor dem Ziel bedroht oder gar scheitern sehen. Alle möchten nur eines, endlich durchatmen, endlich entspannen, endlich wieder ruhig schlafen können, ohne den Gedanken daran, ob es gereicht hat oder nicht. Wir wollen wieder als Menschen wahrgenommen werden und nicht als Zahlen, nicht als als NC, nicht als Maschinen, die auf Schritt und Tritt bemitleidenswert angeschaut wird, weil alle um die Belastung wissen, in der man derzeit steckt. Wir wollen endlich sagen können, dass wir es geschafft haben. Seit Monaten warten wir darauf und seit Monaten müssen wir dieses Gefühl in uns, diese Ungewissheit, aushalten, tatsächlich wird es zum Ende hin immer schlimmer und man kann sie immer schwieriger ertragen, aber man muss, was bleibt einem auch anderes übrig und dieses Müssen ist, meiner Meinung nach, ein ganz großes Thema im Abitur.

Alle sagen, dass wir freiwillig da sind, dass wir jederzeit abbrechen und aufhören können, sie tun so, als ob uns diese Möglichkeit wirklich offen steht. Doch wer macht das schon? Man hat die ganzen Jahre gekämpft, um zu stehen, wo man steht und nicht um dann, so kurz vor dem Ziel, aufzugeben. Und tatsächlich ist dieses Abbrechen auch nicht so einfach und da dieser Prozess derartig komplex ist, wird einem permanent davon abgeraten und es wird gesagt, dass man damit seine Zukunft zerstören würde, also bleibt einem doch nichts weiter übrig, als die Zähne zusammenzubeißen und zu müssen. Immer wieder habe ich entgegengebracht bekommen, dass es nicht mehr lange dauert, nur noch ein bisschen Sany haben sie gesagt, bald hast du es geschafft, komm du schaffst das, du bist fast am Ziel, komm jetzt nochmal stark sein und so weiter, solche Sätze bekommen wir übrigens schon seit der 11 Klasse gesagt und ich kann sie mittlerweile nicht mehr hören, ich kann sie nicht mehr glauben, ich höre sie schließlich schon seit Jahren und sie treten einfach nicht ein. Ich bin leider sehr misstrauisch geworden, insbesondere was schulische Themen angeht, denn es wird immer und immer wieder Unterstützung und das blauen vom Himmel versprochen und letztendlich muss man alles irgendwie alleine schaffen und die, die zuvor die Versprechen getätigt haben, fühlen sich nicht mehr verantwortlich, weil wir beispielsweise nicht mehr regulär zum Unterricht erscheinen müssen und sie sich somit theoretisch auch nicht mehr verantwortlich fühlen müssen , weil wir lernen müssen vollkommen selbstständig zu lernen und zu sein, so ganz ohne Anleitung, wie später in der Universität auch und dann heißt es wieder Zähne zusammenbeißen, weil man keine andere Wahl hat, weil man muss. Selbst, wenn man ausdrücklich sagt, dass man nicht mehr kann, nicht mehr möchte, kommen nur vermeintlich aufbauende Sprüche, die einem nur noch mehr verdeutlichen, dass, ich hoffe, dass ich mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehne, die Zahl beziehungsweise das Bestehen am Ende mehr wert ist, als die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden, denn, wenn diese Aspekte vorrangig wären, hätte vielen von dem Antritt des Abiturs abgeraten werden müssen. Ja, wir sind volljährig und ja, man weiß ungefähr auf was man sich da einlässt, aber eben auch nur ungefähr und, wenn ich mir durch den Kopf gehen und die letzten Monate Revue passieren lassen, bin ich ganz ehrlich, weiß ich nicht, ob ich die Anmeldung zu den Prüfungen tatsächlich nochmal unterschrieben hätte, denn letztendlich kann man nicht nachvollziehen und auch nicht vorher wissen, wie es ist Abitur zu machen, wenn man nicht selbst in dem Prozess gesteckt hat. Natürlich hat es auch was gutes und ich bin mir sicher, dass sich auch diese Seite rauskristallisieren wird, früher oder später, aber jetzt, jetzt in diesem Augenblick hat das Abitur mich nur noch tiefer in das bekanntlich schwarze Loch getrieben, als ich vorher schon drinsaß......

Ich habe Angst, ich spüre gerade nichts weiter als Angst und hoffe, dass das alles übermorgen endlich ein gutes Ende nimmt, denn, wenn sich das Leben und die Probleme, die man neben der Schule noch hat, paaren, ist das keine gute Kombination und, wenn ich ehrlich bin, möchte ich und muss ich endlich wieder egoistisch sein können und mich um mich kümmern, ich muss auf die Beine kommen, denn in nicht mal mehr zwei Monaten wartet ein neuer Lebensabschnitt auf mich, demnach bleibt mir leider garnicht soviel Zeit zum regenerieren.
07.06.2019, 11:38 Uhr | bke-Fiona
Hallo sany,

dir und den anderen hier, die noch Prüfungen haben wünsche ich alles Gute dafür : )

Es ist , denke ich, immer schwierig, sozusagen "dazwischenzuhängen", wenn eine Sache nicht abgeschlossen ist, man die nächste nicht anpacken kann und im Ungewissen ist, wie das eigene Leben weitergehen wird.

Da kann man sich eigentlich nur sagen, dass man an den bereits gemachten Prüfungen sowieso nichts mehr ändern kann und das im Kopf gut auf die Seite legen, und, sich noch auf die eventuell kommende Prüfung vorzubereiten.
Und, was auch sicher ist: es wird weitergehen - sich zu sagen, dass man alles hat, was es braucht, um einen weiteren Weg zu finden.

Liebe Grüße, bke-fiona
07.06.2019, 10:51 Uhr | Sany2018
So langsam steigt sie wieder, die Anspannung [...].
In der nächsten Woche, nach Pfingsten, bekommen wir unsere Abiturnoten [...].
Die ganze Zeit bange ich und zucke nahezu schon zusammen, wenn das Telefon klingelt, denn bei Nichtbestehen wird man im Vorfeld angerufen, so zumindest ein Gerücht [...].
Mein Appetit wird wieder weniger [...].
Die Nächte werden kürzer [...]
Ich verspüre wieder pausenlos diese Unruhe in mir [...].
Das Gedankenkarussell [...]
Die Selbstzweifel nehmen wieder Überhand [...].
Ich habe Angst [...].
Werde ich bestehen?
Werden die Ergebnisse mich zufriedenstellen?
Kann ich mir damit eine Zukunft aufbauen, im Hinblick auf beispielsweise einen NC-Studiengang?
Wie werde ich reagieren, wenn ich bestehe, bricht dann alles aus mir raus, was sie die letzten Monate angestaut hat?
Wie werde ich reagieren, wenn ich nicht bestehe und nochmal durch meinen persönlichen Horror gehen muss, obwohl ich nicht mehr kann?
Was mache ich dann?
Prüfung antreten, Prüfung ablehnen?
Wie wird die Zeit danach?
Die letzten Termine in diesem Gebäude, in dem ich 9Jahre meines Lebens verbracht habe, wird der Verlust mich sehr mitnehmen?
Es ist wieder soviel für mich [...].
Ich möchte endlich Gewissheit!
Seit Ende März stecken wir in den Prüfungen und seitdem leben wir, harsch ausgedrückt, in vollkommener Ungewissheit, ob es gereicht hat oder nicht [...].
Warum tut man uns das an?
Ist der Druck nicht so schön groß genug?
Was hat die Schule oder das Kultusministerium davon?
Ich verstehe das nicht [...].
Ich mag das endlich abschließen, denn so langsam kann ich auch körperlich nicht mehr, ich habe zu viel abgenommen durch den Stress und dadurch, dass mein Appetit schwindet, wenn ich in derartige Situationen komme [...].
Einfach nur Gewissheit, mehr wollen wir doch nicht und ich finde das ist nicht zufiel verlangt!
*crying*
30.05.2019, 13:51 Uhr | Sany2018
Ich sitze hier und vernichte das Schulzeug der letzten Jahre, weil ich den Platz für die Ordner des Abiturs und die des FSJs brauche. Seltsam, wenn die Seiten, die man vor Jahren geschrieben hat, von Klingen weggerissen und kleingemetzelt werden, sodass nur noch Fetzen davon übrig bleiben. Es erleichtert, aber es macht auch sehr, sehr traurig. Wieder ein Schritt getan, ein Schritt weg von der Schule, dem Ort, der 9 Jahre wie ein zweites Zuhause für mich war. Ein Zuhause, dass mich oft in den Wahnsinn getrieben hat, dass mich unzählige Tränen und Nerven gekostet hat, ein Ort, an dem ich unschöne Dinge erleben musste, an dem ich gelernt habe, was Niederschläge und Disziplin bedeuten und was es heißt zu kämpfen und sich zu beweisen, wenn niemand an einen glaubt. Ein Zuhause, das mich zuletzt sogar in ein tiefes, schwarzes Loch geschubst und mich krank gemacht hat und dennoch war es ein Zuhause, mein Zuhause.

Nun bin ich seit 8 Tagen frei von Prüfungen, wenn mich jemand fragen würde, wie es mir geht oder wie ich diese Tage erlebt habe, dann wüsste ich keine Antwort. Ich weiß nicht wie es mir geht und die letzten Tage, die habe ich passiv irgendwo mitbekommen, aber wirklich erlebt habe ich sie nicht.

Ich bin müde, erschöpft, antriebslos. Die Zeit, die vielen Gedanken, die nun wieder Raum haben und meine Gefühle überfordern mich.

Ich habe das Gefühl, dass jetzt allmählich durchkommt, wie hart die letzten Monate tatsächlich waren und wie sehr ich meine Grenzen missachtet habe. Viele sagen, dass es normal ist, dass Abiturienten in ein Loch fallen, wenn die Prüfungen durch sind. Ich empfinde nicht, dass es normal ist, denn die meisten aus meiner Stufe waren innerhalb der letzten drei Monate ohne Schule mindestens schon 3 Mal im Urlaub und nahezu jedes Wochenende im Vollrausch. Ich habe das Gefühl, dass alle beginnen wieder zu leben, jetzt wo wieder Zeit dazu ist.

Ich, ich habe eher das Gefühl, dass ich nicht mehr weiß, wie dieses Leben überhaupt funktioniert und wie ich es füllen kann. Im Moment möchte ich es auch garnicht füllen, alles scheint so anstrengend und sinnlos. All meine Pläne, die ich geschmiedet hatte, sind mir vollkommen egal und ich liege nur hier rum und tue nutzlose Dinge, wie eben das Schreddern dieser ollen Zettel, dessen Fetzen mich auch noch traurig machen...

In 13 Tagen bekommen wir die Ergebnisse und somit auch Bescheid, ob es gereicht hat oder ob das alles nochmal durchgestanden werden muss...
22.05.2019, 21:43 Uhr | bke-Fiona
Hallo sany,

uff, du hast es geschafft : ) , meinen herzlichen Glückwunsch (der gilt auch allen anderen hier, die die Prüfungen hinter sich gebracht haben ).

Du kannst sehr stolz auf dich sein - du hattest ja eine sehr stürmische See, mit Panik und unglaublichem Druck, und hast es trotzdem bis in den Hafen geschafft!

Ich wünsch dir eine wunderbare freie Zeit : )

liebe Grüße, bke-fiona
22.05.2019, 17:35 Uhr | Sany2018
Ich bin durch, ich habe es geschafft, zumindest den regulären Teil des Abiturs....Heute Mittag hatte ich meine mündliche Prüfung und ich habe sie mit einer 2+ bestanden. Ich habe niemals damit gerechnet, denn ich bin gestern, heute Nacht und am Morgen durch die Hölle gegangen, was meine Angst betrifft. Mir war so schlecht, dass ich mich übergeben musste, ich hatte Kreislaufprobleme und immer wieder haben mich Weinkrämpfe und Panik geplagt. Als ich dann in dem Vorbereitungsraum saß, die Aufgaben bekam und ich das, was ich zuvor auf 70Seiten gelernt hatte, auf diese anwenden konnte, ließ zumindest die Panik ein wenig nach. Ich habe nur funktioniert und alles an mir abprallen lassen, ich habe nicht einmal das Blumengesteck und die liebevolle Dekoration wahrgenommen, die die Lehrer vorher drapiert hatten, um wenigstens ein bisschen positive Atmosphäre in diesen Raum zu bringen, ich war in erster Linie so passiv, was das angeht, um für das gewappnet zu sein, was im schlimmsten Fall drohen könnte, denn zuvor sind sehr viele Abiturienten durch ihre mündlichen Prüfungen gefallen und haben dementsprechend schlecht und angsteinflößend darüber gesprochen. Als bei der Notenbekanntgabe dann mein Name im Zusammenhang mit dieser Punktzahl fiel, war ich einfach nur perplex und unsagbar dankbar, denn mit jedem Punkt, den man sammelt, minimieren sich die Chancen in eine Nachprüfung zu müssen, deshalb steht zu Beginn auch “offizieller Teil des Abiturs“, denn ob es letztendlich in Gänze gereicht hat, das erfahren wir erst Mitte Juni. Ich für meinen Teil muss das ganze jetzt erstmal verdauen und mir das erste Mal seit Monaten etwas Ruhe gönnen. Ich bin heute mit einem sehr stolzen und einem sehr weinenden Auge aus der Schule gegangen, denn ich werde sie nur noch wenige Male betreten und ist es endgültig vorbei. Diese Endgültigkeit macht mich sehr traurig, insbesondere im Bezug auf meine Tutorin, die mir sehr nahe steht. Aber heute schiebe ich alles auf die Seite und genieße die freie Zeit, es ist jetzt schon ungewohnt und ich schätze ich muss erst wieder lernen Stagnation anzunehmen und zu akzeptieren, aber ich hoffe, dass sich das einpendeln wird. Ich bin euch allen sehr dankbar, dass ich all meine Postings ertragen und mich auf dieser Reise bis hier hin begleitet habt!
20.05.2019, 09:50 Uhr | schuelerin
Hallo Sany,

möchtest du mal versuchen den Text nochmal aus der anderen Sicht schreiben? So schreiben, dass alles gut wird. Beispielsweise: „Natürlich bin ich aufgeregt. immerhin sitzen da vier Leute,die mich bewerten. Aber ich habe auch die Chance vier Leuten zu zeigen was ich kann. Und ich bin überzeugt,dass das gut wird. Ich freue mich schon auf das Ergebnis, weil ich dann endlich aufatmen kann .... “
Du musst es ja noch nicht glauben. Wenn du möchtest, kannst du es erstmal so rum formulieren und schauen, was es mit dir macht.

Liebe Grüße und viel Erfolg, Glück und Gelassenheit,
Schuelerin
Jeder Lauf hat ein Ziel, auch wenn du es noch nicht siehst.
20.05.2019, 09:30 Uhr | Sany2018
Die Anspannung, die Nervosität, die Angst...all das macht sich allmählich auch körperlich bemerkbar. Heute starten die mündlichen Abiturprüfungen, meine ist übermorgen. Diese Ungewissheit bezüglich des Themas, das mich dort erwarten wird, die Sorge, dass ich die Aufgaben nicht lösen kann, das Wissen, dass 30min lang alle meine Worte auf die Goldwaage gelegt und von 4 Fachkräften bewertet werden, darunter sogar solche die einen Doktortitel in dem Fach haben und die haltlose Panik vor dem Ergebnis dieser Prüfung, das am mir selben Abend mitgeteilt werden wird, die erste Note des Abiturs. Werde ich endlich aufatmen können? War ich gut genug? War das, was ich geleistet habe entsprechend der Auflagen? Was, wenn nicht? Dann würden vor mir unfassbar schwere drei Wochen liegen, die ich noch verharren muss, ohne Antworten auf diese Fragen zu wissen. Ich versuche mich abzulenken, denn ich reagiere mittlerweile hoch sensibel auf dieses Thema, aber es bringt nichts, immer wieder verfalle ich in diese Panik zurück, kriege kaum Luft, Herzrasen und in meinem Kopf läuft ein Horrorfilm diesbezüglich ab.Ich lerne, ich habe viel gelernt und ich werde auch die nächsten 48Stunden dazu nutzen, aber mir ist natürlich auch bewusst, dass man 70Seiten nicht zu 100% auf dem Schirm haben kann und dadurch geht der Teufelskreis der Panik wieder los, zumal ich in jenem Prüfungsfach nie sonderlich gut war. Ich habe Sorge, wie ich die Zeit überstehen soll, ich schlafe seit 1,5 Wochen sehr schlecht, oft nur 3-4 Stunden, weil ich einfach nicht runterfahren kann, mein Appetit wird mit jedem Tag weniger....Rausgehen zum Spazieren oder ähnliches kann ich im Moment nicht, weil mein Kreislauf nicht mitmacht und sich das Ziel vor Augen zu führen bringt mir derzeit nur noch mehr Angst, weil das Ziel im Hinblick auf den Typus ungewiss bleibt.... ich habe ehrlich nicht gedacht, dass es nach den letzten drei Monaten der schriftlichen Abiturprüfungen noch eine Krönung bezüglich Ängsten und Nervosität geben kann, aber da habe ich mich wohl geirrt.... ich möchte doch nur, dass es endlich vorbei ist, ich halte das nicht mehr aus.
17.05.2019, 07:31 Uhr | bke-Claudia
Guten Morgen Sany,
versuche bewusst ruhig zu atmen, am besten draußen.
Wir sind alle ein wenig in Gedanken bei dir und geben dir Kraft mit für die letzte Strecke. Du hast es bald geschafft.
bke-Claudia
16.05.2019, 22:35 Uhr | Sany2018
Ich habe so eine Angst *crying*

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