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17.10.2019, 21:06 Uhr | weltenimkopf
Hallo an alle! *bye*

Am Dienstag hat für mich das Studium begonnen und was soll ich sagen? Ich bin ziemlich überfordert. *unsure*
Vor einem Jahr hab ich Abitur gemacht und dann angefangen zu studieren, jedoch nach wenigen Wochen wieder aufgehört, da ich noch immer sehr erschöpft war. Vor der Oberstufe waren meine Noten eher mittelmäßig, allerdings bin ich dann sehr ehrgeizig geworden und war nur noch am Lernen; und genau das ist mir zum Verhängnis geworden: Zwar hab ich das Abitur bestanden, jedoch bin ich bei Weitem nicht mehr so belastbar. Mein Arbeitsverhalten ist ziemlich krankhaft. Meine Zwänge und der Perfektionismus kosten mich Zeit und Kraft; von beidem habe ich nicht besonders viel. Ich spüre wie ich in alte Verhaltensweisen zurückfalle: Das Verlangen mich selbst zu verletzen und zu hungern ist groß, denn genau das hat mir auch in der Oberstufe „geholfen“. Ohne den Selbsthass hätte ich die Bauchkrämpfe und Kopfschmerzen, die ich durch den Stress fast täglich hatte, nicht ausgehalten geschweige denn gelernt. Dahin möchte ich nie wieder! Ich habe das Gefühl anfälliger geworden zu sein. Wenn ich überfordert bin möchte ich mich selbst schädigen. Manchmal glaube ich nur so mit dem Lernen aufhören zu können, es ist kein bewusster Gedanke, aber einer der mir beim Nachdenken kam. Etwas in meinem Kopf – größtenteils die Panik – verbietet mir mich auszuruhen solange nicht alles perfekt gemacht ist und das wird es niemals sein. Ich könnte mir vorstellen, dass ich deswegen das Verlangen habe mich zu verletzen: Dadurch kümmert es mich einerseits nicht weiter, ob es mir gut geht, weil ich mich mit der Selbstschädigung für wertlos erkläre, andererseits überschreite ich damit eine Grenze, an der ich mir sagen kann: „Jetzt reichts! Du darfst aufhören.“. Das ist widersprüchlich; auf den ersten Blich jedenfalls. Ich glaub, dass ich auf mein Selbstmitgefühl hoffe, dass es mich vor mir selbst rettet und das tut es auch immer wieder. Im letzten Jahr habe ich gelernt auf mich selbst zu achten und auch dann liebevoll mit mir umzugehen, wenn es mir gut geht. Wenn gerade nichts Belastendes oder Anstrengendes in meinem Leben ansteht, dann schaffe ich das auch, aber gerade ist das schwierig. Die Anforderungen sind hoch und ich möchte diese auch bewältigen, aber im Gegensatz zur Schulzeit möglichst gesund.
Deswegen ist meine Frage an euch: Wie bewältige ich das Studium mit einem gesunden Arbeitsaufwand? Wie bleibe ich auch in anstrengenden Wochen stabil? Hat jemand von euch Erfahrung damit und kann mir vielleicht den ein oder anderen Rat geben?
Ich freue mich über jede Antwort! *happy*

Liebe Grüße,
weltenimkopf
05.01.2020, 17:29 Uhr | Kleines-Schaefchen
Hallihallo,

Ich habe zwar nicht mit dem Studium angefangen, sondern es abgebrochen, aber ich kann mich in die Kage reinversetzen.
Auch mich hat das Studium zunächst überfordert. Es war alles anders als in der Schule. Viel mehr was man selber auf die Kette bekommen musste. ZB Seminare und Übungen zu den Vorlesungen belegen, zur Prüfung anmelden, sich die Bücher besorgen.
Jede*r Dozent*in gibt zu Beginn des Semesters eine Literaturluste heraus, zwei Seiten, da stehen so viele Bücher und Texte drauf, und soll ich die echt alle lesen und welche Bücher lohnt es sich zu kaufen, welche bekomme ich aus der Bibliothek? Für welches Fach muss ich wie viel Zeit investieren und welche davon sind am wichtigsten?
Es gibt so viele Übungsbücher und Aufgabenzettel. Welche bearbeite ich und welche nicht? Mach ich nicht doch zu wenig? Ein bisschen langsam bin ich schon, mehr Übung wäre schon wichtig. Aber ich brauch ja auch mal Pause, Zeit für mich. Und eigentlich wollte ich arbeiten, auch wenn meine Eltern mir ein bisschen Geld geben, ich möchte mir ja auch mal was leisten können und ihnen nicht auf der Tasche liegen.

Aber das alles wird nicht so heiß gegessen wie gekocht. Natürlich interessiert es an der Uni nicht, ob du da bist oder nicht. In der großen Menge gehen Einzelne unter. Mir hat es da geholfen, schnell Kontakte zu knüpfen. Damit ich nicht alleine einen Kaffee holen muss, damit jemand mit mir in die Mensa geht. Dann fragt man mich, wie es mir geht, was ich so mache. Wenn ich krank bin, fällt denen das auf und sie fragen nach. Vielleicht bringen diese Leute einem auch ausgeteilte Zettel mit, informieren dich über verpassten Stoff oder kaufen für dich ein, wenn du krank bist.

Eine Lerngruppe ist auch hilfreich. Da bereitet jede*r einen Teil des Stoffes vor und erklärt ihn den anderen. Dadurch beschäftigt man intensiver mit seinem Teil. Und das, was jemand anderes erklärt, bekommt man nochmal ein bisschen anders vermittelt als von den Dozierenden.
Oft ist es ganz witzig in den Lerngruppen. Und man hat mehr Motivation, sich vorzubereiten. Weil man auch für die anderen verantwortlich ist, weil die sich auf einen verlassen.

Die Dozenten (und wenn nicht, Assistenten, Hiwis oder höhere Semester) geben auf Nachfrage sicher Auskunft, wie wichtig welche Inhalte sind. Welche Arten von Übungen ihr unbedingt können müsst, welche Texte ihr wiedergeben, welche ihr gelesen haben müsst und was nur als Ergänzung dient. (Höhere Semester verkaufen auch manchmal Bücher, die sie nicht mehr brauchen für wenig Geld.)

Mit der Zeit werdet ihr selber ein Gefühl dafür entwickeln, wie viel Arbeit und Zeit ihr investieren müsst. Hierbei kommt es auch auf eure Ansprüche an: Das Pareto-Prinzip sagt, dass man in 20% der Zeit 80% der Arbeit schafft. (Damit hätte man so ungefähr eine Note von 2.0) Für die restlichen 20% der Arbeit wird man hingegen 80% der Zeit aufwenden.
Manche Fächer geben mehr ECTS-Punkte bzw. werden stärker gewichtet. Daher ist es sinnvoll, hier mehr zu investieren und eine gute Note abzusahnen. Vielleicht gibt es auch Fächer, die einen besonders interessieren oder man weiß schon, in welchem Bereich man sich spezialisieren möchte und welche Richtung man beruflich einschlagen möchte. Da lohnt sich entsprechendes Engagement.
Manche Fächer liegen einem so gar nicht. Egal wie viel man dafür arbeitet, es fällt einem schwer. Da hilft dann "Schadensbegrenzung" und nur so viel machen, dass es zum Bestehen reicht. Dafür dort, wo man sich leichter tut, mehr lernen um dort eine bessere Note abzusahnen. Nicht im Perfektionismus sich verzetteln.

Mir fällt noch mehr ein, aber ich denke, das reicht erstmal.

Viele herzliche Grüße und viel Erfolg und Freude im Studium wünsche ich euch!
04.01.2020, 15:19 Uhr | dreamingAlex
Hallo weltenimkopf!

Ich schreibe ziemlich spät und vielleicht ist das gar nicht mehr aktuell.
Aber mir geht es genauso. Ich hab auch gerade angefangen zu studieren und versinke gerade im Stress, kann dich also verstehen.
Wie geht es dir jetzt? Bekommst du alles gemeistert und bist du zufrieden mit dir?

Vielleicht können wir uns ja etwas austauschen und gegenseitig motivieren?
Liebe Grüße
Alex
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
22.10.2019, 10:47 Uhr | weltenimkopf
Hallo Nana,
erstmal danke fürs Gratulieren! *happy*
Es fällt mir schwer das anzunehmen, da ich mir noch immer vorwerfe nicht genug getan zu haben, auch wenn ich an sich weiß, dass mich noch mehr komplett kaputt gemacht hätte.
Aber mal schauen wie das im Studium so wird. Irgendwie bekomm ich das hoffentlich alles geregelt.
Liebe Grüße,
weltenimkopf
17.10.2019, 21:27 Uhr | bke-Nana
Liebe weltenimkopf,

herzlich willkommen bei uns im Jugendforum!

Erst einmal möchte ich dir gratulieren zum bestandenen Abitur und auch zu deinem Studienbeginn, auch wenn du grad alles "verfluchst".

Ich denke, dass so einige User hier deine Gedanken und Gefühle in ähnlicher Weise schon selbst erlebt haben. Bin sehr gespannt, auf die hoffentlich zahlreichen Antworten!

Einen guten Austausch
bke-Nana

Treffer: 5

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