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05.09.2015, 17:17 Uhr | Anikala
Hallo,

Mich beschäftigt zurzeit besonders die Situation der Flüchtlinge.
Auch das Bild des kleinen Jungen hat mich sehr berührt.
Mir ist es wichtig, dass Flüchtlingen geholfen wird.
Ich gehe beeits in meinen Freistunden in die internationale Klasse, die unsere Schule bietet.
Doch ich würde gerne noch mehr helfen, habe jedoch zurzeit keine Zeit dafür.
17.10.2015, 02:19 Uhr | jetsia
Hallo,

auch ich möchte mich gerne zu diesem Thema äußern.
Meine Schule bietet leider keine Deutschkurse für Flüchtlinge an, deswegen haben ein paar Freunde und ich die Initiative ergriffen und selber einen Kurs organisiert. Man muss kein Profi sein, perfekt Englisch sprechen oder besonders gebildet sein, um diesen Menschen zu helfen. Vielen, die ich kennengelernt habe, hilft es, dass wir überhaupt da sind. Wir beschäftigen uns mit anderen Jugendlichen und haben zusammen viel Spaß, auch wenn niemand unsere Sprache spricht.

Besonders traurig macht es mich, dass manche Menschen solche Vorurteile haben. Ich kenne natürlich auch manche Familien, die sich einfach nicht korrekt verhalten, bei denen ich mich auch manchmal frage, ob man sie nicht besser abschieben sollte, aber dann frage ich mich, was ich wollen würde. Wäre ich in der Situation dieser Flüchtlinge, würde ich auch wollen, dass man mir hilft. Ich würde um das Leben meiner Familie kämpfen und dieser alles ermöglichen, was in meiner Macht steht. Niemand möchte seine Kinder im Krieg aufwachsen sehen.
Jeder einzelne dieser Menschen hat etwas sehr schlimmes durchgemacht und jeder hat alles verloren.

Für mich steht es außer Frage, dass ich helfe. Niemand erwartet, dass man sein Leben komplett neu gestaltet, aber wenn man irgendwie helfen kann, sollte man das tun. Es bringt niemanden von uns um, den Wintermantel von letztem Jahr zu spenden, den man eh nicht mehr trägt, oder die selbstgestrickten Socken der Oma, die man zwar jedes Jahr geschenkt bekommt, aber nie trägt.
Selbst wenn man sagt, dass man nichts materielles zu geben hat, dann kann man diesen Menschen schöne Momente schenken. Auch wenn es nur ein Lächeln auf der Straße ist.

Vor einiger Zeit habe ich einen 17 jährigen Jungen kennengelernt, der seine ganze Familie verloren hat. Seine Eltern wurden erschossen, die kleine Schwester starb auf dem Weg nach Deutschland.
Als er ankam, sprach er weder Deutsch, noch Englisch, Französisch oder Spanisch. Die Kommunikation war schwer, aber es hat geklappt. Durch Handzeichen konnten wir uns super unterhalten, haben bald gemeinsame Interessen herausgefunden und ihn im Fußballverein meiner Stadt angemeldet.
Jetzt hat er Angst, abgeschoben zu werden. Er hat zu uns gesagt, dass wir seine zweite Familie geworden sind und er es nicht erträgt, wieder alleine zu sein. Das macht mich unfassbar traurig.

Diese Menschen erwarten keine Reichtümer von uns, manche wollen auch einfach unter sich bleiben und nichts mit uns zu tun haben, aber viele freuen sich um Menschen, die etwas mit ihnen unternehmen.


Ich bin keine Politikerin und vermag nicht zu sagen, welches Land sich am besten verhält und welches nicht, aber ich denke, dass wir alle betroffen sind.
Denn wir könnten ebenso in dieser Situation sein. Niemand schützt uns davor und wenn es soweit ist, wollen wir auch Hilfe haben.
11.10.2015, 00:12 Uhr | Timida
Hallo,
will mich zu dem Thema auch mal zu Wort melden.
Ich beschäftige mich sehr viel mit Flüchtlingen, da ich einigen Deutschunterricht gebe -kostenlos. Einfach, weil ich der meinung bin, man sollte allein aus gesundem Menschenverstand darauf kommen, dass diese Menschen Hilfe brauchen.
Ein kleiner afghanischer Junge hat mir ein Bild gemalt, was mich sehr bewegte. Ich gebe seinem Papa Deutschunterricht. Seine Mutter ist auf der Flucht ums Leben gekommen. Der Junge ist gerademal 7Jahre alt. Auf dem Bild malte er seine Heimat. Auch wenn alles nur sehr schwrr xu erkennen war, das was man erkennen konnte waren zerstörte Häuser und Menschen, die am Boden lagen. Vermutlich sind es Verletzte oder noch schlimmer Tote. Ein Mann auf dem Bild hatte eine Waffe in der Hand. Das Bild hat mich erschreckt. Als ich es ansah wurde mir richtig schlecht. Dann gab er mir ein zweites Bild. Ich wusste erst nicht, was es darstellen sollte. Ich konnte eine Art Park sehen in dwm Kinder spielten. Im Vordergurnd stand ein Kind an der Hand seines Vaters. Er hatte ein Herz darübergemalt. Und dann sah ich die deutsche Flagge im oberen Bildrand.
Ich war so bewegt von den beiden Bildern, dass mir wirklich fast die Tränen kamen.
Wir hier können uns gar nicht vorstellen, was die Menschen in diesen Ländern alles tag täglich durchmachen müssen. Krieg, Gewalt, sexuelle Übergriffe. Die Liste ist lang.
Ich kann verstehen, dass einige bereits sagen es sind zu viele Flüchtlinge in Deutschland, dwnn auch ich lebe in einer Stadt mit 75.000 Einwohnern und mittlerweile hat meine Stadt 10.000 Flüchtlinge aufgenommen. Dad ist schon viel, wenn man bedenkt dass die Stadt im gesamten nicht so extrem gross ist. Natürlich kann es da zu Problemen kommen. Es gibt Bürger die sich Sorgen machen. Und dennoch werden bei mir in der atadt die Flüchtlinge im allgemienen gut aufgenommen.
Meine Schule wurde bereits vor Jahren als Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage ausgezeichnet und so verhalten sich auch die schüler. Viele geben den Flüchtlingen deutschunterricht. Viele helfen den Flüchtlingen beim bewerhung schreiben, beim Anschluss finden.
Aber nur denjenigen, die das auch wollen. Immer wieder treffen auch wir auf Flüchtlinge mit einer "Null-Bock" Einstellung. Da haben wir dann auch keine Lust zu helfen.
Aber wir treffen auch auf Leute mit Aubildung, Studium. Auf Leute die gerne etwas tun würden, aber nicht dürfen. Auf Ärzte, Ingenieure, Lehrer, Dolmetscher. Aber allesamt dürfen nicht arbeiten.
Und selbst wenn ihnen Asyl gewährt wurde und sie eine Arbeitserlaubnis bekommen, so muss bei deren Einstellung nachgewiesen werden, dass kein Deutscher oder EU-Bürger zur Verfügung steht, welcher diese Stelle decken könnte.
Das nachzuweisen ist schwierig. Doch in vielen Bereichen mangelt es an Arbeitskräften. Arbeitskräfte, die twilweise als Flüchtlinge hier in Deutschland ankommen.viele flüchtlinge sagen mir auch immer wieder, dass sie sich schlecht fühlen, weil sie alles bezahlt bekommen. Sie würden sich ihre dinge lieber selbst verdienen.
Gegenstimmen sagen, die flüchtlinge würden uns die Arbeitsplätze wegnehemen. Dazu sage ich nur Demographischer Wandel. Vermutlich hatten diese Gegenstimmen niemals Sozialkundeunterricht in der Schule. Anders kann ich mir derartige hirnrissige Aussagen nämlich nicht erklären.

Menschen in Not sollte man helfen. Die Nationalität sollte dabei keine Rolle spielen.
Als das Schengenabkommen in Kraft trat, war Deutschland aus dem Schneider. Denn wir haben keine Grenzenn, welche an nicht Eu länder grenzen. Sprich theoretisch bräuchten wir keine Flüchtlige aufnehmen und niemandem Asyl gewähren.
Dass dies nicht möglich ist in der aktuellen Flüchtlingskrise hat Deutschland glücklicherweise recht früh erkannt.
Allerdings frage auch ich mich, warum einige der 28 EU Staaten so massiv gegen EU Rechte verstoßen, indem Grenzen dicht gemacht werden oder Flüchtlinge bei der Einreise angegriffen werden.
Ich hoffe dass ich niemals in so eine situation komme wie die flüchtlinge. Und aollte es doch so sein, erwünsche ich mir Hilfe von anderen Ländern.......

Mensch Leute... wacht auf... es muss aktiv etwas gemacht werden, anstatt immer nur passiv daheim auf dem Sofa zu sitzen und zu mosern.....
Auch ein Weg von 1000 km beginnt mit dem ersten Schritt!
07.10.2015, 11:13 Uhr | Deidy
Also ich finde zum einen, dass vor Ort einfach mehr getan werden müsste. Dass die UNO sich mal in den Arsch beißt und endlich mal diesen Krieg in Syrien und anderswo beendet. Wer stellt sich eigentlich dagegen? Russland? Bin grad voll nicht im Bild. Überhaupt.Was macht Russland eigentlich gerade in Syrien? Zivilisten abknallen? Hat jmd. ne Ahnung? Achja und verletzt den türkischen Luftraum... Das ist ganz und gar nicht ok.

Naja und was die Flüchtlinge betrifft...Also ich bin der Meinung, wir haben nicht das Recht zu sagen, dass sie nicht hierher kommen dürfen. Sie dürfen und sollen kommen. Man wird sicherlich eine Lösung finden. Wenns nach mir ginge, sollten lieber die faulen Säcke hierzulande abgeschoben werden, die a) nix tun und b) sich darüber ärgern, dass Menschen in Not Hilfe suchen.
Ich finds toll, was Deutschland bisher geleistet hat. Weiß nicht, wie ich das mit den Grenzen in Europa bewerten soll. Es ändert nichts am Problem. Die Flüchtlinge sollten verhältnismäßig einfach in der ganzen EU verteilt werden. Wie siehts denn mit Schweden, Norwegen etc. aus?
Vielleicht können wirklich nicht alle nach Deutschland, aber keiner kann mir erzählen, dass alle EU-Länder zusammen keine Kapazitäten haben.
Ich finde, irgendetwas muss getan werden, damit in den Heimatländern der Flüchtlinge Ruhe einkehrt. Ihre Reaktionen auf Deutschland zeigen doch, dass sie es anders wollen: Demokratisch usw... Für mich ist es unbegreiflich, wie einzelne Menschen ein ganzes Land terrorisieren können. Und dass die ganze Welt einfach zuschaut. Wofür gibts denn eigentlich die UNO, wenn nirgendwo auf der Welt die Menschenrechte eingehalten werden?
26.09.2015, 18:51 Uhr | Senseless--
.....
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: Senseless--
Ich weiß, dass man andere Menschen nicht hassen kann, ohne sich selbst zu hassen!
26.09.2015, 16:43 Uhr | bke-Nina
Hallo an alle, die sich an diesen Thread beteiligen (wollen),

für mich steht an aller erster Stelle die Menschlichkeit und ich bin froh, dass viele hier die Flüchtlinge menschlich und solidarisch willkommen heißen. Diese Menschen sind arm dran und sie haben alles verloren. Sie haben noch ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Leben und haben sich deswegen auf diesen gefährlichen Weg gemacht. Diesen Menschen die Türe vor der Nase zuzuschlagen und sie dahin vegetieren zu lassen ist eine fürchterliche Vorstellung.

Ich finde es klasse, dass so viele Menschen hier in Deutschland mit dem Herzen denken und die Flüchtlinge willkommen heißen. Das hat nichts mit Naivität zu tun sondern mit Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Empathie.

Über die politischen Entscheidungen und Folgen kann man sich streiten. Es gibt auch viele Argumente, die für eine liberale Asylpolitik sprechen… Aber an erster Stelle steht für mich, dass man Menschen in Not keine kalte Schulter zeigen darf.

Viele Grüße bke-Nina *bye*
26.09.2015, 15:58 Uhr | Drakon
lena-- schrieb:
Hallo LatinDancer,

ich behaupte ja nicht das es Deutschland nicht gut geht, ich sage nur das wir auch viele Menschen haben denen es nicht optimal geht. Deutschland hat ein gutes Sozialsystem und das finde ich klasse! Hier muss keiner hungern, hier muss keiner Angst vor Gewalt haben und das ist gut so! Es ist klar das wir nicht alle retten können, wie auch? Aber die wo wir unterstüzten sollen/können, sollten dann auch Unterstützung und Akzeptanz von uns bekommen! Aber die Regierung darf und sollte nicht uns Bürger aus den Augen lassen! Sonst gehen wir unter...
Vielleicht ist es jetzt auch erst mal gut die Grenzen zu schließen, um unser Land wieder in den Griff bekommen.

Es ist ein hin und her zwischen Herz und Verstand...

LG


Sers Lena,
Bin recht Deiner Meinung.
Sicher das Deutschland ein gutes Sozialsystem hat? Angst vor Gewalt muss man hier definitiv haben, sonst wären viele nicht auf dieser Seite.
Aber schon klar, Du meinst die Gewalt als Krieg mit Waffen.
Wird auch noch kommen, keine Sorge.

Ist nicht viel mehr die Frage, wie sich die Regierung das vorgestellt hat?
Ich meine, "nehmen wir mal 10'000 Menschen auf, die nichts haben und mit denen man größtenteils nicht reden kann und integrieren sie in Deutschland, was schon recht groß besiedelt ist für die kleine Fläche.
Das die Flüchtlinge andere Prinzipien und regeln haben wie wir, ist klar. Aber wer sagt ihnen, das sie nicht einfach vom Nachbarn was mitnehmen können? Wer kann hier schon ihre Sprache....

Ach was ich noch sagen wollte...
Es heißt immer "versetz Dich mal in Ihre Lage".
Ok, das tu ich jetzt mal... Ich habe nichts und daheim fliegen ständig kugeln und bomben. Also gehe ich weg in ein besseres Land. Deutschland klingt schon mal stabil.
Ich bin in Deutschland und überwältigt von diesem.. nun ja. Cleanen Lebensstil. Ich muss nicht in einer Bruchbude wohnen und Angst haben getötet zu werden und werde sogar unterstützt.
.........usw.
Nun kommen wir zum Punkt "sie können ja nicht unter der Brücke schlafen und aus Mülleimer essen fischen".
Doch ich sage, Sie können es doch.
Betrachten wir das ganze, wie oben geschildert.. sieht man, das man nun eigentlich froh sein müsste sicher zu sein. Und um ehrlich zu sein... Ich wäre an derer stelle schon froh, wenn ich einfach eine decke bekommen würde. Fertig. Nun greift aber das Deutsche Gesetz mit menschenrechte... Blablabla.

Und ich sage besser nix mehr, sonst artet es noch aus... Oder... Egal.

Hm.. eins was mir noch so aufgefallen is, is aber mehr auf die Psyche der Menschen.
Mit diesem "traurigen" Bild von dem Toten Jungen... Ja jetzt kommt ne Kritik gegen die Rechten.
Nun ja, wer gegen Flüchtlinge ist, soll es ruhig sein, aber dann bei so einem Bild was logisch verständlich ist, da es nun mal logisch ist, das auch Kinder sterben..., naja. Dann aber da traurig zu sein und die Meinung zu ändern ist (für die Flüchtlinge natürlich gut) aber für mich einfach bescheuert.
Natürlich sterben Menschen! In jedem Land... Mal mehr mal weniger... Wenn ich schon gegen Flüchtlinge bin, dann soll mir das auch klar sein, WAS das bedeutet.
Und meine ganze Meinung nicht an einem Bild hängen, das so oder so gekommen wäre.

Und jetzt halte ich mein Mund.
Wahrscheinlich zerlegt ihr mich hier jetzt sowieso, aber ich wollte auch mal meine Meinung (nicht meine Gedanken) sagen.

Tut euch keinen zwang an. Lol.

MfG
Dra
"It's his choice to decide if I want to live, or want to be dead."
15.09.2015, 14:14 Uhr | lena--
Hallo LatinDancer,

ich behaupte ja nicht das es Deutschland nicht gut geht, ich sage nur das wir auch viele Menschen haben denen es nicht optimal geht. Deutschland hat ein gutes Sozialsystem und das finde ich klasse! Hier muss keiner hungern, hier muss keiner Angst vor Gewalt haben und das ist gut so! Es ist klar das wir nicht alle retten können, wie auch? Aber die wo wir unterstüzten sollen/können, sollten dann auch Unterstützung und Akzeptanz von uns bekommen! Aber die Regierung darf und sollte nicht uns Bürger aus den Augen lassen! Sonst gehen wir unter...
Vielleicht ist es jetzt auch erst mal gut die Grenzen zu schließen, um unser Land wieder in den Griff bekommen.

Es ist ein hin und her zwischen Herz und Verstand...

LG
15.09.2015, 06:41 Uhr | LatinDancer
lena-- schrieb:
Hey ;)

Ja du hast irgendwie recht. Es ist ja auch so das wir nicht nur an der Versorgung scheitern und somit ihnen auch keine optimale Versorgung bieten können. Die Kinder besuchen deutsche Schulen in denen es Lehrermangel gibt. Die Lehrer müssen sich um die Flüchtlingskinder kümmern und die deutschen müssen zurück stecken. Wir Deutsche geraten ja auch immer mehr in den Hintergrund. Wie viele Kinder haben Ende des Monats nichts mehr zum Essen zu Hause? Deutschland müsste sich um uns erstmal kümmern, verliert aber jetzt auch durch die Flüchtlinge dies total aus dem Auge.


Eigentlich muss ich ja los, aber:

Was haust du da für eine Stammtischparole raus? An Lehrermangel machst du fest, dass es uns hier in Deutschland nicht gut geht? An hungernden Kindern? Weißt du, warum Kinder am Ende des Monats in ihrer Familie nichts zu essen haben? Weißt du auch, dass sich auch gerade diese Kinder in sozialen Einrichtungen etwas zu essen holen können? dass es auch die Tafel etc. gibt? Es ist wahrscheinlich nicht zu bestreiten, dass es zu niedrige Löhne und zu hohe Kosten für einige gibt, aber bitte sag nie wieder, dass es uns in Deutschland nicht gut geht. Denn auch der Lehrermangel hat Gründe, vielleicht informierst du dich da auch noch einmal. ICH als "Deutsche" gerate nicht in den Hintergrund, auch wenn ich nicht unbedingt mit allem einverstanden bin, was unsere Regierung hier tut. Das ist aber ein anderes Thema.

Und gerade, weil wir irgendwann an dieser Massenanzahl an Flüchtlingen kollabieren müssen wir gucken, wen wir noch aufnehmen können. Du kannst Flüchtlinge nicht in leere Blocks etc. abschieben, sonst hast du irgendwann ein zweites Banlieue hier in den Brennpunkten. Wir müssen auch überlegen wie vielen wir hier eine Perspektive bieten können. So hart wie es klingt, alle retten kannst du nicht.
Solange ich mich noch aufrege, tobe und schimpfe, ist es gar nicht so schlimm. Gefährlich ist erst diese seltsam ruhige Freundlichkeit.
14.09.2015, 21:48 Uhr | lena--
Hey ;)

Ja du hast irgendwie recht. Es ist ja auch so das wir nicht nur an der Versorgung scheitern und somit ihnen auch keine optimale Versorgung bieten können. Die Kinder besuchen deutsche Schulen in denen es Lehrermangel gibt. Die Lehrer müssen sich um die Flüchtlingskinder kümmern und die deutschen müssen zurück stecken. Wir Deutsche geraten ja auch immer mehr in den Hintergrund. Wie viele Kinder haben Ende des Monats nichts mehr zum Essen zu Hause? Deutschland müsste sich um uns erstmal kümmern, verliert aber jetzt auch durch die Flüchtlinge dies total aus dem Auge. Gestern kamen bei uns wieder 600 Flüchtlinge bei uns an. Wenn ich bedenke das dies knapp die Einwohnerzahl unseres Dorfes entspricht wird mir schlecht. Vielleicht wäre es dann doch gut wenn die Grenzen geschlossen werden. Aber wäre das gerecht? Ist es gerecht wenn die anderen, die kurz vor dem Ziel sind wieder zurück geschickt werden, während wir andere, die schneller waren noch aufgenommen haben? Ich frage mich auch wie sich die Menschen das vorstellen. Wenn alle zu uns kommen wollen, was passiert aus ihrem Land? Erschreckend und traurig finde ich aber auch, das die wirklich armen Menschen, die kein Geld für die Flucht haben, in ihrem Land unter schrecklichen Bedingungen leben müssen. Vor der Flüchtlingskriese haben wir dort Flüchtlingslager unterstützt, jetzt können wir dieses nicht mehr, weil wir in unserem Land genug haben und die Menschen dort verhungern! Sollten wir nicht lieber dort die Flüchtlingslager unterstützen?
Es ist wirklich kompliziert dieses Thema und ich bewundere echt die ehrenamtlichen Helfer, die ihre Freizeit für diese Menschen opfern. Ich finde es ist schon alles eskaliert. Es ist so, auch wie du schreibst, das wir die Versorgen jetzt schon kaum oder nicht leisten können. Wohin sollen diese ganze Menschen? Wir können sie nicht ständig hin und her schieben und vorallem können wir diesen Menschen nicht alles zahlen. Vielleicht hast du Recht und man sollte dieses Thema mal sachlich sehen, da ist die Grenzschließung gut, aber man sollte auch menschlich darauf schauen. Vielleicht wäre ein gutes Gleichgewicht von beidem recht gut. Mich erinnert nur die Grenzschließung an frühere Zeiten, deswegen war ich ziemlich schockiert... *suprised*
14.09.2015, 20:59 Uhr | Mencari
Hey lena

Ich kann deine Argumentation aus der menschlichen Sicht wirklich nachvollziehen.
Natürlich sollten diese Menschen Hilfe bekommen - wir Deutsche wären auh froh, wenn wir ein Land hätten das uns aufnimmt, wenn hier Krieg herrschen würde.
Jedoch ist es ganz einfach so, dass irgendwann die Kapazitäten erreicht sind.
Ich bin ehrenamtlich im Rotkreuz tätig und unsere Dienste in den Notunterkünften, die vorgeschrieben sind, damit eine Notunterkunft bestehen darf, sind fast nicht mehr bewältigbar.
Und das obwohl um mich herum eine eher ländliche Gegend ist - von den Großstädten möchte ich gar nicht erst anfangen.
Irgendwann müssen die Politiker einschreiten und eine Grenze ziehen, wir sind einfach nicht in der Lage wöchentlich 10.000ende Menschen auch menschenwürdig unterzubringen.
Häuser bauen sich nicht von Alleine und es dauert Zeit. Papiere fliegen nicht einfach vom Himmel und Gelder gerecht zu verteilen ist auch schwer.
Was bringt es den Flüchtlingen, wenn sie dann hier sind, wenn sie unter Brücken schlafen und essen aus dem Müll sammeln müssen?
Und dass die Grenzen da mal eine Zeit geschlossen werden finde ich eine gute Lösung, bevor es eskaliert.
Ich war vor kurzem wegen einem Urlaub am Münchner Hauptbahnhof als ein Zug aus Polen angekommen ist mit Flüchtlingen. Da herrschte daas reinste Chaos.
Und auch bei aller Menschenliebe sollte man meiner Meinung nach nicht vergessen, dass Ressourcen einfach beschränkt sind.

Mencari
My tears are like anchors that sink my heart to the depths of the deepest ocean….
14.09.2015, 20:33 Uhr | lena--
Hallo,

solangsam finde ich das Thema "Flüchtlinge" nicht mehr schön. Die Welt ist total überfordert und reagiert total unmenschlich. Keiner möchte diese Menschen. Wie verzweifelt müssen diese Menschen sein, die alles aufgeben und ihr gesamtes Vermögen opfern um ein neues, total ungewisses Leben anzufangen. Keiner von ihnen weiß ob er lebend in Europa ankommt. Mich berührt vorallem die vielen Familien und Kinder... Ungarn hat jetzt die Grenze dicht gemacht, ich finde das ziemlich verantwortungslos. Es sind doch auch nur Menschen, Menschen die völlig verzweifelt sind. Menschen die ihr Leben riskieren, um im Sicherheit zuleben.
Ich verfolge dieses Thema mit Angst und bin einfach traurig. Wie konnte es soweit kommen? Warum will diese Menschen niemand, bzw. warum ist es so eskaliert? Wenn die Grenzkontrollen jetzt verschärft werden, wohin sollen dann diese Menschen? Zurück in ihr Land wollen/können sie nicht. Es ist ziemlich kompliziert dieses Thema und vieles versteh ich einfach nicht.
Ich finde aber wir Bürger sollten diese Menschen behandeln wie jeden anderen auch. Sie wollen einfach im Frieden leben und das sollten sie auch dürfen! Warum sollten wir diese Menschen, die sowieso schon viel mitgemacht haben, auch noch kaputt machen?! Wir sollten ihnen helfen und ich bin mir sicher, sie nehmen diese Hilfe dankbar an!
Ich finde die Flüchtlinge sollten auch arbeiten dürfen bei uns. Wir haben so viele offene Abeitsstellen, die kein deutscher mehr machen möchte. Viele von den Flüchtlingen würden solche Jobs bestimmt dankbar annehmen. Ich denke dann würde der Hass, diese Angst der Leute auch sinken, wenn sie sehen: Hey, die tun ja auch was für unser Land. Hier bei uns kehren die Flüchtlinge z.B mit Besen und kleinen Besen mit Schaufel die Straßen! Welcher Deutsche würde mit Besen und Eimer noch die Straßen kehren? Ich denke niemand...

Liebe Grüße
lena--
05.09.2015, 17:46 Uhr | Senseless--
Hallo ^^

meine Schule, besonders die Wirtschaftsklassen und Pädagogikklassen, unternehmen etwas mit den Flüchtlingen die in unserer Sporthalle untergebracht sind.
Ich bin in einer Pädagogikklasse und wir haben uns in der Klasse intensiv Gedanken darüber gemacht, wie wir uns mit den Menschen beschäftigen können und was uns zur Verfügung steht.

Leider können wir wahrscheinlich erst in zwei Wochen mit dem Projekt starten. Wir Schüler dürfen das Gelände nicht betreten - unter anderem wegen der Privatsphäre.
Jetzt müssen wir Klassenräume finden, die mindestens 90 Minuten frei sind.

Ich finde das Projekt sehr spannend und interessant.



Ich find' das Bild des kleinen Jungen auch schrecklich - nicht nur das. Es geht momentan auch ein Video rum, wo der Vater seine beiden toten Kinder im Arm hält, und zusammenbricht und seine Kinder aber nicht wieder los lassen will.
Diese Bilder sind erschreckend und traurig.

Leider haben viele Leute vorurteile und finden es schrecklich, dass Flüchtlinge in Notunterkünften gebracht werden.
Da kommen unter anderem viele Gerüchte wie "das sind doch alles nur Wirtschaftsflüchtlinge" o.ä.
Ich finde diese Vorurteile sehr schrecklich.

Jeder sollte sich mindestens einmal in die Lage der Opfer versetzen.
Sie wollen nur Hilfe, ein neues Leben beginnen. Die Reise nach Europa ist der erste Schritt, die die Opfer selber in die Hand nehmen. Der Rest liegt an uns Bürger, Ämter etc.

Ich kann nicht nachvollziehen, wie Schüler an meiner Schule sich vor den Zaun stellen, und irgendwelche dämlichen Kommentare los werden.
Ich finde das unter aller sau, sehr verletzend, beleidigend und niveaulos.
Konsequenzen bekommen sie natürlich, leider aber viel zu Harmlos um das wieder gut zu machen.

Die kleinen Dinge verändern die Welt.


Lieben Gruß,
Senseless
Ich weiß, dass man andere Menschen nicht hassen kann, ohne sich selbst zu hassen!
05.09.2015, 17:38 Uhr | bke-Stephan
Hallo Anikala,

danke für den Beitrag, auch ich halte es für wichtig, sich über die vertriebenen Menschen Gedanken zu machen. Sie hier willkommen zu heißen.

Das Bild mit dem toten Jungen war sehr berührend. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob solche Bilder wirklich gezeigt werden sollten, aber vielleicht bewegt es ja was und erreicht auch solche Menschen, die bisher so furchtbar ablehnend waren.

Viele solidarische Grüße,

bke-Stephan
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: bke-Stephan

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